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Netzwoche 01/2021

46 Technology Aktuell

46 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Mit Chaos-Engineering gegen Ausfälle ych/mka. Amazon Web Services hat den Fault Injection Simulator vorgestellt. Es handelt sich dabei um eine Chaos-Engineering-Lösung, die eine Reihe von Unterbrechungen simuliert, um die Ausfallsicherheit von Cloud-Umgebungen zu testen. Das Tool wird voraussichtlich 2021 erscheinen. Der Bund soll sich an «Cyber-Empa» beteiligen rja. Der Bund soll sich am Aufbau und Betrieb des Nationalen Testinstituts für Cybersicherheit (NTC) beteiligen. Dies fordert Nationalrat Franz Grüter (SVP, LU) in einer Motion. Die durch den Kanton Zug angestossene Initiative zur Schaffung eines NTC werde bereits fachlich durch das Nationale Zentrum für Cybersicherheit unterstützt. Aber: «Um das Testinstitut auf nationaler Ebene zu etablieren, ist zusätzlich ein verbindliches, langfristiges und rechtlich abgestütztes Engagement des Bundes nötig.» Quantencomputer löst praktische Probleme mit Flugroutenplanung kfi. Forschende der schwedischen Chalmers University of Technology haben einen Quantencomputer eingesetzt, um Flugrouten zu berechnen. Gemäss Mitteilung übertrafen Quantencomputer reguläre Computer schon bei verschiedenen Aufgaben – aber bisher in total «nutzlosen». Mit dem Erfolg der Chalmers-Universität sei bewiesen, dass Quantencomputer auch praktische Probleme in der echten Welt lösen könnten. «Wir wollen sicher sein, dass der Quantencomputer, den wir entwickeln, frühzeitig zur Lösung relevanter Probleme beitragen kann. Deshalb arbeiten wir eng mit Industrieunternehmen zusammen», sagt die Physikerin Giulia Ferrini, eine der Leiterinnen des 2018 gestarteten Quantencomputerprojekts. Alle Fluggesellschaften sind mit Planungsproblemen konfrontiert. So ist es etwa ein Optimierungsproblem, wenn eine individuelle Flugmaschine verschiedenen Flugrouten zugewiesen werden soll. Das Problem werde auch schnell komplexer, je mehr Flugrouten und Flugmaschinen einbezogen würden. Forschende hoffen, dass Quantencomputer besser fähig sind als reguläre Geräte, solche Optimierungsprobleme zu lösen. Doch wegen ihrer andersartigen Funktionsweise und Struktur müssen Quantencomputer auch anders programmiert werden. Der «Quantum Approximate Optimization Algorithm» (QAOA) ist ein Algorithmus, der auf frühen Quantencomputern nützlich sein soll. Er kam beim Test zum Einsatz. Mit zwei Qubits zum Erfolg Das Forschungsteam konnte auf einem Quantencomputer mit 2 Qubits zeigen, dass der QAOA-Algorithmus das Zuordnungsproblem lösen kann. In der ersten Demonstration konnte die Lösung schnell nachvollzogen und bestätigt werden, da sie nur zwei Flugzeuge involvierte. Damit war die praktische Anwendungsfähigkeit von Quantencomputern bewiesen. Das Forschungsteam simulierte dann die Lösung desselben Optimierungsproblems für bis zu 278 Flugzeuge, was einen Quantencomputer mit 25 Qubits erfordere. «Die Ergebnisse blieben gut, als wir hochskalierten. Das deutet darauf hin, dass der QAOA-Algorithmus das Potenzial hat, diese Art von Problemen in noch grösserem Massstab zu lösen», sagt Ferrini. Um die besten Computer von heute zu übertreffen, wären allerdings viel grössere Geräte nötig. Die Skalierung des Projekts läuft und die Forschenden arbeiten derzeit mit 5 Qubits. Der Plan sei, bis 2021 mindestens 20 Qubits zu erreichen und dabei die Qualität beizubehalten. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch DIGITALE TRANSFORMATION DER IT Wenn uns das von Corona bestimmte Jahr 2020 eines gelehrt hat, dann dies, dass bezüglich Planung das Sprichwort wieder einmal den Nagel voll auf den Kopf getroffen hat: «Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.» Die Prioritäten der aufwändig konzipierten und mit hart erkämpften Budgets untermauerten Vorhaben wurden beim einen oder anderen CIO wohl ab März des letzten Jahres neu geordnet und durch die eine oder andere Herausforderung im Backlog übersteuert. Nun, da sich endlich abzeichnet, dass mit den ermutigenden Impfstoffen die Pandemie zurückgedrängt werden kann, könnte man doch die liegen gebliebenen Initiativen wieder aufgreifen und in die Planung für 2021 aufnehmen? Niemand möchte das vergangene Jahr nochmals durchleben müssen. Aber wenn man 2020 etwas Gutes abringen möchte, dann das, dass es uns die Augen geöffnet hat, wie schnell und unbürokratisch wir doch auch in der Lage sind, kontroverse Initiativen letztlich zielführend und schnell umzusetzen. Wenn Business und IT am gleichen Strang ziehen und die gleiche Strategie verfolgen, dann kann man sprichwörtlich Berge versetzen. Dies gilt es für die kommenden Jahre unbedingt zu bewahren: die gemeinsam mit dem Business geteilte Sicht auf das Wesentliche und Dinglichste und damit die Akzeptanz für Veränderungen aller Art und zu jeder Zeit. Es braucht in Zukunft keine Trennung zwischen Business und IT mehr. Es braucht ein BizDevOps-Team, das eine einzige, dafür aber gemeinsam getragene Strategie entwickelt und bereit ist, Risiken und Chancen zwischen allen Parteien zu teilen. Gerade hier muss sich die IT-Organisation in den Unternehmen neu positionieren und aus der «Order-Taker»-Mentalität ausbrechen. Das Business braucht jetzt den strategischen Partner auf Augenhöhe, mit dem er die Geschicke des Unternehmens für die Zukunft mitgestalten kann. An diesen Capabilitys gilt es jetzt zu arbeiten und weniger, alle technologischen Entwicklungen selbst beherrschen zu wollen. Der Aufbau eines Service-Ökosystems mit der Integration aller notwendigen Lösungspartner, die sich flexibel an die sich verändernden Bedürfnisse anpassen lassen, bedingt neue Fähigkeiten, die für die Zukunft dringend benötigt werden. Wenn jetzt nach vorne geschaut werden darf, dann bitte nicht wieder in erster Linie mit einer Planung beginnen, wie das Unternehmen mit neuster Technologie versorgt werden kann, die man dann wieder über die nächsten Jahre betreiben darf. Vielmehr gilt es, die IT-Organisation als ein strategischer Teil, als Businesspartner des Unternehmens, zu positionieren und dafür zu sorgen, dass über aktive Stimulierung, Förderung und Gestaltung von Business-Demands die Lösungen, die am meisten Werte versprechen, rasch und sicher über geeignete Servicepartner orchestriert und bereitgestellt und diese auch wieder ausgetauscht werden können. Die Kolumne finden Sie auch online www.netzwoche.ch Jetzt gilt es, nach vorne zu schauen Martin Andenmatten Gründer und Geschäftsführer, Glenfis 01 / 2021 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Fachbeitrag 47 Cloudbasierter Workplace als Basis der modernen Zusammenarbeit Ein «Digital Workplace» ermöglicht als zentrale Plattform eine nahtlose, prozessgesteuerte Zusammenarbeit im ganzen Unternehmen und führt zu einer Effizienzsteigerung. Dabei bieten Collaboration-Lösungen aus der Cloud laufend neue Möglichkeiten. Wichtig ist, dass die Einführung sauber geplant wird. Cloudbasierte Collaboration-Lösungen haben in Unternehmen aufgrund von Covid und vermehrter Arbeit im Homeoffice weiter an Bedeutung gewonnen. Ökosysteme wie Microsoft 365 oder Google Workspace und dedizierte Anwendungen wie Cisco Webex oder Slack kommen immer häufiger zum Einsatz. Strategie und Architektur als Voraussetzung Die erfolgreiche Integration und Adaption von Collaboration-Lösungen und Digital-Workplace-Tools innerhalb der Organisation setzt diverse Grundsatzentscheidungen voraus. Dazu gehören etwa Überlegungen, welche Daten in der Cloud gespeichert werden dürfen und wie das zukünftige Betriebsmodell aussehen soll. Die festgelegten Rahmenbedingungen gilt es in einer klar formulierten Strategie zu verankern. In einem nächsten Schritt sind die zu integrierenden Lösungselemente in einer Zielarchitektur im Kontext der vorhandenen IT-Infrastruktur zu betrachten. Die Lösungskonzeption und die Einführung der einzelnen Bausteine und Tools kann iterativ im Rahmen von Releases erfolgen. Dies verringert die Komplexität der Veränderungen und verbessert die Adaption der Mitarbeitenden an die neuen Lösungen. Die iterative Konzeption sowie die Tests und Rollouts der einzelnen Lösungselemente richten sich stringent an der definierten Zielarchitektur aus. Die Architektur legt sowohl Abhängigkeiten als auch Entkoppelungen zwischen den Lösungselementen fest und stellt die Rahmenbedingungen für den Scope der einzelnen Releases bereit. Ein moderner Digital Workplace ist benutzerzentrisch ausgelegt und stellt die Mitarbeitenden und deren Bedürfnisse in den Mittelpunkt. Für dessen erfolgreiche Einführung ist eine zielgerichtete und zum Unternehmen passende User Adaption entscheidend, welche die Mitarbeitenden für die Nutzung der neuen Lösungselemente nachhaltig befähigt. Digital Workplace, aber sicher! Für die Gewährleistung der Security und Privacy ist eine umfassende und stabile Sicherheitsarchitektur von zentraler Bedeutung. Diese muss neben der Security Governance auch das Identity und Access Management (IAM), die Cloud Security sowie die Überwachung beinhalten. Es ist empfehlenswert, vor der Einführung neuer Lösungen Risk Assessments durchzuführen und die Rechtsabteilung in die Vertragsverhandlungen mit dem Anbieter einzubinden. Denn das Sourcing von Cloud-Lösungen unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen IT-Verträgen. Was hat sich in der Praxis bewährt? Es hat sich gezeigt, dass die Einführung neuer Lösungen in kleinen, verdaubaren Schritten in der Regel schneller und besser zum Ziel führt als ein umfangreicher Rollout in einem einzigen Release. In der Finanzindustrie hat es sich etwa bewährt, nicht direkt mit den Kundendaten zu beginnen. So kann Themen wie der Verschlüsselung und Datenklassifizierung genügend Zeit eingeräumt werden. Bei kritischen Infrastrukturen (z. B. Energieversorger) sind die technischen Arbeitsplätze entscheidend für die Resilienz der Infrastruktur und sollten deshalb erst nach ersten Erfahrungen angegangen werden. Hybride Lösungsarchitekturen werden noch lange Zeit eher die Regel als die Ausnahme sein. Insofern tun Unternehmen gut daran, diese langfristig, stabil und skalierbar zu konzipieren, um die Weiterentwicklung von digitalen Arbeitsplätzen in den nächsten Jahren bestmöglich zu unterstützen. STRATEGIE ARCHITEKTUR RELEASE 1 RELEASE 2 DIE AUTOREN Adrian Anderegg Partner Financial Services, AWK Group Thomas Vogt Manager IT Advisory, AWK Group Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch RELEASE X www.netzwoche.ch © netzmedien ag 01 / 2021

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