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Netzwoche 03/2017 inkl. Digital Signage

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18 | DIGITAL SIGNAGE |

18 | DIGITAL SIGNAGE | NACHGEFRAGT «Wir passen die Preise nur ausserhalb der Öffnungszeiten an» Wie kommt E-Ink am POS an? Media Markt hat vor zwei Jahren digitale Preisschilder eingeführt. Media-Markt-Schweiz-Chef Karsten Sommer spricht im Interview darüber, welche Auswirkungen E-Ink-Displays haben. Interview: Fabian Pöschl Media Markt hat vor zwei Jahren digitale Preisschilder eingeführt. Mit welchen Problemen hatten Sie während der Umstellung zu kämpfen? Karsten Sommer: Die Umstellung erfolgte innerhalb von sechs Monaten und lief reibungslos. Wie stark hat sich durch das E-Ink-Display der Arbeitsaufwand für die Media-Markt-Mitarbeiter reduziert? Früher musste bei Preisänderungen für jedes Produkt ein Preisschild ausgedruckt, zugeschnitten und angebracht werden – das kostete viel Zeit. Mit den elektronischen Preisschildern können Preise unmittelbar aus dem Warenwirtschaftssystem heraus verändert werden. Die Mitarbeiter haben dadurch mehr Zeit für die Kundenberatung, Abläufe werden digitalisiert, harmonisiert und modernisiert. Wie lautet Ihr Fazit zum E-Ink-Display? Das erste Fazit ist sehr positiv. Der Geschwindigkeitsvorteil, den der reine Onlinehandel bislang hatte, entfällt damit. Zudem sind die Preisschilder die Basis für weitere Technologien: Im Hintergrund sind sie eng mit der datengestützten Sortimentsgestaltung und der Lieferkette verknüpft. Für den Kunden sichtbar, machen sie neue digitale Informationsangebote möglich, da alle Preisschilder mit NFC ausgestattet sind und sich über sie der Standort eines Produkts im Markt digitalisieren lässt. Was entgegnen Sie Vorwürfen wie vom Preisüberwacher zu fehlender Transparenz bei der Preisgestaltung? Ein grosser Vorteil der Digitalisierung des Handels ist gerade die Transparenz – der Kunde muss nicht erst unterschiedliche Händler besuchen, um sich einen Überblick über Eigenschaften, Preis und Verfügbarkeit von Produkten zu machen. Dem Kunden in diesem Umfeld tagesaktuell den richtigen Preis bieten zu können, war einer der Gründe für die Installation der digitalen Preisschilder. Wie fielen die Kunden reaktionen auf die digitalen Preisschilder aus? Wenn wir mit den Kunden darüber sprechen, reagieren sie sehr positiv. Das wird sich vermutlich nochmals verstärken, wenn wir neue Funktionen ausrollen: Alle Preisschilder sind beispielsweise mit NFC ausgestattet. Kunden können in Zukunft also zusätzliche Informationen zu Produkten dort abrufen. Zudem wird die Digitalisierung der Infrastruktur zukünftig für unsere Kunden zu besserer Warenverfügbarkeit und schnellerer Lieferung führen – und darüber freut sich jeder Kunde. Karsten Sommer, CEO, Media Markt Schweiz Einer der Vorteile von digitalen Preisschildern ist die schnelle Preisanpassung. Wie oft passt Media Markt im Schnitt seine Preise pro Tag an? Grundsätzlich passen wir unsere Preise nur ausserhalb der Öffnungszeiten an. Die Frequenz ist dabei sehr unterschiedlich. Einige Produkte sind im Preis sehr stabil, andere sind einem starken Wettbewerb unterworfen. by © netzmedien ag

ANWENDER | DIGITAL SIGNAGE | 19 Von der Magnettafel zur Videowall Das Thurgauer Kantonsspital in Münsterlingen setzt auf Digital Signage. Die Informationssysteme steigern die Effizienz im Spitalbetrieb und somit Ressourcen. Wie das Krankenhaus Digital-Signage-Systeme einsetzt, erklärt Tanja Abersfelder, Projektmanagerin beim Kantonsspital Münsterlingen. Autor: George Sarpong Es hat mit einem Umbau begonnen. 2011 erweiterte das Thurgauer Kantonsspital in Münsterlingen seinen Eingangsbereich. Mehr Platz, mehr Licht, ein offeneres Ambiente für Patienten und Besucher. Zum Interieur zählen seither Digital-Signage-Displays. Damals waren es acht Displays im Eingangsbereich. Heute bespielt das Spital insgesamt 25 Bildschirme, verteilt auf verschiedene Stationen, wie Tanja Abersfelder, Projektmanagerin beim Kantonsspital Münsterlingen, erklärt. Die Digital-Signage-Displays sollen das moderne Image des Spitals stärken. Sie sollen zeigen, dass das Spital mit modernster Technik arbeitet, erklärt Abersfelder. Wichtig sei, dass sich die Bildschirme in die Umgebung einpassen. Deshalb sei es sinnvoll, Digital- Signage-Lösungen bereits bei der Planung von Baumassnahmen zu berücksichtigen. Vom Wegweiser bis zur Speisekarte – alles digital Um den Patienten die Wartezeiten kurzweiliger zu gestalten und zu verkürzen, nutzt das Spital in den verschiedenen Ambulatorien Digital- Signage-Bildschirme. Diese zeigen Nachrichten oder Infos zu den Abfahrtszeiten von Bus und Bahn. Die Bildschirme sind auch erste Kontaktpunkte und Wegweiser für Patienten. Überdies liefern die Bildschirme interessante Kennzahlen für Patienten, Besucher und Mitarbeiter, wie etwa die tagesaktuelle Bettenauslastung. Auch für den internen Betrieb gewinnen die Digital-Signage-Lösungen an Bedeutung. Früher mussten die Mitarbeiter Plakatwände aufhängen, abnehmen und aktualisieren sowie erneut an die Wand hängen. Und dies im Wochentakt. Mit den Bildschirmen und der Verwaltungssoftware sei das deutlich einfacher geworden. Bildschirme informieren die Mitarbeiter im Restaurant über das Tagesmenü und auf den Stationen über Weiterbildungen. Effizienter mit Digital Signage Arbeitslast und Kostendruck im Spital sind hoch. Hier könnten Digital-Signage-Lösungen Abhilfe schaffen, erklärt Sasha Gerritsen, Projektleiter beim Digital-Signage-Integrator Screenimage. Das Unternehmen plante mit dem Spital die Installationen und verband die Die Videowall im Eingangsbereich hilft Patienten und Besuchern bei der raschen Orientierung. Systeme des Krankenhauses mit seiner Verwaltungssoftware. Von Vorteil sei etwa die automatisierte Bespielung des Digital-Signage-Systems, erklärt Gerritsen. Im Spital in Münsterlingen wird das System zentral verwaltet, aber teilweise dezentral bespielt, wie Abersfelder erklärt. Die Nachrichten etwa werden von der Thurgauer- Zeitung automatisch via RSS-Feed auf die Displays übertragen. Ausserdem kann Abersfelder Dritten den Zugang zum System gewähren. So haben etwa der Hotelleriebereich des Spitals und die Apotheke eigene Log-ins. Über diese können sie ihre Angebote und Produkte bewerben. Bei Spitälern steigt die Nachfrage Obwohl Schweizer Spitäler Kosten sparen müssen, sieht man bei Screenimage einen steigenden Bedarf nach Digital-Signage- Lösungen. Im vergangenen Jahr rüstete Screenimage sieben Spitäler aus. Bei rund 280 Spitälern in der Schweiz sieht Gerritsen ein grosses wirtschaftliches Potenzial für sein Unternehmen. Ein Grund für die gestiegene Nachfrage sei die Modernisierung der Spitäler. Gerritsen rechnet vor: In den nächsten Jahren investieren Spitalbetreiber rund 10 Milliarden Franken in den Bau und Umbau. Einige dürften Digital-Signage- Lösungen einplanen. Gleiches gelte für Neubauten. Für Spitäler ergeben sich laut Gerritsen zahlreiche Möglichkeiten, um betriebliche Abläufe einfacher und effizienter zu gestalten. Platziert ein Spital die Displays geschickt, können diese als Orientierungssystem Patienten und Besucher leiten. Auf diese Weise müssten Patienten etwa nicht immer von Pflegern zu den Behandlungen oder in ihre Zimmer begleitet werden. Auch im Notfallbereich können Digital-Signage-Lösungen die Effizienz erhöhen. So kann elektronisch die Bettbelegung in Echtzeit angezeigt werden. Pfleger wissen dann gleich, wo ein Bett frei ist. Ärzte könnten die Betten in einer Planungssoftware sogar schon im Voraus buchen. Die digitale Magnettafel In den kommenden Monaten will das Kantonsspital Münsterlingen das System erweitern und auf den Fluren seiner Bettenstationen weitere Bildschirme montieren. Auf den Stationen werden derzeit Fotos von Mitarbeitern an Magnettafeln aufgehängt. Nicht immer sind die Bilder und Namen aktuell. Deshalb will das Krankenhaus die Tafeln nach und nach durch Displays ersetzen. Anstatt auf Papier präsentieren sich die Pflegenden und Ärzte den Patienten und Besuchern dazu auf Bildschirmen. Für Abersfelder ist klar: Digital Signage ist die Zukunft. «Wenn man umbaut, gehört die Integration einer Digital-Signage- Lösung ganz klar dazu.» Artikel online: www.it-markt.ch Webcode DS17_6 © netzmedien ag by

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