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Netzwoche 05/2021

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26 People Live Was

26 People Live Was bereitet Ihnen derzeit die grössten Sorgen? « Die Digitalisierung dringt immer weiter in den Bahnbetrieb vor, darum wird auch das Thema Cybersecurity stetig wichtiger. » Jochen Decker, CIO, SBB agil: mit schnellen Zyklen, sehr iterativ und nahe am Kunden. Dafür haben wir etwa die «SBB Preview»-App, mit der wir Neuerungen im Massengeschäft erproben können. Viele Dinge, die wir in dieser Preview-App testeten, sind heute in der regulären «SBB Mobile»-App enthalten, wie zum Beispiel die Funktion «Easy Ride». Wichtig ist uns auch, für Vorschläge von aussen offen zu sein, sei es über Hackathons, über Open Innovation oder über Open-Data- Ansätze, aber auch für das Feedback unserer Kundschaft. Das Kachel-Design der «SBB Mobile»-App hat beispielsweise eine Drittfirma erfunden. Als wir sahen, dass diese Lösung auf sehr gutes Kundenfeedback stösst, haben wir sie in unsere App integriert und bewusst das Not-Invented-Here-Syndrom überwunden. Weniger ein bestimmtes Projekt, sondern allgemein die Thematik rund um Corona und Homeoffice. Wir arbeiten alle sehr produktiv im Homeoffice, vor allem das Abarbeiten von Backlogs funktioniert wunderbar. Schwierig wird dagegen das Aufgleisen neuer Vorhaben, und es fehlt die soziale Interak tion. Man kann nicht mehr Dinge in Schieflage einfach beim Kaffee oder bei einem Gespräch auf dem Gang schnell ausräumen. Ich wünsche mir, dass wir die guten Erkenntnisse aus dem Homeoffice bewahren, aber auch wieder die sozialen Aspekte angemessen würdigen können. Wir haben gerade eine IT-Transformation durchgeführt, mit über 2000 Leuten, die sich per Video und Teams beteiligten. Der Change hat funktioniert. Aber es wird wirklich Zeit, wieder mal einen Apéro zu feiern. Die Apps der SBB werden oft genutzt und gewinnen regelmässig Auszeichnungen bei den Best of Swiss Apps Awards. Wie packen die SBB die App-Entwicklung an? Tatsächlich hat unsere «SBB Mobile»-App knapp unter 3 Millionen Nutzer und gehört zu den am meisten heruntergeladenen Apps in den App Stores. Letztes Jahr erhielt unsere neueste App «SBB Inclusive» einen Best of Swiss Apps Award. Für uns ist entscheidend, die jeweiligen Zielgruppen klar zu trennen. Die «SBB Mobile»-App haben wir aufs Massengeschäft ausgerichtet. Sie bietet die Grundfunktionen für die Mehrheit der Kundschaft. Für spezifischere Zielgruppen bieten wir weitere Apps. «SBB Inclusive» richtet sich beispielsweise an Menschen mit Sehbehinderungen. Die App-Entwicklung verläuft bei uns jeweils Welchen Stellenwert hat das Thema Cybersecurity für den Bahnverkehr? Ausser Pünktlichkeit und Sauberkeit ist Sicherheit einer der Kernwerte der Bahn. Die Digitalisierung dringt immer weiter in den Bahnbetrieb vor, darum wird auch das Thema Cybersecurity stets wichtiger. Die Gegenseite schläft nicht, und es gibt eine hohe Risikoexposition. Wir bereiten uns seriös und vorsichtig darauf vor, indem wir die Cybersecurity in der Anlagen-IT auf dem neuesten Stand halten. Cybersecurity und Digitalisierung kann man gar nicht voneinander trennen. Entsprechend erfordert jede Investition in Digitalisierung auch eine in Cybersecurity. Insgesamt investieren wir pro Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag in Cybersecurity. Von einem sicheren Bahnbetrieb profitieren unsere Kundinnen und Kunden. Welche Rolle spielt die Digitalisierung im öffentlichen Verkehr der Zukunft? Die Digitalisierung ermöglicht uns, mehr Reisende mit der bestehenden Infrastruktur zu transportieren, die Verkehrsträger besser zu verknüpfen und nachhaltiger zu werden. Dank der IT können wir die Züge in kürzeren Abständen aufeinander fahren lassen und so lenken, dass sie weniger Strom benötigen. Die IT hilft also, Kosten beim Infrastrukturausbau und Energie zu sparen. Diese Projekte zur Verkehrsgestaltung der Zukunft machen es enorm spannend, sich bei der SBB IT zu engagieren. i ZUR PERSON Seit August 2020 ist Jochen Decker CIO der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Er kam 2008 zum Unternehmen und ist seit 2011 Mitglied der Geschäftsleitung. Vor seiner Beförderung zum CIO war er Leiter des Bereichs «Digitalisierung und Architektur». In dieser Rolle hat er unter anderem den Digitalisierungsprozess der SBB gestaltet. Vor seiner Zeit bei den Bundesbahnen beriet er Unternehmen der Transport- und Logistikbranche im strategischen Einsatz von IT. Decker studierte Biochemie und Betriebswirtschaft und promovierte in molekularer Immunologie. Aktuell ist er Mitglied des Executive Committee von Digitalswitzerland. Der 49-Jährige ist Vater von zwei Kindern und lebt in Bern. 05 / 2021 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

XXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXXX 27 Die Webbranche bleibt standhaft cwa. Für gewöhnlich findet die Preisverleihung zu Best of Swiss Web im April statt. Zum 20-jährigen Jubiläum 2020 wurde der Anlass nach zwei Verschiebungen erst im November durchgeführt. Auch dieses Jahr ist Geduld gefragt, doch Anfang September ist es so weit: Best of Swiss Web kürt erneut die besten Webprojekte der Schweiz. Ebenfalls mit von der Partie ist Goldbach mit dem Crossmedia Award, der bereits zum 17. Mal die besten crossmedialen Kampagnen ehrt. Die 13 Jurymitglieder unter Jurypräsident Marco Taborelli hat getagt und gibt die Shortlist bekannt (Seite 28). Die anhaltende Krise beeinflusst alle Wirtschaftsbereiche, einige dabei mehr als andere. Die Schweizer Webbranche zeigt sich dabei äusserst standhaft. Die über 100-köpfige Jury (Seiten 31/32) prüfte für diese Ausgabe 326 Projekteinreichungen. Die Auswirkungen der Krise und wie Unternehmen damit umgehen, zeigt sich in der Dominanz einiger Kategorien. Mehr zu den eingerichten Projekten und zum Jurytag, der dieses Jahr virtuell stattfand, verrät Jury-Chairman Chris tof Zogg im Interview auf Seite 29. Seit den ersten Best of Swiss Web Awards im Jahr 2001 hat sich im Web einiges getan. Zuletzt etwa zog Adobe dem Flash Player im Januar den Stecker. In der History (Seite 32/33) sind die bisherigen Master of Swiss Web von 2001 bis 2020 gelistet. Mit dabei ist auch ein alter Bekannter, der kürzlich wieder Aufwind erhielt. So hauchte Migros der Migipedia dieses Jahr neues Leben ein. Das Projekt steht nun erneut als Master-Kandidat zur Wahl. Ob Migipedia zweimal zum Master of Swiss Web gekürt wird oder ein anderes Projekt den Titel gewinnt, zeigt sich an der Preisverleihung am 6. September. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 05 / 2021

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