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Netzwoche 05/2022

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Products Neuheiten 49

Products Neuheiten 49 Den Tiefschlaf verstärken Forschende der ETH Zürich haben ein tragbares Gerät entwickelt, das Schlafenden gezielt bestimmte Töne einspielt, um den Tiefschlaf zu verstärken. Die erste klinische Studie des Geräts zeigt nun: Es wirkt, aber nicht bei allen gleich gut. Ein eigens dafür gegründetes Spin-​off arbeitet daran, das Produkt zur Marktreife zu bringen. Autor: Peter Rüegg, ETH Zürich Viele Menschen, besonders ältere, leiden unter Schlafproblemen. Vor allem die Tiefschlafphasen werden im Alter kürzer und sind weniger tief. Tiefschlaf ist jedoch wichtig für die Regeneration des Gehirns und des Gedächtnisses, und er beeinflusst auch das Herz-​Kreislauf-System positiv. Schlafmedizinerinnen und Schlafmediziner haben jedoch nachgewiesen, dass sich die Qualität des Tiefschlafs verbessern lässt, wenn man Schlafenden zum richtigen Zeitpunkt bestimmte Tonsignale ins Ohr einspielt. Im Schlaflabor unter kontrollierten Bedingungen funktioniert das gut, allerdings gab es bisher keine alltagstaugliche Lösung, die Betroffene auch über längere Zeit als nur eine Nacht zuhause anwenden können. «SleepLoop» soll Abhilfe schaffen Forschende der ETH Zürich haben deshalb in den vergangenen Jahren im Rahmen des Projekts «SleepLoop» ein mobiles System entwickelt, das daheim unter Alltagsbedingungen verwendet werden kann und das Gleiche bezweckt: die Förderung des Tiefschlafs durch auditive Hirnstimulation. Das «SleepLoop»-​System besteht aus einem Stirnband, das im Schlaf getragen wird. In diesem Stirnband sitzen Elektroden und ein Mikrochip, die permanent die Hirnaktivität der schlafenden Person messen. Die Daten werden auf dem Mikrochip autonom mit eigens entwickelter Software in Echtzeit ausgewertet. Sobald die schlafende Person Gehirnaktivitäten aufweist, die für den Tiefschlaf charakteristisch sind, sogenannte Tiefschlafwellen, löst das System ein kurzes auditives Signal (ein Klicken) aus. Dadurch synchronisieren sich die Nervenzellen, was die Tiefschlafwellen verstärkt. Das Besondere daran ist, dass dieses Geräusch während des Tiefschlafs nicht wahrgenommen wird. Erste klinische Studie Mit diesem Gerät führten Forschende der ETH Zürich und des Universitätsspitals Zürich unter der Leitung von Caroline Lustenberger, Gruppenleiterin an der Professur für Neuronale Bewegungskontrolle, erstmals eine klinische Studie durch. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift «Communications Medicine» veröffentlicht. Die Resultate von 16 Probandinnen und Probanden zeigen, dass sich der Tiefschlaf bei den meisten durch auditive Signale tatsächlich verstärken liess. Die individuellen Unterschiede waren jedoch gross. Einige der Studienteilnehmenden sprachen sehr gut auf die Stimuli an, andere hingegen wenig oder gar nicht. Die Forschenden haben diese individuellen Unterschiede dafür genutzt, um die Vorhersagen, wie jemand auf den auditiven Stimulus reagiert, zu verbessern. Dies wiederum hilft ihnen bei der Optimierung und Verbesserung von «SleepLoop». Kommerzialisierung auf gutem Weg Derzeit entwickelt ein eigens dafür gegründetes Spin-​off, die Firma Tosoo, das Gerät weiter und will es zur Marktreife führen. Schon jetzt ist klar, dass dieses nicht frei erhältlich sein wird, sondern nur über eine ärztliche Verordnung. «Es handelt sich um ein Medizinaltechnikprodukt, nicht einfach um ein Wellness-​Konsumgut, das man sich im Internet kaufen kann, wenn man schlecht schläft», betont Walter Karlen, der die Technik an der ETH Zürich entwickelte. Seit Mai 2021 arbeitet Karlen an der Universität Ulm, wo er zum Direktor des Instituts für Biomedizinische Technik berufen wurde. Die Verwendung des Geräts müsse medizinisch angezeigt sein und von einem Arzt oder einer Ärztin begleitet werden, sagt er. Die Weiterentwicklung der Technologie geht nun auch in Ulm weiter. Das von ETH-​Forschenden entwickelte «SleepLoop»-​System gibt zum richtigen Zeitpunkt einen Ton ab, um die langsamen Gehirnwellen zu verstärken. Bild: sleeploop.ch Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 05 / 2022

50 Service Verbandsnachrichten ASUT «Future of Communication» – wie wir künftig kommunizieren Der diesjährige Swiss Telecommunication Summit wird sich damit auseinandersetzen, in welche Richtung sich die Kommunikationstechnologien in den nächsten Jahren entwickeln. Das kommt nicht von ungefähr, wie Asut-Präsident Peter Grütter im Interview erklärt. Interview: Asut Asut, der Schweizerische Verband der Telekommunikation, repräsentiert heute die Telekommunikations branche und sämtliche Wirtschaftszweige sind in ihm vertreten. Die Schweiz soll sich durch fairen, freien und dynamischen Wettbewerb als Land mit dem weltbesten Kommunikationsnetz und mit First-Class-Services positionieren, durch resiliente Systeme und smarte Infrastrukturen differenzieren und als ein auf die digitale Gesellschaft und Wirtschaft zugeschnittener Bildungs- und Forschungsplatz etablieren. www. asut.ch « Bereit war der Mensch für technologische Revolutionen noch nie. Sie finden trotzdem statt. Peter Grütter, Präsident, Asut zwei Fingern nach Belieben drehen, auseinanderziehen oder nach oben und unten scrollen. Aber es ist eigentlich umständlich. Im dreidimensionalen Raum wird es zum Kinderspiel: Da nehmen wir die Weltkugel wie einen Ball in die Hand, drehen sie nach Belieben und zoomen uns an die gewünschten Details heran. Alles, was man berühren und zeigen kann, wird im dreidimensionalen Raum ganz wörtlich «at our fingertips» sein. Fotos sind ein anderes Beispiel: Auch heute können wir jeden Schnappschuss bearbeiten, störende Objekte löschen – mit der richtigen App gelingt das allen mit mehr oder weniger Aufwand. Im 3-D- Raum könnte ich das alles mit meinen Händen machen: Hier etwas wegwischen, dort etwas zurechtrücken. Ganz einfach und völlig intuitiv. Die Zukunft liegt immer vor uns. Warum nimmt sich Asut dem Thema gerade jetzt an? Peter Grütter: Weil wir Menschen gerade jetzt eine ganz grundlegende Transformation unserer Schnittstelle mit dem Computer erleben. Die Auswirkungen der Transformation werden mindestens so umwälzend sein, wie der Übergang von der Lochkarte zur Tastatur. Auch das war ein Quantensprung: Vorher konnten wir mit dem Computer nur via umständlich in Papierstreifen gestanzte Löcher kommunizieren. Heute sind Tastatur, Touchscreen oder Sprachbedienung Teil unseres Alltags. Der nächste Schritt ist der Einzug der dreidimensionalen Virtual Reality, wie wir sie vom Gaming her bereits kennen, in unsere Interaktion mit dem Internet und dem «normalen» Computer. Wie muss man sich das vorstellen? Nehmen wir als Beispiel irgendeine Kartenapplikation: Auch auf heutigen Touchscreens können wir eine Karte mit Die Interaktion mit dem Computer wird also einfacher. Was haben wir konkret davon? Die Zukunft der Kommunikation ist sehr viel mehr als einfach «etwas schneller, etwas einfacher, etwas breiter verfügbar» und auch keine infrastrukturelle Frage wie etwa «Glasfaser anstelle von Kupfer». Der springende Punkt ist: Erstmals werden wir Menschen die digitale Welt als völlig natürlichen Teil unserer Umwelt erfahren. Reale und virtuelle Realität gehen ineinander über, werden ein Ganzes. Das ist eine riesige, nicht zu unterschätzende Veränderung – und sie wird sich zweifellos in zahllosen Anwendungen niederschlagen. Zum Beispiel? Das Potenzial virtueller Lernumgebungen, wo Feuerwehrleute sich übungshalber inmitten eines virtuellen Hausbrands wiederfinden oder Medizinstudenten die Anatomiegrundlagen an virtuellen Leichen erlernen können. 05 / 2022 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

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