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Netzwoche 06/2020

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WWW.NETZWOCHE.CH Auch die Spielemesse E3 ist abgesagt osc. Die Electronic Entertainment Expo (E3) findet 2020 nicht statt. Damit fällt eine der wichtigsten Messen für Video- und Computerspiele dem Coronavirus zum Opfer. Die Veranstalterin Entertainment Software Association (ESA) bestätigte Medienberichte, wonach die Messe für Video- und Computerspiele ausfällt. Der Event hätte vom 9. bis 11. Juni in Los Angeles stattfinden sollen. Apple & Microsoft verlegen ihre Events ins Netz rja. Die Apple-Entwicklerkonferenz WWDC findet dieses Jahr ausschliesslich online statt. Wie «Reuters» unter Berufung auf eine Unternehmensmitteilung schreibt, entschloss sich Apple aufgrund der momentanen Gesundheitssituation zu diesem Schritt. Auch Microsoft führt dieses Jahr die Entwicklerkonferenz Build ausschliesslich im Internet durch. Die Sicherheit der Community habe die höchste Priorität, gab das Unternehmen gegenüber «The Verge» bekannt. ICT-Infrastruktur kommt an ihre Grenzen osc. Die Coronavirus-Krise verändert das öffentliche Leben. Millionen sitzen zuhause fest, weil sie Homeoffice machen müssen, nicht mehr in die Schule können oder krank sind. All das wirkt sich auf die ICT-Infrastruktur aus, wie «Heise Online» berichtet. Sind die Schweizer Kommunikationsnetze auf so einen Anstieg des Datenvolumens vorbereitet? «Wenn Angestellte vermehrt an ihrem Wohnort arbeiten, dürfte gerade in der Peripherie die übertragene Datenmenge zunehmen», schreibt die «NZZ». Zwar könnten die Routen der Datenpakete optimiert werden, damit der Traffic trotz der Belastung des Netzes möglichst reibungslos fliesse. Doch irgendwann sei der Spielraum ausgereizt. «Der physische Aufbau des Netzes wird zum limitierenden Faktor; die Naturgesetze lassen sich nicht austricksen.» Ein digitaler Verkehrskollaps sei dennoch nicht zu erwarten, zitiert die «NZZ» eine Swisscom-Pressesprecherin. Ähnlich klingt es bei Sunrise und UPC, wie «20 Minuten» berichtet. Homeoffice-Anwendungen machten im Vergleich mit Streaming-Diensten wie Swisscom TV oder Netflix nur einen geringen Anteil am Gesamtverkehr aus. Das werde sich auch durch einen Homeoffice-Boom nicht ändern. Swisscom prüfe auf Anfrage von Kunden zudem punktuell, inwiefern sich die Kapazitäten individuell erhöhen liessen. Der Engpass lauert zuhause Firmen sind also auf der sicheren Seite. Wie sieht es in den eigenen vier Wänden aus, die nun zum Büro umfunktioniert werden? Haushalte, die noch per Kupferleitung ans Internet angebunden sind, könnten Engpässe erleben. Besonders der Upload von Daten ins Firmennetz könnte zur Geduldsprobe werden, schreibt die «NZZ». Videokonferenzen mit hoher Bildqualität stellten unter Umständen ein Problem dar. Alternative: Mobilfunk Eine Alternative ist der Mobilfunk. An gewissen Orten erreiche das Mobilnetz höhere Übertragungsraten als der Festnetz-Internetanschluss. Allerdings nehme die Bandbreite pro Kopf in einer Funkzelle mit steigender Nutzerzahl wieder ab. Swisscom geht aber davon aus, dass ihr Netz über ausreichende Kapazitäten verfügt, wie es vonseiten des Unternehmens heisst. Die Netzneutralität verpflichtet die Telkos eigentlich dazu, alle Datenpakete bei der Übertragung gleich zu behandeln. Bei hohen Auslastungen sei es den Netzbetreibern jedoch erlaubt, sogenanntes Verkehrsmanagement zu betreiben und Datenpakete gewisser Dienste zu priorisieren. Am Ende entscheidet der Bund, wie der Internet-Traffic reguliert wird. In einer «ausserordentlichen Lage» nach Massgabe des Epidemiegesetzes könnte der Bundesrat verfügen, welche Leistungen die Telekomanbieter erbringen müssen und damit die Netzneutralität aussetzen. Sogar die temporäre Abschaltung einzelner Plattformen wie Netflix oder Youtube ist laut «20 Minuten» eine Option. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch MÜLLERS KLEINES ABC M wie Millersche Zahl Christopher Müller Inhaber und VRP von Die Ergonomen Usability AG. 28 Web Aktuell Theorie: Dem US-amerikanischen Psychologen George A. Miller verdanken wir die Erkenntnis, dass unser hochgelobtes Denkorgan nicht unerhebliche Schwächen hat. 1956 war es, als er nach eingehenden Untersuchungen zum Schluss kam, dass der Mensch gleichzeitig nur 7 ± 2 Informationseinheiten (fachsprachlich: Chunks) im Kurzzeitgedächtnis bereithalten kann. Das ist erstaunlich wenig und soll sich scheint’s selbst durch extensives Memory-Spielen kaum verbessern lassen. Realität: Aus Sicht der Ergonomie ist Millers Postulat ziemlich relevant. Wir sind nämlich auf unser Kurzzeitgedächtnis angewiesen, wenn wir etwas erfassen, bewerten oder verstehen wollen. Werden wir mit Informationen überhäuft, läuft unser Kurzzeitspeicher über und wir verlieren – schwupp! – den Zugriff auf die überschüssigen Informationen. Deshalb ist es wichtig, komplexe Die Kolumne finden Sie auch online www.netzwoche.ch Systeme in überschaubare und verdaubare Häppchen zu zerteilen, bevor man sie der Nutzerschaft präsentiert. Streng nach Miller wird also höchstwahrscheinlich scheitern, wer in seinem Leben gleichzeitig mehr als sieben Ziele verfolgt. Berichte werden nicht gelesen, wenn sie mehr als sieben Gliederungsebenen haben. Wochen mit mehr als sieben Tagen werden nur schwer akzeptiert ... Doch Spass beiseite: Websites mit mehr als sieben Hauptnavigationspunkten verschrecken tatsächlich viele Nutzer. Auch mit Software, die ein Dutzend Dropdowns in der Menüleiste bietet, gewinnt man normalerweise keine Fans. Fazit: Mittlerweile haben neuere Untersuchungen zwar gezeigt, dass die Zahl 7 nicht ganz so sakrosankt ist, wie Miller damals meinte. Als Faustregel hat sie aber nach wie vor Bestand, beispielsweise, wenn es darum geht, die Komplexität und damit die Erfassbarkeit eines digitalen Produkts oder Dienstes zu beurteilen. Viel hilft bei Benutzerschnittstellen nämlich meist nicht viel. Auf den ersten Blick mag ein grosses An gebot an Optionen beeindrucken – im Alltag glücklich wird man damit nicht. 06 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Web App-Projects 29 Ihr App-Projekt in der Netzwoche Haben Sie eine App umgesetzt, ein Redesign vorgenommen oder neue Technologien implementiert? Informieren Sie die Redaktion per E-Mail an desk@netzmedien.ch – mit etwas Glück stellen wir Ihr App-Projekt vor. Wir benötigen folgende Angaben: Name der App, Datum der Aufschaltung, Kontaktperson, beteiligte Unternehmen (Auftraggeber, Auftragnehmer) und die genutzten Technologien. Wir freuen uns auf Ihre Eingaben! Autor: René Jaun NEUE APPS Airport Taxi Zürich Über die App «Airport Taxi Zürich» kann der Kunde sowohl am Flughafen wie von Zuhause aus ein Taxi ordern. Fahrten können sowohl im Voraus als auch spontan gebucht werden. Der Fahrpreis (anhand gesetzlich vorgegebener Tarife und der kürzesten Wegstrecke berechnet) wird in der App angezeigt, und nach der Fahrt kann der Kunde auch via App bezahlen. Zudem kann er Trinkgeld geben und seine Fahrt bewerten. Befindet sich zum Zeitpunkt der Bestellung ein freier Wagen in der Nähe des Kunden, kann er diesen für seine Fahrt nutzen und erhält dafür einen 50-Prozent-Preisnachlass, während für die Firma eine Leerfahrt entfällt. Cognipet Mit «Cognipet» erhalten Haustierbesitzer zunächst eine Möglichkeit, Bilder ihrer süssen Mitbewohner an einem zentralen Ort zu speichern. Nachdem ein Nutzerkonto eröffnet und ein Tier (unterstützt werden Katzen und Hunde) virtuell angelegt worden ist, scannt die App die auf dem Smartphone gespeicherten Fotos und ermöglicht den Upload in die Cloud. Andere Personen können den Alben weitere Bilder hinzufügen. Als weiteres Feature gibt es eine SOS-Funktion. Geht ein Haustier verloren, kann man damit eine digitale Vermisstenanzeige aufschalten, und Anwender in der Nähe erhalten eine Mitteilung, um bei der Suche zu helfen. Frankly Die «Frankly»-App macht es möglich, seine private Altersvorsorge digital zu organisieren. Zur Registrierung identifiziert sich der Anwender, indem er seinen Ausweis oder Pass fotografiert. Danach kann er auswählen, nach welchem Anlegerprofil er investieren möchte. Das Geld wird jeweils in Produkte von Swisscanto-Invest angelegt. In der App lässt sich das Sparvermögen überprüfen und das Anlageprofil wechseln. Sämtliche Funktionen seien so integriert, dass sie ohne weitere Fachkenntnisse genutzt werden können, schreibt die Zürcher Kantonalbank in einer Mitteilung. Die App stehe allen Personen mit Wohnsitz in der Schweiz offen. Auftraggeber Airport Taxi Zürich Kloten Auftragnehmer und Partner Sergeant und FMS/Austrosoft Technologien Webapp: Drupal 8, Symphony, REST API; iOS: Swift; Android: Kotlin Betriebssysteme iOS, Android Online seit Januar 2020 Auftraggeber Cognipet Auftragnehmer Januar Designbüro und Fusion Informatics Technologie Xcode, SwiftC, PHP YII2, Rest API, My SQL Betriebssystem iOS Online seit März 2020 Auftraggeber Zürcher Kantonalbank Auftragnehmer Zürcher Kantonalbank Technologie k. A. Betriebssysteme iOS, Android Online seit März 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 06 / 2020

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