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Netzwoche 10/2020

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Bild: macrovector / Freepik Auf unterschiedlichen Wegen zum selben Ziel FOCUS BRANCHEN­ SPEZIFISCHE CLOUD-LÖSUNGEN rja. Die Sternstunde der Cloud ist gekommen. Spätestens seit dem quasi behördlich verordneten Homeoffice nutzt sie fast jeder. Wir legen unsere Daten darin ab und haben unsere virtuellen Konferenzräume dort eingerichtet. Doch während es sich dabei um generell gehaltene Anwendungen handelt, die für beinahe jeden interessant sind, gibt es längst schon sehr spezifische Cloud-Lösungen für einzelne Branchen. Was diese Lösungen bringen und wer sie nutzt, sind die Themen dieses Focus. Einen Überblick über den Schweizer Cloud-Markt bietet der Beitrag von Peter Bertschin, Managing Director des Marktforschers Information Services Group (ISG). Grosse Finanzdienstleister seien Vorreiter der hiesigen Cloud- Adaptation, schreibt er. Produktionsunternehmen dagegen hätten lange als Nachzügler gegolten. Im Vergleich zu Europa wachse der Schweizer Cloud-Markt überdurchschnittlich stark. Dies liege nicht zuletzt an den kürzlich eröffneten lokalen Datenzentren internationaler Anbieter. Auch Everyware-Gründer und CEO Kurt Ris befasst sich mit der Cloud für den Industriesektor. Um den verschiedenen Herausforderungen zu begegnen, könne die Hybrid Cloud ein praktikabler Ansatz sein. Damit der funktioniert, braucht es aber umfassendes Know-how und einen sorgfältig ausgewählten Partner. Warum sich die industrielle Fertigungsbranche für Cloud-Lösungen interessiert, erläutert Urs Kohler, Business Manager Automation & Software / Power & Components bei Rockwell Automation. Ein wichtiger Aspekt ist das Sammeln und Auswerten von Daten aus den Produktionsanlagen. Zudem liessen sich Fehler oft automatisiert aufspüren und beheben sowie Wissen innerhalb des Unternehmens weitergeben. Dabei dürfe aber keinesfalls die Cybersecurity vergessen gehen, schreibt Kohler. Mit dem Thema Ausfallsicherheit befasst sich Kaspar Geiser, Geschäftsführer von Aspectra. Unternehmen, die mit der Public Cloud arbeiten, dürften diese keinesfalls vernachlässigen, zumal sich anhaltende oder wiederkehrende Störungen folgenschwer auf den Geschäftsbetrieb auswirken. Er plädiert für offene Augen bei der Wahl der IT-Infrastruktur und des Service-Level-Agreements. Dass sich die Cloud für CAD-Anwendungen lohnt, zeigt Ueli Schwegler, Business Development Manager bei Xelon. Richteten Unternehmen mit hohen Anforderungen an Grafikleistungen früher oft eigene Workstations ein, hat die Cloud heute klare Vorteile wie etwa Skalierbarkeit, Flexibilität, Ausfallsicherheit und Kosteneffizienz. In einem zusätzlichen Fachbeitrag, den Sie auf unserer Website finden, beschreibt Stella Gatziu Grivas, Leiterin des Kompetenzschwerpunkts Cloud Computing, Digitalisation & Transformation an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), warum sich beinahe alle Branchen heute für die Cloud entscheiden. Demnach unterstützt die Cloud die Entwicklung weiterer digitaler Technologien, etwa IOT, Machine Learning oder Robotics. Die Verbreitung der Cloud führe aber wiederum dazu, dass sich die Anforderungen an die IT-Branche und deren Fachkräfte verändern. Die Autorin plädiert für ein neues Mindset bei Business und IT-Mitarbeitenden sowie für eine Kooperationskultur im Unternehmen. 10 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Focus 13 Unkompliziertes Skalieren von Grafikleistung dank CAD aus der Cloud Statt zeit- und kostenintensive Workstations für computergestütztes Design zu betreiben, können Unternehmen mit hohen Grafikanforderungen CAD-Tools in die Cloud transferieren. CAD aus der Cloud ermöglicht mehr Skalierbarkeit, Flexibilität und Kosteneffizienz. Computergestütztes Design (Computer-aided Design, CAD) ist aus zahlreichen Branchen wie dem Ingenieurwesen, der Architektur, Elektrotechnik oder Gameentwicklung kaum mehr wegzudenken. CAD kommt bei fast jedem Konstruktions- oder Simulationsprojekt zum Einsatz. Grafikintensive Aufgaben erfordern meist enorme Rechenleistungen. In der Vergangenheit richteten Unternehmen mit hohen Grafikanforderungen vielfach eigene Workstations ein. Diese zu betreuen, ist zeit- und kostenintensiv. Cloud Computing eröffnet neue Möglichkeiten, CAD-Tools in die Cloud auszulagern. Zu den grössten Vorteilen von CAD aus der Cloud gehören Skalierbarkeit, Flexibilität, Ausfallsicherheit und Kosteneffizienz. Mit CAD aus der Cloud kann die IT-Infrastruktur je nach Auftragslage angepasst oder erweitert werden. Die Cloud ist ausserdem rund um die Uhr erreichbar, was flexible Arbeitszeiten ermöglicht und Ausfallzeiten minimiert. Der Zugriff auf CAD-Tools in der Cloud-Infrastruktur ist von überall auf der Welt möglich, die einzige Voraussetzung ist ein Internetanschluss. Daher können die Nutzer ortsunabhängig arbeiten. Dies kann bei der Rekrutierung neuer Mitarbeitenden ein grosser Vorteil sein. Viele Digital Natives gaben in Umfragen bereits Jahre vor Ausbruch der Pandemie an, flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit zu Remote Work spielten eine nicht zu vernachlässigende Rolle bei der Wahl eines Arbeitgebers. in der Cloud, die entsprechenden Lizenzen und das Sizing. So wird verhindert, dass Unternehmen zu viel bezahlen für Ressourcen, die sie letzten Endes gar nicht benötigen – oder dass in entscheidenden Momenten zu wenig Leistung verfügbar ist. Ein IT-Partner mit dem entsprechenden Know-how kann dabei helfen, ein massgeschneidertes Cloud-Migrationskonzept für CAD-Tools zu entwickeln, indem die individuellen Anforderungen an die Leistungsdimensionierung berücksichtigt werden. Es gibt aktuell nur wenige IT-Infrastruktur-Provider, die sich mit CAD aus der Cloud auskennen. Datenstandort sollte unbedingt berücksichtig werden Bei der Wahl eines IT-Infrastruktur-Providers spielt zusätzlich zum Fachwissen und Know-how auch der Standort der Rechenzentren eine wichtige Rolle: Der Zugriff auf Daten, wie er zum Beispiel mittels des amerikanischen Patriot Acts bei US-Unternehmen ohne richterliche Kontrolle praktiziert wird, ist in der Schweiz nicht erlaubt. Lokale Anbieter befolgen Schweizer Datenschutzgesetze und können dadurch höchste Datensicherheitsstandards garantiert. DER AUTOR Ueli Schwegler Business Development Manager bei Xelon Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch Bezahlung nach tatsächlicher Nutzung Neben Skalierbarkeit und Flexibilität sind Kosteneinsparungen oftmals der Hauptgrund, weshalb sich kleinere und wachsende Betriebe für Cloud-Migrationen entscheiden. Ein externer Partner übernimmt die Verantwortung für Software sowie Hardware und führt regelmässiges Patching der Systeme durch, das Sicherheitsrisikos minimiert und das bestmögliche Funktionieren der Systeme sicherstellt. So fällt die oftmals mit grossem Aufwand verbundene Rekrutierung von IT-Talenten weg. Benutzerfreundliche Abrechnungsmodelle garantieren, dass nur die tatsächlich genutzten Ressourcen bezahlt werden. Ein externer IT-Infrastruktur-Partner kümmert sich um die Installation und Rekonfiguration der CAD-Tools Bild: PayPau / Shutterstock www.netzwoche.ch © netzmedien ag 10 / 2020

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