Aufrufe
vor 10 Monaten

Netzwoche 10/2020

  • Text
  • Swiss
  • Digitalen
  • Coronakrise
  • Plattform
  • Krise
  • Banken
  • Digitalisierung
  • Netzmedien
  • Schweizer
  • Unternehmen

16 Business Focus

16 Business Focus «Always on»-Industrie – Hybrid is the new black An die IT-Verantwortlichen im Industriesektor stellen sich viele Anforderungen. Ausser mit einem hohen Kostendruck und heterogenen Organisationstrukturen sehen sie sich auch mit extremen 24x7-Verfügbarkeitsanforderungen konfrontiert. Die hybride Cloud ist ein praktikabler Ansatz – doch worauf ist dabei zu achten? DER AUTOR Kurt Ris CEO und Gründer, Everyware Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch Der Industriesektor ist «always on»: Organisatorische Gegebenheiten wie mehrere, häufig internationale (Produktions-)Standorte und Vertriebsorganisationen (oft auch in anderen Zeitzonen) sowie Mehr-Schicht-Betrieb sorgen dafür, dass der Sektor niemals schläft. Die erforderlichen Verfügbarkeiten stellen vergleichsweise meist eine grössere Herausforderung dar als im viel thematisierten Banken- und Versicherungssektor. Durch den starken Franken, die internationale Konkurrenz sowie die Abhängigkeiten von Zulieferern und Partnern steht der Sektor unter Druck. Hinzu kommen rechtliche Themen wie Datenschutz und -standort. Die Industrie ist im Wandel und digitalisiert, automatisiert und «cloudisiert» sich zunehmend. Viele Herausforderungen, für welche die zuständige Business-IT nicht nur passende Lösungen, sondern auch passende Partner finden muss. Moderne, lokale Managed IT Provider brauchen ein breites Transition-Know-how hinsichtlich IT-Strategien und -Strukturen im Umfeld von Private und Public Cloud Services. Transition – nur wie und mit wem? Ein klarer Treiber und Enabler in der Digitalisierung ist nicht nur für den Industriesektor «die Cloud». Den IT- Verantwortlichen stellt sich die Frage, welche Applikationen und Services sollen und lassen sich in die Cloud «auslagern» und welche müssen «inhouse» betrieben werden wie etwa Core-Applikationen. Bei diesen Abwägungen spielen zudem die intern vorhandenen IT-Skills und -Ressourcen eine grosse Rolle sowie die passenden Kombinationen von Lösungen und Anbietern. Die bekannten Hyperscaler sind internationale Grosskonzerne mit entsprechend mächtigen Salesorganisationen. Aber meist ohne Consulting- und Integrationsteams, die ganzheitliche Lösungen planen und implementieren, meist ohne Operationsteams, welche die Betriebsverantwortung übernehmen. Der Einsatz von mehreren Cloud- Services führt zu mehr Schnittstellen. Themen wie Kompatibilität, Verfügbarkeit und Sicherheit stehen dabei im Vordergrund. Der Koordinationsaufwand wird immer komplexer und aufwendiger. Moderne, lokale Managed IT Provider verfügen über fundiertes Know-how im Design und Betrieb von Gesamtsystemen, insbesondere auch bei Hybridstrukturen. Durch ihre Nähe zum Kunden sind sie in der Lage, die individuellen Bedürfnisse der Indus trieunternehmen wahrzunehmen und in funktionierende Gesamtsysteme zu überführen. Ein breites Transition-Know-how hinsichtlich IT-Strategien und -Strukturen im Umfeld von Private und Public Cloud Services ist zudem Grundbedingung. Hybrid Cloud mit passendem Partner Auch in der Industrie liegt die Herausforderung darin, die verschiedenen Services in eine bedürfnisgerechte, sichere, performante und effiziente IT-Landschaft zu überführen und weiterzuentwickeln. Hybride Cloud-Szenarien bieten sich hier als Lösung an. Doch für jedes Industrieunternehmen ist die optimale Lösung unterschiedlich. Ein lokaler Provider mit passendem Profil kann in dieser Transition professionell unterstützen. Wichtig dabei: ·· Langjährige Cloud-Transition-, Umsetzungs- und Betriebsexpertise ·· Track Record, Serviceportfolio und Philosophie ·· Engineering-Know-how mit technischen Zertifizierungen ·· Dedizierte, lokale Ansprechpartner, dieselbe Sprache, gleiche Zeitzone ·· SLAs mit Leistungs- und Verfügbarkeitsgarantien ·· Verständnis der Kundenanforderungen mit Branchen- und Servicereferenzen ·· Zertifizierungen auf Unternehmensebene (z.B. ISO 27001, ISAE 3000, Finma) ·· Lokale Infrastruktur, Datenstandort(e) Schweiz ·· Kosteneffiziente Services mit Commitment zur Kostentransparenz Lokale Managed IT Provider können bei der optimalen Lösung in der Cloud-Kombinationslandschaft mit Expertise und grossem Verständnis der Businessneeds unterstützen, und somit der Industrie, die niemals schläft, einen echten Mehrwert bieten. 10 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Focus 17 Datenübertragung ist das Rückgrat des Connected Enterprise Klar im Fokus der industriellen Automatisierung sind funktionale Trends wie Big Data und Smart Data, Datenanalyse, künstliche Intelligenz sowie Machine-Deep-Learning. Tiefgreifende Einblicke in die Produktion und die Möglichkeit, Fachwissen zu bewahren und weiterzugeben – genau das kann mithilfe von cloudbasierten Lösungen in der Industrie erreicht werden. In der industriellen Fertigung ist durch die technologischen Entwicklungen innerhalb der letzten Jahre eine Vielzahl an intelligenten Aktoren und Sensoren entstanden, die konstant Daten über die aktuelle Leistungsfähigkeit und aus der Produktion selbst liefern. Durch die Möglichkeiten der Industrie 4.0 können diese Daten besser genutzt und ausgewertet werden und bieten auf diese Weise Vorteile für die Verantwortlichen vor Ort. So kann in modernen Anlagen eine höhere Effizienz der Produktion durch eine Verbesserung der zugrundliegenden Parameter erreicht, die Qualität von Produkten verbessert und Instandhaltungsarbeiten frühzeitig geplant und überwacht werden. Klar im Fokus der industriellen Automatisierung sind funktionale Trends wie Big Data und Smart Data, Datenanalyse, künstliche Intelligenz sowie Machine-Deep- Learning. Da es immer mehr Daten gibt, die auszuwerten sind, bekommen diese Themen auch mehr Gewicht. Ein weiterer Trend ist virtuelles Engineering, also die Unterstützung von Entwicklungsprozessen durch digitale, dreidimensionale Modelle, auch bekannt als digitaler Zwilling oder digital Flow. Das A und O des Connected Enterprise: Cybersecurity Das Thema Cybersecurity hat in den vergangenen Jahren auf allen Ebenen stark an Bedeutung gewonnen. Damit die genannten Vorteile erreicht werden können, ist Cybersecurity für die Verantwortlichen von essenzieller Bedeutung. Eine vernetzte Anlage muss gleichzeitig durch verschiedene Massnahmen so abgesichert sein, dass der Datenaustausch zwischen mehreren Standorten nicht behindert wird und zugleich keine externe Person Zugriff auf die Server erhalten kann. Während innerhalb der Produktion also die einzelnen Geräte durch die zunehmende Vernetzung zusammenwachsen, darf die Entwicklung von Konzepten wie demilitarisierte Zonen und weitreichende Cybersecurity-Strategien nicht vernachlässigt werden. Künftig wird für mittel- Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch und langfristige strategische Überlegungen in Unternehmen auch die Integration von Technologien wie Blockchain oder Smart Contracts in digitale Geschäftsmodelle entscheidend sein. Cybersecurity sollte dabei an erster Stelle stehen, da Unternehmen immer häufiger in der Lage sein müssen, neue Sicherheitsrisiken zu erkennen und erfolgreich abzuwehren. Das bedeutet letztlich, dass auf diesen Bereichen mehr Aufmerksamkeit liegen und mehr Investitionen im Bereich IT-Sicherheit getätigt werden müssen. Technologie ermöglicht Weiterbildungen Mittels cloudbasierter IIoT-Analysesoftware und dazugehöriger Manufacturing-Execution-Systemen lassen sich allerdings auch Probleme wie der Fachkräftemangel und die Fort- und Weiterbildung neuer Mitarbeiter besser lösen. So können Mitarbeiter auch aus der Ferne von erfahrenem Personal geschult werden und erhalten durch Augmented und Virtual Reality detaillierte Anweisungen und Anleitungen zum Einsatz in der Anlage. Dabei ist es egal, ob der Defekt in Australien oder in Kanada behoben werden muss. Diese grenzenlose Zusammenarbeit wird die künftige Arbeit bereichern, egal ob es um die Gestaltung neuer Projekte oder die Aus- und Weiterbildung von Personal geht. DER AUTOR Urs Kohler Business Manager Automation & Software / Power & Components, Rockwell Automation www.netzwoche.ch © netzmedien ag 10 / 2020

Archiv