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Netzwoche 10/2020

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26 Service

26 Service Verbandsnachrichten Die Krise dank Digitalisierung meistern Die Coronakrise hat deutlich gemacht, wie unverzichtbar eine moderne und leistungsfähige Kommunikationsinfrastruktur für die Schweiz ist. Und doch ist nicht sicher, ob unser Land daraus die richtigen Lehren zieht. ASUT Asut, der Schweizerische Verband der Telekommunikation, repräsentiert heute die Telekommunikations branche und sämtliche Wirtschaftszweige sind in ihm vertreten. Die Schweiz soll sich durch fairen, freien und dynamischen Wettbewerb als Land mit dem weltbesten Kommunikationsnetz und mit First-Class-Services positionieren, durch resiliente Systeme und smarte Infrastrukturen differenzieren und als ein auf die digitale Gesellschaft und Wirtschaft zugeschnittener Bildungs- und Forschungsplatz etablieren. www. asut.ch i DER AUTOR ASUT-SEMINAR Peter Grütter Präsident Asut Das Asut-Seminar findet neu im November statt Wegen den Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus findet der Swiss Telecommunication Summit beziehungsweise das 46. Asut- Seminar «Hallo Veränderung – mit Technologie in die Zukunft» neu am 18. November 2020 in Bern statt. Weitere Informationen und Anmeldung Noch vor kurzer Zeit hätte kaum jemand für möglich gehalten, dass grosse Unternehmen und Verbände ihre jährliche Generalversammlung samt diversen Abstimmungen online durchführen. So fand auch die Vereinsversammlung des Asut-Verbands am 14. Mai 2020 im virtuellen Raum statt. Eine leistungsfähige Kommunikationsinfrastruktur ist aber nicht nur für den Unternehmensalltag und das Vereinsleben unverzichtbar. In der Ausnahmesituation der letzten zwei Monate haben sich Kommunikationstechnologien in unzähligen weiteren Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens der Schweiz als unentbehrlich erwiesen. Vom Datenverkehr der Behörden mit der Bevölkerung, über das Arbeiten und Lernen zuhause, die Kontaktpflege mit Familie und Freunden bis hin zum Einkaufen übers Internet: Moderne Kommunikationstechnologien helfen uns massgeblich dabei, die durch die Coronakrise verursachten Einschränkungen zu bewältigen und sicherzustellen, dass Politik, Verwaltung, Gesellschaft und Wirtschaft trotzdem funktionieren. Deutlich zahlt sich nun aus, dass die Schweiz in den vergangenen Jahren mehr in die Kommunikationsinfrastrukturen investiert und neue Technologien rascher eingeführt hat als andere Länder. Ein Schub für die digitale Wende Die Schweizer Telekombranche hat sich der Krise gewachsen gezeigt. Sie hat rasch und kulant und im Sinne von Bevölkerung und Wirtschaft reagiert, hat Übertragungsgeschwindigkeiten angehoben, Datenvolumen erweitert, Roamingkosten reduziert und Beratungsangebote bereitgestellt. Und trotz der enormen Zunahme des Kommunikationsverkehrs konnte sie die Versorgungsqualität auf hohem Niveau sicherstellen. Die Pandemie hat an den Tag gebracht, was die Digitalisierung wirklich kann – das hat hoffentlich nun auch viele, die bisher eher skeptisch waren, von den Chancen der digitalen Wende überzeugt. Neue Arbeitsformen und Tools erfordern aber auch ein Umdenken und wir müssen in vielen Bereichen noch dazulernen. Das Homeoffice funktioniert überraschend gut, aber die Trennung von Arbeit und Privatleben wird schwieriger. Videokonferenzen werden virtuos genutzt und virtuelle Meetings mit Dutzenden Teilnehmern effizient durchgeführt. Doch der physische Kontakt, die zwischenmenschlichen Töne, alles was in einem Gespräch eben nicht gesagt, aber trotzdem kommuniziert wird, kommt momentan zu kurz. Der Einkauf ist dank Onlineshopping kein Problem, bringt aber die Logistikbranche an die Leistungsgrenzen. Auch die Kommunikationsinfrastruktur musste sich schlagartig auf neue Herausforderungen einstellen: Bisherige «Hotspots» mit grossem Datenverkehr wie Bahnlinien, Einkaufszentren oder grosse Firmengebäude standen plötzlich leer, während Datenleitungen und Mobilfunkanlagen in Wohnquartieren auf einen Schlag eine viel grössere Datenmenge übernehmen mussten. Dies hat bei verschiedenen Mobilfunkstandorten zu Überlastungen geführt. Solche Engpässe nachhaltig zu beheben, braucht viel Zeit, weil langwierige Bewilligungsprozesse die notwendigen Anpassungen stark verzögern und die Einführung neuer Technologien wie 5G in vielen Gemeinden und Kantonen faktisch blockiert ist. 5G könnte matchentscheidend sein Umso enttäuschender – und auf lange Sicht beunruhigender – ist der kürzlich vom Bundesrat gefällte «Nicht-Entscheid» zum Vorgehen im Bereich Mobilfunk und 5G. Denn auch in der nächsten Ausnahmesituation werden 10 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Bild: Freepik moderne Infrastrukturen und Technologien zu den Kernelementen gehören, mit deren Hilfe wir die Lage meistern können. Covid-19 hat gezeigt, dass eine leistungsfähige Mobilfunkinfrastruktur dabei matchentscheidend sein kann. Doch statt nun rasch pragmatische Vollzugshilfsmittel für adaptive Antennen bereitzustellen, hat der Bund erst einmal Testmessungen angekündigt, die man schon längst hätte durchführen können und sollen. Das zögerliche Vorgehen überrascht umso mehr, als dass diese neue Technologie nicht nur die Qualität der Mobilfunkversorgung erhöht, sondern auch deutlich energieeffizienter ist und zu insgesamt tieferen mittleren Belastungen von Bevölkerung und Umwelt führen würde. Eine rasche Einführung wäre daher auch aus ökologischer Sicht zu begrüssen. Denn vergessen wir nicht: Die Klimakrise wird auch nach dem Corona-Lockdown immer noch da sein. Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch i MEHR IOT ODER NIGHTMARE IOT? Klimawandel, nachhaltige Mobilität, alternde Gesellschaft: Das Internet of Things (IoT) hat das Zeug dazu, viele gesellschaftliche Probleme zu lösen. Gleichzeitig stellt sein Datenhunger ein potenzielles Risiko für den Schutz der Privatsphäre dar und bietet Cyberattacken eine neue Angriffsfläche. Die IoT-Konferenz von Asut knöpft sich diese Widersprüche vor und sucht nach Lösungen. Ein Bericht des WEF («The effect of the Internet of Things on sustainability») zeigt auf, wie Technologie den globalen Wohlstand über Jahrhunderte hinweg vorangetrieben hat. Gleichzeitig waren viele technische Errungenschaften die Auslöser der Umweltprobleme und sozialen Herausforderungen, die uns heute zu schaffen machen. Nach Ansicht des WEF könnte die IoT-Technologie dieses Muster durchbrechen und sich als effektives Instrumentarium für mehr Nachhaltigkeit etablieren, weil es Menschen, Objekte und Prozesse verbindet, die ausserhalb der Reichweite älterer Technologie lagen. Das eröffnet unzählige Möglichkeiten: smarte und lebenswerte Städte, ein leistungsfähiges und bezahlbares Gesundheitswesen, eine innovative und wettbewerbsfähige Industrie, nachhaltige Energie-, Verkehrs- und Logistiksysteme. Datengetriebene Prozesse und eine umfassende Vernetzung von Geräten, Maschinen und Infrastrukturen sind die Voraussetzungen, damit eine digitale Schweiz Wirklichkeit wird. Die dazu notwendigen Konzepte, Technologien und Anwendungen entwickeln sich rasant, und die Anzahl vernetzter Dinge nimmt laufend zu. Fast alle Produkte, die neu auf den Markt kommen, verfügen bereits über eine IoT-Schnittstelle. Der Nutzen von IoT entsteht aber erst durch die Daten, die erfasst, verteilt und genutzt werden können. Und damit stellt sich sogleich auch die Frage nach den Risiken. Davon, wie es mit dem Schutz von Daten- und Persönlichkeitsrechten aussieht, wird letztlich auch die Akzeptanz in der Bevölkerung abhängen. Und nur zuverlässige und leistungsfähige Kommunikationsnetze mit standardisierten Schnittstellen werden garantieren können, dass Daten jederzeit und überall sicher ausgetauscht werden können. Welche Ansätze Erfolg versprechen, welche Technologien für die verschiedenen Anwendungsgebiete am besten eingesetzt werden, wie die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Netze gewährleistet wird und wo die Schweiz im internationalen Vergleich steht, erläutern und diskutieren Expertinnen und Experten – beispielsweise von Cellnex, Ericsson, M Logistik Transport, Sunrise, Swisscom oder Zetamind an Beispielen aus Theorie und Praxis an der IoT-Konferenz. IoT-Konferenz: Mehr IoT oder Nightmare IoT? Neues Datum: 3. September 2020 9:15 bis 16:30 Uhr Kursaal Bern Kornhausstrasse 3 3013 Bern Weitere Informationen und Anmeldung: events.asut.ch Programm www.netzwoche.ch © netzmedien ag 10 / 2020

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