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Netzwoche 11/2018

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IT-Chilbi Auch hier bot

IT-Chilbi Auch hier bot sich Gelegenheit zum Knüpfen von geschäftlichen Kontakten – allerdings in einem Rahmen, den man von der Cebit bisher nicht kannte, wie mehrere Besucher bestätigten. SAP baute auf dem Campus ein Riesenrad von 60 Metern Höhe auf. Bei Intel konnte man sich auf dem Surfbrett versuchen. IBM liess Besucher mit dem «Cloud Lifter» über die Dächer der Hallen hieven. Auf mehreren Bühnen sorgten DJs und Bands für Zwischentöne. Und an allen Ecken luden Bars, Imbissstände und Lounges zum Einkehren ein. All das erinnerte mehr an eine Chilbi als an eine Fachmesse. Der Rest des Cebit-Areals war in zwei grosse Zonen unterteilt. In drei Hallen standen jeweils IT-Innovationen im Zentrum. Nummer 26 stand etwa ganz im Zeichen von Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR), Robotern und Drohnen. Hier waren auch zwei Schweizer Start-ups zu finden. Sensoryx zeigte einen Datenhandschuh, mit dessen Hilfe man in VR-Umgebungen mit den eigenen Händen navigieren kann. Am Stand von Amaze gab es den Hologramm-Projektor von Kino-mo und verschiedene Lösungen für den Einsatz von 3-D-Technologie im Marketing zu sehen. Drohnen und Roboter sausten und kurvten an verschiedenen Stellen durch die Halle. Ein autonomes Fluggerät von Emqopter etwa brachte dem Publikum Kuchen. Ganz so, wie es in Zukunft Lieferdrohnen machen könnten, versprachen die Hersteller. Neues und Altbekanntes Verschiedene grosse IT-Hersteller setzten sich an der Cebit in Szene. Huawei empfing Besucher gleich hinter dem Eingang West mit einem grosszügigen Ensemble von Ständen. Business-Cloud-Anbieter Salesforce belegte gar eine ganze Halle sowie den davor liegenden «Salesforce-Park». IBM positionierte sich im Aussenbereich neben dem Campus in mehreren Pavillons. Abseits von Campus und Innovations-Hubs konnte man sie dann doch wiederfinden, die klassischen Ausstellerhallen mit ihren endlos wirkenden Reihen von Firmenboxen. Doch auch hier gab es eine Neuerung, die ins Gewicht fällt. Anbieter wurden nicht mehr nach Branchen gruppiert, sondern eher locker nach Themen auf dem Gelände verteilt. Konkurrenten standen sich so nicht mehr wie in früheren Jahren quasi direkt gegenüber. Auch im klassischen Messebereich waren einige Firmen aus der Schweiz zu finden, etwa der Anbieter von Document-Management-Systemen Kendox oder Full Speed Systems. Der auf Oracle-Lösungen für KMUs spezialisierte Dienstleister trat gleich mit zwei Ständen an der Cebit auf – einen im Bereich Server & Storage und einen im Bereich Cloud. Die grösste Präsenz hatte die Schweiz im «Swiss Pavilion» von ICT-Switzerland und T-Link in Halle 27. Hier stellten unter einem Dach mehrere Firmen ihre Produkte vor – vom Start-up bis zur ETH Zürich. 12 Business Messe Rummel, Riesenrad und Roboter – so versucht die Cebit den Neustart Mehr Festival, weniger Krawatte. Die IT-Messe Cebit tritt 2018 mit einem neuen Konzept an, um sich für ein jüngeres Publikum fit zu machen. Die Redaktion hat sich auf dem Messegelände nach Neuheiten, Ideen und Schweizer Ausstellern umgesehen. Autor: Oliver Schneider Nach dem Konferenzprogramm am 11. Juni hat die Cebit einen Tag darauf ihre Tore geöffnet und die ersten Messebesucher empfangen. Sie merkten rasch, dass 2018 in Hannover vieles anders ist. Es gab sie zwar noch, die grossen Messehallen mit den Ständen von rund 2800 Ausstellern. Das neue Herzstück der Cebit war aber der sogenannte «d!campus» in der Mitte des Geländes. Intel brachte das Lufttaxi «Volocopter» mit nach Hannover. Der Roboter kennt weder gut noch böse Zwischen den Ständen der grossen und kleinen IT-Firmen 11 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Messe 13 Vor dem Eingang deutete noch wenig darauf hin, dass die Cebit 2018 einen Neustart versuchte. trafen die Besucher der Cebit immer wieder auf Bühnen, auf denen das Konferenzprogramm vom Montag fortgesetzt wurde. Einer der Höhepunkte am Dienstag war der Auftritt von Marc Raibert, Gründer der Robotik-Firma Boston Dynamics. Raibert schilderte die Entwicklung von Boston Dynamics zu einem der Spitzenreiter in der Roboterentwicklung. Von den ersten Gehversuchen des «Big Dog» auf schlammigen Wanderwegen bis zum Rückwärtssalto von «Atlas» sei es ein steiniger Weg gewesen. Fortschritte bei der künstlichen Intelligenz – oder besser: künstlichen Athletik – seien hier eine grosse Hilfe. Bei der Robotik müsse aber auch die Hardware stimmen, zum Beispiel in Form künstlicher Knochen aus dem 3-D-Drucker. So habe Boston Dynamics das Gewicht von Atlas durch neue Materialien kontinuierlich verringern können. Die Cebit machte in diesem Jahr alles anders. Mit neuem Konzept und Termin will die Messe wieder an Bedeutung gewinnen. Das Ziel seiner Firma sei, dass Roboter eines Tages alles machen könnten, was Menschen heute schon selbstverständlich tun, sagte Raibert. Zunächst würden Roboter in der Unterhaltungsbranche, im Sicherheitsbereich oder für die Arbeit in besonders gefährlichen Umgebungen zum Einsatz kommen. Blicke man etwas weiter in die Zukunft, werde man sie auch in der Logistik und in der Betreuung von pflegebedürftigen Menschen brauchen. Roboter waren an der Cebit 2018 allenthalben zu sehen. Dieses Modell tanzte sogar. Drohnen-Test in Halle 26. Der Traum jedes Sales-Mitarbeiters, denn der potenzielle Kunde kann nirgendwohin fliehen: das SAP-Riesenrad. Boston Dynamics erstmals an der Cebit Auf das schlechte Image von Robotern in der Öffentlichkeit angesprochen, zeigte sich Raibert unbeeindruckt. Es stimme schon: «Das Hollywood-Bild des bösen Roboters beeinflusst, wie die Leute Boston Dynamics wahrnehmen», sagte er. Doch das habe mit dem, was die Firma tatsächlich mache, wenig zu tun. Am Ende sei Technologie weder gut noch böse, argumentierte Raibert. Es seien die Menschen, die sie mit schlechten Absichten missbrauchen könnten. Der Nutzen, den die Allgemeinheit aus der Robotik ziehen könne, sei aber grösser als die potenziellen Gefahren. «Wir müssten uns jetzt auf die Chancen konzentrieren und nicht wegen der Risiken aufhören», sagte er. Der erste Tag der Cebit ging mit einem Konzert der schwedischen Rockband Mando Diao zu Ende. Schon jetzt lässt sich sagen: Das neue Campus-Gelände zog die Besucher auch bei bewölktem Himmel an. Die diversen Freizeitaktivitäten wurden gut angenommen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_96687 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2018

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