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Netzwoche 11/2018

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30 Technology Research

30 Technology Research Die Topthemen im Wandel Viele einstige Topthemen mit Hype-Status haben sich zu realen Wachstumsmärkten entwickelt, mit breiter Nachfrage und soliden Lösungen. Andere schaffen es allerdings nicht über den Hype-Status hinaus, verblassen und geraten schnell in Vergessenheit. So beispielsweise Ende der 90er-Jahre geschehen mit dem Thema ASP beziehungsweise Application Service Providing. DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG Das damalige Topthema Application Service Providing (ASP) konnte die Erwartungen von Anwendern und die Prognosen der Anbieter nicht erfüllen. Die Lösungen waren zu jener Zeit nicht in aller Konsequenz zu Ende gedacht, die benötigten Bandbreiten für die Massen der Kunden noch nicht zu akzeptablen Preisen verfügbar, und das Vertrauen in externe Provider hatte noch keine breite Resonanz gefunden. Die nachträgliche Diskussion und Analyse des Scheiterns von ASP hat eine konstruktive Dynamik an neuen Ideen und Entwicklungen entsprechender Angebote ausgelöst und eine aufklärende Funktion als Wegbereiter zum Cloud Computing (speziell SaaS) eingenommen. Und welche Themen stehen heute ganz oben auf der Agenda? Die Digitalisierung als einst faszinierender Oberbegriff einer ganzen Generation von neuen Themen hat mittlerweile etwas vom «Glamourstatus» verloren. Konkrete Formen und die Umsetzung hat die digitale Transformation in der Industrie gefunden. Die Digitalisierung hat in dieser Branche die Flughöhe des Hypes und der reinen Diskussion verlassen und Bodenhaftung gefunden. Das Thema der Industrie 4.0, erstmals an der Hannovermesse vor sieben Jahren aufgetaucht, hat Einzug in den Alltag vieler Unternehmen gehalten. Es entwickelt sich ein Grundbewusstsein zum digitalen Wandel Unsere aktuellen Studienarbeiten zeigen auf, dass bereits in über 40 Prozent der befragten Industrieunternehmen Erfahrungen aus ersten Pilotprojekten zur Entwicklung von Digitale Transformation ist kein Projekt, sondern vielmehr ein Prozess. entsprechenden Strategien umgesetzt werden. In den Unternehmen entwickelt sich ein Grundbewusstsein zum Thema des digitalen Wandels. Der Erfolg aus den ersten Projekten und Cases macht die Bühne frei für einen frischen und auch realistischen Blick auf die Möglichkeiten und Chancen der digitalen Transformation. Auch wenn der Weg noch lang ist, die ersten Schritte sind getan. Digitale Transformation ist kein Projekt, sondern vielmehr ein Prozess. Dies zeigt sich auch in der Verankerung des Themas und bei entsprechenden Projekten in der Organisation der Unternehmen. Über 60 Prozent haben das Thema und die dazugehörigen Aufgaben organisatorisch bereits in der Linie oder zumindest als Projektteam verankert. Topthemen heute und morgen Und was sind die neuen Topthemen von heute und morgen? Auch dazu haben wir im Rahmen aktueller Studienarbeiten Fragen gestellt. Nicht ganz überraschend sind aus Sicht der Unternehmen die derzeitigen Topthemen (immer noch) die Cloud, das mobile Computing und Data Analytics. Diese drei Themen werden bis 2021 abgelöst durch künstliche Intelligenz, Augmented und Virtual Reality und die Blockchain. Wir dürfen gespannt sein, wie und welche praktischen Cases und Lösungsansätze sich aus den ersten kreativen Ideen dieser neuen Themen entwickeln und auch durchsetzen werden. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_96830 DIE ICT-TOPTHEMEN DER UNTERNEHMEN HEUTE Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich heute, welche Themen sind von grosser Bedeutung? Mehrfachantworten möglich, n=55 Security Mobile Computing Cloud Computing Data Analytics Digitale Plattformen 98 % 64 % 58 % 49 % 45 % Grafik: MSM Research AG; Bild: andresr / iStock.com 11 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Porträt 31 « Samsung-Cinema-LED ist der Beginn einer neuen Ära » Der Zürcher Systemintegrator Imaculix hat mit Samsung das erste LED-Kino ausserhalb Südkoreas gebaut. Schon öfter setzte Imaculix auf neue Technologien. Im Porträt spricht Inhaber Andy Bohli über seine Leidenschaft. Autor: Fabian Pöschl Der Systemintegrator Imaculix um Andy Bohli hat mit innovativen Projekten schon verschiedene Premieren gefeiert. So baute er etwa das erste Inhouse-Privatkino mit Laserprojektor in der Schweiz, als «hierzulande noch niemand an die Lasertechnologie glaubte». Laut Bohli, dem Imaculix seit dem Jahr 2000 gehört, ist das «Buckinski» das modernste Privatkino der Schweiz und befindet sich im Untergeschoss des Imaculix-Sitzes in Zürich-Altstetten. Hierher lädt Imaculix Kunden ein oder vermietet es für spezielle Anlässe wie etwa Gaming-Wettbewerbe – auch mal für mehrere Tage und Nächte. Imaculix erstellt zudem kreativen Content wie animierte Filmplakate und das Spielfilm-Mastering und bietet seit fünf Jahren mit Cingerine auch eine inhouse für Kinobetreiber entwickelte Digital-Signage-Lösung an, die etwa auch bei Pathé und Kitag im Einsatz ist. 2013 hatte Imaculix die entsprechende Ausschreibung gewonnen. Stolz sagt Bohli, dass es bisher noch keine Ausfälle mit Cingerine gegeben habe. Mit der neuen dritten Cingerine- Playergeneration, dem DS716, der ebenfalls auf HTML5 basiert, sei auch 4k- und HDR-Content inklusive Darstellung der Layovers im Framebuffer in vollem 4k machbar. Meilenstein Samsung-Cinema-LED Ausschlaggebend für die Entwicklung der neuen Playergeneration war laut Bohli der Einbau des ersten Samsung- Cinema-LED-Bildschirms in einem 4k-3-D-Kino weltweit, wofür Imaculix den Zuschlag erhielt. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Systemintegrators, denn der Samsung-Cinema-LED-Screen soll in Kinos nichts Geringeres als Projektor und Leinwand ablösen. Den Anfang machten nun die Arena Cinemas im Sihlcity des Zürcher Kinopioniers Edi Stöckli (siehe Kasten). Innerhalb von vier Wochen baute das Team von Imaculix und seinen Partnern den Saal 5 der Arena Cinemas Sihlcity um, und am 20. März, fast auf den Tag genau 123 Jahre nachdem die Frères Lumière die erste kommerzielle Kinoaufführung der Welt gemacht hatten, ging das Samsung-Cinema- LED-Kino in 4k und 3-D als Weltpremiere in Betrieb. Imaculix ist seither Exklusivvertriebspartner für die Cinema-LED-Screens von Samsung in der Schweiz. Und seitdem das LED-Screen-Projekt in den Arena Cinemas fer- 1. LED-SCREEN EUROPAS Die Arena Cinemas im Zürcher Sihlcity haben am 20. März den ersten Sam sung- Cinema- LED-Screen ausserhalb Südkoreas in Betrieb genommen. Die Videowand im Saal 5 mit einer Grösse von 10,3 x 5,4 Metern funktioniert wie ein gigantisches Display und soll in Kinos Projektoren und Leinwand ablösen. Der Screen «Onyx» erleuchtet die Videowand mit 26,4 Millionen LEDs. Das reicht für Kino-4k mit einer Auflösung von 4096 x 2160 Pixeln. Der Bildschirm besteht aus 2304 LED- Modulen in 96 sogenannten «Cabinets», die für ein homogen wirkendes Kinobild exakt ausgerichtet miteinander verbunden werden müssen. Exklusiv- Inte grations partner der Sam sung-Cinema-LED- Screens ist Imaculix. Imaculix-Inhaber Andy Bohli bei der Präsentation von Samsungs LED-Screen. tig gestellt ist, steht das Telefon bei Imaculix nicht mehr still. «Weil es eine neue Technologie ist, bekommen wir Anfragen aus aller Welt», sagt Bohli. Neue Ära der Kinotechnik Bohli sieht die LED-Screens als «Beginn einer neuen Ära», spricht von einem Paradigmenwechsel nach 123 Jahren, für den Kinobetreiber auch investieren müssten. Eine Investition, die sich lohnen dürfte, denn LED-Screens seien ökologischer als Projektoren, erlaubten mehr Platz für die Bestuhlung des Kinosaals und garantierten eine gute Sicht aufs Bild von jedem Sitz aus. Andy Bohli und sein elfköpfiges Imaculix-Team sind absolute Kinofans, wie er sagt. Schon als Vierjähriger sei es sein Traum gewesen, einmal ein Kino zu besitzen. Nun ist er mit Imaculix in der Kinowelt zuhause, arbeitet mit Filmstudios und Kinobetreibern zusammen und deckt laut eigenen Angaben 80 Prozent des Digital-Signage-Marktes für Kinos in der Schweiz ab. Mit seiner Cingerine-Lösung will Imaculix zudem auch in den Digital-out-of-Home- Markt (DooH) einsteigen und arbeitet mit Vermarktern und Partnern an «neuartigen und speziellen» DooH-Konzepten. «Wir sind mit Imaculix an diversen Ausschreibungen an vorderster Front mit dabei», sagt Bohli. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 11 / 2018

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