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Netzwoche 16/2017

28 Technology Event

28 Technology Event Microsoft Ignite lockt über 25 000 Teilnehmer nach Orlando Ende September hat Microsoft in Orlando, Florida, die dritte Ausgabe der Ignite abgehalten. An der fünftägigen Konferenz zeigte Microsoft seine Innovationen in den Bereichen Businessapplikationen, Infrastruktur, Daten und künstliche Intelligenz. DER AUTOR Michael Nguyen Innovation Manager / Projektleiter IOZ Vom 25. bis 29. September hat in Orlando die dritte Micro soft Ignite stattgefunden. Bei der Keynote fokussierte sich Microsoft-CEO Satya Nadella auf die Bereiche moderner Arbeitsplatz, Businessapplikationen, Infrastruktur, Daten und künstliche Intelligenz (KI). Am Beispiel von Ford wurde demonstriert, wie der Autohersteller den Designprozess beschleunigen konnte. Dabei half die Cloud-Applikation «Teams» für die Kollaboration und Videokonferenzen sowie Hololens für Fahrzeugmodifikationen und Autodesign. Bei den Businessapplikationen hob Nadella die Modularität und Flexibilität von Dynamics 365 – der ERPund CRM-Lösung aus der Cloud – hervor. In den Bereichen Infrastruktur und Applikationen setzt Microsoft bei der Entwicklung von KI auf Azure. Am Ende der Keynote stellte Nadella die Fortschritte des Quantum Computers vor. 782 Breakout Sessions Der eigentliche Grund, weshalb wohl die 25 000 Teilnehmenden 2200 US-Dollar für einen Conference Pass ausgegeben hatten, waren wohl die Informationen zu den neuesten Cloud-Produkten, die Einschätzungen zu den aktuellen Trends sowie das Herzstück der Konferenz: die 782 Breakout Sessions. In den 45- bis 75-minütigen Präsentationen zeigten die Referenten Best Practices sowie Deep Dives und boten Einblicke in die gesamte Produktpalette der Microsoft-Tools. Im Keller des Hauptgebäudes befand sich die Expo-Halle. Hier waren Microsoft, Microsoft-Partner und Drittprodukthersteller stationiert. Die Partner-Expo war eine hervorragende Gelegenheit, um sich mit Microsoft und anderen Ausstellern zu treffen, spezifische Fragen zu stellen und über Anwendungszwecke zu diskutieren. Fazit zur Konferenz Festgehalten werden kann, dass Microsoft sehr viel in die Produkte Teams und Groups investierte. Sharepoint Online erhielt ein Facelifting mit den modernen Team- und Communication-Seiten sowie Branding-Möglichkeiten. On- Premises wurde Sharepoint 2019 für Ende 2018 angekündigt. Lange herrschte die Meinung vor, dass Yammer früher oder später abgelöst werde. Jedoch zeigten die Entwicklungen an der Ignite, dass es jetzt erst richtig ins Rollen kommt. Dynamics 365 gilt nach wie vor als Spitzenprodukt für Businessanwendungen in Kombination mit Power-BI für Dashboards und Auswertungen, Power-Apps für unternehmensspezifische Applikationen und Flow für automatisierte Workflows. Azure dient als Schlüsselplattform für die künstliche Intelligenz. Die Ignite 2017 war Treffpunkt für Microsoft-Partner, -Kunden und -Fans. Die Informationen an der Konferenz zeigten auf, wohin sich das Unternehmen entwickelt. Nächstes Jahr im März findet die Sharepoint-Konferenz in Las Vegas statt. Die Ignite 2018 wird wieder im September erneut in Orlando durchgeführt. Microsoft-CEO Satya Nadella hielt die Keynote am ersten Tag der Ignite. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcodes DPF8_61328, DPF8_59483, DPF8_59345 16 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Event 29 Wo IBM an der Zukunft forscht IBM hat für einen Tag die Tore seines Foschungszentrums in Rüschlikon geöffnet. Das Unternehmen gab einen Einblick in aktuelle Projekte. Mit künstlicher Intelligenz, neuer Computertechnik und Blockchains will IBM ganze Branchen umkrempeln. Autor: Oliver Schneider Patienten und Ärzte beraten. Da die Gesundheitssysteme sehr unterschiedlich seien, müssten Lösungen vor Ort von Grund auf entwickelt werden, sagte Walcott. Das Blockchain-Auto von IBM, ZF Friedrichshafen und der UBS. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_61205 5 Milliarden US-Dollar investiert IBM laut eigenen Angaben jedes Jahr in die Forschung. Weltweit unterhält das Unternehmen 12 Labors, in denen rund 3000 Wissenschaftler an der IT und den Umsätzen von morgen tüfteln. Das erste dieser Labors in Europa steht seit 55 Jahren auf einer lauschigen Wiese in Rüschlikon bei Zürich. Einmal im Jahr öffnet es Journalisten die gut bewachten Pforten und gibt einen Einblick in die Arbeit der Forscher. Gemessen an der Zahl der in den USA angemeldeten Patente sei IBM seit 24 Jahren Spitzenreiter, sagte Alessandro Curioni, Vice President von IBM Research Europe und Direktor des Labors in Rüschlikon. Damit das so bleibt, will das Unternehmen die besten Wissenschaftler der Welt für sich gewinnen. Die Forschung finde momentan vor allem in drei Bereichen statt: künstliche Intelligenz (KI), neue Computersysteme und Blockchain. «Watson» als E-Helfer Curioni wies darauf hin, dass die KI menschliche Intelligenz nicht ersetzen, sondern unterstützen solle. Das Unternehmen mache deshalb stets transparent, wo und wofür IBMs KI «Watson» zum Einsatz komme. Einer dieser Bereiche, in den IBM gerade einsteige, sei das Gesundheitswesen. Mit dem Einsatz von KI in der Medizin liesse sich die Effizienz erhöhen und Kosten senken, verspricht das Unternehmen. Wie das konkret funktionieren könnte, erklärte Aisha Walcott vom IBM-Labor in Nairobi per Livestream. Mit einer «Medication Management Platform» will IBM Therapien bei nicht-übertragbaren Krankheiten unterstützen, die Verteilung von Medikamenten verbessern und Auf der Suche nach dem Computer von morgen Auch wenn sich IBM in den letzten Jahren von grossen Teilen seiner Hardwaresparte getrennt hat, im Labor ist die handfeste Computertechnik noch sehr präsent. Data Motion Architect Ronald Luijten stellte ein neues Format für das High Performance Computing (HPC) vor. Das «Micro Data Center» soll die Rechenleistung von 20 Racks in einem einzigen Rack unterbringen, verspricht Luijten. Möglich sei dies durch zwei Neuentwicklungen aus den IBM-Labors. Luijten und sein Team verbauten CPU, RAM und Speicher auf einer Steckkarte von rund 6 mal 14 Zentimetern. Sozusagen ein «Datacenter-in-a-Box». Das Ziel sei nicht höchste Rechenleistung gewesen, sondern Energieeffizienz und hohe Dichte, sagte Luijten sichtlich stolz. Die Inspiration dazu sei aus dem Embedded-Bereich gekommen. Das «Micro Data Center»-Board sei quasi ein Rasperry Pi für HPC. Die Blockchain zahlt, öffnet Türen und schützt vor Fälschungen Den dritten Schwerpunkt legt IBM aktuell auf die Blockchain-Technologie. Gemäss Andreas Kind, Manager Industry Platforms and Blockchain, will IBM die Blockchain nicht nur für Krypowährungen nutzen. Grundsätzlich sei die Idee hinter IBMs «Blockchain for Business», dass Unternehmen stets miteinander vernetzt arbeiten müssten, sich aber nicht vertrauen könnten. Den stärksten Eindruck hinterliess die Fahrt im elektrischen Blockchain-Auto, das IBM zusammen mit dem Zulieferer ZF Friedrichshafen und der UBS entwickelte. Per App öffnen sich Türen und Schranken, werden Parkgebühren automatisch abgebucht. Die Blockchain stelle die Transaktionen sicher. Ausser dem finanziellen Aspekt will IBM der Autobranche auch zu mehr Vertrauen verhelfen. So liessen sich alle Reparaturen, Unfälle oder Sensordaten in einer Blockchain festhalten. Ein Käufer eines Gebrauchtwagens könne so herausfinden, ob die vom Verkäufer behaupteten Daten wirklich stimmten. Das System soll 2018 marktreif sein, sagte ein Vertreter von ZF. Autoindustrie, Gesundheitwesen und Rechenzentren. IBM zeigte in Rüschlikon Lösungen für Branchen im digitalen Umbruch. Vieles befand sich noch in einem frühen Stadium. Beeindruckend ist die Forschung aber allemal. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 16 / 2017

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