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Netzwoche 16/2018

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12 Business Hintergrund

12 Business Hintergrund Das halten Experten von der neuen Datenschutzwelt An einer Tagung des IT-Verbands ICMF haben Experten ihre Erfahrungen mit der EU-DSGVO ausgetauscht. Vier Monate nach Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung steht fest: Manche Befürchtungen waren übertrieben. Trotzdem lauern Fallen. Autor: Joël Orizet Dossier online auf www.netzwoche.ch/eu-dsgvo Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_108581 Im Frühling ist es laut um sie geworden. Die EU-DSGVO machte Schlagzeilen und löste Kontroversen aus. Manche Unternehmer und Politiker beschimpften das Regelwerk als Bürokratiemonster, andere feierten es als Bollwerk gegen Datenkraken. Und wiederum andere witterten das grosse Geschäft mit Abmahnungen oder mit Beratung und technischen Tools, die bei der Vorbereitung auf die neue Datenschutzwelt helfen sollten. Seit die Datenschutz-Grundverordnung am 25. Mai wirksam geworden ist, ist es jedoch ruhig um das Thema geworden. Die Ruhe wird aber nicht von Dauer sein. Denn schon bald dürften die ersten Präzedenzfälle zeigen, was die Verordnung in der Schweiz bewirken kann. «Es wird Zeit, dass wir das Thema neu angehen», sagte Martin Andenmatten, Gründer und Geschäftsführer von Glenfis, an der jüngsten Tagung des Information Center und IT-Services Managers Forum Schweiz (ICMF). Rund 50 Führungskräfte der Schweizer IT-Branche besuchten den Anlass im Zürcher Bildungszentrum Sihlpost. Es sprachen «Referenten, die aus langjähriger Erfahrung etwas zu sagen haben und das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchten», sagte Andenmatten. Einen kühlen Kopf bewahren Die Sache werde viel heisser gekocht als gegessen, erklärte Ursula Uttinger, Juristin und Präsidentin des Datenschutz-Forums Schweiz. Die oft zitierten Bussgeldforderungen von 20 Millionen Euro respektive 4 Prozent des weltweiten Umsatzes seien wohl nicht die Regel, sagte sie. «So hohe Bussen wird es nur in den seltensten Fällen geben – das muss uns bewusst sein. Am ehesten noch bei grossen, multinationalen Unternehmen, um ein Zeichen zu setzen, aber wohl kaum bei KMUs.» Trotzdem sollten Unternehmen die Datenschutzbestimmungen umsetzen. «Und zwar nicht nur wegen der EU-DSGVO, sondern weil auch wir in der Schweiz ein Datenschutzgesetz haben, das Vorgaben macht, die es einzuhalten gilt», sagte Uttinger. Jedes Gesetz sei auslegungsbedürftig – und gerade die EU-DSGVO sei nicht so klar, wie sie auf den ersten Blick erscheinen möge. «Wir müssen also auf die ersten Urteile warten», sagte Uttinger und ergänzte: «Es ist in unser aller Ursula Uttinger, Juristin und Präsidentin des Datenschutz-Forums Schweiz. Interesse, den Datenschutz auch mit technischen Mitteln besser umzusetzen.» Ziel sei es, die Privatsphäre zu schützen und diese nicht unter dem Vorwand von Sicherheitsbedenken auszuhöhlen. Erst kommt die Sicherheit, dann die Compliance «Wenn es um den Datenschutz geht, hinkt die Schweiz der EU hinterher», sagte Umberto Annino, Head Security Governance bei Six. Ein totalrevidiertes Schweizer Datenschutzgesetz dürfte erst 2020 vorliegen. «Deswegen betrachten viele hiesige Unternehmen die EU-DSGVO schon heute als Grundlage für ihre Datenschutzpolitik», sagte Annino. Problematisch sei eine verspätete Revision des schweizerischen Datenschutzgesetzes höchstens dann, wenn die Schweiz dadurch ihren Standortvorteil in puncto Datenschutz und Datensicherheit verliere. EU-DSGVO-Compliance sollte allerdings kein Mittel zum Zweck, sondern ein strategisches Ziel sein. «Ein ‹guter› Datenschutz muss auf einer ‹guten› Security aufbauen», sagte Annino. Wer sich erst um die Datensicherheit und anschliessend um die Datenschutz-Konformität kümmere, sei auf gutem Weg, sagte Annino. 16 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

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