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Netzwoche 17/2016

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34 Best of Swiss Apps

34 Best of Swiss Apps 2016 Master-Kandidaten SARAH – ALL IN ONE SMARTHOME-SYSTEM Urteil der Jury: «SARAH» ist als zentraler Dreh- und Angelpunkt für das vernetzte Heim ein Smarthome-Gesamtsystem, das sämt liche Geräte in einem Haus steuern kann. Activitysimulation, Stimmungen und Automationen (IFTTT) können direkt via App aufgesetzt werden. Zudem verfügt die App über ein flexibles UI und eine grosse Anzahl von Schnittstellen und Protokollen. Der Jury gefiel besonders die Integration von Digitalstrom. Die Vielfalt der Möglichkeiten mit mobilem Zugriff und die Integrationsmöglichkeiten von externen Systemen eröffnen ein grosses Potenzial, sich in diesem schnell wachsenden Markt zu etablieren. Die Jury würde sich eine weitere Reduktion der Komplexität wünschen, sodass die Bedienbarkeit weiter vereinfacht und der Komfort für die Benutzer erhöht wird. AG: Hubware AN: Apps with love OS: iOS SBB MOBILE VNEXT Urteil der Jury: Die Neuentwicklung der erfolgreichsten Schweizer App «SBB Mobile» macht in Bezug auf Usability enorme Fortschritte: Statt der Sicht auf das Produktangebot stehen die Bedürfnisse der Reisenden im Zentrum. Die gute Balance zwischen Branded Interface und sehr intuitiv nutzbaren Features ist bezüglich UI durchdacht und zeigt ein hohes Mass an Perfektion und Liebe zum Detail. Die App bietet innovative Elemente und ist eine State-of-the-Art- Mobile-App, die sehr performant daherkommt. Ebenfalls erwähnenswert: die Realisierung von «SBB mobile vnext» mittels öffentlicher Preview, Co-Development mit 300k App-Testern und über 12 000 Community-Mitgliedern. Tipps der Jury: Abos und Velos sollten unterstützt und das Backend noch responsiver werden. AG: SBB AN: Ubique Innovation OS: Android, OS, Windows SKIGUIDE ZERMATT Urteil der Jury: Die App hilft den Nutzern, sich im Skigebiet Zermatt per GPS punktgenau zu orten und auf der 3-D-Karte von Punkt A nach B zu navigieren. Die schöne, informative, intuitive Navigationsfunktion auf der georeferenzierten 3-D-Karte bietet viele Infos. Der sehr nützliche Routenplaner hilft beim Planen und Entdecken von neuen Pisten oder einfach, die letzte Bahn nicht zu verpassen. Zudem kann die App mit einer Hand bedient werden. Die App greift immer auf aktuelle Anlagen- und Pistenstati des Skigebiets zurück. Die notwendige Internetverbindung ist durch das kostenlose WLAN an allen Stationen der Zermatt- Bergbahnen gewährleistet. Tipps der Jury: in der Webcam View könnten alle Bilder sofort gezeigt werden, und zu den Restaurants wären mehr Informationen wünschenswert. AG: Zermatt Bergbahnen AN: Dreipol OS: Android, iOS TELEBOY TV Urteil der Jury: Teleboy für Apple TV ist die einfache und preiswerte TV-Lösung für Zuhause. Ausser Live-TV in HD mit über 120 Sendern bietet die App noch weitere Funktionen wie etwa TV-Programm, 7-Tage-Replay, 1000 Stunden Aufnahmespeicher, Serien aufnahmefunktion sowie Timeshift und Live-Pause. Das Erlebnis ist familientauglich, einfach und sehr schnell zu bedienen – ein Internetanschluss genügt. Dank der App-Technologie können Innovationen rasch ausgeliefert werden. An der Geschwindigkeit des Interfaces sollten sich alle anderen orientieren. Insgesamt ist die Teleboy-Apple-TV-App sehr gelungen und lädt zu vielen Stunden auf dem Sofa ein. Das User Interface funktioniert genial, das Browsen und Bedienen macht Spass. Tipp der Jury: Die Serienaufnahme-Funktion sollte ausgebaut werden. AG: Teleboy – Future TV AN: Teleboy – Future TV OS: iOS 17 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Best of Swiss Apps 2016 Nachgefragt 35 «IoT bildet die Grundlage für die vierte industrielle Revolution» Ralf Günthner ist Head of Industrial IoT & Industrie 4.0 bei Swisscom. Am Best of Swiss Apps Award leitete er als Jurypräsident die Auswahl der Master-Kandidaten in der Kategorie Internet of Things – das Jahresthema des diesjährigen Best of Swiss App Awards. Interview: George Sarpong Das Jahresthema von Best of Swiss Apps 2016 ist «Internet of Things», kurz IoT. Was macht die Kategorie so spannend? Ralf Günthner: Das Spannende an dieser Kategorie ist, dass IoT die technologische Grundlage für die vierte industrielle Revolution darstellt. IoT wird die Art und Weise revolutionieren, wie Unternehmen in Zukunft Wertschöpfung erbringen und wie sie mit Kunden sowie Partnern interagieren. Dabei sind noch viele Fragen rund um die vierte industrielle Revolution unbeantwortet. Unternehmen, die den Mut haben, sich vor ihren Wettbewerbern mit IoT auseinanderzusetzen, werden in den nächsten Jahren viel Neues lernen und dadurch einen klaren Wettbewerbsvorteil für sich erarbeiten können. Und genau das fasziniert mich. Was hat Sie besonders überrascht? Überrascht hat mich, dass nur acht Projekte in dieser Kategorie eingereicht wurden, obwohl das Thema IoT bereits seit zwei bis drei Jahren in unzähligen Medienberichten und auf vielen Veranstaltungen diskutiert wird. Es wurden Initiativen gelauncht – wie etwa «Industrie2025» – mit dem Ziel, Schweizer Unternehmen aufzuklären und zu ermutigen, sich mit den Themen auseinanderzusetzen. Deshalb hat mich auch besonders überrascht, dass nur ein IoT- Projekt aus der Industrie eingereicht wurde. Eine Mehrheit der eingereichten IoT-Projekte stammt aus den Bereichen Healthcare und Versicherungen. Wie erklären Sie sich das? Ein Erklärungsversuch ist, dass IoT zunächst Einzug im Konsumentenbereich hält, weil die Komplexität dort überschaubarer ist. Jeder kann sich vorstellen, wie Sensorwerte von Fitness-Trackern (Schritte, Herzfrequenz, Puls etc.) an eine mobile App auf dem Smartphone übermittelt werden. Weil die Komplexität geringer ist, haben Unternehmen eher den Mut, sich auf neues Terrain zu begeben. Etwa die Krankenversicherung, die ihren Kunden ermässigte Tarife verspricht, wenn sie jeden Tag mindestens 10 000 Schritte gehen. Ein zweiter Erklärungsversuch ist, dass im Bereich Healthcare und Versicherungen der Druck des Marktes, sich neu zu erfinden, grösser ist als in der Industrie. Welche Trends gab es an der Technologiefront? Im Bereich UI/UX haben wir gesehen, dass das User Interface einiger Apps sehr modern im Conversational-Stil aufgebaut ist, was gerade die erste Bedienung der App für neue User sehr einfach gestaltet. Leider gab es kein IoT- Projekt, bei dem Wearables mit AR- oder VR-Applikationen zum Einsatz kommen, obwohl es dafür vor allem im Service von komplexen Maschinen und Anlagen sehr viele Anwendungsmöglichkeiten gibt. Wir haben auch beobachtet, dass es im Bereich IoT in Zukunft nicht mehr ausreicht, nur ein ansprechendes UI zu bieten. IoT-Apps müssen in der Lage sein, schnell und einfach auf viele verschiedene Datenquellen und Inhalte zuzugreifen und diese auf einer Metaebene aggregiert darzustellen. IoT- Apps müssen zudem über Unternehmensgrenzen hinweg nutzbar gemacht werden, was neue Architekturen und Berechtigungskonzepte bedingen. Zu guter Letzt hatten wir auch die erste IoT-App, die sich der neuen Übertragungstechnologie des Low Power WAN, kurz Lora-WAN, bedient. Sie werden an der Award-Nacht einen Vortrag zu den unternehmerischen Dimensionen des Internet of Things halten. Mit welchen IoT-Trends sollten sich Unternehmen in den nächsten Monaten auseinandersetzen? Unternehmen sollten sich generell überhaupt mit den Themen IoT und Industrie 4.0 auseinandersetzen. Es reicht nicht mehr, nur darüber zu diskutieren, es müssen Initiativen und Projekte gestartet werden. Die Unternehmen, die das tun, werden einen grossen Vorsprung haben, da sie schneller verstehen, wie mithilfe von IoT Nutzen für sich sowie für Kunden und Partner realisiert werden kann. Produkthersteller werden mithilfe von IoT in der Lage sein, den Gesundheitszustand ihres Produkts in Echtzeit zu kennen und präventive Massnahmen einzuleiten, falls ein bestimmter Schwellwert über- oder unterschritten ist. Wir sehen auch die ersten Kunden, die mathematische Modelle ihrer Produkte bauen. Maschinen-Lern-Algorithmen werden dafür genutzt, Vorhersagen zu treffen, wann welche Komponente eines Produkts kaputtgeht. Für mich ist dies der erste Schritt in Richtung künstlicher Intelligenz. « IoT wird die Art und Weise revolutionieren, wie Unternehmen in Zukunft Wertschöpfung erbringen. » Ralf Günthner, Head of Industrial IoT & Industrie 4.0 Digital Enterprise Solutions, Swisscom, und Jurypräsident der Kategorie «Internet of Things» bei Best of Swiss Apps 2016 Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode NW171630 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 17 / 2016

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