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Netzwoche 4/2019

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22 Best of Swiss Web

22 Best of Swiss Web Jurytag So entscheidet die Jury, wer es auf die Shortlist von Best of Swiss Web schafft Die Jurys von Best of Swiss Web und des Goldbach Crossmedia Award haben getagt. Die Redaktion war vor Ort und besuchte die Jurys der Kategorien Creation und Usability. Dabei zeigte sich, was ein Webprojekt heute braucht, wenn es Erfolg haben will. Autor: Marcel Urech « Je weniger Informationen der Einreicher mitliefert, desto schwieriger ist die Bewertung des Projekts. » Creation-Jury Der Best of Swiss Web Award ist seit der ersten Austragung im Jahr 2001 stark gewachsen. Immer mehr Projekte, mehr Kategorien, mehr Jurymitglieder. Das zeigte sich auch am diesjährigen Jurytag, der erstmals an zwei Lokalitäten parallel stattfand. Die Juroren trafen sich am 25. Februar beim Weiterbildungsanbieter Digicomp und an der Schule für Gestaltung in Zürich, um die eingereichten Projekte zu beurteilen und die Shortlist zu eruieren. Die Redaktion besuchte die Jurys der Kategorien Creation und Usability. Mehr Eingaben und mehr Awards Gab es 2018 noch 301 Projekteinreichungen für Best of Swiss Web, sind es dieses Jahr 340. Bevor sich die Jurys zurückzogen, referierte Christof Zogg. Der ehemalige Director Digital Business bei den SBB ist seit Anfang 2019 CEO von Starticket und fungiert auch dieses Jahr wieder als Chef der Jury. Nicht nur die Eingaben für Best of Swiss Web wurden geprüft, sondern auch die Bewerbungen für den Goldbach Crossmedia Award und den Werber des Jahres. Mehr Frauen und mehr Auftraggeber Dieses Jahr gibt es einige Neuerungen. Die Kategorie Mobile Web fiel weg, da Responsiveness heute eine Commodity und die Abgrenzung zu Best of Swiss Apps schwammig sei, so die Veranstalter. Neu ist dafür die Kategorie Digital Commerce, oder wie es Zogg formulierte: «Was im Web Umsatz generiert.» Pascal Sieber steht der Digital-Commerce-Jury vor. Die benachbarten Kategorien Marketing und Business präsidieren Andreas Widmer und Ralf Wölfle. Die Zusammensetzung der Jury änderte sich ebenfalls. 2018 bestand sie aus 80 Dienstleistern und 11 Auftraggebern, nun sind es 76 Dienstleister und 15 Auftraggeber. Damit ist mehr als jeder fünfte Juror von der Auftraggeber- Seite. Auch der Frauenanteil in der Jury stieg leicht an, laut Zogg von 16,48 auf 18,75 Prozent. Die Jury hatte am Jurytag vier Aufgaben: Die Shortlist eruieren, eine kurze Beurteilung zu jedem Projekt auf der Liste erstellen, ein Video-Statement abliefern, sich bei Jurypräsident Zogg abmelden. 04 / 2019 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Best of Swiss Web Jurytag 23 Die Jury der Kategorie Creation. Die Gesamtjury hat dieses Jahr 97 Mitglieder. 59 Projekte in der Kategorie Creation Die Juroren der Kategorie Creation bewerteten 59 Projekte. Es gab folgende Aussagen: ·· Die eingereichte URL muss unbedingt funktionieren, sonst ist eine Bewertung fast unmöglich. ·· Je weniger Informationen der Einreicher mitliefert, desto schwieriger ist die Bewertung des Projekts. ·· Wer zu viele Standardelemente auf einer Website nutzt, kann sich nur schwer von den Konkurrenzprojekten abheben. ·· Gute Ideen und Inhalte bringen wenig, wenn sie visuell schlecht umgesetzt sind. ·· Bild und Ton sollten zusammenpassen. ·· Wenn etwas als interaktiv angepriesen wird, sollte es auch interaktiv sein. ·· Die Form sollte zum Inhalt passen – egal bei welchem Medium. ·· Wer beim Benutzer falsche Erwartungen weckt, hat verloren. ·· Bilder in schlechter Qualität und eine miese Bildauswahl sind heute nicht mehr akzeptabel. ·· Die angebotenen Inhalte sollten zum Image des Unternehmens passen und nicht an der Zielgruppe vorbeischiessen. ·· Mit einer langweiligen Inszenierung ist es fast nicht möglich, ein an sich faszinierendes Produkt spannend rüberzubringen. Usability bleibt ein Dauerthema Folgende Aussagen traf die Jury der Kategorie Usability: ·· Redundanzen verärgern den Nutzer. ·· Bei Aktionen muss klar sein, was sie auslösen. ·· Überladene Websites machen keine Freude. ·· Scrollen sollte auf jeder Plattform gleich funktionieren. ·· Wer die User Journey unnötig unterbricht, schreckt die User ab. ·· Videos sind nur dann gut, wenn sie sinnvoll eingesetzt werden. ·· Ein Sprachenmischmasch aus Englisch und Deutsch sollte vermieden werden. ·· Eine Suchfunktion sollte Inhalte nicht nur finden, sondern auch ansprechend darstellen. ·· Empfehlungen auf einer Website sollten personalisiert und relevant sein und dem Nutzer einen Mehrwert bieten. ·· Die visuelle Sprache einer Website darf nicht in die Irre führen. ·· Die Teaser-Formate auf einer Website sollten standardisiert und ein Konzept erkennbar sein. ·· Die beste Idee bringt nichts ohne eine gute Usability. ·· Wird eine künstliche Intelligenz eingesetzt, sollte der Nutzer nachvollziehen können, was sie warum macht. ·· Gute Inhalte bringen wenig, wenn sie falsch priorisiert werden. ·· Websites sollten barrierefrei und auch mit einem Screenreader bedienbar sein. Die Shortlist wurde am 28. Februar veröffentlicht. Ebenfalls am 28. Februar erhielten alle Einreicher per E-Mail die Log-in-Daten zu ihrem Ticketaccount für die Preisverleihung am 17. April in der Samsung Hall. Sie haben dann die Möglichkeit, ihre Tickets bis zum 11. März einzulösen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_127608 « Wird eine künstliche Intelligenz eingesetzt, sollte der Nutzer nachvollziehen können, was sie warum macht. » Usability-Jury www.netzwoche.ch © netzmedien ag 04 / 2019

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