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Cloud & Managed Services 2021

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Was die Cloud für Start-ups zu bieten hat – und was nicht MARKET Kosten sparen mit der Cloud? So einfach ist es nicht, wie sich am Herbstevent von Eurocloud Swiss gezeigt hat. Doch die Cloud macht vieles überhaupt möglich, insbesondere für Start-ups – sofern sie die Vorteile zu nutzen wissen. Autor: Joël Orizet Der Fachverband Eurocloud Swiss hat alle Register gezogen, um den Herbstevent 2020 so interaktiv wie möglich zu gestalten. Aus bekannten Gründen ging die Veranstaltung online über die Bühne. Die Videokonferenzlösung, die zum Einsatz kam, hatte es in sich: Es gab eine Online-Bühne, wo die beiden Keynotes stattfanden, einen Raum für die Podiumsdisskusion, einen Chat, in dem die Zuschauer Fragen stellen konnten, die Möglichkeit für private Direktnachrichten – und noch einen separaten Raum für die abschliessende virtuelle Netzwerkparty. «Wir sind überzeugt, dass die Cloud die Delivery-Plattform der Zukunft ist», sagte Martin Andenmatten, Präsident von Eurocloud Swiss, zum Auftakt. Die Veranstaltung solle eine Plattform für den Erfahrungsaustausch bieten. Und getreu dem Motto «Start-up – Cloud als Chance» insbesondere Jungunternehmen die Vorteile des Cloud Computing näherbringen. «Die Cloud ist die ideale Umgebung für Gründer – wie früher vielleicht die Garage.» « Die Leute sollten eigentlich nicht auf die Cloud aufspringen, nur weil sie es müssen. » Lukas Blabol, Mitgründer von Desktop Studio Mentoring bei Microsoft: Wer hat’s erfunden? Primo Amrein, Cloud Lead bei Microsoft Schweiz, zeigte den Zuschauern, was Microsoft für Start-ups zu bieten hat. Der Hersteller fördert insbesondere B2B-Start-ups – durch Vergünstigungen für den Zugang zu Azure, Unterstützung in Rechtsfragen (beispielsweise durch Schutz vor Patentklagen) sowie durch die Beziehungen zu Kunden und den mittlerweile rund 4500 Schweizer Microsoft-Partnern. «Besonders stolz sind wir aber auf das Mentoring-Programm, das wir bei Microsoft Schweiz erfunden haben», sagte Amrein. Microsoft stelle den Start-ups im entsprechenden Programm jeweils einen Mentor zur Seite. Dieser helfe den Jungunternehmen, sich in der Microsoft-Welt besser zurechtzufinden. Und vor allem: «Das Mentoring unterstützt Start-ups dabei, neue Märkte zu erschliessen.» Der Lock-in-Effekt als grosse Herausforderung Die Podiumsdiskussion drehte sich unter anderem um das berüchtigte Vendor-Lock-in. «Das ist eine grosse Herausforderung – für viele Unternehmen ist es sogar eine Sackgasse», sagte Lukas Blabol, Mitgründer von Desktop Studio. «Im Prinzip will jeder Kunde die Freiheit haben, morgen den Cloud-Provider zu wechseln. Doch die Hyperscaler tun alles, um das zu verhindern.» Wie sieht es mit der Marktstellung der kleinen Cloud-Anbieter aus? Haben die gegen Microsoft, Google und AWS überhaupt eine Chance? «Das wird schwierig», sagte Thomas Dullien, Mitgründer und CEO von Optimyze. «Kleine Anbieter können nicht über Skaleneffekte konkurrieren – und ich fürchte, dass die Cloud solche Skaleneffekte braucht.» Er würde sich wünschen, sagte er, dass es einen gesunden Wettbewerb gäbe. «Doch die grossen Cloud-Provider wollen alle das nächste IBM werden.» Sie würden ihre Angebote so designen, dass es möglichst schwierig ist, grosse Datenmengen wieder aus der Cloud herauszuholen oder den Anbieter zu wechseln. «Die Kosten einer Datenmigration können signifikant sein. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Data Gravity.» Nicht zwingend billiger, aber besser Für die kleinen Cloud-Anbieter gibt es aber dennoch Chancen. «Es gibt immer einen Platz für die Kleinen», sagte Lukas Blabol, «aber sie müssen sich spezialisieren.» Es gilt also, die richtige Nische zu finden und mit Kundendienst oder Spezialangeboten aufzuwarten. Was die Wahl des Cloud-Anbieters betrifft, sollten nicht nur die Kosten auf dem Prüfstand stehen. Ohnehin sei das Argument, mit der Cloud wird alles günstiger, zu kurz gegriffen. «Die Cloud ist nicht per se günstiger», sagte Blabol. Die grossen Vorteile der Cloud bestünden darin, Innovationen zu entwickeln und sie auf den Markt zu bringen. «Ich hoffe, dass der derzeitige Digitalisierungsschub nachhaltig ist. Die Leute sollten eigentlich nicht auf die Cloud aufspringen, nur weil sie es müssen. Sie sollten es wollen und auch verstehen, warum sie es wollen,» sagte Blabol. Und: «Für uns sind die grossen Cloud-Provider eine Hass-Liebe.» Es gebe tatsächlich viele Stolpersteine. Zum Beispiel: «Windows 10 darf ich nur auf Azure virtualisiert betreiben. Dieselben Einschränkungen gibt es natürlich auch bei Google. Das müsste nicht sein. Aber es ist nun mal so: Jeder versucht, seinen Garten zu schützen.» Andererseits würden die Hyperscaler vieles ermöglichen. «Die Public Cloud ist eine riesige Chance. Wir können heute Dinge tun, von denen wir früher noch nicht einmal geträumt hätten.» Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch 10

« Der Zug für lokale Schweizer Cloud- Anbieter ist abgefahren » Die Cloud wird zusehends zur Commodity – und wenn man sich vor einigen Jahren noch den Kopf darüber zerbrach, ob Public oder Private Cloud das Mass der Dinge sei, lautet die Antwort heute: Multi-Cloud. Der Eurocloud-Swiss-Präsident über den Status quo und die Zukunft des IT-Deliveryund Betriebsmodells Cloud. Interview: Marc Landis MARKET Private, Public, Hybrid, Multi – warum ist die Cloud das Delivery-Modell der Zukunft? Martin Andenmatten: Dafür gibt es verschiedene Gründe. Da sind etwa die Flexibilität und gute Planbarkeit, das Pay-as-you-go-Bezahlmodell, das keine riesigen Investitionen in IT-Infrastrukturen mit Abschreibungen über viele Jahre erfordert. Insbesondere im Infrastrukturbereich macht es für die meisten Unternehmen heutzutage einfach keinen Sinn mehr, Infrastrukturexperten zu engagieren. Über Infrastruktur differenziert sich heutzutage niemand mehr. Es ist wie beim elektrischen Strom: Er ist einfach da und wer ihn liefert, ist, abgesehen von umweltethischen Überlegungen, egal. Zudem ist der Zugang zu Cloud-Technologien heute sehr einfach über die entsprechenden Cockpits und Dashboards. Und das Wichtigste vielleicht: Die Cloud ermöglicht den Zugang zu neuester Technologie von künstlicher Intelligenz über Data Analytics bis IoT – und zwar für jedermann. Hinzukommt, dass ein riesiges Software-as-a-Service-Angebot zur Verfügung steht. Früher wollte man herausfinden, ob Private oder Public Clouds sich durchsetzen würden, dann kam die Hybrid-Cloud und nun ist überall von Multi-Cloud die Rede – wo stehen wir heute? Hybrid-Modelle sind eine Übergangslösung. Sie dienen all jenen Unternehmen, die einigermassen geordnet von der Legacy in die neue Cloud-Welt wechseln möchten. Dieser Prozess wird aber nicht mehr ewig dauern – weil sich Unternehmen von den Kosten und insbesondere von der Performance her Legacy-Systeme gar nicht mehr werden leisten können und wollen. Deshalb ist die Hybrid-Cloud als Betriebsmodell ein Auslaufmodell. Ganz anders ist das bei Multi-Cloud. Der Multi-Cloud- Ansatz ist deshalb entstanden, weil eine Cloud-Lösung alleine nicht alle IT-Bedürfnisse eines Unternehmens abdecken kann. Und es 11

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