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Cybersecurity 2020

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TRENDS Hilfreiche

TRENDS Hilfreiche Matrix-Fans infizieren Rechner Sophos hat ein paar hilfreiche Matrix-Fans gefunden. Diese wollen Unternehmen mit nützlichen Tipps helfen, ihre Cybersecurity aufzubessern. Die Sache hat nur einen Haken: Das Angebot unterbreiten die Matrix-Fans in der Lösegeldforderung ihrer Ransomware namens «MegaCortex». Die Erpresser-Malware gleiche der Ransomware «Sam- Sam». Anfangs unscheinbar, stieg die Anzahl geblockter Infektionen plötzlich explosionsartig an. Der Name der Malware ist gemäss den Sicherheitsforschern eine Hommage an die Film reihe «The Matrix» – wenn auch falsch geschrieben. Neo, gespielt von Keanu Reeves, arbeitet im ersten Film in einer Firma mit einem ähnlich klingenden Namen: «MetaCortex». Auch die Lösegeldforderung scheint in der Stimme und Kadenz von Laurence Fish burnes Filmfigur Morpheus geschrieben. Nachdem die Erpresser ihre Opfer zum Zahlen aufgefordert und Tipps für eine bessere IT-Sicherheit angeboten haben, endet das Schreiben der Cyberkriminellen auch mit einem leicht abgewandelten Zitat von Morpheus: «We can only show you the door. You’re the one who has to walk through it.» Gandcrab-Entwickler geniessen Ruhestand Eineinhalb Jahre nachdem Gandcrab auf die Welt losgelassen wurde, geht die Ransomware in den Ruhestand. Dies verkündeten die Entwickler im Hackerforum Exploit.in, wie Bleepingcomputer berichtet. Obwohl die Erpressersoftware vergleichsweise kurz aktiv war, erbeutete sie gemäss den Entwicklern über 2 Milliarden US-Dollar an Lösegeldern. Die Entwickler selbst wollen über 150 Millionen Dollar eingesackt haben. Gandcrab gehört zu den auffälligeren Ransomware-Programmen. Die Entwickler verhöhnten und köderten etwa im Source Code wiederholt Sicherheitsforscher und IT-Security-Firmen. Dabei zeigten sie auch rachsüchtige Züge: Als Ahnlab 2018 ein Abwehr-Tool gegen Gandcrab veröffentlicht hatte, konterten die Entwickler, indem sie eine Zero-Day- Lücke in der Software der Firma ausnutzten – oder gaben dies zumindest vor. Die Lücke, die Gandcrab hinterlässt, wird vermutlich bald wieder gefüllt werden. Vor allem, weil die Entwickler gezeigt haben, dass sich das Geschäft mit Ransomware lohnt. Oder in ihren eigenen Worten: «We have proven that by doing evil deeds, retribution does not come.» Im Weltall hört dich niemand nach dem IT-Support schreien Um den Menschen ins Weltall befördern zu können, muss an vieles gedacht werden. Luft zum Atmen, genügend Treibstoff, um von der Schwerkraft loszukommen und die Türen zu verriegeln. Aber IT- Security gehört offensichtlich nicht dazu. Wie eine interne Prüfung zeigt, kränkelt die IT-Abwehr der NASA. Die USamerikanische Raumfahrtbehörde war etwa für das Space-Shuttle-Programm zuständig. Die Prüfung stufte die Cybersecurity der NASA auf Level zwei ein, wie «The Register» berichtet. Das heisst, dass die NASA zwar Abwehrprozesse und Strategien definiert und dokumentiert habe, aber diese nicht konsequent umgesetzt seien. Die NASA erhielt bereits im Vorjahr die gleiche Bewertung. Der Bericht zur Prüfung spricht von einer signifikanten Bedrohung für den Betrieb der NASA. So seien etwa die Möglichkeiten der Behörde, ihre Daten, Systeme und Netzwerke zu schützen, beeinträchtigt. Und die Abwehrpläne hätten fehlende, unvollständige und fehlerhafte Daten, zitiert der Bericht Jim Morrison. Gemeint ist nicht der verstorbene Sänger von «The Doors», sondern der gleichnamige Assistant Inspector General for Audits bei der NASA. 75

Im Jahr 2020 ist nichts mehr unantastbar TRENDS Ransomware wird immer gezielter, Phishing wächst über E-Mails hinaus und die wachsende Fülle von IoT-Geräten steigert auch die Anzahl Risiken. Was Unternehmen 2020 im Blick behalten sollten. Niemand kann tatsächlich vorhersagen, welche Sicherheitsbedrohungen 2020 bedeutsam werden. Doch Wahrscheinlichkeiten lassen sich einschätzen und sicher ist, dass die heutige, weit vernetzte Welt mehr Möglichkeiten für Cyberkriminelle schafft und jede IT-Umgebung zum potenziellen Ziel wird. Diese neun Trends werden das Jahr besonders prägen. 1. Gezielte Ransomware Angreifer sammeln immer mehr Informationen zu ihren Opfern, damit sie mit gezielten Angriffen für maximale Schäden sorgen können. Die Höhe der Lösegelder wird entsprechend nach oben getrieben. Die Angriffe sind so wirksam geworden, dass sogar das FBI seine Haltung zur Zahlung von Lösegeldern gemildert hat. 2. Phishing-Angriffe über E-Mail-Verkehr hinaus E-Mail bleibt der Angriffsvektor Nummer eins, aber Kriminelle verwenden auch eine Vielzahl anderer Methoden, um persönliche Daten, Informationen oder sogar Geld zu stehlen. Phishing umfasst zunehmend SMS-Angriffe auf Mobiltelefone oder die Nutzung von Messengern auf Social-Media- und Spieleplattformen. Das Prinzip der geteilten Verantwortung in der Cloud ist noch nicht voll ins Bewusstsein der Verantwortlichen gelangt. 3. Intensivierte Mobile-Malware-Angriffe Mobile-Banking-Malware kann Zahlungsdaten, Zugriffsinformationen und Gelder von Bankkonten der Opfer stehlen. Neue Versionen sind im Darknet sogar für die Verbreitung durch jedermann verfügbar, der bereit ist, zu bezahlen. 4. Cyberversicherung Es werden vermehrt Cyberversicherungen abgeschlossen. Versicherungsgesellschaften werden Versicherungsnehmer weiterhin zur Zahlung von Lösegeldern anleiten, da dies billiger sein kann als die Kosten für die Wiederherstellung der Systeme nach einem Angriff. Dies wird zu mehr Angriffen und einem weiteren Wachstum der Cyberversicherungsbranche führen. 5. Mehr IoT-Geräte – mehr Risiken Der Ausbau von 5G wird den Einsatz von IoT-Geräten drastisch beschleunigen und gleichzeitig die Anfälligkeit für grossflächige, Multi-Vektor-Cyberangriffe massiv erhöhen. IoT-Geräte und ihre Verbindungen zu Rechenzentren (RZ) und Clouds sind nach wie vor ein Schwachpunkt: Unternehmen müssen einen ganzheitlicheren Ansatz für die IoT-Sicherheit entwickeln, der traditionelle und moderne Kontrollen kombiniert. 6. Mehr personenbezogene Daten Die Bandbreiten, die 5G ermöglicht, werden eine Explosion an verbundenen Geräten und Sensoren auslösen. E-Health-Anwendungen sammeln Daten über ihre Nutzer, vernetzte Autodienste überwachen die Anwender, Smart-City-Programme sammeln Informationen über Bürger. Dieses ständig wachsende Volumen an personenbezogenen Daten muss geschützt werden. 7. KI beschleunigt Sicherheitsreaktionen Künstliche Intelligenz beschleunigt die Identifizierung neuer Bedrohungen und die Reaktion darauf drastisch. Ausserdem hilft sie, Angriffe zu blockieren, bevor diese sich ausbreiten können. Aber auch Cyberkriminelle nutzen die gleichen Techniken, um Netzwerke effektiv auf Schwachstellen zu durchsuchen und passende Malware zu entwickeln. 8. Geschwindigkeit von DevOps-Teams Das Prinzip der geteilten Verantwortung in der Cloud ist noch nicht voll ins Bewusstsein der Verantwortlichen gelangt. Sicherheitslösungen müssen sich zu neuen, flexiblen, cloudbasierten Architekturen weiterentwickeln, die skalierbaren Schutz mit der Geschwindigkeit von DevOps-Teams bieten. 9. Hybrider Cloud-Ansatz Die Autoren Sonja Meindl, Country Manager Schweiz & Österreich, Check Point Software Technologies, & Marco Pierro, Country Manager Schweiz, Arrow ECS Internet Security Wegen der zunehmenden Abhängigkeit von Public-Cloud-Infrastrukturen sind Unternehmen dem Risiko von Ausfällen ausgesetzt. Organisationen werden ihre bestehenden RZ- und Cloud-Konzepte prüfen und hybride Umgebungen aus privaten und öffentlichen Clouds sowie RZs in Betracht ziehen. 76

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