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Cybersecurity 2021

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IN KOOPERATION MIT

IN KOOPERATION MIT TERREACTIVE « Durch das Katz-und-Maus-Spiel halten wir mit den Herausforderungen Schritt » Seit 1996 versorgt Terreactive Schweizer Unternehmen von Aarau aus mit Cybersecurity-Lösungen. CEO Urs Rufer verrät im Interview, welche Ereignisse die vergangenen 25 Jahre prägten und wie das ständige Wettrennen mit den Cyberkriminellen Terreactive fit für die Zukunft hält. Interview: Colin Wallace Urs Rufer, CEO, Terreactive. Terreactive feiert 2021 das 25-Jahre-Jubiläum. Woran erinnern Sie sich als Erstes, wenn Sie an diese Zeit denken? Urs Rufer: Meinen ersten Kontakt mit dem Unternehmen hatte ich als Kunde. Ich arbeitete bis 1999 bei The Blue Window: Wir bezogen Managed-Firewall-Dienste für den Schutz unserer internen Systeme von Terreactive. Und obwohl bereits damals alles per VPN administriert wurde, war es ein Erlebnis, die kleine Garagenfirma in Aarau zu besuchen und die Personen hinter dem Service kennenzulernen. Ich war beeindruckt vom technischen Verständnis der Mitarbeitenden und den vielen neuen Technologien und Lösungsansätzen, die getestet und eingesetzt wurden. Die IT-Branche hat seit 1996 turbulente Zeiten durchlebt. Wie haben Sie mit dem Wandel und den Herausforderungen Schritt gehalten? In der Tat: Gerade in der IT hat sich in diesem Zeitraum sehr viel getan. Man denke nur an die Rechenleistung der Geräte – vom PC bis zum Smartphone. Wie wir da mithalten konnten? In der Cybersecurity befassen wir uns jeden Tag mit den aktuellen Angriffsmethoden, um geeignete Gegen- und Erkennungsmassnahmen zu finden. Dieses ständige Katz-und-Maus-Spiel zwingt uns automatisch, mit den Herausforderungen Schritt zu halten. Die Kundennähe hilft uns ebenfalls, am Puls der Zeit zu bleiben und den Wandel mitzugehen. Branchenkenntnisse unterstützen uns dabei, Schwachpunkte und die Kronjuwelen, also die Daten, deren Entwendung für den Angreifer lohnenswert ist, zu entdecken. So können wir unsere Kunden schützen. Was hat sich bei Terreactive nicht verändert? Trotz Wandel und ständiger Weiterentwicklung gibt es bei Terreactive zwei Merkmale, die Bestand haben. Zum einen unser Geschäftsmodell, mit dem wir Angriff und Verteidigung aus einer Hand anbieten. Und zum anderen das Vertrauen, das es in unserem Geschäft als Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit braucht. Die langjährige Kontinuität im Management- Team hilft uns hier. Seit 1996 ist unser Fokus die IT-Sicherheit. Wir haben uns nicht verzettelt, sondern unser Know-how in diesem Feld erweitert und vertieft. Ausserdem sind wir immer noch eine inhabergeführte AG mit Schweizer Management, und beide Firmengründer sind noch mit an Bord. Und wir sind dem Gründungsstandort Aarau treugeblieben. Was waren die einschneidendsten Momente in der 25-jährigen Geschichte des Unternehmens? Da gibt es mehrere. Die Gründung von Swisscom IT Services 2001 und der Weggang von The Blue Window – dem späteren Bluewin – als grosser Kunde motivierten uns dazu, uns auf dem Markt neu zu positionieren und unsere Kundenbasis zu erweitern. Im Nachhinein gesehen ein Glücksfall, der dazu führte, dass Terreactive heute viel breiter und besser aufgestellt ist. Das Platzen der Internetblase und der Verkauf eines wichtigen Kunden wiederum führten bei uns zu einer Pause im Wachstum – trotzdem kamen wir gestärkt aus der Krise. Ebenfalls wichtig war die Erkenntnis, dass uns Log-Informationen tagtäglich wertvolle Informationen liefern und als Grundlage vertiefter Analyse dienen können. Dieses Wissen und die Erfahrungen daraus sind in unsere Monitoring-Software «tacLOM» zur Überwachung der IT-Infrastrukturen eingeflossen. Durch das Aufkommen des Begriffs SOC-as-a-Service erwachte schliesslich das – längst überfällige – Bewusstsein bei Kunden und Anbietern, sich kontinuierlich um das Thema Cybersecurity zu kümmern. Das vollständige Interview finden Sie online www.swisscybersecurity.net 18

Avira macht den B2B-Schirm zu Der deutsche Security-Spezialist Avira hat 2021 sein B2B-Geschäft sowie den Vertrieb über Channelpartner eingestellt. Der Entscheid dazu fiel bereits 2019. Avira will sich nun stärker auf Endkunden- und OEM-Lösungen konzentrieren. Autorinnen: Milena Kälin, Pamela Beltrame MARKET Für die Channelpartner von Avira hat es Anfang November 2020 eine böse Überraschung gegeben. Der deutsche Security-Spe zialist informierte sie per E-Mail über die bevorstehende Einstellung des B2B-Geschäfts sowie des Channelpartner-Departments. Bis zum 31. Dezember 2020 konnten die Partner noch Lizenzen freischalten. Zum selben Datum wurden auch alle Partnerverträge gekündigt, wie Avira schreibt. Ab dem 1. Januar 2022 verloren alle Lizenzen ihre Funktionalität, unabhängig von der ursprünglich festgesetzten Laufzeit. Betroffen sind folgende Produkte: ∙∙ Avira Antivirus Pro Business Edition ∙∙ Avira Antivirus for Server ∙∙ Avira Antivirus for Endpoint ∙∙ Avira Antivirus for Small Business ∙∙ Avira Exchange Security Gegenüber «heise.de» bestätigte Avira diese Änderungen. Für Lizenzen, die früher ausliefen als geplant, erhalten Kunden eine Rückerstattung. «Für Kunden und/oder Partner mit Lizenzen, die über das Service-Enddatum hinausgehen, besteht die Möglichkeit, Rückerstattungen entweder per Migration zu Avira Prime oder per Geldrückerstattung zu erhalten», heisst es. Der Entscheid, Geschäftslösungen auslaufen zu lassen, sei bereits 2019 gefallen und seitdem in Arbeit. In Zukunft möchte sich Avira auf Endkunden- und OEM-Lösungen konzentrieren. Lizenzen verkaufen. In der E-Mail stand als Auslaufdatum der 1. November 2022. Gemäss der neuen E-Mail von Avira laufen die Lizenzen aber bereits per 1. Januar 2022 aus. Insgesamt fühlt sich der Fachhändler von Avira vernachlässigt. Ob diese Änderung für Verluste sorgen werden, kann Plüss noch nicht einschätzen. Dass er ein vergleichbares Angebot wie Avira findet, bezweifelt er jedoch. «Avira hat unsere Kundinnen und Kunden nicht direkt angeschrieben. Beim Auslaufen der Lizenz haben wir diese für unsere Kunden bisher verlängert – und konnten diese verlängerten Lizenzen wieder direkt den Kunden verrechnen, ohne dass diese eine Kreditkartennummer eingeben mussten», erklärt Plüss. Avira betonte gegenüber «heise.de», dass die Einstellung des B2B-Geschäfts in keiner Verbindung mit der Übernahme durch Investicorp Technology Partners im April 2020 steht. Seit der Bekanntgabe, dass Avira das B2B-Geschäfts einstellt, veräus serte die Investorengruppe aus dem Königreich Bahrain Avira bereits wieder. Die US-amerikanische Firma Norton Life Lock gab im Dezember bekannt, den deutschen Softwarehersteller für 360 Millionen US-Dollar zu übernehmen. Investicorp hatte Avira für lediglich 180 Millionen Dollar gekauft. Die Übernahme werde voraussichtlich im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2021 abgeschlossen sein. Was das für Channelpartner bedeutet Hans Peter Plüss, Geschäftsführer von EP:Plüss und ehemaliger Channelpartner von Avira, zeigt sich erstaunt über die plötzliche Einstellung des B2B-Geschäfts. Der Fachhändler stattete bisher alle Laptops für seine Kundinnen und Kunden mit dem Antivirenprogramm von Avira aus. «Wir konnten dieses Jahr nur zweijährige Lizenzen verkaufen», sagt Plüss. «Für diese müssen wir nun eine Alternative suchen. Aber was ist die Alternative?» In einer früheren E-Mail vom September 2019 an die Channelpartner kündigte Avira an, dass die oben genannten Produkte auf eine Laufzeit von drei Jahren beschränkt seien. Deshalb konnte der Fachhändler 2020 auch nur noch 2-Jahres- Den Artikel finden Sie auch online www.swisscybersecurity.net Bild: cristovao31 / Fotolia.com 19

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