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Digital Business

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DOSSIER IN KOOPERATION

DOSSIER IN KOOPERATION MIT TI&M Grafik: studiostoks / Fotolia.com zunahme verschnellert sich, sodass die Entwicklung irgendwann als explosionsartig wahrgenommen wird. Bezüglich neuer Technologien wie der künstlichen Intelligenz sind wir von diesem Punkt sicher noch entfernt, aber der Prozess ist bereits im Gange. Maschinen lernen zu denken Neue Technologien, und hier speziell die künstliche Intelligenz, verlagern Tätigkeiten und Aufgaben des menschlichen Gehirns in Maschinen. Vielen Menschen fällt es auch deswegen schwer, den Maschinen so etwas wie Intelligenz zuzuschreiben, weil sie damit nicht mehr einzigartig in der Natur sind. Es gibt zwei verbreitete Muster, um diesen Verlust «wegzudiskutieren»: Navigationssysteme, Texterkennung und -interpretation, das Erkennen von Menschen, das Analysieren und Lösen komplexer Probleme lassen sich dann scheinbar ohne Intelligenz bewerkstelligen, sobald sie von Maschinen ausgeführt werden. Hätte dagegen vor 20 Jahren jemand prognostiziert, dass Maschinen die kompliziertesten Brettspiele selbst lernen und besser als jeder Mensch spielen können, dann wäre das unzweifelhaft als intelligent bezeichnet worden. Und umgekehrt halten wir Schachgrossmeister immer noch für hochintelligente Menschen, obwohl die nur etwas tun, was eine (nicht intelligente?) Maschine offenkundig besser kann. Das KI-Paradoxon beruht im Wesentlichen auf einem Missverständnis: Hier wird schwache Intelligenz (die ein bestimmtes, isoliertes Problem auf eine intelligente, lernende Art löst) mit starker Intelligenz (das heisst einer universal und nicht nur isoliert einsetzbaren Intelligenz) gleichgesetzt. Schwache KI ist eine Inselbegabung; aber auch die kann hochgradig intelligent (das heisst befähigt zur selbstständigen Lösungsfindung etc.) sein. Ausserdem trennen viele Menschen Intelligenz nicht von «menschlichem Bewusstsein». Das werden Maschinen möglicherweise auch nicht entwickeln, aber intelligentes und zielgerichtetes Planen und Handeln sind ohne Bewusstsein möglich. ∙∙ Das eine Muster ist das des schrittweisen Rückzugs. Die Argumente beginnen oft mit «Maschinen können niemals ...» oder «Maschinen können noch nicht …». ∙∙ Das andere ist das sogenannte «KI-Paradoxon»: Dieses besagt, dass jede Tätigkeit, die ein Computer ausführt, von diesem «intelligenzfrei» erledigt wird, weil im Computer ja «nur» Algorithmen wirken. Der Umbruch der Businessmodelle hat begonnen Dort, wo neue Technologien marktreif sind, hat der Umbau der Arbeitswelten bereits begonnen. So hat etwa in Versicherungsunternehmen, die Aufgaben wie die Schadenbearbeitung automatisieren, die Anzahl der Schadenbearbeiter rapide abgenommen. Da die Versicherungen dadurch massiv Kosten sparen, können sie mehr Ressourcen in die Kundenbetreuung und -bindung investieren. Andere Industrien sind noch weniger weit; aber der Ersatz des «einfachen» Buchhalters durch ein intelligentes System ist ebenso nur eine Frage der Zeit wie der Ersatz von Menschen, die in Servicecentern einfache Kundenanfragen beantworten. Dementsprechend ist klar, dass der Umbau der Arbeitswelt und der Gesellschaft Auswirkungen auf das persönliche Leben der meisten von uns haben wird, auch wenn wir das heute noch nicht bemerken (wollen). Jeder muss sich überlegen, wann er sich mit den persönlichen Folgen des technologischen Wandels beschäftigt – die Frage nach dem «Ob» stellt sich nicht. 24

« Verlierer sind diejenigen, die sich nicht auf den Wandel einstellen können » Die digitale Transformation betrifft alle Branchen und alle Industrien. Der Weg geht dabei nicht nur «weg vom Papier», sondern auch «weg vom Sachbearbeiter», wie Holger Rommel von TI&M sagt. Wer verliert und wer gewinnt, erklärt er im Gespräch. Interview: Marc Landis DOSSIER IN KOOPERATION MIT TI&M Wie wird die digitale Transformation die Wirtschaft verändern? Holger Rommel: Die digitale Transformation verändert die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktentwicklung über die Produktion bis zum Vertrieb. In der Produktentwicklung und Produktion ergeben sich dadurch beispielsweise immer mehr Möglichkeiten zur Mass Customization, das heisst zur vollautomatischen Produktion hochindividuell vom Kunden bestellter Leistungen. Der technologische Wandel bringt ausserdem immer neue Interaktionsmöglichkeiten, ein verändertes Kundenverhalten und neue Kundenbedürfnisse. Dadurch werden neue Produkte möglich, die das Leistungsangebot von Firmen erweitern und so wegfallendes Geschäft kompensieren können. Wesentlich ist schliesslich die Rationalisierung von Abläufen. Digitalisierung ist die «Industrialisierung des Denkens». Nach aussen wird das wenig sichtbar, wird aber die Arbeitswelt radikal umwälzen. In Büros wird eine Rationalisierung ähnlich wie bei der Industrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts stattfinden. Wer werden die Gewinner sein, wer die Verlierer? Ich würde nicht so sehr in Kategorien von «gewinnen» und «verlieren» denken. Das suggeriert, dass Veränderung Ungerechtigkeiten schafft und daher der Status quo eigentlich die stabilere und bessere Variante ist. Aber die Wahl zwischen dem Status quo und dem technologischen Wandel haben wir gar nicht. «Verlierer» sind daher nur diejenigen, die sich auf diesen Wandel nicht einstellen wollen oder können. Die Frage ist auch gar nicht leicht zu beantworten: Ist ein Datentypist ein Gewinner oder ein Verlierer, wenn durch den technologischen Wandel ein System seine Arbeit übernimmt? Wird er in der Folge entlassen, oder findet er im Unternehmen eine anspruchsvollere und damit auch befriedigende Aufgabe? Diese Fragen stellen sich heute schon konkret, und ihre Antwort leitet sich daraus ab, wie Unternehmen mit den Opportunities aus dem technologischen Wandel umgehen – nicht aber aus der Entwicklung der Technologie selbst. Papier», sondern auch «weg vom Sachbearbeiter»: Immer mehr Abläufe müssen vollautomatisiert und «dunkel» durch Maschinen verarbeitet werden. Wenn auch angestammte Produkte durch die digitale Transformation bedroht sind, müssen die technologischen Möglichkeiten natürlich für die Produktinnovation genutzt oder neue Märkte erschlossen werden. Als Beispiel können hier Medienunternehmen dienen, die sich mehr und mehr zu Anbietern von Internetdienstleistungen, Vergleichsportalen und Onlineshops wandeln, weil mit klassischen Printmedien zu wenig Geld verdient werden kann. Wie kann TI&M den Kunden bei der digitalen Transformation helfen? TI&M ist als Engineering-Unternehmen in verschiedenen Branchen unterwegs. Wir kennen die Herausforderungen der jeweiligen Branche, und wir kennen die technologischen Möglichkeiten und den Stand der Forschung. Wir können unsere Kunden daher effizient beim Transfer von der alten in die neue Welt unterstützen. TI&M hat dabei den ganzheitlichen Blick, weil wir es gewohnt sind, Wertschöpfungsketten vertikal zu integrieren – angefangen bei der Planung der digitalen Transformation bis zur Begleitung der Umsetzung. Wie transformiert man sein Unternehmen «digital»? Das hängt natürlich davon ab, in welcher Industrie man tätig und damit wie man betroffen ist. Die Rationalisierungsmöglichkeiten durch die Industrialisierung des Denkens müssen alle Unternehmen konsequent nutzen. Systembrüche müssen weiter verringert werden. Der Weg geht weiter nicht nur «weg vom Holger Rommel ist Head Research and Digital Transformation bei TI&M. 25

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