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Digital Transformation 2016

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EinführUNG Die digitale

EinführUNG Die digitale Transformation ist angekommen: Jetzt geht es darum, die Daten zu nutzen Mittlerweile gibt es kaum mehr ein Unternehmen in der Schweiz, das sich nicht mit der Digitalisierung auseinandersetzt. Besonders im Finanz- und Versicherungssektor steigt der Veränderungsdruck. Dabei sind ganz neue Geschäftsmodelle möglich. Vor kurzem haben führende Unternehmen der Schweizer Finanzbranche die Gründung des neuen Verbandes «Swiss Fintech Innovations» bekannt gegeben. Das Ziel ist hoch gesteckt: Die Schweiz soll ein international führendes Zentrum für Digitalisierung und Innovationen in der Finanzbranche werden. Die Massnahme zeigt, dass die Finanzunternehmen hierzulande die Digitalisierung mittlerweile sehr ernst nehmen und erkannt haben, dass es sich dabei um keinen vorübergehenden Trend handelt, sondern um eine Zeitenwende. Mittlerweile gibt es kaum mehr ein Unternehmen in der Schweiz, welches das Thema Digitalisierung nicht in irgendeiner Form auf die Agenda gesetzt hat. Die erste grosse Welle hat heute mehr als 90 Prozent aller Organisationen erreicht. Die meisten von ihnen haben dabei die Erfahrung gemacht, dass die Entwicklung derart dynamisch verläuft, dass sich eine digitale Strategie nicht mehr als Nebenschauplatz der Der Autor Stefan Metzger, Country Managing Director, Cognizant Die SMAC-Technologien bieten dabei nicht nur primäre Vorteile bezüglich Innovation, Produktivität und Effizienz. Sie liefern auch die Grundlage für den wichtigsten Rohstoff des 21. Jahrhunderts: Daten. Denn nachdem die Unternehmen in der ersten Transformationswelle der Digitalisierung den technologischen Nährboden bereitet haben, richtet sich in der zweiten der Fokus auf das Aggregieren von Werten aus dem angehäuften Datenschatz. Es erschliessen sich viele neue Möglichkeiten – Effizienz- und Produktivitätsverbesserungen sind nur der Anfang. Business-Strategie verstehen lässt. Vielmehr sind Digital- und Business-Strategie heute ein und dasselbe. Vor allem im Finanz- und Versicherungssektor steigt der Veränderungsdruck. Die Herausforderungen sind vielgestaltig: Zum einen erwachsen in den digital «nativen» Firmen wie Apple oder Google ernstzunehmende Wettbewerber vor allem im Geschäft mit dem Endkonsumenten. Zum anderen wird Veränderungsbereitschaft nicht selten von Legacy-IT und veralteten Prozessen ausgebremst. Das hat zumeist eine typische «Two-Speed-IT»- Gemengelage zur Folge. Die «langsame» Seite widmet sich aufwändig der Pflege und Instandhaltung der Alt-Systeme; die andere treibt mit hohem Druck Innovationen voran, um mit der Geschwindigkeit der anderen Player mithalten zu können. Eine wichtige Aufgabe ist es daher für diese Unternehmen, ihre unterschiedlichen Zeitzonen in der IT zu synchronisieren. Dabei dürfen sie jedoch keinesfalls in den «alten» Rhythmus verfallen, sondern müssen «up-to-speed» mit den rasanten Entwicklungen der Digitalisierung werden. Unterstützung erfahren sie dabei durch die Technologien, die sich unter dem Akronym SMAC zusammenfassen lassen, also Social Media, Mobility, Analytics und Cloud Computing. Daten in Werte verwandeln Dieser Datenschatz speist sich aus den SMAC-Technologien ebenso wie aus neuen Entwicklungen wie Blockchain und Internet der Dinge (IoT). Um ihn nutzen zu können, werden jetzt Technologien benötigt, die in der Lage sind, effizient entscheidungsrelevante Informationen aus den wachsenden Pools an strukturierten und unstrukturierten Daten zu aggregieren. Schlüsseltechnologien sind hierbei Algorithmen, Automatisierung und künstliche Intelligenz beziehungsweise selbstlernende Systemtechnologien, die häufig unter dem Begriff kognitive Systeme zusammengefasst werden. Ein wichtiger Faktor für traditionelle Unternehmen ist dabei auch die smarte Integration mit den Legacy- Systemen, um das Datenerbe, das in ihnen steckt, für die neuen Analytics-Möglichkeiten nutzen zu können. Wenn es Unternehmen gelingt, ihre Daten in Werte zu verwandeln, erschliessen sich ihnen viele neue Möglichkeiten. Effizienz- und Produktivitätsverbesserungen sind da nur der Anfang, die Veränderungen werden ganz neue Produkte und Services im Finanzsektor ermöglichen – bis hin zu Transformationen ganzer Geschäftsmodelle. Das Veränderungstempo wird dabei extrem hoch sein, das Ausmass enorm. Auch Banken und Versicherungen werden sich darauf einstellen müssen, dass es in dieser Zeit nicht ausreicht, an alten Erfolgsrezepten festzuhalten, sondern dass sie sich permanent neu erfinden müssen. Die Gründung des neuen Verbands Swiss Fintech Innovations ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Bewusstsein und Bereitschaft dafür in der Branche vorhanden sind. Jetzt gilt es, Taten in Form von Innovationen folgen zu lassen. 06 Digital Transformation

Digitale Transformation braucht vertrauenswürdige Beratung Digitale Transformation ist heute für alle Unternehmen ein Muss. Dazu braucht es sowohl fachliches Know-how als auch die soziale Kompetenz, diese Veränderungen im Unternehmen ang e- messen umzusetzen. Unternehmen sind damit oft überfordert – der Bedarf an kompetenter Beratung steigt. Hier eröffnet sich ein spannendes, aber auch anspruchsvolles Arbeitsumfeld. EinführUNG Glaubt man der Studie «Digital Switzerland 2016» der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) und des Verbands für Kommunikationsnetze Suissedigital, sehen knapp drei Viertel der Schweizer Unternehmen grosse Auswirkungen der digitalen Transformation auf ihr Unternehmen. Ging es bisher darum, sich (lieber) nicht betroffen zu fühlen oder das Thema an die IT auszulagern, hat sich das Blatt heute gewendet: Die Frage lautet nicht mehr ob, sondern wie man «digitalisiert». Soziale Medien sollen für die Marke genutzt, eine User Experience geschaffen und Prozesse optimiert werden. Dies ohne übergreifende Strategie anzugehen, ist fahrlässig. Wichtige Aspekte, Überlappungen oder Verbindungen können so «untergehen» und müssen zu einem späteren Zeitpunkt für viel Geld wieder gehoben werden. Ganzheitliche digitale Strategie Eine agile Herangehensweise an die Digitalisierung erlaubt schnelle Erfolge und ein schrittweises Lernen in der Organisation. Interne und externe Potenziale werden zu erfolgreichen Geschäftsmodellen kombiniert, die Beziehung zwischen Fachund IT-Abteilung wird zu einem kritischen Erfolgsfaktor, aber ohne eine übergreifende Führung «von oben» geht es nicht. Bisher war die IT oft ein Kostenfaktor, die Möglichkeiten wurden und werden eher durch das Budget als durch eine zukunftsgerichtete Strategie bestimmt, wichtige Rollen sind nicht adäquat besetzt – «Business as usual» eben. Begreift ein Unternehmen die IT aber als «essenzielles Werkzeug», als Möglichkeit, neue Blickwinkel, Kundenbedürfnisse oder Geschäftsmodelle einzubinden, werden mit der Zeit Entwicklungen stattfinden, die mehr sein sollten als nur eine «digitale Substitution». Es sollte auch hier schon eine ganzheitliche digitale Strategie geben. Das nächste Level ist erreicht, wenn die IT die Geschäftstätigkeit transformiert, wenn der IT-Einsatz proaktiv vorangetrieben wird, sich die IT in der Wertschöpfungskette deutlich widerspiegelt und sich die Prozesse sprunghaft verbessern. Das ist dann die «digitale Transformation», die ein «Digital Edge», das heisst ein Wettbewerbsvorteil durch digitale Technologien, gegenüber der Konkurrenz und dem Markt darstellen kann. Das umfassendste Level ist erreicht, wenn das Unternehmen durch die Digitalisierung nicht nur optimal produziert, sondern «digitale Produkte» das Angebot ergänzen und schliesslich ersetzen. Prominente Beispiele hierfür sind E-Books, Online-Nachrichten oder -Reiseportale; sie sind gerade dabei, ihre physischen Der Autor Michael Schröder, Head of Business Consulting Zürich, Elca Informatik Pendants nach und nach zu verdrängen. Wenn dies schon heute so ist, was erwartet uns dann in den nächsten 10 bis 20 Jahren? Oft ist in Unternehmen zwar die Erkenntnis, nicht aber das nötige Wissen vorhanden, diese Themen erfolgreich anzugehen. Daneben ist auch eine Weiterentwicklung der Organisation als «menschliches System» nötig, was bei den Beteiligten nicht nur Begeisterung, sondern auch Konflikte, Ängste und Widerstände auslösen kann. Jetzt sind Consultants gefragt. Als unabhängige Partner bringen sie interne und externe Perspektiven zusammen, verbinden sie mit dem Produktportfolio und giessen das Ergebnis in eine umfassende digitale Strategie – dies alles unter Einbezug der Beteiligten und eines adäquatem Change- Managements. Consultants, die Unternehmen wirklich weiterbringen, sind nicht nur branchen- und IT-bezogen fit, sie zeichnen sich speziell auch dadurch aus, dass sie die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens und der darin arbeitenden Menschen erfassen und in entsprechenden «digitalen Strategien» berücksichtigen. Solche fachlich und sozial kompetenten Menschen können als Consultants eine spannende und abwechslungsreiche Karriere machen – gerade heute sind diese Perlen sehr gesucht. In Zeiten der Digitalisierung suchen Unternehmen fachlich und sozial kompetente Consultants. Bild: iStock Digital Transformation 07

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