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Digital Transformation 2016

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Know-who & -how

Know-who & -how Digital Lab: Innovationsplattform Das Digital Lab von Swisscom hat im Innovation Park der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) seine Pforten geöffnet. Vlad Trifa, Leiter Digital Lab bei Swisscom, erläutert das Engagement von Swisscom für die Entwicklung und Umsetzung von Pilotprojekten. Interview: Marc Landis Das Digital Lab von Swisscom erstreckt sich über mehr als 400 Quadratmeter und bietet unterschiedliche Arbeitsräume. Vlad Trifa, Head of Digital Lab, Swisscom Was verbirgt sich hinter dem Digital Lab? Vlad Trifa: Das Digital Lab ist eine Innovationsplattform, die für unsere Firmenkunden zugänglich ist. Wir laden sie ein, aktuelle Innovationstrends zu entdecken, sie anzufassen, auszuprobieren und zu verstehen, wie sie mit diesen neuen Technologien ihr Geschäft stärken können. Durch die Partnerschaft mit der EPFL kann Swisscom an Forschungsprojekten mit Labors und Studenten teilnehmen und so ihre Produkte und Leistungen verbessern. Indem wir unsere Kompetenzen bündeln, können wir Projekte umsetzen, die nicht nur innovativ, sondern vor allem praxisnah sind. Die Idee hinter dem Digital Lab war, Personen, Know-how, Technologien an einem einzigen Ort zusammenzubringen und ihn für unsere Kunden zugänglich zu machen. Was war die Motivation für das Projekt? Die zentrale Frage bei dem Projekt war: Wie gelingt es einem Unternehmen, das so gross und vielfältig ist wie Swisscom, sehr schnell Trends, Arbeitsmethoden und Technologien aufzuspüren, um unsere Kunden davon profitieren zu lassen? Alles, was man braucht, findet sich hier in der Schweiz: Dank unserer Technischen Hochschulen, die Spitzentalente aus der ganzen Welt anziehen, brauchen wir nicht ins Silicon Valley zu gehen. Warum haben Sie die EPFL ausgewählt? Durch unsere Präsenz auf dem Campus der EPFL erleben wir aktuelle und künftige Entwicklungen hautnah mit und haben Zugang zu erstklassigem Know-how. Multidisziplinäre Innovation stärkt die Bedeutung von Themen rund um die Digitalisierung: künstliche Intelligenz, Robotik, Internet der Dinge, Big Data, E-Health oder intelligente Städte. Die EPFL profitiert von einem dynamischen, unternehmerischen Ökosystem. Dieses Ökosystem von Start-ups wollen wir unterstützen und durch Veranstaltungen zum Thema Digitalisierung beleben. Was genau bieten Sie Ihren Kunden an? Das Digital Lab ist ein Arbeitsraum für die Umsetzung von Digitalisierungsprojekten. Das Prinzip ist einfach: Egal, wo sich unsere Kunden in ihrem Digitalisierungsprozess befinden, können sie ein Team an Mitarbeitenden ins Digital Lab schicken, wo sie gemeinsam mit einem interdisziplinären Expertenteam einen ersten Entwicklungssprint absolvieren. Der Mehrwert des Digital Lab besteht darin, nicht nur Technologien, sondern vor allem Methoden bereitzustellen, mit denen sich mehr als nur ein Modell erstellen lässt. Die Kunden verlassen das Digital Lab mit einer ersten Iteration einer echten Lösung, eines sogenannten Minimum Viable Product, das sie anschliessend testen und weiterent wickeln können. Inwiefern fördert dieser Ort die Innovation? Der Raum wurde so gestaltet, dass er vom Boden bis zur Decke maximale Produktivität und Zusammenarbeit fördert. Ein Teil der Räumlichkeiten ist im Übrigen für den Informationsaustausch, für Zusammenkünfte, Präsentationen, Veranstaltungen und Momente der Entspannung gedacht. Wir wollten auch, dass die Räume modular, innovativ und inspirierend sind. Unsere Sitzungsräume wurden etwa mithilfe von «WikiHouse» entworfen, einer Plattform, welche die Nutzung von Bauplänen nach dem Open-Source-Modell ermöglicht. 32 Digital Transformation

Konkurrenzdenken verhindert digitale Transformation Um die digitale Transformation erfolgreich anzugehen, ist abteilungsübergreifendes Teamwork eines der zentralsten Erfolgskriterien. Doch noch ist das Konkurrenz- und Silodenken in vielen Unternehmen eine grosse Hürde auf diesem Weg. Know-who & -how Der Autor Frank Schabel, Head of Marketing/ Corporate Communications, Hays Das Silo- und Konkurrenzdenken der Fachbereiche verhindert in Unternehmen die Umsetzung von Change-Massnahmen, die notwendig wären, um die digitale Transformation zu bewältigen und dadurch die Innovationskraft zu steigern. Dies hat sich in einer von PAC und Hays durchgeführten Studie gezeigt, für die 225 Fachbereichsleitern aus mittleren und grossen Unternehmen befragt wurden. Um von den Vorteilen des digitalen Wandels zu profitieren, so die Befragten, sollten vor allem agile Abläufe eingeführt, die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit ausgebaut und eine Vernetzung über Abteilungsgrenzen hinweg gefördert werden. Diese Ziele werden von vielen Unternehmen jedoch nicht erreicht, da die vorhandenen Abteilungssilos diese Ansätze blockieren. Und auch die oft propagierten durchlässigen Organisationsstrukturen oder flexiblere Steuerungsmechanismen sind bislang nur vereinzelt vollständig umgesetzt. Die Empirie zeigt dabei, dass dieses Resultat aus dem nach wie vor grossen Kostendruck resultiert. Er wird bei vielen immer noch als eine grössere Herausforderung wahrgenommen als die digitale Transformation. Speziell Grossunternehmen verhindern die unternehmensweite Zusammenarbeit eher, wenn sie Fachbereiche in Profitcenter umbilden und mit diesem Schritt die interne Vernetzung vernachlässigen. Diese Betriebsstruktur behindert sie nun im digitalen Zeit alter. Agile Methoden auf dem Vormarsch Laut den Befragten führe die digitale Transformation zum einen zu mehr Eigenverantwortung für die Mitarbeiter, und zum anderen seien agile Strukturen erforderlich, die eher dem Projekt- statt dem Prozesscharakter verpflichtet sind. Erfreulich ist, dass die Mehrheit der Befragten in diesem zweiten Punkt bereits gut vorangekommen ist: 66 Prozent halten agile Methoden für wichtig, 40 Prozent nutzen sie bereits. Wer den digitalen Wandel also erfolgreich adressieren will, sollte sich intensiv mit der Organisation von Projektarbeit beschäftigen. Der Anteil von Projekten an der gesamten Arbeit wird im Zuge der Digitalisierung weiter zunehmen – ein Trend, der übrigens auch zu einem steigenden Einsatz externer Spezialisten führt, welche die unternehmensinternen Fachkräfte unterstützen und ergänzen. Dass heute gemäss Studien jedes sechste Projekt scheitert, ist in diesem Zusammenhang jedoch besorgniserregend. Dies liegt vor allem an einer unrealistischen Projektplanung und daran, dass notwendige Entscheidungen nicht getroffen werden. Alte Welt gegen neue Welt Die Probleme hören aber nicht bei gescheiterten Projekten auf. Auch das Marktumfeld wird zunehmend rauer. Trotzdem muss das Kerngeschäft weiter wie gehabt funktionieren. In diesem Spagat stecken viele der befragten Unternehmen. Nur: Die erprobten Führungs-, Organisations- und Prozessstrukturen entsprechen nicht den für die Förderung von Innovationen und agileren Abläufen notwendigen Change-Massnahmen. So dominiert vielerorts noch die «alte Welt» mit ihren herkömmlichen Sichtweisen, Methoden und Abläufen. Dazu gehören hierarchische Strukturen und hocheffiziente Abläufe, die als ein probates Mittel gegen den wachsenden Preis- und Kostendruck angesehen werden. Unternehmenslenker, die den digitalen Wandel erfolgreich adressieren wollen, müssen sich dieser Herausforderungen und Zwickmühlen bewusst sein. Eine Lösung für manche Unternehmen lautet, sich aufzuspalten in eine traditionelle Einheit, die weiterhin das Kerngeschäft pflegt, und in eine startup-ähnliche Organisation, die neue Geschäftsfelder eröffnet und dabei unter Umständen sogar die Disruption der Kernmärkte gefährdet. Beispiele hierfür liefern etwa verschiedene Banken oder Medienkonzerne, deren Onlineeinheiten zunehmend eigenständig agieren. Wenn sich Unternehmen nicht schnell verändern, wird sich dieser Trend verstärken. Zur STUDie Eine Bestandsaufnahme der strukturellen und organisatorischen Änderungen sowie Herausforderungen, die Unternehmen mit dem digitalen Wandel verbinden, finden Sie in der Studie «Von starren Prozessen zu agilen Projekten – Unternehmen in der digitalen Transformation» von PAC und Hays unter: www.hays.ch/studien Digital Transformation 33

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