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Fintech & Insurtech 2021

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xxxxxx Bild: pch.vector/Freepik Payment im Wandel kfi. Die Schweizer Bezahllandschaft befindet sich im Wandel. In den Onlineshops von Digitec Galaxus etwa gibt es seit rund zwei Jahren die Möglichkeit, per Kryptowährung zu bezahlen. Damals hiess es, dass damit entsprechende Zahlungsmittel endlich massentauglich würden. Wie es Digitec Galaxus seither mit der Krypto-Bezahloption ergangen ist, erläutert Oliver Herren, Chief Innovation Officer des Unternehmens, im Interview auf Seite 37. Nicht zuletzt wegen Corona hat sich das gesamte Schweizer Bezahlverhalten verändert – online wie offline. Gemäss dem aktuellen Swiss Payment Monitor der Universität St. Gallen und der ZHAW ist Barzahlung dieses Jahr erstmals nicht mehr die häufigste Bezahlmethode. Ab Seite 38 schreibt Tobias Trütsch von der Universität St. Gallen, dass nun die Bezahlung per Debitkarte die Liste anführe. Er ist sich sicher, dass dieser Wandel hin zu bargeldlosem Bezahlen fortschreiten werde. Auch Schweizer Banken müssen sich für die Zukunft des Bezahlens rüsten. Ab dem Jahr 2024 müssen sie je nach Grösse in der Lage sein, Instant Payments respektive Echtzeitüberweisungen zu empfangen. Was hier die Vorteile und Anforderungen sind, beschreibt David Huber von Ergon Informatik ab Seite 40. 36 Fintech & Insurtech

« Wir bedienen mit dieser Bezahloption klar eine Nische » Im Jahr 2019 hat Digitec Galaxus Kryptowährungen als Zahlungsmittel eingeführt. Seither können Kundinnen und Kunden ihre Einkäufe unter anderem mit Bitcoin berappen. Wie das bisherige Fazit lautet und wie es mit der Bezahloption weitergeht, erklärt Oliver Herren, Chief Innovation Officer bei Digitec Galaxus. Interview: Kevin Fischer FOCUS Oliver Herren, Chief Innovation Officer bei Digitec Galaxus. Wie kam es überhaupt dazu, dass Digitec Galaxus eine Krypto-Bezahloption integrieren wollte? Das Anbieten einer Zahlungsart in dem Bereich war schon länger als Projekt auf unserer Meilensteinplanung respektive Roadmap vorhanden. Letztlich hat sich ein Entwicklerteam das Projekt geschnappt, da die Thematik inhaltlich spannend ist. Was waren bei der Implementierung der Lösung die grössten Herausforderungen und Hürden? Die Integration von Coinify zusammen mit Datatrans ist aus unserer Sicht reibungslos verlaufen. Ehrlicherweise kam für uns eine Implementierung auch erst infrage, als die Anbindung mit vertretbarem Aufwand zu bewältigen war. Was sind die Unterschiede beim Betreiben und beim Unterhalt dieser Bezahloption im Vergleich zu den anderen Optionen? Für uns gibt es keinen Unterschied. Wir erhalten bei der Bezahlung nach wie vor Schweizer Fiatgeld. Das bedeutet, dass wir uns nicht mit der Bewertung und der Speicherung von Kryptowährungen auseinandersetzen müssen. Vor über zwei Jahren hat Digitec Galaxus in seinen Onlineshops die Bezahloption mit Kryptowährungen lanciert. Was ist das bisherige Fazit? Oliver Herren: Unsere Kundinnen und Kunden nutzen die Möglichkeit, auf Digitec und Galaxus ihre Onlineeinkäufe mit Kryptowährungen zu bezahlen. Wir bedienen mit dieser Bezahloption aber klar eine Nische. Mit welchen Kryptowährungen zahlt die Kundschaft bisher am liebsten? Betrachten wir die Höhe der Beträge und auch die Anzahl der Zahlungen, steht Bitcoin einsam an der Spitze. Am zweitliebsten bezahlen unsere Kunden mit Ethereum. Tether rangiert auf Platz drei, wenn es um die Höhe der Beträge geht. Anzahlmässig mehr Zahlungen werden jedoch mit Litecoin getätigt. Aus Sicht eines Kryptoinvestors wären natürlich Stablecoins zu bevorzugen, da die Transaktionskosten tief sind und es keine starken Wertschwankungen gibt. Wie man sieht, bezahlen aber dennoch die meisten mit Bitcoin. Was glauben Sie: Wie wird sich die Nutzung der Bezahloption mit Kryptowährung bei Digitec Galaxus künftig entwickeln? Gute Frage. Es ist schwierig einzuschätzen, da der Bereich volatil ist. Ich vermute, dass die Nutzung von Kryptowährungen weiter zunimmt. Die Wahrscheinlichkeit ist aber gross, dass es in Zukunft zu einer starken Bereinigung in dem Bereich kommt. Es werden kaum alle der aktuellen Kryptowährungen die nächsten fünf bis zehn Jahre überleben. Kryptowährungen sind vermutlich im Hype-Zyklus auf dem Weg zum Gipfel der überzogenen Erwartungen. Gibt es Pläne, diese Bezahloption auszubauen oder zum Beispiel auf das Ausland auszuweiten? Die Funktionalität in den verschiedenen Ländern wird so weit möglich angeglichen, damit wir in einer einheitlichen Umgebung arbeiten können. Aber konkret geplant haben wir in dem Bereich noch nichts. Das Interview finden Sie auch online www.netzwoche.ch Fintech & Insurtech 37

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