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IT for Finance 2017

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daten und deren

daten und deren potenzielle Einsatzgebiete, sind auch hier neue Ertragsmodelle denkbar. Zielgerichtetes Marketing, basierend auf aggregierten Transaktionsdaten der Kunden, wird beispielsweise von der Postfinance («Benefit») bereits eingesetzt. Der eigentliche Umsatz stammt dabei von den teilnehmenden Firmen, die sich versprechen, mit dem Tool potenzielle Kunden zu erreichen. Demokratisierung von Produkten und Dienstleistungen Ein weiterer Vorstoss von Fintechs in den Bankenmarkt sind Innovationen im Bereich der persönlichen Finanzverwaltung. Den Kunden wird ermöglicht – auch ohne fortgeschrittene Finanzkenntnisse – komplizierte Dienstleistungen zu nutzen. Beispiele sind das Kredit- und Depotgeschäft oder die individuelle Automatisierung mühsamer Tätigkeiten wie Geldsparen (z. B. Digit), Budgetmanagement (z. B. Centralway Numbrs) und Saldokorrekturen (z. B. Safetynet). Die Fintechs treffen damit den Nerv der Zeit: mobil, schnell, einfach und individuell zugeschnitten. Ein Wandel im Konsumentenverhalten bezüglich persönlicher Daten spielt dabei eine entscheidende Rolle. Gemäss einer Studie von Deloitte steigt die Bereitschaft, persönliche Daten zu teilen, typischerweise dann an, wenn der Kunde durch die Datenanalyse einen individuellen Nutzen sieht oder auf das individualisierte Produkt nur ungern verzichtet. Gleichzeitig treiben die Fintechs die Demokratisierung von individuell zugeschnittenen Produkten und Dienstleistungen in der Finanzbranche voran. Durch die stetige Weiterentwicklung von Algorithmen, zum Beispiel durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz, ist ein persönlich zugeschnittenes Produkt mit deutlich niedrigerem Aufwand und zu geringeren Preisen realisierbar geworden. Ursprünglich wohlhabenderen Kunden vorbehaltene Produkte werden dadurch für den breiten Massenmarkt zugänglich. Die Kunden sind vergleichbare Entwicklungen aus anderen Branchen (z.B. Uber Black Car, Outfittery) längst gewohnt und stellen diese Erwartungen zunehmend auch an die Finanzindustrie. Produktinnovation, Kundenerlebnis und Analytics sind Schlüsselfähigkeiten Die Open-Banking-Revolution bietet Banken, Fintechs und anderen Drittanbietern bereits eine Vielzahl an Möglichkeiten, mit neuen Ertragsmodellen erfolgreich zu sein. Einer der Erfolgsfaktoren wird die Nutzung von vorhandenen Daten, um für den Kunden einen Mehrwert zu erzeugen. Gezielte Partnerschaften mit Fintechs und Technologieunternehmen sind eine Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten der Banken in den Bereichen Produktinnovation, Kundenerlebnis und Analytics auszubauen. Etablierte Banken sollten die frühe Phase der Open-Banking-Revolution daher als Chance verstehen. Eine Chance, die eigenen Kernkompetenzen mithilfe von strategischen Partnerschaften in innovative Ertragsmodelle zu transformieren und sich so einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil zu sichern. BANKING 21

BANKING Voraussetzungen für erfolgreiche Digitalisierungsprojekte Digitalisierungsprojekte sind Unternehmensprojekte. Sie werden vom «Business» angestossen und sollten keine Rücksicht auf die technischen Rahmenbedingungen nehmen müssen. Meist sind bestehende Kern- und Umsysteme zu integrieren. Entscheidend ist die Datenqualität. Alles beginnt mit der passenden Datenqualität Eine einfache Verständigung setzt voraus, dass man die gleiche Sprache spricht. Wenn das nicht der Fall ist, zieht man einen Dolmetscher bei. Genauso ist es bei Digitalisierungsprojekten. In der Finanzbranche mit ihren langlebigen IT-Anwendungen müssen für die Automatisierung von Prozessen oft mehrere Systeme unterschiedlichen Alters Daten austauschen. Entscheidend sind also korrekte, aufeinander abgestimmte Daten. Damit kommt einer zentralen «Autorität» eine Schlüsselrolle für die Harmonisierung und die richtige Interpretation der Daten zu. Nur so können Prozesse mit einer hohen Qualität digitalisiert werden. Datendrehscheibe: Weit mehr als nur «Dolmetscher» Somit drängt sich eine zentrale Plattform auf, die sicherstellt, dass alle beteiligten Anwendungen einander verstehen. Diese stellt übergeordnet den «Single Point of Truth» sicher und dient der Harmonisierung der Informationen. Zudem bietet sie ein zentrales Interface zur Pflege dieser Masterdaten. Die Sicher heit muss gewährleistet sein: Berechtigungsmanagement, Prüfspur und (bitemporale) Historisierung müssen sicherstellen, dass sich nur Berechtigte mit den Daten befassen und jede Mutation nachvollzogen werden kann. Dieser Ansatz über eine zentrale Plattform ersetzt also herkömmliche Methoden und in weitem Masse die Handarbeit. Wenn im Digitalisierungsprojekt sowieso alles über diese Datendrehscheibe läuft, wieso nicht auch zusätzliche Businesslogik implementieren, die mit der Digitalisierung eines Prozesses hinzukommt? Dazu muss der «Dolmetscher» aber noch etwas mehr können: etwa Businessprozesse managen (BPM); komplexe Logik ausführen; ein Web-Benutzerinterface bereitstellen; Daten auswerten und in gewünschter Form darstellen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die kostspielige Beschaffung und aufwändige Integration verschiedener Middleware-Werkzeuge entfällt und der Wartungsaufwand wird reduziert. Der Autor Kurt Meier, Business Consultant, Business Development Datalizard Direkt in die Umsetzung involvierte Branchenexperten sind der Schlüssel zu effizient umgesetzten und breit akzeptierten Lösungen. Das bedingt den Einsatz von Werkzeugen, welche die technische Komplexität eliminieren und Hilfestellungen für den fachlich getriebenen «Bau» von Lösungen geben. So kann auch mit einem überschaubaren Projekt gestartet werden, da hohe Vorinvestitionen entfallen. Digitalisierungsprojekte aus einem Guss Die Sicherstellung der Datenqualität und die Umsetzung der Businessfunktionalität haben also die gleichen Anforderungen. Eine Plattform zur sicheren Bewirtschaftung von Stamm- und Referenzdaten beinhaltet ein Anwenderportal, eine Workflow-Engine, Geschäftslogik, die Sicherheit und Nachvollziehbarkeit, Historisierung und vielfältige Auswertungen. Wenn darüber hinaus die Fachabteilungen direkt in die Umsetzung einbezogen sind, können Digitalisierungsprojekte wie Client Onboarding, Selfservice- Portale oder die Automatisierung von Backoffice-Prozessen auf einem soliden Fundament schnell umgesetzt werden. Vielfacher Wunsch: Klein starten und schnell Lösungen präsentieren Die IT-Abteilungen sind heute stark gefordert. Neue Betriebskonzepte und die Zukunftstauglichkeit der Kernlösungen stehen im Zentrum. Die Ressourcen sind oft limitiert: Kostendruck und Mangel an Fachkräften schlagen hier voll durch. Einen Ausweg bietet der enge Einbezug der Fachabteilungen in den Entwicklungsprozess. Diese sind meistens im Lead für neue Projekte. 22

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