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IT for Gov 2020

BESCHAFFUNG Berner

BESCHAFFUNG Berner Beschaffungswesen mit Problemen rja. Das Beschaffungswesen des Kantons Bern läuft nicht so, wie es sich die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rates wünscht. Zur Professionalisierung des Einkaufs, und um Geld zu sparen, hatte der Kanton Anfang 2015 fünf zentrale Beschaffungsstellen geschaffen, wie die «Berner Zeitung» schreibt. Nun wollte die Ratskommission den Erfolg dieser Massnahme überprüfen und hatte einiges zu kritisieren. Einerseits konnte der Kanton der GPK keine «gesamtstaatliche Übersicht über alle Beschaffungen ab einem Wert von 50000 Franken» überreichen, schreibt die «Berner Zeitung». Eine solche Aussage sei erst im Jahr 2025 möglich, wenn laut der Kantonsregierung «die zweite Phase der Einführung des neuen ERP-Systems abgeschlossen sei». Es sei bedenklich, dass bis zu diesem Zeitpunkt nicht gesagt werden könne, was und wie viel der Kanton beschaffe und wie viel die zentrale Beschaffungsstelle einspare. Nicht immer wird zentral beschafft Zudem stellte die GPK fest, dass durchaus nicht alle Beschaffungen über die zentralen Stellen laufen. Sie prüfte dazu die Fahrzeugbeschaffungen der letzten 18 Monate anhand einer von den Direktionen zusammengetragenen Liste. Es seien trotz der zentralen Beschaffungsstelle Mobilität nicht alle Fahrzeuge über diese Stelle eingekauft worden. Die Kommission habe den Eindruck, dass von oben her nicht kontrolliert werde, ob Beschaffungen nach vorgegebenen Standards ablaufen und ob Beschaffungen gleicher Elemente möglichst gebündelt würden. Dementsprechend plädiert die GPK für eine Standardisierung der Beschaffungsprozesse und für einen Ausbau der Kontrollen. Gegenüber der «Berner Zeitung» verweist der Vorsitzende der Kantonalen Beschaffungskonferenz, Thomas Fischer, auf veraltete Software. Wegen dieser fehlten dem Kanton heute die Daten, um festzustellen, ob Ämter wild einkauften. In der Kantonsverwaltung werde bis 2025 die Unternehmensmanagementsoftware SAP eingeführt, die mehr Überblick über Finanzen und Beschaffungen geben soll. Mehr Professionalisierung und Zentralisierung gebe es nicht gratis, erklärte Fischer weiter. Dafür müsste der Kanton ausgebildete Beschaffungsfachleute anstellen und Den vollständigen Artikel fin- dazu gebe es aber aus der Politik «bisher noch eher ambivalentden Sie online www.netzwoche.ch Signale». Anzeige Die Zahlungslösung für Behörden BillingOnline Die Post bietet mit BillingOnline eine praktische E-Commerce-Zahlungslösung. Sie lässt sich einfach an die gängigen Online-Schalter-Lösungen und Ihr Bankkonto anbinden. Bei Vertragsabschluss bis zum 31. Dezember 2020 profitieren Sie von 500 Franken Rabatt. post.ch/billingonline Jetzt 500 Franken sparen! 26 ITforGov

Schweizer Behörden hadern mit dem Homeoffice Schweizer Verwaltungen haben Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung. Nur ein Viertel der Beamten konnte während der Coronakrise Vollzeit im Homeoffice arbeiten. Der Anteil ist deutlich geringer als in der ICT-Branche, liegt aber nur wenig unter dem schweizerischen Durchschnitt. Autor: René Jaun BESCHAFFUNG Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Hunderttausende Schweizer Angestellte haben während der Corona krise von zuhause aus gearbeitet. Doch nicht überall war das problemlos möglich. Eine Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte stellt insbesondere der öffentlichen Verwaltung ein schlechtes Zeugnis aus: Demnach konnten nur 25 Prozent aller Verwaltungsangestellten während Corona Vollzeit im Homeoffice arbeiten. Konkreter waren es 27 Prozent auf Kantons- und 15 Prozent auf Gemeindestufe. Im Gesundheits- und Sozialwesen lag der Anteil bei 16 Prozent. Verglichen mit anderen Bereichen sind diese Anteile tief. So haben in den Branchen Informations- und Kommunikationstechnologie 65 Prozent der Beschäftigten zu hundert Prozent im Homeoffice gearbeitet, im Finanz- und Versicherungswesen 50 Prozent und in der Maschinenindustrie noch 31 Prozent, wie das Beratungsunternehmen weiter schreibt. Es besteht Handlungsbedarf Es sei die erste Umfrage gewesen, bei der Deloitte die Möglichkeit zu Homeoffice in den öffentlichen Verwaltungen in der Schweiz angefragt habe, sagt Rolf Brügger, Director for Government & Public Services bei Deloitte Schweiz, auf Anfrage. «Die Umfrageergebnisse deuten jedoch an, dass sich der Anteil der Verwaltungsangestellten, die nun aufgrund der Krise die Möglichkeit haben, von zuhause aus zu arbeiten, erhöht hat.» Für die öffentliche Verwaltung bestehe ein klarer Handlungsbedarf für bessere technologische Lösungen, führen die Studienautoren aus, zumal technische Schwierigkeiten beim virtuellen Arbeiten einen direkten Einfluss auf die Leistung und die Qualität der Tätigkeiten hätten. Nur 29 Prozent der befragten Verwaltungsangestellten gaben an, ihre Arbeitgeber hätten ihnen die technischen Voraussetzungen für virtuelles Arbeiten sofort bereitgestellt. Demgegenüber kämpften 71 Prozent «mit Frustrationen, weil die technische Aufrüstung zu einem effizienten Homeoffice mehrere Tage oder gar Wochen dauerte oder nie erfüllt wurde». Homeoffice-Anteil ist kantonsabhängig Nicht in allen Kantonen scheint es mit dem Homeoffice so schlecht zu laufen, wie die Umfrage suggeriert. «Bei uns hat wesentlich mehr als die Hälfte des Personals im Homeoffice gearbeitet», schreibt etwa Karlheinz Holenstein, Geschäftsführer des Kommunikationsnetzes St. Gallen. Etwa die Hälfte der Mitarbeitenden sei schon vor Corona mit Notebooks ausgestattet gewesen. «Im Rahmen der Homeoffice-Offensive wurden weitere, zum Teil ausgemusterte Notebooks wieder eingesetzt, und sogar Desktops wurden samt Bildschirm mit nach Hause genommen.» Einen höheren Anteil habe er sich nicht gewünscht, zumal schlicht nicht alle Mitarbeitenden von zuhause aus arbeiten könnten. Thomas Fischer, Stabschef des Informatikamts des Kantons Bern (KAIO), geht ebenfalls von einem höheren Anteil aus. «Dies, weil der Regierungsrat im März Homeoffice für alle Kantonsmitarbeitenden – sofern dienstlich vereinbar – angeordnet hat. Wir wissen zudem, dass wir weniger technische Schwierigkeiten beim Ermöglichen von Homeoffice hatten als andere Kantone», schreibt er auf Anfrage. Bund liegt über dem gesamtschweizerischen Schnitt Eine Mehrheit der Verwaltungsangestellten (56 Prozent) spricht sich in der Umfrage für mehr E-Government aus. Zudem zeige die Studie, dass 31 Prozent aller Befragten während der Coronakrise ihre Meinung zu digitalen Diensten positiv verändert hätten. Der gesamtschweizerische Schnitt aller Umfrageteilnehmer, die während der Pandemie Vollzeit im Homeoffice arbeiten konnten, beträgt 30 Prozent. Unter den befragten Bundesangestellten war der Anteil sogar höher, er lag bei 33 Prozent. HOMEOFFICE BEI DEN BEHÖRDEN Konnten Sie während der Coronakrise im Homeoffice arbeiten? Ja, vollständig Ja, zum Teil Nein, gar nicht Gesamtdurchschnitt aller Institutionen / Unternehmen der öffentlichen Hand Öffentliche Verwaltung (Bund) Öffentliche Verwaltung (Kanton) Öffentliche Verwaltung (Gemeinde) Gesundheits- und Sozialwesen Verkehr und Transport 33% 27% 15% 16% 20% 25% 30% 29% 27% 31% 36% 32% 55% 56% 53% 44% 31% 41% Quelle: Deloitte ITforGov 27

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