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IT for Government

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BESCHAFFUNG Das ist ein

BESCHAFFUNG Das ist ein Problem des Schweizer Föderalismus. Wegen Doppelspurigkeiten und der Notwendigkeit, 27 politische Systeme aufeinander abzustimmen, geht der Prozess sehr langsam voran. Leider scheiterte 2008 ein Versuch des Bundes, ein einheitliches Schweizer Beschaffungsrecht zu schaffen, am Widerstand der Kantone. Daher versuchen Bund und Kantone nun, das Beschaffungsrecht gemeinsam zu überarbeiten – was sehr lange dauert. Ein weiteres Problem ist der im Hintergrund schwelende Konflikt zwischen Wirtschaftszweigen und verschiedenen Interessen gruppen: Während die Bauwirtschaft, die vor allem auf Kantons ebene viel Einfluss hat, nach meiner Wahrnehmung eine eher zurückhaltende Reform will, die den Preisdruck nicht erhöht, haben die Dienstleistungs- und vor allem die ICT-Branche hohes Interesse an einer Flexibilisierung der Verfahren. Diese Interessenkonflikte manifestieren sich auch in Differenzen zwischen Bund und Kantonen, etwa über die Möglichkeit von Verhandlungen, was das Verfahren weiter verlangsamt. Die Kantone suspendieren nun etwa ihren Gesetzgebungsprozess, bis das Bundesparlament mit dem Geschäft fertig ist, was das Ganze um weitere zwei Jahre verzögert. Wann ist mit der Verabschiedung der Reform zu rechnen? Mein aktueller Wissensstand ist, dass das Bundesparlament noch in diesem Jahr mit der Botschaft befasst wird. Damit braucht es wohl das Jahr 2017 für den parlamentarischen Prozess auf Bundesebene, und anschliessend müssen die Kantone ihr Konkordat, die IVöB, entsprechend anpassen und in jedem Kanton das Beitrittsverfahren starten. Ich gehe daher davon aus, dass das neue Recht für die meisten Kantone nicht vor 2019 in Kraft treten kann. Was verändert sich durch die neuen WTO-Regeln? Welche Verfahren wird es neu geben? Wir schaffen unter anderem die Möglichkeit des Dialogs, der elektronischen Offerteingaben und Auktionen. Ob und in welchem Umfang Verhandlungen möglich werden, ist noch offen. Die Regeln für Vergaben an Staatsunternehmen wie Bedag oder Abraxas werden klarer, und der Rechtsschutz wird tendenziell ausgebaut. Aber grundsätzlich bleiben die Verfahren und Strukturen unverändert. Durch die sich weiter beschleunigende Digitalisierung der Wirtschaft kommt auch die öffentliche Verwaltung unter Druck, schneller zu digitalisieren. Wie kann schnell genug digitalisiert werden, wenn die Beschaffungsprozesse so träge sind? Der Rückstand der Schweiz im E-Government ist meiner Meinung nach kein Problem des Beschaffungswesens, sondern ebenso ein Problem des Föderalismus: Wegen der breit verstreuten Zuständigkeiten und der hohen Regulierungsdichte dauert es viel länger, vor allem behördenübergreifende Prozesse zu digitalisieren. Im Kanton Bern etwa müssen wir demnächst ein Gesetz anpassen, um zu ändern, dass jede Eingabe an den Staat von Hand unterschrieben sein muss. Solche Regeln, die von papiergebundenen Prozessen ausgehen, können in der öffentlichen Verwaltung nicht immer rasch angepasst werden. Und es ist auch aufwändig, die unterschiedlichen Prozesse, Systeme und Interessen der an einem Geschäftsprozess beteiligten Behörden verschiedener Staatsebenen aufeinander abzustimmen. Welche Rahmenbedingungen wünschen Sie sich für das öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz? Aus der Sicht der ICT wünsche ich mir möglichst viel Flexibilität unter Einhaltung der Grundsätze des Beschaffungswesens: Wirtschaftlichkeit, Transparenz, Gleichbehandlung, Wettbewerb. Und, meine persönliche Meinung: Der Staat muss sich beim Beschaffen zwar vorbildlich verhalten, etwa in Bezug auf gesetzliche Vorgaben wie Umweltschutz und Arbeitsbedingungen, aber die Politik sollte davon absehen, das Beschaffungswesen dafür einsetzen zu wollen, volkswirtschaftliche oder gesellschaftliche Probleme zu lösen, auf die das Beschaffungswesen nur sehr begrenzt Einfluss nehmen kann – wie das Problem des starken Frankens, der Marktstellung von KMUs oder gesellschafts- beziehungsweise sozialpolitische Politikziele. Dafür gibt es effektivere politische Instrumente. Was wünschen Sie sich von potenziellen Lieferanten/ Anbietern von ICT-Lösungen für die öffentliche Verwaltung? Ich wünsche mir Verständnis für die besonderen Herausforderungen des öffentlichen Beschaffungswesens, die Bereitschaft, sich darauf einzulassen, auch wenn es manchmal anstrengend ist – und aktives Feedback, damit wir wissen, wo wir als Beschaffende besser werden können. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode ITFG1619 26

PORTRÄT Abraxas-Hauptsitz in St. Gallen. Zuverlässige IT beginnt bei der Wahl des Partners Die Abraxas Informatik AG ist ein national tätiges IT-Dienstleistungsunternehmen mit über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Standorten in allen Sprachregionen der Schweiz. Das Unternehmen mit Hauptsitz in St. Gallen verfolgt die Vision der vernetzten Verwaltung und bedient Kunden im Umfeld der öffentlichen Hand sowie Privatunternehmen mit Dienstleistungen in den Bereichen E-Government, Mobile Solutions, Cloud Solutions, Softwareentwicklung und IT-Outsourcing. Das Angebot von Abraxas reicht von Beratung und Projektleitung über Softwareentwicklung bis hin zum Betrieb kompletter IT- Infrastrukturen in den eigenen Rechenzentren. Unser Softwareportfolio umfasst Fachapplikationen für Gerichte und Gefängnisse, Polizeikorps, Steuer-, Strassenverkehrs- und Berufsbildungsämter sowie die Berufsberatung. Als Schweizer IT-Unternehmen garantiert Abraxas konsequente Datenhaltung in der Schweiz und unterstützt öffentlichen Verwaltungen und Unternehmen bei der Umsetzung prozessorientierter IT-Strategien. Zu unseren Kunden gehören Organisationen mit hohem Anspruch an die Zuverlässigkeit und Sicherheit ihrer IT-Systeme – darunter Polizeikorps, Sozialversicherungen, Steuerämter und der Bund. E-Government Abraxas engagiert sich in diversen Fachgremien zum Thema E-Government und gestaltet die Vision der vernetzten Verwaltung aktiv mit. Sei dies durch Prozessverlängerungen in unseren bewährten Fachapplikationen, Individualentwicklungen für die Abwicklung von E-Government-Prozessen oder Infrastrukturen für den Einsatz von effizienten Datendrehscheiben. Cloud Solutions Cloud-Angebote sind günstig, flexibel und rasch verfügbar. Sie sorgen aber auch für Ungewissheiten hinsichtlich Daten- und Rechtssicherheit. Mit «TrustSourcing» bietet die Abraxas Informatik AG ihren Outsourcing-Kunden alle Vorteile eines Cloud- Services, kombiniert mit der Sicherheit und Zuverlässigkeit eines herkömmlichen Outsourcing-Angebots. Abraxas ist vierfach ISO-zertifiziert Um den hohen Qualitätsansprüchen unserer Kunden entsprechen zu können, unterziehen wir unsere Organisation einer regelmässigen Überprüfung nach ISO-Standard. Abraxas ist in folgenden Bereichen zertifiziert: ∙∙ Qualitätsmanagement (ISO 9001) ∙∙ Informationssicherheit (ISO 27001) ∙∙ IT-Service-Management (ISO 20000) ∙∙ Umweltmanagement (ISO 14001) Mobile Solutions Wir bieten öffentlichen Verwaltungen und mittelständischen Unternehmen mobile End-to-End-Lösungen aus einer Hand – von der Ideenfindung über die Entwicklung bis zum Betrieb. Unsere Kunden profitieren von Enterprise-Lösungen aus einem Guss, die den höchsten Anforderungen an Sicherheit und Anwenderfreundlichkeit gerecht werden. ABRAXAS INFORMATIK AG Rosenbergstrasse 30 Tel.: +41 58 660 00 00 9001 St. Gallen info@abraxas.ch | www.abraxas.ch 27

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