Aufrufe
vor 3 Jahren

IT for Health 01/2016

  • Text
  • Patienten
  • Wearables
  • Gesundheitswesen
  • Epdg
  • Patientendossier
  • Schweiz
  • Swiss
  • Schweizer
  • Forum
  • Elektronische

Special Voip im Spital

Special Voip im Spital Ärztezentren rüsten auf cloudbasierte telefonie um Immer mehr Leistungen werden heute in die Cloud ausgelagert und von externen Profis betrieben. Damit einher gehen eine raschere Umsetzung künftiger Innovationen, einfachere Dienste und tiefere Kosten. Das Schlossberg Ärztezentrum in Frauenfeld macht es vor und ersetzt seine alte Telefonanlage durch IP-Telefonie. Sicherer, professioneller, günstiger. Dies sind die Versprechen der Cloud-Lösung, der Auslagerung der hauseigenen Telefonanlage an einen Provider. Doch lohnt sich dieser Schritt? Ist man doch dann von einem Dritten abhängig. Der Autor Stefan Meier, CEO und Gründer von E-Fon Es spricht alles für die Cloud Der Einsatz cloudbasierter IP-Telefonie hilft, die eigenen Investitionen und Kosten zu senken. Bei der Neuanschaffung einer klassischen, physischen Telefonanlage fallen Kostentreiber an wie Infrastruktur, die vor Ort installiert und betrieben werden muss, die dazu benötigte Schulung sowie die Bereitstellung von Personal. Bei einer Cloud-Lösung von E-Fon werden diese Aufwände ausgelagert. Der Kunde passt seine Einstellungen ganz einfach über das Webportal seinen Bedürfnissen an. Die Infrastruktur wird aus einer zentralen Umgebung heraus verwaltet. Dadurch spart der Kunde Anschaffungskosten und reduziert laufende Kosten. Gleichzeitig wird die Verfügbarkeit der Services erhöht und die Sicherheit der Infrastruktur gestärkt. Denn der Kunde profitiert davon, dass die Anbieter sowohl die Sicherheitsvorkehrungen als auch die Funktionalitäten laufend erweitern. Virtuelle Telefonanlagen bestechen gerade durch ihren modularen Aufbau. Zeitgemässe Vernetzung und ISDN-Abschaltung – ein Ärztezentrum macht’s vor Das Schlossberg Ärztezentrum und die Tagesklinik in Frauenfeld stellen mit über 20 Arztpraxen an drei verschiedenen Standorten die ambulante medizinische Versorgung im Thurgau West sicher. Bei der Ablösung der ausgedienten Telefonanlage standen Aspekte wie gesicherter Notfalldienst, Verfügbarkeit der Dienstärzte während sieben Tagen die Woche, aber auch die effiziente Vernetzung der verschiedenen Standorte und Praxen sowie die geplante ISDN-Abschaltung im Vordergrund. Das neue System sollte möglichst passend die organisatorische Struktur des Zentrums abbilden. Einstellungen sollten durch die Praxisassistentinnen einfach bedient und den ändernden Bedürfnissen zeitnah angepasst werden. Die cloudbasierte E-Fon-Pro-Lösung Die IP-Telefonie von E-Fon ermöglicht die einfache Steuerung der ankommenden Anrufe. Diese werden ad hoc oder nach gewünschtem Zeitplan an die richtigen Stellen weitergeleitet. Dadurch gestaltet sich die Vernetzung des Schlossberg Ärztezentrums für Patienten, medizinische Fachkräfte und Spezialärzte deutlich einfacher und weiterhin sicher. Schliesslich stehen alle Server in der Schweiz. Sämtliche Geräte – kabellose DECT-Telefone mit Empfang in allen Gebäuden wie auch schnurgebundene Apparate – werden über IP an die E-Fon-Cloud angeschlossen. Für die IP-Telefonie ist ein dedizierter Internetanschluss vorgesehen. Daten werden durch einen separaten Kanal verschickt. Für 20 parallel geführte Gespräche sind 2 Mbit/Sek. Bandbreite empfohlen. Bei einer lokalen Störung werden Anrufe automatisch auf eine vordefinierte Nummer umgeleitet. Dabei schaltet das System auf eine Zweitleitung oder, im Extremfall, auf eine externe Notfallnummer. Alle Nummern werden im Vorfeld individuell definiert und bei Bedarf vom Praxispersonal geändert. Dank Interactive Voice Response (IVR) werden für ausserhalb der ordentlichen Öffnungszeiten eingehende Anrufe individuelle Auswahllisten hinterlegt, anhand derer der Anrufer entscheiden kann, ob er später nochmals anrufen, eine Nachricht hinterlassen oder mit einer Notfallstelle verbunden werden will. Welche Cloud-Lösung für welche Bedürfnisse? Virtuelle Telefonanlagen bestechen gerade durch ihren modularen Aufbau. Der Kunde legt fest, welche Komponenten er braucht. Die Projektdauer für die Umstellung variiert je nach Komplexität der Anforderungen. Kleinere Zentren können schon nach einem Monat umgestellt werden, komplexere Zentren benötigen rund vier Monate. Entscheidend ist die richtige Wahl des Anbieters: Ein erfahrener, kompetenter Partner bietet mehr Service und Sicherheit. 12

«Eine saubere Abklärung der Bedürfnisse ist Pflicht» Die ISDN-Abschaltung kommt. Eigentlich kein Problem, es gibt ja zahlreiche Lösungen auf dem Markt. Doch Kliniken haben besondere Anforderungen. Stefan Meier, CEO des VoIP-Anbieters E-Fon, erklärt, worauf bei der Umstellung auf VoIP zu achten ist. Interview: George Sarpong Special Voip im Spital Was waren die grössten Herausforderungen bei dem Projekt Schlossberg Ärztezentrum? Stefan Meier: Die hohen Anforderungen an einen gesicherten Notfalldienst, zeitabhängiges Routing – ausserhalb der Geschäftszeiten kann etwa mittels Taste auf Notruf geschaltet werden –, Umleitungen bei besetzten Leitungen, Verfügbarkeit und die Schichtpläne insbesondere der Dienstärzte während sieben Tagen die Woche, wie auch die effiziente Vernetzung der verschiedenen Standorte und der über 20 Praxen. Auch die Türöffnerfunktionen für unterschiedliche Eingänge sind nun in die E-Fon-Cloud-Lösung integriert. Wie haben Sie diese gelöst? Mussten Sie neue Lösungen entwickeln? Nein, denn durch das Baukastensystem unserer Lösung können die benötigten Funktionen einfach dazugeschaltet werden. Alle Einstellungen können durch die medizinischen Praxisassistentinnen über das Webportal bedient und den sich verändernden Bedürfnissen zeitnah angepasst werden. Woraus besteht die E-Fon-Pro-Lösung? Im Schlossberg Ärztezentrum sind unter anderem folgende Komponenten im Einsatz: 1. Als Telefongeräte sind sowohl kabellose DECT-Telefone mit Empfang in allen Gebäuden als auch schnurgebundene Apparate im Einsatz. 2. Ein Inbound-Callcenter, das eine einfache Steuerung der ankommenden Anrufe ermöglicht. Dabei werden die Anrufe ad hoc, nach gewünschtem Zeitplan oder auch tagesabhängig an die richtigen Stellen weitergeleitet. 3. Interactive Voice Response (IVR) für Anrufe, die etwa ausserhalb der ordentlichen Öffnungszeiten eingehen. Auswahllisten wurden hinterlegt, anhand derer der Anrufer entscheiden kann, ob er tags darauf erneut anrufen will oder als Notfallruf weitergeleitet werden soll. Unsere E-Fon-Pro-Lösung umfasst noch weitere Komponenten wie Anrufaufzeichnung für Qualitätsverbesserung oder Unified Communications and Collaboration mit den Zusatzfunktionen wie Chat, Wahl ab PC oder zusätzliche Anwesenheitskontrolle. Stefan Meier, CEO und Gründer von E-Fon. Was sind die grössten Vorteile des neuen Telefonie- Systems gegenüber der alten Lösung? Einer der grössten Vorteile ist sicherlich, dass die medizinischen Praxisassistentinnen über das Webportal selbst Änderungen einfach und zeitnah vornehmen können. Sei dies um geänderte Schichtpläne, Verfügbarkeiten oder den Notfalldienst abzubilden. Werden weitere Funktionalitäten benötigt, können diese dazugeschaltet werden. Zudem fallen keine Wartungsgebühren für eine physische Telefonanlage an. Mit der sogenannte virtuellen oder cloudbasierten Telefonanlage profitieren sie von Neuerungen, die wir «über Nacht» ergänzen können. Alle Systeme laufen weiterhin über Server in der Schweiz. Und last but not least, das Zentrum ist für die geplante ISDN-Abschaltung bereits jetzt gerüstet. Inwieweit lässt sich Ihr Lösungsansatz überhaupt auf andere Kliniken übertragen? Bereits heute haben verschiedene medizinische Zentren oder Ärztezentren unser E-Fon Pro im Einsatz. Was sind die drei wichtigsten Themen, die ein Spital bei einem VoIP-Projekt beachten sollte? Das ist sicherlich individuell und hängt von den jeweiligen Bedürfnissen ab – handelt es sich etwa um eine Klinik mit einem 7 x 24-Stunden-Notfalldienst oder einem «normalen» Notfalldienst, oder ist die Praxis eher im Bereich Präventivmassnahmen tätig. Wichtig ist, dass man den richtigen Anbieter wählt: Ein erfahrener, kompetenter Partner bietet mehr Service und Sicherheit. Wie bei jedem Projekt ist eine saubere Bedürfnisabklärung unumgänglich. Da stellen sich Fragen wie: 1. Welche Funktionen benötige ich überhaupt? Benötige ich etwa kabellose Telefone mit Empfang über mehrere Stockwerke hinweg. Oder: Wer muss das Webportal bedienen/ändern können? 2. Unterstützt die Lösung die vorhandenen organisatorischen Abläufe? Wird Unified Communications and Collaboration benötigt? 3. Sollen die Server in der Schweiz stehen und reicht das bestehende Breitband für die Internetauslastung aus? 13

Archiv