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IT for Health 01/2016

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Produkte & technik Das

Produkte & technik Das Internet of Medical Things In Zeiten von Smarthomes oder Smart Factories wird auch das Gesundheitswesen auf das Potenzial des «Internets der Dinge» (IoT) aufmerksam. Wie in der Industrie sollen «Condition Monitoring» und «zustandsbasierte Diagnostik» neue Therapieformen ermöglichen. Doch ganz so einfach ist der Einsatz von IoT im Gesundheitswesen nicht. Bislang war der Einsatzzweck von Informatik und Telekommunikation im Spital häufig getrieben von administrativen Überlegungen: Kosten senken, Effizienz steigern, Spitalpersonal von Routineaufgaben entlasten und Prozesse vereinfachen. Viele Schweizer Spitäler stehen noch ganz am Anfang der Digitalisierung, Automatisierung und Standardisierung und starten mit der Erneuerung und Implementierung von Krankenhausinformationssystemen. Einige experimentieren bereits mit mobilen Geräten – etwa mit Tablets, die dem Arzt während der Visite Informationen zum Patienten schneller und umfassender zugänglich machen – oder nutzen Videoconferencing-Plattformen für den wissenschaftlichen Austausch, die Ausbildung oder telemedizinische Anwendungen. Doch das ist erst der Auftakt für eine noch datenbasiertere und vernetztere Medizin 4.0. Die Patienten-Journey im Spital abbilden Diagnose und Therapie basieren zum Teil ganz elementar auf Daten: Blutdruck, Temperatur, die Konzentration von ganz bestimmten Stoffen im Körper – viele Informationen zum Zustand des Patienten werden periodisch erhoben und aktualisiert, ehe eine genaue Beurteilung zur angemessenen Behandlung oder Wirkung einer Medikation möglich ist. Denkbar wäre, diese Vitaldaten so zu vernetzen, dass sie auch zur Gesundheitspräven tion befähigen. Wenn etwa Smartwatches oder Fitnessarmbänder stetig bestimmte biometrische Daten messen und in Echtzeit in eine Monitoringplattform einspeisen, kann möglicherweise ein Infarkt vorhergesagt und ein entsprechender Alarm ausgelöst werden. Das Internet der Dinge eröffnet neue Chancen in der Pflege. Der Autor Jürgen Graalfs, Manager Health & Public, T-Systems Schweiz Auch chronische Krankheiten können durch Big Data Analytics, die Erkennung von spezifischen Mustern im Krankheitsverlauf und deren Extrapolation in die Zukunft, möglicherweise schneller und besser behandelt werden. Andere Anwendungsszenarien bilden den Behandlungsprozess eines Patienten vom Eintritt ins Spital bis zum Operationssaal, den nötigen Diagnose- und Behandlungsinstanzen oder dem Krankenbett ab. Indem der Hilfsbedürftige bei der Registrierung bereits erste Symptome in einer Art E-Registration-Kiosk erfasst und mit einem Sender ausgestattet wird, kann er durch das Spital zu seinem jeweiligen Behandlungsort navigiert werden. Die Dispatcher können gleichzeitig nachverfolgen, wer warum und wohin unterwegs ist, und die Auslastung von einzelnen Abteilungen, Ärzten oder spezifischen Equipments steuern. Für den Patienten ergeben sich weniger Wartezeiten und die Behandlungsqualität kann verbessert werden, wenn alle patientenbezogenen Daten an jedem Ort jederzeit trackbar und verfügbar sind. Hürden für IoT-Lösungen im Gesundheitsbereich Der Mensch ist keine Maschine und seine personenbezogenen Daten unterliegen strengsten Regeln des Datenschutzes. So sind denn auch Datensicherheit, Schutz der Privatsphäre und des Arztgeheimnisses gewichtige Hürden beim Einsatz von IoT- Anwendungen im Gesundheitswesen. Auch ist möglichen Begehrlichkeiten der Krankenkassen, mehr über den Gesundheitszustand und Prognosen von Krankheitsbildern ihrer Versicherten zu erfahren, regulatorisch zu begegnen. Andere Herausforderungen ergeben sich durch die Vielfalt an Technologien und die Geschwindigkeit, mit der momentan an Use Cases überall in der Welt geforscht und entwickelt wird. Noch gibt es keine festgelegten Standards, Schnittstellen oder Protokolle und es wächst die Gefahr eines Wildwuchses an heterogenen Lösungen, die Prozesse perspektivisch verkomplizieren anstelle zu vereinfachen. Dieser Risiken muss man sich bewusst sein, wenn der unermessliche Schatz an Erkenntnissen für neue Behandlungs- und Heilmethoden zum Nutzen der Patienten gehoben werden will. 36

Mit Social Listening Services verbessern Die Spitäler nutzen Social Media immer professioneller. Der Trend bewegt sich von der reinen Image- und Markenpflege hin zu einem Marktforschungsverhalten mit quantitativen und qualitativen Auswertungen. Das steigende Datenvolumen fordert die effiziente und zielführende Bearbeitung mit passenden IT-Instrumenten. Produkte & technik Der digitale Fingerabdruck von Spitälern, Kliniken, Pflegezentren, Arztpraxen und weiteren Leistungserbringern im Schweizer Gesundheitswesen gestaltet sich zunehmend grösser und reicht bis in alle Winkel der sozialen Medien. Von den 289 Schweizer Krankenhäusern (Zählung 2014 des Bundesamtes für Statistik) sind bereits etliche auf Social-Media-Plattformen mit einem konkreten Konzept aktiv. Nicht wenige evaluieren zusätzliche Engagements in neuen, populären Apps wie Periscope und Snapchat. Beim Blick auf die Kategorie «Schweizer Spitäler» auf der Social- Media-Ranking-Seite einflussreich.ch der Kuble AG finden sich unter den ersten 5 der bisher 14 gelisteten Spitäler und Kliniken: Les Hôpitaux Universitaires de Genève HUG, das Universitätsspital Zürich USZ, die Privatklinikgruppe Hirslanden, das Universitätsspital Basel sowie Hirslanden Human Resources. Das Ranking basiert auf dem Klout Score, der den Online-Einfluss von Unternehmen, Organisationen und Personen quantitativ dokumentiert. Mit dem wachsenden Erfolg steigt auch die Verantwortung, sämtliche Aspekte von Social Media in Echtzeit überprüfen zu können. Les Hôpitaux Universitaires de Genève bewegen sich bei Facebook mit rund 19 200 «Gefällt mir» auf die 20 000er-Marke zu, die Privatklinikgruppe Hirslanden liegt bei rund 9400 und das Universitätsspital Zürich erreicht in mehr als einem Semester bereits 2300 «Gefällt mir». Ein kurzer Abstecher zu Twitter zeigt das HUG mit 4700 «Followern», dahinter Hirslanden mit 1400 und das USZ mit 500. Der Autor Maurice Codourey, Mitgründer von Healthinar Social Listening, das IT-gestützte Reporting Was etwa für die Bereiche Kliniken, Notfall, Finanzen oder Hotellerie längst üblich ist, gewinnt bei Social Media stetig an Bedeutung – der regelmässige Report für das Management mit aussagekräftigen Zahlen und Zusammenfassungen zu «Wer sagt was und wie, wo und wann». Daher sollte ein Social-Listening-Projekt auch beim Top-Management angesiedelt sein. Mit dem wachsenden Erfolg steigt auch die Verantwortung, sämtliche Aspekte von Social Media in Echtzeit überprüfen zu können. Dies ist wichtig, um etwa mit den «Influencern» auf Tuchfühlung zu bleiben. Diese Aufgabe lässt sich ohne IT-Ins trumente mit individualisierbaren Dashboard- Ver waltungen nicht mehr bändigen. Nur schon eine umfassende Krisen kommunikation macht die Evaluation einer IT-Lösung sinnvoll. Das eigene Monitoring und Desk Researching entwickeln Der Weg vom unbekannten Neuland bis zum spezifischen «Überwachen» aller Social-Media-Aktivitäten ist dank der Vielfalt in der Angebotslandschaft keine schwierige Aufgabe. Das Austüfteln der individuellen Parameter und die grafische Darstellung für eine schnell erfassbare Übersicht ergänzen das tägliche Spitalmarketing um eine dynamische Dimension, die Interesse weckt und Freude macht. Mehr Erfolg, mehr Verantwortung, mehr Umsicht Mit dem wachsenden Erfolg steigt auch die Anzahl der Interaktionen, Empfehlungen und Kommentare. Die erwähnten Zahlen zeigen auch die zunehmende Schwierigkeit, bei allen Kommunikationskanälen den quantitativen und qualitativen Überblick zu behalten. Vor allem in puncto Zusammenfassung der Fremdwahrnehmung via Kommentare zwecks interner Forschung nach beliebten und weniger beliebten Themen sowie starken und schwächeren Meinungsbeeinflussern. HEALTHINAR Veranstaltungen und Webinars zum Thema digitale Kommunikation im schweizerischen Gesundheitswesen. Healthinar bringt als neutrale Plattform die passenden Fachpersonen für einen kollaborativen Wissensaustausch zusammen – mit eigenen Engagements und im Auftrag von Institutionen und Firmen der Gesundheitsbranche. Mehr Details: www.healthinar.net 37

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