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IT for Health 01/2017

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E-Health konkret «Jetzt gilt es, Innovationen voranzutreiben und Standards zu implementieren» Am 14. und 15. September findet im Kursaal Bern der nächste Swiss E-Health Summit statt. Rainer Herzog, General Manager bei HIMSS Europe, verrät, was die Teilnehmer am Event erwartet. Interview: Marcel Urech Das Gesundheitswesen wird zunehmend digi talisiert. Es besteht die Gefahr, dass kostspielige Insellösungen geschaffen werden. Wie kann das verhindert werden? Rainer Herzog: Das vom Bundesrat verabschiedete Gesetz zum elektronischen Patientendossier ist der erste Schritt zur Standardisierung. Die Leitlinie gibt die Strategie vor. In Deutschland etwa kam das E-Health-Gesetz zu spät, so ist es heute schwierig, die zersiedelte Projektlandschaft an die Telematikinfrastruktur anzubinden. In der Schweiz befasst man sich schon länger mit Standards, etwa mit IHE-konformen IT-Lösungen oder Snowmed. Die Gefahr von Insellösungen sehe ich für die Schweiz nicht. Diskutiert werden kann am nächsten Swiss E-Health Summit. Was dürfen die Besucher erwarten? Sie dürfen sich auf ein hochkarätiges Konferenzprogramm freuen. Wir werden Themen der Digitalisierung im Gesundheitswesen diskutieren. Wo stehen wir mit unseren Lösungen, wo wollen Politik, Anwender und Patienten hin? Wie lassen sich die Vorgaben der Gesundheitspolitik umsetzen? Auf diese Fragen wird es Antworten geben. Welche Bedeutung hat diese Veranstaltung national? Sie hat eine lange Tradition. Hervorgegangen ist der Summit aus der Jahres tagung der Schweizer Gesellschaft für Medizininformatik. Er entwickelte sich von einer reinen Wissenschaftskonferenz zu einer nationalen Plattform für alle Beteiligten der Gesundheitswirtschaft. Und international? HIMSS und SGMI gestalten den Event international und laden auch ausländische Leuchtturmprojekte ein. Er ist eingebettet in unsere E-Health-Konferenzen in Österreich und Deutschland. Die Idee der deutschsprachigen Community mit vergleichbaren Herausforderungen und Lösungen schwingt auch beim Schweizer Summit mit. Wie viele Unternehmen nehmen am Event teil? Rund 35 Partnerunternehmen und Aussteller. Sie kommen aus allen Bereichen der digitalen Gesundheitswirtschaft. Und wie viele Teilnehmer erwarten Sie? Ungefähr 600. Die meisten aus der Schweiz, einige aus dem internationalen Umfeld. Es werden Anwender aus Gesundheitspolitik, Wissenschaft und Industrie da sein. Der Summit wirbt mit dem Slogan «Digitales Ökosystem Gesundheitswesen – Vorgaben umsetzen, Versprechen einlösen». Was hat es damit auf sich? Die Vision 2025 ist schon da. Jetzt gilt es, sich vom Reissbrett zu verabschieden, Innovationen zu treiben, Standards zu implementieren und Netzwerke zu heben. Sie sollen dafür sorgen, dass 2025 wahr und aus Patientensicht ein Erfolg wird. Der elektronische Datenaustausch stellt hohe Anforderungen an Lösungsanbieter wie Leitungserbringer. Die Zukunft der Gesundheitsversorgung ist von Datenerhebung und Datennutzung abhängig. Kann man sich noch anmelden, und wie viel kostet das? Anmelden kann man sich auf www.ehealthsummit.ch. Die Tarife stehen ebenfalls auf der Website. Rainer Herzog, General Manager bei HIMSS Europe. Artikel online: www.netzwoche.ch Webcode 3994 6 IT for Health

E-Health konkret Toni La Rosa, Sales Director und Mitglied der Geschäftsleitung, Elca. Rene Fitterer, Leiter Geschäftsentwicklung, Öffentliche Verwaltung & Gesundheitswesen, SAP Schweiz. «Big Data wird greifbarer» «Der E-Health Summit ist eine wichtige Plattform» Weshalb unterstützen Sie den E-Health Summit 2015? Der E-Health Summit bietet der Schweizer IT-Branche und dem Gesundheitswesen eine gemeinsame Informationsund Dialogplattform. Wir bei Elca schätzen den persönlichen Austausch mit den Teilnehmern, da sich im sehr dynamischen E-Health-Markt in der Schweiz wie auch international in den nächsten Jahren viel tun wird. Welche Trends sehen Sie am Schweizer E-Health-Markt? Der Big-Data-Trend wird immer greifbarer und daher auch mehr nachgefragt. Bei Elca haben wir mithilfe moderner Big-Data- und Datenanalysetechnologien Lösungen entwickelt, die den Unternehmen einen wirklichen geschäftlichen Mehrwert bieten. So sparen Versicherungskunden von uns jährlich mehrere hundert Millionen durch eine moderne Daten-Analyse-Software, die Fehler oder gar Betrug bei Abrechnungen aufdeckt. Die Digitalisierung ist zwar in aller Munde, aber die meisten Firmen sind noch nicht bereit dafür – es scheitert oft schon an Abläufen und Prozessen, die immer noch papiergestützt und nicht komplett digital sind. Mit welchen Entwicklungen sollten sich IT-Verantwortliche im Gesundheitswesen derzeit auseinandersetzen? Das Gesundheitswesen steht vor grossen Veränderungen. Das eine sind schweizweite Entwicklungen wie etwa die E-Health-Strategie Schweiz, die Gesetzesvorgaben zum Elektronischen Patientendossier oder die Berufliche Vorsorge 2020. Das andere sind globale Trends wie «Smart Health» und das Internet der Dinge, die neue Geschäftsmodelle ermöglichen und extrem dynamisch sind. Weshalb unterstützen Sie den E-Health Summit 2015? Für SAP Schweiz ist der E-Health Summit eine wichtige Plattform zum Austausch mit ICT-Vertretern und Führungskräften aus dem Gesundheitswesen. Dieses Jahr freut es uns besonders, dass die CIS-Konferenz parallel stattfinden wird. Die Verzahnung der beiden Veranstaltungen spiegelt einen Fokus im Gesundheitswesen wider: die Verschmelzung von operativen klinischen Systemen und E-Health-Infrastrukturen. Mitarbeitenden Informationen aus beiden Quellen integriert zugänglich zu machen, wird der zentrale Erfolgsfaktor für ICT in Spitälern sein. Welche Trends sehen Sie am Schweizer E-Health-Markt? Der Schweizer E-Health-Markt ist immer noch geprägt von Massnahmen zur Umsetzung des elektronischen Patientendossiers. Ursprünglich lag das Ziel von E-Health darin begründet, mehr Sicherheit und Qualität zu schaffen und zur Stabilisierung der Kosten beizutragen. Nun wird ersichtlich, dass Prozesse und analytische Lösungsansätze, die auf der E-Health-Infrastruktur aufbauen, vermehrt in den Fokus der Akteure gelangen. Das Zuweisermanagement und die Prozessintegration für eine Optimierung der integrierten Versorgung sind prominente Beispiele. Mit welchen Entwicklungen sollten sich IT-Verantwortliche im Gesundheitswesen derzeit auseinandersetzen? Die klinische Analytik stellt eine zentrale Herausforderung dar. Entscheidungsrelevante Informationen müssen für eine grosse Bandbreite klinischer Fragestellungen zeitnah bereitstehen. IT for Health 7

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