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IT for Health 01/2020

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GESELLSCHAFT &

GESELLSCHAFT & POLITIK Bundesamt für Gesundheit zertifiziert Trust-ID sma. Auf dem Weg zum elektronischen Patientendossier hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) das elektronische Identitätsprodukt Trust - ID zertifiziert. Die Plattform der schweizerischen Elca-Gruppe sei eine einheitliche Lösung für Patienten und medizinisches Personal, heisst es in einer Mitteilung. Ab April 2020 ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass die Verwaltung des elektronischen Patientendossiers über eine sichere digitale Identifikation verfügen muss. Die Identitätsmanagement-Lösung Trust-ID basiert auf einer Open-Source- Architektur und soll so die nötige Transparenz bei der Datenverarbeitung gewährleisten. Die Elca-Gruppe verspricht zudem «absoluten Schutz» für die vertraulichen Personendaten. Es sei bisher die einzige offizielle Zertifizierung einer unabhängigen Schweizer Identity-Provider(IDP)-Lösung. Die Trust-ID sei bereits von Kantonen und Institutionen als IDP ausgewählt worden, heisst es weiter. Unter anderem soll sie ab Frühjahr 2020 auf der Gesundheitsplattform Abilis der Ofac (Schweizer Apothekergenossenschaft) zum Einsatz kommen. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Genfer Regierung reguliert Medizingeräte jor. In Genf gilt seit dem 18. Januar eine Bewilligungspflicht für schwere medizintechnische Geräte. Wie «Medinside» berichtet, brauchen Genfer Spitäler und Praxen nun eine Genehmigung des Staatsrats, wenn sie Operationsroboter, Computer- oder Magnetresonanztomografen erwerben und betreiben wollen. Ziel der neuen Regulierung sei es, den Anstieg der Gesundheitskosten zu begrenzen und so die Sozialversicherungssysteme zu entlasten. Ähnliche Kontrollsysteme kennen bereits die Kantone Neuenburg, Waadt, Freiburg, Jura und Tessin. Wie der Kanton Genf mitteilt, hatte der Genfer Ärzteverband ein Referendum gegen die neue Regelung angekündigt, jedoch nicht genügend Unterschriften vorgelegt. Die Ärzte befürchten, dass die neue Verordnung die Wartezeit für Patienten wie auch die Erneuerung der Geräte verlangsamt, wie «Medinside» weiter schreibt. Für die Bewilligung der Geräte setzt die Genfer Regierung eine kantonale Kommission ein. Das Gremium soll Den vollständigen Artikel finden Sie online schaffung dem Bedarf ent- entscheiden, ob eine Neuan- www.netzwoche.ch spricht. Gesundheitsagenda des Bundesrats jor. Der Bundesrat hat in seiner Strategie 2020 bis 2030 die gesundheitspolitischen Prioritäten für die kommenden zehn Jahre festgelegt. Zwei neue Schwerpunkte stehen auf der Prioritätenliste: die Digitalisierung sowie Arbeit und Umwelt. Der digitale Wandel, ein gesundes Arbeitsumfeld und umweltbedingte Gesundheitsrisiken zählten nun zu den dringlichsten Herausforderungen für das Gesundheitswesen, teilt der Bundesrat mit. Der Bericht nennt fünf ausgewählte Herausforderungen, die der Bund mit den entsprechenden Mitteln anpacken soll: 1. Möglichkeiten und Grenzen der zielgerichteten Veränderung des Erbguts (Genom-Editing): Das Bestreben, nicht nur Krankheiten zu heilen, sondern auch die biologischen Grenzen menschlicher Existenz (Human Enhancement) zu überwinden, wirft Fragen auf. Ebenso fraglich ist der chancengleiche Zugang zu neuen Technologien für die Bekämpfung von Krankheiten sowie deren Finanzierbarkeit. 2. Möglichkeiten und Grenzen der informationellen Selbstbestimmung: Mit zunehmendem Wissen über die genetische Ausstattung der Menschen ergeben sich neue Möglichkeiten, gesundheitlich selbstbestimmt zu leben. Diese neuen Möglichkeiten werfen jedoch schwierige rechtliche und ethische Fragen auf, etwa in Zusammenhang mit dem Datenschutz und dem Recht auf Nichtwissen. 3. Chancen disruptiver Innovationen nutzen, Risiken rechtzeitig erkennen: Roboter und künstliche Intelligenz könnten die medizinische Versorgung verbessern, den Fachkräftemangel entschärfen, andererseits aber auch Arbeitsplätze ersetzen. 4. Potenzial der Gesundheitsdaten nutzen: Digital vernetzte Konsumenten wollen sich zu aktiven, informierten und fordernden Teilnehmern im Gesundheitswesen entwickeln. Dem Datenschutz muss angemessen Rechnung getragen werden, damit die Vorteile der Datenverknüpfungen genutzt werden können. 5. Koordinierte Digitalisierung: Die Digitalisierung im Gesundheitssystem muss die Mehrfachnutzung von Daten und Infrastrukturen ermöglichen. Möglich machen soll dies ein koordiniertes Vorgehen aller Beteiligten. Dies soll Effizienzgewinne ermöglichen, indem einmal erfasste Daten für verschiegen Artikel fin- Den vollständidene Zwecke genutzt werdeden Sie online www.netzwoche.ch können. 20

Plötzlich unsicher: Die Skepsis gegenüber dem EPD wächst Fünf Jahre lang hat die Akzeptanz zugenommen, doch nun kippt die Stimmung: Wenige Monate vor dem Start des elektronischen Patientendossiers herrscht plötzlich Unsicherheit. Die Mehrheit der Bevölkerung weiss nicht mehr, ob sie das EPD überhaupt nutzen will. Autor: Joël Orizet GESELLSCHAFT & POLITIK In der Schweizer Bevölkerung häufen sich Vorbehalte gegenüber dem elektronischen Patientendossier (EPD). Zwar empfindet nach wie vor eine Mehrheit von 64 Prozent das EPD als eine gute Sache. Doch im Vergleich zum Vorjahr nahm der Zuspruch um 14 Prozentpunkte ab, wie aus der aktuellen Befragung «Swiss E-Health Barometer» von GFS Bern hervorgeht. Der Anteil Unentschiedener stieg derweil markant an: von 7 Prozent im Vorjahr auf derzeit 26 Prozent. Kurz vor der Einführung in den Spitälern hat die Bevölkerung plötzlich ein anderes Bild vom EPD: Es werde nicht mehr als abstraktes Konzept, sondern als Instrument mit unmittelbaren persönlichen Anforderungen und Konsequenzen wahrgenommen, stellen die Forscher des GFS fest und ergänzen: Der Aufklärungsbedarf steigt. Unsicherheit nimmt zu Auch auf die Frage, ob man selbst ein EPD eröffnen und nutzen würde, zeichnet sich dieses Jahr eine Trendwende ab: Zwischen 2015 und 2019 antworteten stetig mehr Befragte mit «Ja»; im vergangenen Jahr lag der entsprechende Anteil bei 55 Prozent. Doch dieses Jahr zeigten sich nur noch 36 Prozent der Befragten bereit, ein EPD zu eröffnen und Den Artikel zu verwenden. Das heisst jedoch nicht, dass das Lager der online finden Sie auch www.netzwoche.ch Gegner an Zuspruch gewinnt. Vielmehr wuchs der Anteil der Personen, die unsicher sind: von 9 Prozent im Vorjahr auf aktuell 37 Prozent. Die Unentschlossenen machen erstmals seit der Erhebung von GFS Bern die Mehrheit aus. Woher kommt diese plötzliche Unsicherheit? Zum einen hätten die aktuellen Schwierigkeiten bei der Einführung für Diskussionen gesorgt. Zum anderen haben bislang nur wenige Leute persönliche Erfahrungen mit dem EPD gemacht, wie die Studienautoren schreiben. Als weitere Herausforderung nennen die Autoren eine wachsende Kluft zwischen den Generationen. Jüngere Nutzer sind zwar kompetent im Umgang mit Daten und digitalen Tools, interessieren sich jedoch immer weniger für Gesundheitsfragen. Ältere Personen interessieren sich hingegen für das Gesundheitswesen, zeigen sich aber skeptischer gegenüber elektronischen Lösungen. Ziel sei es nun, den Nutzen des EPD mit neuen Mitteln generationenübergreifend zu vermitteln, schreiben die Autoren. VERWENDUNG EIGENES EPD «Würden Sie selbst ein elektronisches Patientendossier eröffnen und verwenden?» BEURTEILUNG EPD «Was halten Sie vom elektronischen Patientendossier bis jetzt? Ja weiss nicht / keine Antwort Nein sehr gute Sache weiss nicht / keine Antwort eher schlechte Sache eher gute Sache sehr schlechte Sache 100% 100% 90% 90% 80% 80% 70% 70% 60% 60% 50% 50% 40% 40% 30% 20% 10% 0% 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Quelle: GFS Bern 30% 20% 10% 0% 2018 2019 2020 Quelle: GFS Bern 21

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