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IT for Health 01/2020

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xxxxxx Bild: iconimage / AdobeStock Punkt-zu-Punkt-Kommunikation im Gesundheitswesen osc. Ohne Kommunikation geht nichts in der Behandlung eines Patienten. Ärzte, Spitalangehörige, Spezialisten und Krankenkassen müssen sich untereinander schnell, sicher und reibungslos austauschen können. Zumindest lautet so die Theorie. In der Praxis läuft die Kommunikation zwischen den Leistungserbringern und Kostenträgern im Gesundheitswesen immer noch auf verschiedenen Kanälen und wenig standardisiert. Es wird auf Papier, mündlich, per Fax oder E-Mail miteinander in Kontakt getreten. Wie sich das in Zukunft ändern könnte, zeigen Vinzenz Schläfli, Lead Generation Manager SHIP bei Sasis, und Daniel Walther, Head Sales Insurance, Transportation & Public bei TI&M, auf den folgenden Seiten. Die Autoren stellen die heutigen Probleme und den zusammen mit TI&M entwickelten SHIP-Kommunikationsstandard vor, der hier Abhilfe schaffen soll. Automatisiert, verschlüsselt und end-to-end digitalisiert soll der Austausch von Informationen und Daten effizienter werden. Wie das im Spital konkret abläuft und wie die Implementierung von SHIP lief, darüber gibt im Anschluss Ueli Leiser von den Solothurner Spitälern Auskunft. 24

Punkt-zu-Punkt-Kommunikation auch im Gesundheitswesen Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien ist im Gesundheitswesen weit weniger verbreitet als in anderen Dienstleistungsbereichen. Die Kommunikation zwischen Leistungserbringern und Kostenträgern erfolgt heute grösstenteils nicht standardisiert, geschweige denn digitalisiert – dies ändert sich aber. DOSSIER IN KOOPERATION MIT TI&M Das Bedürfnis nach digitalen Lösungen im Gesundheitswesen steigt von Tag zu Tag. Die bisherigen Kommunikationsprozesse können jedoch mit einer stetig wachsenden Dynamik nicht mehr Schritt halten und sind fehleranfällig. Der Trend geht klar zu digitalen Lösungen, die im Stande sind, Kommunikationsprozesse standardisiert und letztlich auch automatisiert abzuwickeln. Die administrativen Prozesse zwischen Leistungserbringern und Kostenträgern stehen derzeit besonders im Fokus. Inneffiziente Prozesse führen zu einer asymmetrischen Kommunikation Eintritts- und Austrittsdaten eines Patienten zu stationären Massnahmen sowie detaillierte Informationen zur Behandlung sind für Kostenträger eminent wichtige Informationen. Dabei ist insbesondere eine schnelle und transparente Abwicklung von Gesuchen für Kostengutsprachen zwischen Leistungserbringern und Kostenträgern notwendig. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Kostenübernahme rasch vonstattengeht, respektive die ungedeckten Kosten transparent kommuniziert werden. Und dies, bevor eine Leistung erbracht wird. Davon profitieren ausser den Spitälern und den Versicherern nicht zuletzt auch die Patienten und Kantone. Die Abwicklung erfolgt heute häufig manuell und je nach Adressaten über unterschiedliche Kanäle wie Brief, Fax, Telefon oder E-Mail. Vorausgesetzt, der richtige Adressat ist bekannt, denn der Leistungserbringer ist sich vielfach nicht sicher, ob er eine Meldung an den richtigen Kostenträger sendet. Die Datenübermittlung dauert lange und findet meist erst nach der Behandlung statt. Dass dies unweigerlich zu Ineffizienzen und hohen Kosten führt, wurde mittlerweile erkannt. Die Lösung ist eine digitale Abwicklung. Diese ermöglicht einen frühzeitigen, sicheren und effizienten Austausch von Informationen und Daten auch bei mehreren Kostenträgern. Im Sinne eines «Privacy by Design»-Ansatzes wird der Datenschutz bei der Prozessgestaltung miteinbezogen. Für die nötige Sicherheit sorgt eine durchgehende End-to-End-Verschlüsselung zwischen den Leistungserbringern und den Kostenträgern. Zudem werden durch einen mehrstufigen, standardisierten Prozess auf jeder Stufe nur die notwendigen Daten direkt ausgetauscht. Dadurch können der Datenaustausch beziehungsweise die Datenbearbeitung auf das Notwendige reduziert werden. Die Autoren Daniel Walther, Head Sales Insurance, Transportation & Public, TI&M Vinzenz Schläfli, Lead Generation Manager SHIP, Sasis Gerade im Vergleich zum Status quo führt dies zu einer deutlichen Stärkung des Datenschutzes. Für eine digitale Abwicklung sind gemeinsame Standards und Semantik unerlässlich. Nur so können der Kommunikationsprozess sowie der Inhalt der Kommunikation standardisiert werden. Die Standardisierung bildet letztlich auch die Grundlage für die Automatisierung. Akteure des Schweizer Gesundheitswesen, die sich einem entsprechenden Kommunikationsstandard verpflichten, können positiv in die Zukunft blicken. Durch Standards zu einer gemeinsamen Grundlage Der Verein eCH fördert, entwickelt und verabschiedet Standards im Bereich E-Government für eine effiziente elektronische Zusammenarbeit zwischen Behörden, Unternehmen und Privaten. Der Prozess für die Freigabe von Standards ist klar definiert und erfüllt mit dem Mitwirkungsverfahren auch eine hohe Akzeptanz in der ganzen Branche. Standards werden dadurch professionell eingeführt, gepflegt und weiterentwickelt. Im November hat eCH nun einen Meldungsstandard (eCH-0235) genehmigt. Dieser enthält den übergeordneten Meldungsrahmen für die harmonisierte und weitgehend automatisierte Abwicklung von administrativen Prozessen zwischen den Akteuren des Gesundheitswesens bezogen auf die Heilungskosten-Abwicklung. Dazu kommen ein Datenstandard (eCH-0234), der die übergreifenden fachlichen Konzepte und Datentypen definiert, ein Prozessstandard «Spital stationär» (eCH-0236), der die fachliche Prozesslogik und die Meldungsinhalte definiert, sowie der Prozessstandard «Pflege» (eCH-0237), der dasselbe für das Pflegewesen definiert. Dies dient dem zen tralen Anliegen eines einheitlichen und sicheren Datenaus tausches. 25

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