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IT for Health 01/2020

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E-HEALTH KONKRET

E-HEALTH KONKRET Informatiker betrügt Spital rja. Ein IT-Teamleiter des Zürcher Triemlispitals soll jahrelang Produkte für den Eigenbedarf auf Arbeitsrechnung gekauft haben. Konkret habe er bei Onlinehändlern wiederholt Harddisks erworben und diese dann «stets an die gleiche Person, einen Schweizer mit Domizil in Genf», weiterverkauft. Auch vor Dokumenten- und Rechnungsfälschung sei er nicht zurückgeschreckt. Der für das Spital entstandene Schaden soll «geschätzte Millionen» Franken betragen, schreibt «Inside Paradeplatz» unter Berufung auf eine Auskunftsperson. Der Betrug sei im Herbst 2019 zufällig aufgeflogen, heisst es weiter – der Beschuldigte war zu dieser Zeit in den Ferien. Das Spital habe den Mitarbeiter im Dezember «wegen Vermögensdelikten angezeigt und fristlos entlassen», schreibt die «NZZ». Das Triemlispital habe versucht, den Beschuldigten zur Rede zu stellen – allerdings vergeblich. Er sei bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht auffindbar und habe auch durch die Polizei nicht einvernommen werden können. Aus seinen Herbstferien sei er nicht mehr zurückgekehrt und halte Den vollständigen Artikel finden Sie online raine auf, schreibt «Inside Pa- sich möglicherweise in der Uk- www.netzwoche.ch radeplatz». EPD-Start fällt ins Wasser sma. Das elektronische Patientendossier (EPD) wird nicht wie geplant im April 2020 starten. Durch Verzögerungen im Zertifizierungsverfahren verschiebt sich der Start mindestens bis Sommer 2020, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilt. Der Grund für die zeitliche Verschiebung ist die Zertifizierung der Stammgemeinschaften, die das EPD anbieten, und die Akkreditierung der Zertifizierungsstellen. Diese Prozesse dauern länger als geplant, wie es weiter heisst. Die Zertifizierung soll sicherstellen, dass der Schutz der Patienten gewährleistet ist. Akutspitäler, Rehakliniken und stationäre Psychiatrien können sich einer von derzeit acht Stammgemeinschaften anschliessen. Bund und Kantone nehmen die Verzögerung zur Kenntnis. Der «Umfang des Zertifizierungsverfahrens zum Zeitpunkt der Gesetzgebung» habe nicht genau abgeschätzt werden können. Der zuständige Ausschuss erwartet aber, dass alle Einwohner der Schweiz bis Herbst 2020 ein EPD eröffnen können. Die Den vollständigen Artikel finden Sie online Testphase für die Stammge- zusätzliche Zeit soll auch als www.netzwoche.ch meinschaften genutzt werden. Das sind die E-Health-Trends 2020 osc. Welche E-Health-Trends prägen 2020? Das IT-Newsportal «Heise Online» hat vier Technologien und Entwicklungen identifiziert, welche die Branche dieses Jahr beschäftigen sollen: ∙∙ Wearables vermessen die Gesundheit: Fitnesstracker und Smartwatches ermöglichen heute eine unkomplizierte Selbstvermessung der eigenen Gesundheit. Auch Prävention und Früherkennung von Krankheiten sind ein Thema. Nachdem Vorreiter Apple mit seiner Apple Watch gezeigt hat, was mit Wearables in diesem Bereich möglich ist, nehmen nun Mitbewerber die Verfolgung auf. Google will nach der Übernahme von Fitbit seiner E-Health-Sparte Schub verleihen. ∙∙ Passende E-Health-Lösungen für jedes Alter: Ein weiterer Branchentrend ist die Entwicklung von Lösungen für spezifische Altersgruppen. Ob smarte Windeln, Armbänder für Senioren oder Assistenz-Roboter – Digital Health soll je nach Bedürfnis der Nutzergruppe passende Anwendungen bieten. Verhaltensänderungen, die auf eine Verschlechterung der Gesundheit hindeuten, würden mithilfe von Machine Den vollständigen Artikel fin- Learning erkannt, sodass Risiken prognostiziert werdeden Sie online www.netzwoche.ch könnten. ∙∙ Innovationen beim Management einzelner Biomarker: Unternehmen entwickeln vermehrt Produkte für die Gewinnung und Verarbeitung therapierelevanter Biomarker beim Endkunden. Diese gehen weiter, als es bisherige Lösungen konnten. Beispiele für diesen Trend sind automatisierte Systeme für die Kontrolle des Blutdrucks oder für die Regulierung des Blut zuckerspiegels. ∙∙ Gesundheits-Apps auf Rezept: Digitale Therapien sollen bei der Behandlung verschiedener Krankheiten an Bedeutung gewinnen. In Deutschland unterstützt die Politik diesen Trend, indem sie Regeln für die Erstattung digitaler Therapien durch die Krankenkassen aufstellte. Solche Anreize könnten sowohl die Menge als auch die Qualität von E- Health-Lösungen erhöhen. Dasselbe gilt für das elektronische Rezept und das elektronische Patientendossier. Beides steht 2020 auf der Agenda. 4

Wie gut sind Alters- und Pflegeheime auf das EPD vorbereitet? Für viele Gesundheitseinrichtungen bedeutet die Einführung des EPD einen Wandel auf unterschiedlichen Ebenen. Eine Umfrage bei Alters- und Pflegeheimen zeigt auf, wie weit fortgeschritten sie bezüglich der Einführung sind und wo weiterhin grosse Lücken bestehen. E-HEALTH KONKRET Das im April 2017 in Kraft getretene Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier verpflichtet stationäre Leistungserbringer, wie Spitäler, Alters- und Pflegeheime, sich innert einer definierten Frist an eine Stammgemeinschaft anzuschliessen und behandlungsrelevante Dokumente im elektronischen Patientendossier (EPD) der Patienten zu hinterlegen. Um den Stand der Vorbereitung in den Institutionen zu messen sowie deren Kenntnisse zu diesem Thema zu identifizieren, wurde ein EPD-Reifegradmodell entwickelt, das die Bereiche Strategie, Prozesse/Organisation, Systeme und Kultur untersucht. Dies mit dem Zweck die EPD-Readiness auszuweisen. Das Reifegradmodell setzt sich aus 15 Dimensionen zusammen. Je Dimension kann einem Alters- und Pflegeheim ein Reifegrad zwischen dem Level 1 (nicht EPD-ready) und dem Level 5 (sehr EPD-ready) zugeordnet werden. Der Durchschnitt aller Dimensionen ergibt den Gesamtreifegrad eines Alter- oder Pflegeheims. Wird ein Gesamtreifegrad von mindestens vier erreicht, gilt die Gesundheitsinstitution als EPD-ready. EPD-READINESS UNTERTEILT IN SPRACHE Die Autorin Sarah Klopfenstein, Unternehmensberaterin bei der APP Unternehmensberatung Strategische Fähigkeiten, Qualifikation Bedeutung und Lernbereitschaft 5 Benutzerakzeptanz 4 3 Standards 2 Technische Integration in 1 bestehenden Systemen Datenschutz Kommunikation Applikationen Deutsch Französisch Finanzielle Ressourcen Verankerung und Verantwortlichkeit EPD-Austausch/ Kooperationen Projekt-(Port fo lio-) Management Klinische Prozesse/ Behandlungspfade GFP-Konzept Behandlungsrelevante Dokumentation Quelle: Sarah Klopfenstein Ergebnisse aus der Umfrage Aus der Umfrage geht hervor, dass gemäss der Eigeneinschätzung der Institutionen die Maturität für die Einführung des EPDs mit einem durchschnittlichen Gesamtreifegrad von 2,49 relativ tief ist. Das höchste Level wurde in der Dimension behandlungsrelevante Dokumentation mit einem durchschnittlichen Reifegrad von 3.22 erreicht. Das Reifegradmodell besagt, dass bei diesem Reifegrad die Dokumentation grösstenteils digital (Pflegedokumentationen mittels Office-Produkten und PDF) stattfinden und soweit standardisiert ist. Die durchschnittlich tiefsten Erreichungsgrade wurden in den Dimensionen Standards (1.46) und GFP(Gesundheitsfachpersonen)-Konzept (1.36) erreicht. Für den zukünftigen Erfolg des EPDs ist es essenziell, dass die Vernetzung koordiniert gefördert wird, das heisst, dass sich die Institutionen an die definierten Standards halten, damit die technische und semantische Interoperabilität gewährleistet ist. Deshalb gibt das EPDG gewisse Standards vor, die es einzuhalten gilt. Trotz der grossen Bestrebungen seitens Gesetzgeber und E-Health Schweiz geben mehr als 80 Prozent der Gesundheitsinstitutionen an, weder technische noch semantische Standards in Bezug auf E-Health/EPD definiert zu haben. Auch hinsichtlich des GFP-Konzepts besteht noch grossen Aufholbedarf. Das GFP-Konzept soll beantworten, ob die Diplome der entsprechenden Person im nationalen Register NAREG hinterlegt sind, die Ein- und Austritte der Stammgemeinschaft gemeldet wurden, eine Namensänderung veranlasst wurde oder ob die nötigen Schulungen absolviert wurden. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen deutlich, dass solche Themen heute kaum adressiert sind, obwohl sie für eine guten Bewirtschaftung des Patientendossiers unabdingbar sind. Nachholbedarf in allen Bereichen Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen, dass die Altersund Pflegeheime in der Schweiz noch nicht genügend auf das EPD vorbereitet sind. In allen Bereichen sind Massnahmen nötig, um die optimale Anbindung ans EPD gewährleisten zu können. Dafür werden je nach Schwäche einer Dimension Den Fachbeitrag finden unterschiedliche Handlungsmassnahmen bis im April Sie online www.netzwoche.ch 2022 empfohlen. 5

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