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IT for Health 1/2018

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E-HEALTH KONKRET Martin

E-HEALTH KONKRET Martin Fuchs Leiter E-Health, Schweizerische Post Mario Voge Head Business Unit Identity Service, SwissSign «NEBEN DEM REGULIERTEN GESUNDHEITS- MARKT ENTWICKELT SICH EIN ZWEITER» Weshalb unterstützen Sie das Swiss E-Health Forum? Als Anbieterin im Bereich E-Health bietet die Post mit ihrem modularen System auf den Kunden zugeschnittene Lösungen. Aus diesem Grund ist für uns der Erfahrungsaustausch mit allen Akteuren von zentraler Bedeutung. Seit vielen Jahren treffen sich am Swiss E-Health Forum sowohl Leistungserbringer, Anbieter von EPDG-konformen Lösungen sowie Vertreter von E-Health Suisse. Was verstehen Sie unter digitaler Transformation? Die vielen administrativen Faxe, die papierbasierten Anamnesen und Rezepte und vieles mehr müssen digitalisiert werden. Damit können Informationen für spätere Erkenntnisse gesammelt, anonymisiert ausgewertet und verglichen werden. Bei dieser Transformation kann die Post dank ihrer Kernkompetenz den vertrauenswürdigen und zuverlässigen Transport von sensiblen Informationen und Dokumenten sicherstellen und die Leistungserbringer sowie die Patienten professionell unterstützen. Welche Trends erwarten Sie in naher Zukunft? Neben dem regulierten Gesundheitsmarkt – alles rund ums KVG und EPD – entwickelt sich ein zweiter Gesundheitsmarkt. Hier ist der Patient am Steuer und trifft selbst Entscheidungen. Er kümmert sich um seine Gesundheit, misst verschiedene Werte sowie seinen Fitnesszustand. Dieser Markt wächst sehr schnell und wird künftig ein grosser Treiber sein und so auch den regulierten Markt beeinflussen. Was sind die Herausforderungen der Branche? Die grössten Herausforderungen stellen sich bei der Kompatibilität und Interoperabilität. Die Vernetzung der Systeme werden alle ICT-Lieferanten und -Akteure stark fordern. Nur wenn es uns gelingt, diese Systeme optimal miteinander zu vernetzen, kann ein echter Mehrwert für alle Akteure geschaffen werden. «ES GEHT UM DIE TRANSPARENZ ZWISCHEN LEISTUNGSERBRINGERN UND PATIENTEN» Weshalb unterstützen Sie das Swiss E-Health Forum? Der E-Health-Markt ist noch jung, für SwissSign aber von strategischem Wert. Wir sehen hier noch viel Gestaltungsund Handlungsspielraum für unser Portfolio und nehmen die Impulse aus diesem Markt als Antrieb, neue Produkte und Lösungen zu entwickeln. SwissSign wird zusammen mit der Schweizerischen Post und der CSS das Potenzial der Swiss- ID – als E-ID zu verstehen – im E-Health-Markt validieren. Darüber hinaus präsentieren wir das gemeinsame Konzept eines Patientenausweises. Was verstehen Sie unter digitaler Transformation? Die digitale Transformation hat in fast jedem Geschäftsumfeld eine hohe Dynamik erreicht. Der E-Health-Markt ist aufgrund der straffen Vorgaben des EPDG/EPDV klar aufgefordert, Lösungen für alle Beteiligten zu finden. Es geht um die Transparenz zwischen Leistungserbringern, Teilnehmern und Patienten. Gesundheitsinformationen werden so erstmalig vergleichbar, bewertbar und jederzeit verfügbar. Sie müssen daher sicher, integer und prüfbar geschützt werden – hier kommt SwissSign ins Spiel. Welche Trends erwarten Sie in naher Zukunft? Die regulatorische Verschiebung der Verantwortung der einzelnen Player, die Lösungen erzwingen wird, die es bisher nicht gab. Auf der Technologieseite geht es um die Vernetzung von Maschinen, Geräten und branchenübergreifenden Prozessen. Hier gibt es bereits Lösungen wie IoT, welche die Integration von Medtech-Bausteinen ermöglicht. Ziel dieser Trends und Technologien ist es, die Transparenz zu erhöhen, Kosten einzusparen und Prozesse zu optimieren – von der Diagnose über die Therapie bis hin zur Medikation. Was sind die Herausforderungen der Branche? Der Spagat zwischen regulatorischen Vorgaben, technologischen Anforderungen und den internationalen Trends. Das System soll dem Anspruch und den Anforderungen der Schweiz genügen, aber gleichzeitig internationale Verknüpfungen und medizinischen Austausch ermöglichen. 8

E-HEALTH KONKRET Thomas Kessler IT-Security Architekt, TEMET Dieter Hanimann Teamleiter Marketing & Sales, Uptime Services «AKTUELL WERDEN BEI E-HEALTH WICHTIGE WEICHEN GESTELLT» Weshalb unterstützen Sie das Swiss E-Health Forum? Gute Lösungen für die Informationssicherheit kommen dann zustande, wenn zwischen den Anwendern und Anbietern von Informationstechnologie ein gegenseitiges Verständnis besteht. Das E-Health Forum bringt alle wichtigen Akteure zusammen und kann so die Lösungsfindung unterstützen. Aktuell ist bei E-Health sehr viel in Bewegung und es werden wichtige Weichen gestellt. Da möchten wir dabei sein und unseren Beitrag leisten. Was verstehen Sie unter digitaler Transformation? Eine digitale Transformation findet statt, wenn die Informationstechnologie nicht nur unterstützend für die Büroautomation, sondern auch im Kerngeschäft genutzt wird. Die Verschmelzung von IT und OT (Operational Technology) bietet grosse Chancen, birgt aber auch Risiken. Dies gilt ganz besonders im Gesundheitswesen, wo Fehlfunktionen bei medizinischen Geräten Leib und Leben gefährden können. Welche Trends erwarten Sie in naher Zukunft? Viele wichtige Trends in der IT-Security stehen im Zusammenhang mit der Vernetzung unterschiedlichster Informationssysteme. Dies betrifft einerseits das standortunabhängige mobile Arbeiten und generell die Datenhaltung und Datenverarbeitung ausserhalb der sicheren IT-Umgebungen der Leistungserbringer. Es betrifft aber auch die Öffnung der Systeme gegenüber den Patientinnen und Patienten, die ihre Daten einsehen und auch selbst erfassen wollen. Was sind die Herausforderungen der Branche? Es wird sich bald zeigen müssen, ob beziehungsweise wie die informationelle Selbstbestimmung im Gesundheitswesen praktikabel umgesetzt werden kann. Sowohl das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier als auch das zukünftige Datenschutzgesetz übertragen weitreichende Kompetenzen an die Privatpersonen. Wollen und können die Patientinnen und Patienten von diesem Persönlichkeitsrecht wirklich Gebrauch machen? Die anstehende Einführung wird Anhaltspunkte dafür liefern, inwiefern unsere Gesellschaft für die informationelle Selbstbestimmung reif ist. «IM SICHERHEITSBEREICH BESTEHEN GROSSE HERAUSFORDERUNGEN» Weshalb unterstützen Sie das Swiss E-Health Forum? Die Teilnahme ist mittlerweile schon so etwas wie Tradition. Zum einen gibt uns das Forum die Gelegenheit, uns und unsere Lösungen einem breiten Publikum im für uns strategischen Geschäftsfeld Gesundheitswesen zu präsentieren. Zum anderen ist die Veranstaltung auch eine wichtige Informationsquelle in Bezug auf technologische Trends und Innovationen. Darüber hinaus darf auch die Beziehungspflege als wichtiger Bestandteil der Veranstaltung nicht ausser Acht gelassen werden. Was verstehen Sie unter digitaler Transformation? Unter «digitaler Transformation» verstehen wir primär den Übergang zu einer lückenlos digital dokumentierten Behandlungsgeschichte von Patienten mit kontinuierlicher Eliminierung aller Medienbrüche. Die permanente und ortsunabhängige Verfügbarkeit von allen behandlungsrelevanten Informationen in strukturierter Form sowie deren Pflege sind dabei zentrale Elemente. Dazu kommen natürlich auch noch die Aspekte der Datensicherheit. Welche Trends erwarten Sie in naher Zukunft? Aktuell gehe ich davon aus, dass die EPD-Thematik und die damit verbundenen Vorkehrungen, die jetzt getroffen werden müssen, das Gesundheitswesen 2018 und auch darüber hinaus sehr stark beschäftigen werden. Auf der anderen Seite sind auch Anbieter und Politik in diesem Zusammenhang stark gefordert, um die für eine erfolgreiche Umsetzung notwendigen Rahmenbedingungen bereitzustellen. Was sind die Herausforderungen der Branche? Ausser gewissen strukturellen und technischen Fragen, die in Bezug auf die fristgerechte Umsetzung des EPDG noch geklärt werden müssen, bestehen aus unserer Sicht vor allem im Sicherheitsbereich grosse Herausforderungen. Die in letzter Zeit steigende Anzahl Fälle von Cyberkriminalität und Cyber sabotage belegt dies deutlich. Gerade im Gesundheitsbereich mit hochsensiblen Daten bedingt die fortschreitende Digitalisierung einen verantwortungsvollen Umgang mit Risiken und Datensicherheit. 9

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