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IT for Health 1/2018

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PRODUKTE & TECHNIK:

PRODUKTE & TECHNIK: FOKUS CIOs in Spitälern müssen sich BYOD stellen Bei der Verwaltung mobiler Geräte in Spitälern sehen sich IT-Verantwortliche – wie in den meisten Unternehmen auch – mit der Frage konfrontiert, wie mit der Nutzung privater Handys umgegangen werden soll. Damit Nutzer nicht unsichere Apps verwenden, müssen ihre Geräte mit einem bestmöglichen Anwendererlebnis ins Mobile Device Management eingebunden werden. Illustration: Freepik.com IT-Verantwortliche in Spitälern sehen sich einer Vielzahl von Herausforderungen ausgesetzt. Steigender Kostendruck und immer höhere Anforderungen an Effizienzsteigerungen müssen in Einklang mit der Patientendatensicherheit gebracht werden. Hinzu kommt, dass die Vorschriften des im April 2017 in Kraft getretenen Bundesgesetzes über das elektronische Patientendossier strengere Auflagen an den Umgang mit sensiblen, besonders schützenswerten Patientendaten stellen. Aus Sicherheitsgründen ist deshalb auch in den meisten Spitälern die Nutzung privater Smartphones oder Tablets verboten. Private Gerätenutzung ist Realität Dennoch werden auch in Spitälern private Geräte genutzt. Fachpersonal verwendet seine eigenen Handys beispielsweise, um Patientendaten mit anderen Kollegen zwecks Diagnosestellung zu teilen. Dabei werden Tools wie Dropbox oder andere unsichere Apps verwendet. Das aber ist nicht im Einklang mit der Sicherheit der Spital-IT und Patienteninformationen. Sei es, weil sich Nutzer der Gefahr durch Ransomware und anderer Sicherheitsprobleme gar nicht bewusst sind, sei es, weil ihnen schlicht kein anderes Werkzeug zur Verfügung steht. Das ist ganz einfach deshalb so, weil der Use Case für die Nutzung privater Geräte gar nicht vorgesehen ist. Dazu kommt, dass BYOD (Bring your own Device) wegen der entstehenden Sicherheitsrisiken eine der grossen Herausforderungen darstellt, mit denen sich auch CIOs in Spitälern konfrontiert sehen. Bestmögliches Anwendererlebnis bieten Denn genauso wie in anderen Unternehmen verwenden Nutzer Anwendungen, die nicht den Sicherheitsrichtlinien entsprechen. Das betrifft indes nicht nur die Verwendung privater Smartphones. Dasselbe geschieht auch mit Geräten, die von der Organisation zur Verfügung gestellt und ins Netzwerk des Spitals eingebunden sind. Dabei werden beispielsweise Patientendaten oder Bilder von Diagnosegeräten ausgelesen und mit anderen via Dropbox oder Whatsapp geteilt. Dass sie mit der Nutzung eigener Tools aber auch Metadaten über Patienten weitergeben Der Autor Joey Keusch, Key Account Manager, Nomasis oder Erpressern die Möglichkeit geben, die Spital-IT lahmzulegen, sind sie sich gar nicht bewusst. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, dem Nutzer ein bestmögliches Anwendererlebnis zu bieten. Man sollte je nach Anwendungsfall die Möglichkeit bereitstellen, ohne Barrieren zu arbeiten. Dazu gehören geeignete, sichere Tools für den Datentransfer und die Zusammenarbeit. Private Geräte müssen zudem wie Handys oder Tablets des Spitals automatisiert in das Netzwerk mit entsprechenden Sicherheitsmechanismen eingebunden werden. Gefahr droht auch durch medizinische Apparate, wenn sie mit Software betrieben werden, die in die Jahre gekommen ist. BYOD muss berücksichtigt werden Anwendungsfälle mit BYOD sollten in Spitälern ernst genommen werden. Die Use Cases müssen ins Mobil Device Management (MDM) eingebunden und in Gruppen aufgeteilt werden, vom administrativen Personal über die Spital-Gastronomie bis hin zum medizinischen Fachpersonal. BYOD muss neben den vom Spital zur Verfügung gestellten Geräten in einer intelligenten MDM-Strategie seinen Platz haben. Damit lassen sich nicht nur Sicherheitsprobleme in den Griff bekommen und gesetzliche Auflagen erfüllen, sondern erst noch Kosten sparen. Der CIO muss sich aber der Herausforderung stellen und im Kampf gegen den sorglosen Umgang mit unsicheren Hilfsmitteln bei den Anwendern das nötige Bewusstsein schaffen, ihnen aber auch ihren Anforderungen entsprechend benutzerfreundliche Instrumente zur Verfügung stellen. 20

Digitalisierung verändert die Praxislandschaft In der Schweiz gibt es immer mehr Ärztezentren, während für Einzelpraxen kaum Nachfolger zu finden sind. Das hat auch mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens zu tun. Sie treibt diesen Strukturwandel voran. PRODUKTE & TECHNIK: FOKUS Früher gab es den Hausarzt und das Spital. Ersterer war in seiner Arbeitsweise und Administration ein Einzelkämpfer. Letzteres war betrieblich organisiert, eine Institution mit für alle Mitarbeitenden geltenden Regeln und Abläufen. Diese duale Struktur wandelt sich fundamental. Immer häufiger schliessen sich ambulant tätige Ärzte zusammen und organisieren sich als Kleinbetrieb. Gemäss der Erhebung «Gesundheitswesen: Wachstumsmarkt unter Kostendruck» der Credit Suisse hat die Zahl der Ärztehäuser und Gruppenpraxen in der Schweiz innert drei Jahren um fast 20 Prozent zugenommen. Digitalisierung treibt Strukturwandel voran Ein Grund für diesen Trend sind die persönlichen Bedürfnisse der jungen Ärztinnen und Ärzte. Sie wollen Beruf und Privatleben besser unter einen Hut bringen als frühere Generationen. Im ambulanten Bereich arbeiten gemäss FMH-Ärztestatistik darum bereits 46 Prozent der Ärzte Teilzeit – Tendenz steigend. Ein wichtiger Treiber des Strukturwandels in den Arztpraxen ist auch die Digitalisierung. Sowohl die Patienten als auch der Staat fordern von den Akteuren im Gesundheitswesen, den Schritt ins digitale Zeitalter zu vollziehen. Das elektronische Patientendossier wird Realität, immer mehr Prozesse zwischen Leistungserbringern werden digital abgewickelt. Moderne Praxissoftware-as-a-Service ermöglicht es Ärzten, die Chancen der Digitalisierung einfach und kostengünstig zu nutzen. Sie bietet eine Vielzahl von Funktionalitäten, die auf E-Health ausgerichtet sind. Sie erlaubt es, die komplexen personellen und operativen Strukturen einer Praxisgemeinschaft abzubilden. Und sie unterstützt zeitgemässe Arbeitsmodelle – beispielsweise Bring your own Device sowie zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten. Ökonomische Kriterien ergänzen die medizinischen Die tendenziell jüngeren Ärzte in Gruppenpraxen und Praxisketten nutzen die Möglichkeiten der Digitalisierung nicht zuletzt, um handfeste ökonomische Ziele zu erreichen. Mit einer Praxissoftware-as-as-Service wird das IT-Infrastrukturbudget nur minimal belastet. Eine zeitgemässe Praxissoftware liefert zudem auf Knopfdruck Reportings zur Auslastung von Mitarbeitenden, Geräten und Räumen – und zwar standortübergreifend. Auf dieser Basis lässt sich ein Praxisbetrieb überhaupt erst effizient führen. Der Autor Andreas Zürcher, Leiter Geschäftsbereich Professionals, Swisscom Health Genau darauf legen grössere Praxisbetriebe Wert. Sie verfügen nicht selten über einen eigenen CFO und CIO. Dadurch gewinnen ökonomische Kriterien neben medizinischen zunehmend an Bedeutung. Gemeinsam mit ihren Kunden entwickeln innovative Anbieter von Praxisinformationssystemen die entsprechenden Komponenten für ihre Produkte. Diese ermöglichen mehr Transparenz und Effizienz in den Praxen und legen den Grundstein für deren weiteres Wachstum. Trend auch bei Physiotherapeuten Ausser den klassischen Hausarztpraxen biegen auch Physiotherapeuten auf den Weg in die Digitalisierung ein. Wo jahrzehntelang auf Papier dokumentiert wurde, gewinnt der Einsatz von IT zunehmend an Bedeutung. Bei der grössten Schweizer Physiotherapie-Kette bucht heute schon ein Drittel der Patienten seine Termine online. Neben mehr Convenience bringt die Digitalisierung aber auch mehr Qualität. Denn wer digitalisiert, der standardisiert immer auch. Eine lückenlose elektronische Dokumentation stellt Nachvollziehbarkeit und Vergleichbarkeit sicher. Das erlaubt Ärzten und Praxispersonal eine optimale Qualitätssicherung. 46 % Teilzeit Arbeitspensum der Ärzte in der Schweiz 54 % Vollzeit 21

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