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IT for Health 1/2018

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E-HEALTH KONKRET « Die

E-HEALTH KONKRET « Die Digitalisierung vernetzt Patienten und Behandelnde neu » Am diesjährigen Swiss E-Health Forum dreht sich alles um das Thema digitale Transformation. Im Interview erklärt Jürg Lehni, Veranstalter der Infosocietydays, wie künstliche Intelligenz und Virtual Reality das Gesundheitswesen verändern. Interview: Simon Mathis An wen richtet sich das Swiss E-Health Forum? Jürg Lehni: Die digitale Vernetzung wird noch immer stark als IT- Projekt wahrgenommen, obschon sie eine tiefgreifende kulturelle Reform der Gesundheitsversorgung darstellt. Das Schlagwort «Digitalisierung» suggeriert, dass die Technik im Vordergrund steht. Für den Erfolg viel wichtiger ist aber das Verständnis, dass die digitale Vernetzung neue Beziehungen ermöglicht – im Dreieck Patienten, Behandelnde und IT-Anbieter. Das Forum ist deshalb ein Muss für alle Führungs- und Fachpersonen im Schweizer Gesundheitswesen, welche die Chancen und Potenziale einer zunehmend digitalen Welt zum Vorteil aller nutzen wollen. Worauf freuen Sie sich am diesjährigen E-Health Forum am meisten? Das Swiss E-Health Forum steht für Wissensvermittlung, wertvolle Impulse, gegenseitige Inspiration, Praxisbezug und erstklassiges Networking. Ich freue mich auf die hochstehenden Referate im Plenum und die über 20 Best-Practice-Präsenta tionen im Rahmen des Nachmittagsprogramms. Ebenso sehr freut mich, dass die Schweizer E-Health-Community geschlossen vor Ort präsent ist. Jürg Lehni, Geschäftsführer von MKR Consulting und Veranstalter des Swiss eHealth Forums Welche Entwicklungen erwarten Sie in naher Zukunft? Ich erwarte eine stärker partizipative, personalisierte, vorhersagbare und präventive Medizin. Das «Gold des 21. Jahrhunderts» ist nicht das damit zu verdienende Geld, sondern es ist das «Mehr an Wissen» für die Behandlung jedes Einzelnen. Das Swiss E-Health Forum 2018 zeigt Wege, um die Chancen und Potenziale dieser zunehmend digitalen Welt zum Vorteil aller zu nutzen. Der erste Tag fokussiert auf die digitale Transformation mit E-Health und M-Health und schliesst ab mit einem Referat zum Thema der «Patient als kompetenter Nutzer von Gesundheitsdaten». Der zweite Tag fokussiert auf die digitale Transformation mit Data Science und KIS 4.0 und stellt zum Abschluss innovative Ideen zur Diskussion. Inwieweit macht E-Health das Gesundheitswesen effizienter? Die digitale Transformation beschleunigt Innovationen und die Prozesseffizienz entlang der ganzen Behandlungskette. Sie bringt ein Mehr an Wissen für eine effizientere und bessere Behandlung eines jeden Einzelnen. Dadurch wird unser Gesundheitssystem nicht nur effizienter, sondern vor allem auch besser und sicherer. Welche Trends in Sachen E-Health sind zurzeit zentral? Künstliche Intelligenz war 2017 das Buzzword und ist aus medizinrelevanten Diskussionen nicht mehr wegzudenken. Der Vortrag von Dr. med. Michael Dahlweid, dem neuen CTO der Inselgruppe, gibt einen Einblick in den Status quo und zeigt mit Handlungsempfehlungen auf, wie sich Organisationen des Gesundheitssystems diesem Thema nähern sollten. Auch Virtual Reality ist in aller Munde. Virtual Reality wird die Art, wie wir medizinische Daten anschauen, revolutionieren. Vor einem Eingriff müssen sich Chirurgen ein möglichst präzises Bild von den anatomischen Strukturen des Körperteils machen, der operiert wird. Prof. Dr. Philippe C. Cattin, Vorsteher des Departments of Biomedical Engineering an der Universität Basel, zeigt mit seinem Referat und einer Live-Demo, wie mit dieser neuen Technik medizinische Aufnahmen, wie zum Beispiel von einem CT, in eine dreidimensionale Darstellung für eine virtuelle Umgebung generiert werden. Dieser neue, bisher undenkbare Einblick in den Körper wird nicht nur in der Operationsplanung, sondern auch in der Lehre und Diagnostik von Krankheiten neue Möglichkeiten eröffnen. 6

Sechs Meinungen zum Swiss E-Health Forum Vom 8. bis 9. März findet das Swiss E-Health Forum in Bern statt. Dieses steht ganz im Zeichen der digitalen Transformation. Partner des Events geben Auskunft darüber, was die Digitalisierung für die Gesundheitsbranche bedeutet. Interviews: Simon Mathis E-HEALTH KONKRET Thomas Bähler Leiter eHealth, Swisscom Health Ralph Jordi Bereichsleiter Sales & Marketing, Hint «DIE DIGITALE TRANSFORMATION IST NICHT NUR TECHNISCH» Weshalb unterstützen Sie das Swiss E-Health Forum? Die Veranstaltung ist eines der wichtigsten Foren im E- Health-Bereich. Hier treffen wir unsere Kunden, Partner und Stakeholder aus dem Schweizer Gesundheitswesen und diskutieren mit ihnen die aktuellen Themen. Was verstehen Sie unter digitaler Transformation? Bei Swisscom beschäftigen wir uns – auch ausserhalb des Gesundheitswesens – seit Langem mit dieser Thematik. Ein zentraler Aspekt ist dabei, dass diese Transformation nicht nur eine rein technologische ist. Es geht auch um Fragen der Prozesse, der Kultur, der Ausbildung, der Begeisterung. Wer die Digitalisierung vorantreiben will, muss die Menschen mitnehmen, die von ihr profitieren sollen. Welche Trends erwarten Sie in naher Zukunft? 2018 wird für das EPD ein entscheidendes Jahr. Es geht nun an die konkrete Umsetzung, damit das EPD erlebbar wird und die oben erwähnte Begeisterung ausgelöst werden kann. Längerfristig wichtige Themen werden unter anderem Blockchain und mobile Technologien sein. Was sind die Herausforderungen der Branche? Da gibt es einige. Beim EPD ist etwa die aktuelle Planungsunsicherheit eine Hürde. Generell fordert die Komplexität der E-Health-Grossprojekte alle Beteiligten. Die Integration End-2-End in die Primärsysteme der Leistungserbringer ist eine wichtige Aufgabe. Und über all diesen Herausforderungen steht die Frage: Wie werden E-Health-Vorhaben finanziert, bei denen Nutzen und Aufwand nicht immer bei den gleichen Akteuren entstehen? «ALTGEDIENTE FIRMEN MÜSSEN SICH NEU ERFINDEN» Weshalb unterstützen Sie das Swiss E-Health Forum? Das Gesundheitswesen der Schweiz ist im Umbruch und nur mit neuen Ideen und Ansätzen werden die anstehenden Herausforderungen gemeistert. Dazu ist die Vernetzung unter den Leistungserbringern eine zwingende Voraussetzung. Das Swiss E-Health Forum leistet einen aktiven Beitrag, um die Verantwortlichen dieser Organisationen zu sensibilisieren, und daher unterstützen wir auch in diesem Jahr das Swiss E-Health Forum. Was verstehen Sie unter digitaler Transformation? Es vergeht kein Tag, ohne dass sich Firmen wie Amazon, Google oder Apple in einer unerwarteten Branche neu positionieren. Altgediente Firmen müssen sich neu erfinden oder werden durch innovative Start-ups überholt. Transformation bedeutet daher für Hint der stete Wandel. Mit neuen Lösungsansätzen wie dem «National eHealth Gateway» unterstützen wir die Leistungserbringer dabei, den Anschluss nicht zu verpassen. Welche Trends erwarten Sie in naher Zukunft? Um eine sinnvolle Vernetzung der Leistungserbringer im Gesundheitswesen zu erreichen, braucht es Hub-Lösungen. Diese dienen als Verbindungselement zwischen den einzelnen Organisationen und reduzieren die Komplexität im Gesamtsystem spürbar. Um die Ziele von E-Health erreichen zu können, braucht es aus unserer Sicht keine neuen Technologien, sondern die Bereitschaft für eine engere Zusammenarbeit unter den Leistungserbringern. Die dafür notwendige Technologie ist erprobt und steht für alle bereit. Was sind die Herausforderungen der Branche? Viele Informatikabteilungen der Leistungserbringer schaffen es kaum mehr, den Bedürfnissen der Kliniken gerecht zu werden. Denn zum einen muss der Schritt zu Windows 10 nun rasch umgesetzt werden und zum anderen sollte eine Vielzahl von Digitalisierungsprojekten vorangetrieben werden. Ein Spagat, der aus unserer Sicht ohne externe Unterstützung durch Spezialisten kaum mehr machbar ist. 7

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