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Netzwoche 02/2020

38 Management & Career

38 Management & Career Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH IT-Profis können 2020 auf Lohnerhöhung hoffen rja. Gemäss der Beratungsfirma Robert Walters war 2019 ein gutes Jahr für Arbeitskräfte im IT-Bereich in der Schweiz. Vor allem Kandidaten mit Spezialkompetenzen seien demnach gefragt ge wesen. Grund dafür sei die digitale Transformation. Die Schweizer Löhne blieben konstant. In diesem Jahr rechnen gemäss Studie 61 Prozent der Führungs kräfte gar mit einer Lohn er höhung. Kanton Zürich investiert in seine Hochschulen mbr. Am 21. Januar hat der Kantonsrat einstimmig beschlossen, die Digitalisierungsinitiative der Zürcher Hochschulen (DIZH) mit 108 Millionen Franken zu unterstützen. Somit beteilige sich der Kanton zu einem Drittel an der Finanzierung, so die Universität Zürich. Der Rest der geplanten 300 Millionen wird aus Eigenmitteln der Hochschulen gezahlt. Bild: adamkaz / iStock Neuer Spitzenreiter im Skills-Ranking osc. Linkedin hat auf seinem «Learning Blog» ein Ranking der meistgesuchten Fähigkeiten auf der Networking- Plattform im Jahr 2020 publiziert. Unternehmen und Mitarbeitenden soll die Liste zeigen, in welche fachlichen und zwischenmenschlichen Kompetenzen sie investieren sollten. Bei den fachlichen Hard Skills habe im neuen Jahr Blockchain den Spitzenplatz übernommen, schreibt Linkedin. Dies sei ein Signal für die zunehmende Bedeutung der Technologie. Aber auch die anderen Fähigkeiten drehen sich ganz um das Data Driven Business und die digitale Transformation. i SKILLS-RANKING VON LINKEDIN Die Top 10 der Hard Skills 1. Blockchain 2. Cloud Computing 3. Datenanalyse 4. Künstliche Intelligenz 5. UX-Design 6. Business-Analyse 7. Affiliate-Marketing 8. Sales 9. Informatik 10. Video-Produktion Die Top 5 der Soft Skills 1. Kreativität 2. Überzeugungskraft 3. Zusammenarbeit 4. Anpassungsfähigkeit 5. Emotionale Intelligenz Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch DIGITALE TRANSFORMATION DER IT Die Kolumne finden Sie auch online www.netzwoche.ch Der Beginn eines neuen Jahrzehnts hat oft eine magische Wirkung auf Unternehmen und Manager. Die letzten zehn Jahre haben viele neue Technologien wie Cloud Computing, Blockchain, künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge hervorgebracht, aber auch viele neue Arbeitsmethoden, die das effiziente und effektive Zusammenarbeiten im Service-Ökosystem fördern können. Die Grundlagen für die vollständige Digitalisierung von Geschäftsprozessen sind nun vorhanden. Es kann wohl mit gutem Grund davon ausgegangen werden, dass im nächsten Jahrzehnt die Durchdringung dieser neuen Technologien in allen unseren Lebensbereichen und damit ein vollständiges Ablösen der «alten» Technologiewelt ansteht. Nicht eine einzelne dieser neuen Techniken ist dabei massgebend, sondern der Verbund und die Verfeinerung dieser Technologien zu einem neuen Ökosystem wird wohl prägend für Unternehmen und Gesellschaft werden. Mit allen ethischen und sozialen Konsequenzen, die so eine Veränderung mit sich zieht. Nicht nur die gewinnbringende Nutzung, sondern vor allem auch die sichere Beherrschung und Steuerung dieser neuen Technologien wird zur Hauptherausforderung für Unternehmen und IT-Organisationen werden. Wer als CIO in den letzten Jahren noch keine Strategien für diese anstehenden Transformationen erarbeitet hat, wird gegenüber dem Wettbewerb arg im Rückstand liegen und hat dem Unternehmen, der IT-Organisation und wohl auch sich selbst keinen Gefallen getan. Am Traditionellen festhalten zu wollen, hat insbesondere im Technologiebereich weniger mit Standhaftigkeit denn mit Verweigerung des Fortschritts zu tun. Nur weil man meint, damit den neuen Risiken entgehen zu können, bleiben bestehende Infrastrukturen nicht einfach sicherer. Viel eher muss man bedenken, dass man für Cyberkriminelle damit erst recht zur einfachen Zielscheibe wird. Dieser Verantwortung kann man sich nicht entziehen. Wie gross die eigene Fertigungstiefe in IT-Organisationen auch immer noch ist, CIOs müssen sich grundsätzliche Gedanken über ihr künftiges IT-Betriebsmodell machen und wie sie damit einen echten Mehrwert für das Business bieten können. Sich einfach als Befehlsempfänger des Business zu verstehen und gemäss traditionellem «Plan-Build-Run»-Modell diese neuen Technologien bereitstellen zu wollen, wird nicht mehr genügen. Digitalisierung und Innovation kann man nicht einfach beauftragen. Das Business braucht vielmehr einen strategischen Technologiepartner, dem es vertraut und der ihm hilft, zwischen den verschiedenen Potenzialen zu navigieren und die vorhandenen Lösungen und Fähigkeiten optimal zu nutzen. IT-Organisationen müssen sich gut überlegen, ob sie am Steuer bleiben und aktiv Verantwortung für die Geschäftsstrategie übernehmen wollen und können. Es gibt genügend andere da draussen, die nur darauf warten, das Steuer zu übernehmen. Die Befehls- empfänger- Mentalität loswerden Martin Andenmatten Gründer und Geschäftsführer, Glenfis 02 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Event 39 Hier tüfteln die IT-Stars von morgen Talente in den Schulen entdecken und auf dem Weg in die IT-Karriere fördern: Dieses Ziel hat sich der ICT Campus auf die Fahnen geschrieben – neu auch in Zürich. Aus Wirtschaft und Politik gibt es prominente Unterstützung. Autor: Oliver Schneider Muttenz hat seinen 2017 bekommen, Bern folgte im vergangenen Jahr. Jetzt hat auch Zürich einen ICT Campus. Die Idee hinter dem Projekt: Sogenannte Scouts besuchen Schweizer Sekundarklassen, um dort Kinder mit einer Affinität für Technik zu finden. Diese Talente werden dann eingeladen, bis zum 9. Schuljahr den ICT Campus zu besuchen. An zwei Samstagen im Monat können sie dort nach Gusto an IT-Projekten tüfteln, werden gefördert und betreut. Der dritte ICT Campus in der Schweiz öffnete Ende Januar seine Tore. Den Ort für das Nachwuchs-Labor stellt die Uni Zürich auf ihrem Campus Irchel zur Verfügung. Als Unterstützer sind der Branchenverband Swico und Digitalswitzerland mit an Bord. Rund 100 Besucher liessen sich zum Start von Initiator Rolf Schaub erklären, wie der ICT Campus funktioniert und warum er wachsenden Anklang findet. Langfristiges Engagement gegen den Fachkräftemangel Mit jedem neuen Standort werde sein Traum langsam zur Realität, sagte Schaub. Besonders freue ihn, dass sich immer mehr Unternehmen und Organisationen für das Projekt interessierten. Grosse Namen wie Google, UBS, Roche und Swisscom sind mittlerweile unter den Partnern. Weitere Ableger des Campus sind bereits geplant. 2020 sollen Lenzburg, Visp und St. Gallen folgen. Dass der ICT Campus bei Wirtschaft und Politik auf Interesse stösst, sei kein Zufall, so Schaub. IT-Spezialisten würden händeringend gesucht. Die Förderung von Talenten vor dem Start der Lehre komme diesem Bedarf entgegen. Die weitere Ausbildung sei dann die Aufgabe der Unternehmen. Schaub wünscht sich, dass Firmen die Jugendlichen direkt aus dem Campus in die Lehre holen. Rolf Schaub hat den dritten ICT Campus an der Uni Zürich eröffnet. Bei den Mitgliedern des Swico stiess die Partnerschaft mit dem ICT Campus auf Begeisterung, wie Geschäftsführerin Judith Bellaiche zur Eröffnung sagte. Überzeugt habe die systematische Vorgehensweise, mit denen die Scouts die Talente ausfindig machten, das nachhaltige Engagement und die Mädchenquote von 50 Prozent. Schülerinnen und Schüler für technische Berufe zu gewinnen, sei zentral. Der Fachkräftemangel sei der Pain Point Nummer eins in der IT-Branche. Wie vielversprechend der ICT Campus sei, zeige sich an der Unterstützung aus Wissenschaft und Politik, sagte Bellaiche. Für Michael Hengartner, Rektor der Universität Zürich, helfe das Projekt mit, die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern. Die Begeisterung für IT und die Neugier müsse möglichst früh gefördert werden. «Die neugierigen Jugendlichen von heute sind die Spezialisten von morgen», sagte Hengartner. Der Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger stellte noch einen anderen Aspekt in den Vordergrund. Heute finde in den Schulen ein Run aufs Gymnasium statt, sagte er. Die Lehre verliere demgegenüber an Attraktivität. Gleichzeitig investierten Schulen viele Ressourcen in die Behebung von Defiziten. Die Förderung von Talenten komme zu kurz. Mit Initiativen wie dem ICT Campus wolle Zürich die Lehre als Ausbildungsweg unterstützen und die Digitalisierung in der Schule vorantreiben, sagte Leutenegger. 16 Schulen hätten sich bislang für den Campus angemeldet. Das Ziel ist laut Schaub, in jeder ersten Sekundarklasse nach IT-Talenten zu scouten. Die Initiative dazu müsse von den Schulen kommen. An zwei Samstagen im Monat tüfteln die gescouteten Schülerinnen und Schüler an IT-Projekten. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 02 / 2020

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