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Netzwoche 03/2016

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12 Business Event «Das

12 Business Event «Das Wachstum von Swisscom kommt aus Italien» Wechselkurseffekte, weniger Umsatz mit Roaming und eine fette Busse der Weko drücken auf die Jahreszahlen von Swisscom. An der Bilanzpressekonferenz hatte Swisscom-CEO Urs Schaeppi immerhin eine gute Nachricht zu verkünden. Autor: David Klier und Marc Landis «Wir haben auf der operationellen Ebene gut gearbeitet.» Urs Schaeppi, Swisscom CEO. Swisscom hat im vergangenen Jahr 11,7 Milliarden Franken umgesetzt. Das sind 0,2 Prozent weniger als im Vorjahr, wie der Telko an seiner Bilanzpressekonferenz verkündete. Der Reingewinn sank um über 20 Prozent auf 1,3 Milliarden Franken. Auf die Zahlen drückten unter anderem eine Weko-Busse in Höhe von 186 Millionen Franken, niedrigere Roamingeinnahmen in Höhe von 100 Millionen Franken und Währungseffekte, wie Swisscom-CEO Urs Schaeppi an der Bilanzmedienkonferenz seines Unternehmens erklärte. Dennoch ist der CEO mit dem Geschäftsjahr 2015 zufrieden. Denn Swisscom habe «auf der operationellen Ebene gut gearbeitet». Positiv entwickelte sich die Zahl der Mitarbeiter. Die Gesamtzahl kletterte um 2,4 Prozent von 21 125 auf 21 637. In der Schweiz allein arbeiteten 18 965 Personen für den Provider. Das sind knapp 700 mehr als im Vorjahr. 700 Stellen streichen, bis zu 500 neue schaffen Ein Grossteil der neuen Mitarbeiter kam gemäss Mitteilung über Zukäufe zu Swisscom, etwa durch die Übernahme der Veltigroup in der Westschweiz. Ohne die Firmenakquisitionen hätte sich die Zahl der Mitarbeiter nur um 277 Stellen erhöht. Diese Zunahme sei eine Folge neuer Dienste wie Cloud-Services oder Lösungen für das Gesundheitswesen. Egal wie man den Mitarbeiterzuwachs betrachtet, für Swisscom sind es offenbar zu viele. Der Telko will seine Ausgaben bis 2020 um mehr als 300 Millionen Franken senken. Das soll über effizientere Prozesse, die Transformation auf eine All-IP-Technologie und Stellenreduktionen gelingen. Rund 700 Arbeitsplätze sollen in rückläufigen Geschäften, etwa im Festnetz oder in Support-Bereichen, wegfallen, erklärte Schaeppi. Nicht betroffen vom Stellenabbau seien hingegen Funktionen «an der Kundenfront oder in der Entwicklung». Parallel dazu will Schaeppi aber bis zu 500 neue Stellen in «innovativen Bereichen» wie etwa in den Segmenten Cloud und Internet schaffen. Kundenwachstum in allen Segmenten Redimensionieren will Swisscom auch die Anzahl ihrer Callcenter. Bis Ende 2016 sollen 6 der 14 Callcenter schliessen. Betroffen seien vor allem Center in «unterkritischer Grösse». Auch kündigte Schaeppi an, einen weiteren Callcenter-Dienstleister in der Schweiz beauftragen zu wollen, ohne allerdings dessen Namen zu nennen. Outsourcen will Swisscom die Callcenter aber nicht, wie Schaeppi betonte. Mit Blick auf die Kunden entwickelte sich das Jahr 2015 durchweg positiv für Swisscom. Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse kletterte um 1,3 Prozent auf 6,6 Millionen. Bei den Breitbandanschlüssen legte Swisscom um 6,2 Prozent zu. Die Zahl der TV-Anschlüsse stieg um 14,2 Prozent auf 1,3 Millionen. Überraschend gut lief auch das lange darbende Geschäft von Fastweb in Italien. Swisscom-Finanzchef Mario Rossi sprach gar davon, dass das Wachstum von Swiss com aus Italien komme. Umsatz für dieses Jahr auf Vorjahresniveau erwartet Für die Aktionäre des Providers ändert sich durch den niedrigeren Umsatz und Gewinn nichts. Swisscom wird in der Generalversammlung eine unveränderte Dividende in Höhe von 22 Franken pro Aktie beantragen. Swisscom rechnet für 2016 mit einem weiterhin stagnierenden Umsatz von rund 11,6 Milliarden Franken. Das geplante Sparprogramm soll in diesem Jahr bereits zu Einsparungen von 50 Millionen Franken führen. Mario Rossi, Chief Financial Officer bei Swisscom, präsentierte durchwachsene Zahlen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 6441 03 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Nachgefragt 13 «Die E-Society ist mancherorts bereits heute Realität» Vom 8. bis 11. März gehen in den Messehallen Bernexpo die Infosocietydays über die Bühne. Dienstag und Mittwoch findet das Swiss E-Government Forum statt, Donnerstag und Freitag das Swiss E-Health Forum. Die Redaktion hat Veranstalter Jürg Lehni gefragt, was die Besucher an den beiden Veranstaltungen erwartet. Interview: Marcel Urech Die Infosocietydays 2016 finden vom 8. bis 11. März statt. Was sind dieses Jahr die heissen Themen? Jürg Lehni: Das Swiss E-Government Forum behandelt die Herausforderungen der digitalen Transformation. Digitalisierung von Verwaltungsleistungen, neue Kommunikationsmöglichkeiten und elektronische Identitäten stehen im Zentrum. Am Swiss E-Health Forum dreht sich alles um das elektronische Patientendossier (EPDG). Wo steht man hier, und was muss bei der Umsetzung beachtet werden? «Auf strategischer Ebene müssen nun zahlreiche richtungsweisende Entscheide gefällt werden .» Jürg Lehni, Veranstalter der Infosocietydays Die ersten beiden Tage findet das Swiss E-Government Forum statt. Der 8. März wird mit dem Slogan «E-Society bereits heute Realität» angepriesen. Was hat es damit auf sich? Die E-Society ist mancherorts bereits Realität. Sie bringt Herausforderungen für die Verwaltung, die wir beleuchten. Wir behandeln auch das Spannungsfeld zwischen Anspruch und Realität der neuen E-Government-Strategie. Am 9. März lautet das Motto «Digitalisierung von Verwaltungsleistungen durch Make oder Buy». Was erwartet die Teilnehmer? Der Trend zur Konzentration auf wenige Kernaufgaben und der steigende Kostendruck führen dazu, dass sich immer mehr Verwaltungen entscheiden, Funktionen und Prozesse an externe Dienstleister auszulagern. Wir beantworten unter anderem, wann das sinnvoll ist, und für welche Bereiche sich dieses Vorgehen eher weniger empfiehlt. Auf welchen Vortrag am E-Gov-Forum freuen Sie sich besonders? Alle Referate werden spannend. Das Forum ist eine Innovations- und Problemlösungsplattform für Fachverantwortliche. Die Referate geben Antwort auf praxisrelevante Fragen und zeigen Lösungsmöglichkeiten auf. Am 10. März behandelt das Swiss E-Health Forum «Implikationen auf die Unternehmensstrategie». Was heisst das genau? Das EPDG bringt nicht nur in der Umsetzung Herausforderungen und Chancen mit sich. Vor allem auf strategischer Ebene müssen zahlreiche richtungsweisende Entscheide gefällt werden, die die Einführung oder Erweiterung von E-Health vorantreiben. Die wichtigsten Fragen zu diesem Themenbereich werden wir diskutieren. Am 11. März geht es um die «konkrete Operationalisierung und Umsetzung». Wird es Tipps für Unternehmen geben, um ihre E- Health-Strategie umzusetzen? Ja, es wird Erfahrungsberichte und eine Checkliste für die Umsetzung für Besucher geben. In Solution-Präsentationen werden zudem konkrete Anwendungen vorgestellt. Was erhoffen Sie sich vom diesjährigen Swiss E-Health Forum? Wir hoffen, dass wir zusammen mit den Teilnehmenden Probleme erfassen und analysieren können. Nicht zuletzt wollen wir auch eine Lösungsplattform bieten. Welche Themen müssen die E-Health-Akteure nun anpacken? In Bezug auf das EPDG gibt es noch viele offene Fragen. Besonders bezüglich der Umsetzung gibt es viele Unsicherheiten. Diese müssen nun mit der Unterstützung aller E- Health-Akteure aus dem Weg geräumt werden, damit der Teilnahme am System nichts mehr im Weg steht. Welche Hürden gibt es dabei zu überwinden? Viele stationäre Institutionen sind noch nicht bereit, elektronische Dokumente bereitzustellen. Insbesondere Pflegeheime und kleinere akutsomatische Spitäler. Das muss sich ändern, da auch sie am EPDG teilnehmen müssen. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 03 / 2016

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