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Netzwoche 03/2016

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14 Business IT-Projekte

14 Business IT-Projekte Publicitas telefoniert mit E-Fon Der Werbevermarkter Publicitas hat seine Telefonieanlage von ISDN auf IP migriert. Damit einher ging der Wechsel zum Anbieter E-Fon. Dieser musste vor dem Betrieb einige Probleme lösen. Autor: George Sarpong « Zu den grössten Heraus forderungen zählte die Integration der vor handenen Cisco-Telefongeräte und deren automatische Pro visionierung über unsere Plattform. » Stefan Meier, CEO von E-Fon Publicitas hat sein VoIP-System migriert. Der Werbevermarkter nutzt nun die VoIP-Lösung E-Fon Pro von E-Fon, wie der VoIP-Spezialist mitteilte. Sämtliche Telefonnummern seien ins Netz von E-Fon portiert worden, und die Telefonie laufe neu über das IP-Protokoll, teilte E-Fon-CEO Stefan Meier auf Anfrage mit. Publicitas habe damit die Migration von ISDN zu IP bereits realisiert. Zum Projekt kam es, weil Publicitas einen neuen VoIP-Anbieter suchte, da sich das Unternehmen mit einem auslaufenden Telefonsystem und der Aufgabe des Rechenzentrums konfrontiert sah, wie E-Fon schreibt. Neues Datacenter-Konzept An der Cloud-Lösung wollte Publicitas festhalten, wie es weiter heisst. Ursprünglich betrieb das Unternehmen den Telefonieserver im eigenen Rechenzentrum. Neu wird die Infrastruktur durch E-Fon in zwei Rechenzentren in der Region Zürich unterhalten. Das soll Redundanz, Sicherheit und eine höhere Verfügbarkeit gewährleisten. Die Anwender bei Publicitas nutzten bereits ein Multi- Protocol-Label-Switching-Netzwerk. Das Unternehmen verfügte laut Meier daher schon über eine Infrastruktur, welche die Vernetzung aller Systeme via Internetprotokoll (IP) ermöglicht und infolgedessen auch die VoIP-Übertragung unterstützt. Ausschlaggebend für den Wechsel zu E-Fon sei ausser dem Preis die kurze Umstellungsphase gewesen, erklärt David Klement, CTO Publicitas. «Kurz» bedeutet: «Von Vertragsabschluss bis Inbetriebnahme vergingen rund drei Monate», wie Meier auf Anfrage erklärte. Seit Dezember des vergangenen Jahres nutzen die 500 Publicitas-Mitarbeiter an 18 Standorten die E-Fon- Lösung. Neue Lösung für Cisco-Geräte entwickelt Für den Vertrag, der drei Jahre läuft, sprach laut Klement auch die Möglichkeit, die bestehenden Cisco-Geräte weiterhin zu benutzen. Eine der schwierigeren Teile des Projekts, wie Meier erklärt: «Zu den grössten Herausforderungen zählte die Integration der vorhandenen Cisco-Telefongeräte und deren automatische Provisionierung über unsere Plattform.» E-Fon entwickelte einen neuen Provisionierungsmanager für die Telefone des Herstellers Cisco. Dadurch können nach Angaben des VoIP-Providers Telefone, Mobiltelefone und Faxgeräte per Plug-and-Play an die virtuelle Telefonanlage angeschlossen werden. Die Anlage erkennt die Geräte, die umgehend mit der korrekten Telefonnummer konfiguriert werden. Dies geschieht unabhängig davon, wo die Geräte gerade stehen, wie Meier weiter ausführt. Die Callcenter-Lösung ermögliche auch Managementreporting. 5000 Nummern über das Webportal verwalten Eine weitere grosse Hürde war gemäss Meier die Einrichtung einer umfangreichen Telefonzentrale mit zahlreichen Funktionen. Diese könne von vier Mitarbeitenden von verschiedenen Arbeitsplätzen aus bedient werden. Konkret handelt es sich um 5000 Telefonnummern mit unterschiedlichen Vorwahlen. Diese werden nun von vier Vermittlungsarbeitsplätzen über das Webportal von Publicitas verwaltet. Hierfür nutzen die Vermittler die E-Fon-Lösung «Receptionist». Diese ermögliche auch bei komplexen Organisationsstrukturen eine einfache Verwaltung, etwa von Anrufen oder An- und Abwesenheiten. Über die Höhe des Projektvolumens wollte sich Meier nicht äussern. Er betonte aber auf Nachfrage: «Die vereinbarten Projektkosten und Liefertermine wurden eingehalten.» Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 6467 03 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business IT-Projekte 15 Swiss bucht um Wenn die Seele einer Airline ihr Bordservice ist, entspricht ihr Buchungssystem dem Gehirn. Fällt es aus, war’s das. Keine Reservierungen, keine Flüge. Die Airline Swiss hat Ende Januar ihr System migriert. In nur zwei Tagen. Autor: George Sarpong In zwei Tagen migrierte Swiss über zwei Millionen E-Tickets und fast eine Million Passenger Name Records. Manchmal geht es in der IT zu wie beim Fliegen. Es muss schnell gehen und nichts darf schieflaufen. So wie bei der Fluglinie Swiss. Zwei Jahre hatten die IT-Spezialisten der Swiss und ihre Partner auf diesen Moment hingearbeitet. Dann musste alles ruck, zuck über die Bühne gehen: In nur zwei Tagen (am 30. und 31. Januar) wechselte die Airline auf ein neues Reservierungssystem. Migration auf «Familien-System» Die Umstellung wurde nötig, da der Vertrag von Swiss und ihrer Schwester-Airline Brussels Airlines mit HP Mitte des kommenden Jahres ausläuft, wie Swiss-Sprecher Florian Flämig auf Anfrage mitteilte. Ein günstiger Zeitpunkt für einen Wechsel. Bei den Fluglinien habe man sich deshalb gefragt, ob man weiter auf dem HP-System arbeiten wolle. Die Swiss entschied sich für eine andere Variante. Sie wechselte auf Amadeus Altea. Das System wird bereits innerhalb der Lufthansa-Gruppe (der auch die Swiss angehört) von den Fluglinien Lufthansa und Austrian Airlines genutzt. Auch einige Mitglieder des Airline-Verbunds Star Alliance, dessen Mitglied die Lufthansa ist, setzen auf das System. Über 30 Partner Die Organisation wurde laut Flämig zusammen mit dem Business definiert und bestand aus IT-Team-Mitgliedern aus dem Business. Hauptverantwortlich für die Migration war die Swiss, genauer gesagt die IT-Abteilung des Finanzbereichs der Fluggesellschaft. Primärer Partner war die Schwester-Airline Brussels. Insgesamt hätten über 30 Partner mitgewirkt, sagte Flämig. Sie arbeiteten an nichts Geringerem als an der Migration des Kerns der beiden Airlines: das gesamte System mit seinen Buchungen, bestehend aus Reservation, Inventar und Ticketing. Automatische und manuelle Datenübertragung Konkret übertrugen die IT-Spezialisten über 950 000 Buchungsdaten, sogenannte Passenger Name Records. Dazu kamen mehr als zwei Millionen E-Tickets. Doch nicht alle Daten wollten mitziehen. Die Daten von rund 2000 Passagieren hätten nicht automatisch übernommen werden können und mussten manuell übertragen werden, sagte Flämig. Mit dem Kern der Anlage wurden auch 200 daran anhängende Systeme migriert. Weitere mussten parallel eingeführt werden, etwa eine neue Middleware mit serviceorientierter Architektur (SOA). Zu den Kosten wollte sich die Airline nicht äussern. Sie wollte auch nicht sagen, was sie im Zuge des Projekts gelernt hat. Und das dürfte einiges gewesen sein. Denn das Team musste zahlreiche Herausforderungen bewältigen. So mussten etwa die Arbeiten mit den Partnern sinnvoll abgestimmt, die Unterprojekte sauber vorgeplant und das Timing der Umstellung exakt sein. Nach der Umstellung mussten die Mitarbeiter das System stabilisieren. Die nächsten Grossprojekte Die Learnings wird das Projektteam wohl bald umsetzen können: Das Abfertigungssystem AXS-Control von HP wird durch das Amadeus System Customer Management und das Flight Management ersetzt werden. Mit dem Customer Management werden die Passagiere am Check-in beziehungsweise am Gate abgefertigt, das Flight Management ist das Berechnungssystem für die Flugzeugbeladung. Seit Mitte Februar löst die Swiss die Einrichtungen an drei Pilotstationen der Airline ab. Konkret will das Unternehmen an den internationalen Drehkreuzen des Flugverkehrs in den Metropolen Amsterdam, Madrid und Miami das System umstellen, wie Flämig erklärte. Bis Ende Juni 2016 sollen dann an allen 70 Stationen der Fluglinie die Abfertigungs- und Flight-Management-Systeme abgelöst sein. Die Fluglinie Swiss hat ihr Reservierungssystem abgelöst. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 6487 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 03 / 2016

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