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Netzwoche 03/2018

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34 Focus Unified

34 Focus Unified Communications & Collaboration Sicherheit und Redundanz in VoIP-Netzwerken Ausfälle bei grossen Telekommunikationsanbietern und breit gestreute Cyberattacken haben Unternehmen verunsichert. Wie anfällig sind All-IP und VoIP für Störungen oder Angriffe von aussen? Was viele bei der Frage nach Sicherheitslösungen ausser Acht lassen: Die Schwachstelle ist oft der Mensch. DER AUTOR Roger Vogler Partner Manager, Peoplefone Bei der grossen Mehr - heit steigert VoIP-Telefonie die Gefahr, gehackt zu werden, nicht. Sind die bisherigen Technologien doch die besseren? In Bezug auf Telefonie hat sich mancher in der letzten Zeit wohl die alten Zeiten mit analogen Leitungen und ISDN zurückgewünscht. Denn die Häufung von Ausfällen des Fest- und Mobilnetzes sowie des Internets haben gezeigt, dass die IP-Technologie anfällig sein kann. Nicht jeder braucht Redundanz Wie sich also absichern? Internetanschlüsse mit verschiedenen Servicelevel sind eine Möglichkeit. Wer schnellstmöglich wieder erreichbar sein möchte, sollte eine überwachte Internetleitung wählen, bei der eine kurze Wiederherstellungszeit garantiert wird. Wer permanent erreichbar sein muss, ist auf verschiedene Anbieter angewiesen, die nicht die gleichen Leitungen und Technologien verwenden. Zusätzlich bieten VoIP-Anbieter den Service an, bei Ausfällen die Festnetztelefonie auf Mobiltelefone umzuleiten. All diese Optionen machen Verfügbarkeit auch zu einer Kostenfrage. Daher empfiehlt es sich, zu überlegen, ob und ab wann eine zeitweise Unterbrechung der Kommunikation schädlich fürs Unternehmen ist. Ist Ihr Unternehmen gefährdet? Die Auseinandersetzung mit Optionen, die einen vor dem Totalausfall schützen, ist nur ein Faktor der Diskussion um die Verfügbarkeit. Gleichzeitig wird die Sicherheit von VoIP in Bezug auf Hackerangriffe auf die Telefonie- Infrastruktur mitdiskutiert. Doch bei der grossen Mehrheit der Unternehmen steigert VoIP-Telefonie die Gefahr, gehackt zu werden, nicht. Dies aus einem einfachen Grund: Die meisten besitzen keine Daten oder Informationen, die für organisierte Kriminalität im grossen Stil von Interesse sind. Dennoch darf die Sicherheit nicht vernachlässigt werden. Die Möglichkeit, sich per Fernzugriff Zugang zu den Datennetzen zu verschaffen, lässt jedes Unternehmen zum potenziellen Angriffsziel werden. Zum Beispiel, um anhand von absichtlich herbeigeführten Störungen, Gelder zu erpressen oder um Telefonnummern für Phishing oder Spoofing zu missbrauchen. Schützen Sie sich selbst! Telekomanbieter schützen ihre eigenen Infrastrukturen mit hohen Sicherheitsstandards und bieten ihren Kunden verschiedene Sicherheitslösungen für deren VoIP-Infrastruktur an. Dazu gehören sichere Leitungen ebenso wie die Verschlüsselung des Datenverkehrs. Der sorglose Umgang mit E-Mails, offene Internetzugänge, für jeden ersichtliche WLAN-Passwörter im Sitzungszimmer oder Standardpasswörter bei der Sicherheitsinfrastruktur erleichtern Kriminellen jedoch den Zugriff auf die Datennetze. Man selbst und die Mitarbeitenden werden so ohne böse Absicht zu den Hauptgefahrenquellen. Alle Sicherheitslösungen helfen somit nichts, wenn im Unternehmen nicht ausreichend sensibilisiert wird. Weniger kann ausreichen Die IP-Technologie fordert die IT-Verantwortlichen auf diversen Ebenen. Mit VoIP kommt eine Komponente hinzu, die es im gleichen Masse abzusichern gilt wie die restliche Infrastruktur. Dies geht noch oft vergessen, da bezüglich Missbrauch die Festnetztelefonie bisher als sehr sicher galt. Mit All-IP und Unified Communications braucht es ein Umdenken. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass man nicht über das Ziel hinaus schiesst. Nicht jedes Unternehmen muss mit viel Zusatzaufwand in 100 Prozent Redundanz und absolute Sicherheit investieren. Die bewährten Sicherheitsansätze und Sicherheitsprodukte lassen sich oftmals auf die VoIP-Infrastruktur ausdehnen, sodass mit bestehenden Mitteln gearbeitet werden kann. Sind ausserdem alle im Unternehmen für potenzielle Gefahren sensibilisiert, ist die benötigte Sicherheit meist gewährleistet. Illustration: Neyro / fotolia.com 03 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Focus Unified Communications & Collaboration 35 Collaboration-Erfolgsfaktoren Strukturierung und Personalisierung Damit Collaboration-Projekte den gewünschten Erfolg bringen, braucht es ein durchgängiges Konzept für die Strukturierung und Personalisierung der Informationen. Change-Management hilft dabei, die entscheidende Akzeptanz bei den Mitarbeitenden zu fördern. Cloud Computing kommt heute in vielen Unternehmen zum Einsatz und bahnt so auch Projekten zur Optimierung der Zusammenarbeit den Weg. Um mit Collaboration-Instrumenten optimal arbeiten zu können, bedarf es Konzepte für eine durchgängige Struktur. Denn aus Umfragen bei Mitarbeitenden und Kundengesprächen geht immer wieder hervor, dass die Optimierung der Auffindbarkeit und der Wunsch nach Struktur zu den wichtigsten Aspekten gehören. Entwickelt man beim Entwurf digitaler Arbeitsplätze nicht eine eigene Logik, verschwenden Nutzer bis zu 25 Prozent ihrer Arbeitszeit nur mit der Ablage und der Suche von Dokumenten. Deshalb sollte das Gliedern entlang von Abteilungen hinterfragt werden. Informationen müssen nach Themen sortiert werden, arbeiten doch Menschen in der Realität an konkreten Projekten und treffen sich physisch zu Sitzungen oder bei Online-Meetings. Struktur, Relevanz und Personalisierung Man benötigt also nicht nur klar definierte Orte für die Zusammenarbeit, sondern auch logische Orte für die Information. Beispielsweise wird ein Sitzungsprotokoll nicht irgendwo abgelegt, sondern exakt in dem Meeting-Raum, in dem das Projekt stattfindet. Ein standardisiertes Aussehen, eine durchgängige Struktur und Filtermöglichkeiten unterstützen dabei die Organisation. Eine intuitive Logik bei der Ablage und die Vermeidung von Redundanzen beim Erzeugen und Bearbeiten von Dokumenten allein genügen aber nicht, um die Collaboration nachhaltig zu verbessern. Mit personalisierten Cockpits und Dashboards können jedem einzelnen Mitarbeitenden die für die tägliche Arbeit nötigen Informationen wie wichtige Dokumente, Termine, Projekte, News oder Speisepläne aufbereitet werden. Dabei sollte möglichst alles hinsichtlich Logik, Funktionalität und Optik aus einem Guss sein. und Unternehmenskommunikation oder dem Marketing gemeinsam. Change-Management verlangt hier aber mehr als bei klassischen Intranetprojekten, bei denen Mitarbeitenden mit Designs und Symbolevents eine neue Art des Konsums publizierter Informationen nähergebracht werden soll. Beim Thema Collaboration bewegt man sich mit dem Change-Management auf einem ganz anderen Level. Es muss bisweilen in den Arbeitsalltag eingegriffen werden, um Projekte und Strukturen zu adaptieren. Dies verlangt nach bewährten Workshop-Konzepten und Bausteinen für die Change-Kommunikation, von Roll-ups und Plakaten über Give-aways bis hin zu E-Learning und moderierten Communitys. Auch standardisierte Onboarding-Bildwelten können helfen, neuen Mitarbeitenden die digitale Welt im Unternehmen näherzubringen. Fazit Unternehmen können mit Collaboration-Ansätzen und entsprechenden Cloud-Anwendungen die Zusammenarbeit optimieren, dem steigenden Kostendruck entgegenwirken und die Akzeptanz der Mitarbeitenden fördern. Instrumente zur Vereinfachung und Strukturierung der digitalen Zusammenarbeit sowie der Mut zu Veränderung und die nötigen Ressourcen für Change-Projekte spielen indes eine entscheidende Rolle, um Collaboration im digitalen Arbeitsplatz auch tatsächlich zum Erfolg zu bringen. Mit den entsprechenden Tools optimieren Unternehmen dabei ihre Prozesse und steigern die Wettbewerbsfähigkeit. DER AUTOR Heinz Süess Geschäftsführer Novacapta Software & Consulting Schweiz Funktionierende Zusammenarbeit heisst, auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnittene, relevante Informationen strukturiert in Cockpits und Dashboards aufzubereiten. Change-Management auf neuem Level Die Implementierung von Systemen, die Optimierung der User-Interfaces mit strukturierten Bausteinen und die personalisierter Bereitstellung von Informationen reichen erfahrungsgemäss aber oftmals allein nicht aus, damit Collaboration den gewünschten Erfolg erbringt. Projekte müssen begleitet und unterstützt werden, idealerweise von IT www.netzwoche.ch © netzmedien ag 03 / 2018

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