Aufrufe
vor 9 Monaten

Netzwoche 03/2020

  • Text
  • Mitarbeiter
  • Google
  • Swiss
  • Sicherheit
  • Markt
  • Stadt
  • Netzmedien
  • Schweiz
  • Schweizer
  • Unternehmen

34 Technology Aktuell

34 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH EU-Parlament will Apple den Stecker ziehen sma. Schluss mit einem Ladekabel für jedes Gerät! Das Parlament hält eine Regelung für dringend nötig, um die Menge an Elektroschrott zu verringern. 2016 wurden in der Europäischen Union gemäss Mitteilung 12,3 Millionen Tonnen Elek troschrott produziert. Dies entspricht 16,6 Kilogramm pro Einwohner. Das EU-Parlament ruft die Kommission dazu auf, die Rechtsgrundlage für ein standardisiertes Ladegerät zu legen. Apple versucht sich derweil gegen den Vorstoss zu wehren. Akku mit Kaugummi- Konsistenz entwickelt cka. Statt hart könnten die Akkus der Zukunft weich wie Kaugummi sein. Forscher der Stanford-Universität entwickelten einen Stromspeicher, der sich falten, quetschen und dehnen lässt – ohne dass sich dies auf die Leistungsabgabe auswirkt. Einen Haken hat der weiche Wunderakku jedoch noch. Der Prototyp ist etwa so gross, wie ein Daumennagel und speichert aber nur halb so viel elektrische Energie wie eine herkömmliche Alternative von vergleichbarer Grösse. Bis die Forscher die ersten Testversionen an Hersteller verschicken, werden mindestens noch 12 bis 18 Monate vergehen. US-Schule führt Gesichtserkennung ein rja. Die öffentlichen Schulen der US-amerikanischen Stadt Lockport setzen Gesichtserkennungstechnologie ein, um festzustellen, wer sich auf dem Gelände befindet. Dies diene der Sicherheit der Schüler, sagt die Schulverwaltung. Doch das Vorgehen stösst auf heftige Kritik. Das System namens «Aegis» habe 1,4 Millionen US-Dollar gekostet und bestehe aus 300 Kameras, schreibt die «New York Times». Die Algorithmen seien nicht akkurat und oft rassistisch verzerrt. Der Roboter, der durch die Luftröhre krabbelt rja. Es muss schnell gehen, wenn ein Patient beatmet werden muss. Doch die Intubation – das Einführen des zur Beatmung nötigen Schlauchs in die Luftröhre – ist schwierig und zudem nur mit entsprechender Ausbildung erlaubt. Die grössten Hindernisse seien die individuelle Anatomie jedes Menschen und die fehlende direkte Sicht in den Rachen-Hals-Raum, schreibt das Zürcher Universitätsspital (USZ) in einer Mitteilung. Gemeinsam mit dem Multi- Scale Robotics Lab der ETH präsentiert das USZ jetzt ein System, das die Intubation wesentlich erleichtern soll. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Bildschirm, Bilderkennung und Miniaturmotoren «Realiti» heisst das System – oder «robotic endoscopeautomated via laryngeal imaging for tracheal intubation». Es funktioniere wie eine Art Endoskop, schreibt das Forscherteam um USZ-Anästhesiearzt Peter Biro. Der einzuführende Beatmungsschlauch wird aufgesteckt und in die Luftröhre vorgeschoben. Das Herzstück des Systems befindet sich an der Spitze: Die dort montierte Kamera überträgt laufend Bilder auf einen externen Monitor, gleicht diese aber auch immer mit gespeicherten Aufnahmen der menschlichen Das «robotic endoscopeautomated via laryngeal imaging for tracheal intubation» des USZ. Anatomie im Schlund- und Kehlkopfbereich ab. Mithilfe von Bilderkennungs-Technologie erkennt das Gerät, in welcher Richtung sich die Luftröhre befindet. Der Clou an der Sache: Die Spitze des Endoskops ist beweglich. Dank mehrerer eingebauter Miniaturmotoren kann sie sich automatisch zur Luftröhre hindrehen. Der Anwender, der die Intubation durchführe, behalte indes die volle Kontrolle: Denn das eigentliche Einführen – das Vor- und Rückwärts-Bewegen des Beatmungsschlauchs erfolge ausschliesslich manuell. Auf dem angeschlossenen Bildschirm lässt sich der Vorgang überwachen, schreiben die Forscher. Mit smarten Kameras gegen Ladendiebe osc. Die Verhaftung eines 16-jährigen Mädchens nach 22 Diebstählen in verschiedenen Migros-Filialen hat die «Neue Zürcher Zeitung» (NZZ) dazu veranlasst, die technischen Methoden des Grossverteilers zur Identifizierung von Dieben zu untersuchen. Nach Angaben der Zeitung kommen dabei intelligente Kamerasysteme zum Einsatz, die Kunden nach äusseren Merkmalen wie Haarfarbe, Grösse und Geschlecht filtern können. Von der Redaktion des «ICTjournal» kontaktiert, bestätigt die Migros, dass in mehreren Filialen der Genossenschaften Smart-Kamera-Tests durchgeführt werden. Ziel der Systeme sei es, «Mitarbeiter, Kunden und Eigentum besser zu schützen und Unheil aller Art zu verhindern». Die Genossenschaften in Zürich und Genf verwenden für ihre Tests Kameras und Software des Herstellers Avigilon, einer Tochterforma von Motorola Solutions. Derzeit sei bei der Migros keine flächendeckende Einführung von Smart-Kameras geplant, da die Evaluierung noch nicht abgeschlossen sei, sagt das Unternehmen. Was die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen betrifft, erläutert die Migros, dass die Verwendung der Daten gesetzeskonform sei. In der «NZZ» vertritt der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte die Auffassung, dass der Schweizer Einzelhändler ein «legitimes Nutzungsinteresse an diesen Kameras» hat, solange die Datenschutzgrundsätze eingehalten werden. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch 03 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 35 Analytics ist Basis einer erfolgreichen Neuausrichtung des Businessmodells Viele Unternehmen denken über neue, digitalisierte Businessmodelle nach oder haben bereits erste Projekte umgesetzt. Andere sind bereits weiter auf ihrem Weg zum datengetriebenen Unternehmen. Die heute anfallenden Datenberge werden weiter an Umfang und Menge exponentiell zulegen. Der Weg in die digitalisierte Welt wird durch zunehmend datengetriebene Unternehmen einen gewaltigen Schub an weiteren Daten auslösen. Daten, die aus der Vielzahl von mobilen Endgeräten, Social-Media-Quellen, Sensoren in Autos oder Heimgeräten und IoT-Chips in Maschinen und Transportmittel generiert und in die digitalen Prozesse und Transaktionen eingespeist werden, liefern enormes Potenzial an wertschöpfungssteigernden Informationen. Richtig und vor allem schnell analysiert, steigern die Erkenntnisse und Informationen die Fähigkeit eines Unternehmens, einerseits Kosten einzusparen, andererseits auch weitere Märkte und zusätzliche Kundensegmente mit neuen Produkten und Dienstleistungen anzugehen. Business- Der Standpunkt: «Wir haben es immer schon so gemacht», kann neue Projekte bereits nach den ersten Schritten ausbremsen. rekt realisierte Analyse und die nachgeschaltete Transformation der Daten zu wertschöpfungsgenerierenden Informationen schafft die Basis zum Data Driven Business und damit zum neuen agilen Geschäftsmodell. Über die Hälfte der befragten Unternehmen bestätigt diese Sichtweise. Der Weg zum neuen Modell ist für viele Unternehmen zwar in groben Umrissen erkennbar, aber mit Hürden verbunden, die eine rasche Realisierung derzeit noch verhindern. Gerade für die kleineren und mittleren Unternehmen fehlen zur Umsetzung vielfach die entsprechenden personellen Ressourcen und die notwendigen Skills. In grösseren Unternehmen hingegen erschwert die über Jahre gewachsene heterogene Umgebung der Analytics-Tools sowie die dezentrale und oft autonom gemanagte Datensammlung eine erfolgreiche Umsetzung. Hier ist Konsolidierung und Standardisierung angesagt. Und ohne die Bereitschaft, bisherige Verfahren und Prozesse hinter sich zu lassen, werden neue Ansätze schnell im Sande verlaufen. Ein «wir haben es immer schon so gemacht», kann neue Projekte schon nach den ersten Schritten ausbremsen. DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG Den Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch analysen schaffen eine wesentliche Grundlage für Innovationen und differenzierende Wettbewerbsvorteile. Mit dem Einsatz entsprechender Tools, Lösungen und Algorithmen aus den Bereichen der Datenanalyse und künstlichen Intelligenz lassen sich unterschiedliche Modelle und Optionen simulieren, Voraussagen treffen und auf eine automatisierte Interaktion mit Kunden setzen. Dies erlaubt es, schnell – vor allem schneller als der Wettbewerb – auf Veränderungen an der Kunden- und Marktfront zu reagieren. Business-Analytics-Anwendungen sind eine wesentliche Grundlage, mehr Rationalität und Geschwindigkeit in die Entscheidungsprozesse zu bringen. Unsere neue Studie zum Business-Analytics-Einsatz und zu datengetriebenen Unternehmen in der Schweiz hat gezeigt, dass heute 40 Prozent der Befragten IT-gestützte Analytic- Tools einsetzen und die gewonnenen Erkenntnisse auch für Entscheidungen auf der strategischen Businessebene einsetzen und nutzen. Damit ist der Grundstein für die Transformation hin zum digitalen Unternehmen gelegt. Kaum ein grösseres Digitalisierungs-, KI- und IoT-Projekt wird ohne eine Analyselösung auskommen. Nur die kor- EINSATZ VON IT-GESTÜTZTEN ANALYTICS-TOOLS Setzen Sie heute im Unternehmen IT-gestützte Business-Analytic-Tools ein oder planen Sie, dies zu tun? Nur eine Antwort möglich. n = 40 Ja Geplant Nein Keine Antwort Quelle: MSM Research AG 35 % 10 % 15 % 40 % www.netzwoche.ch © netzmedien ag 03 / 2020

Archiv