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Netzwoche 03/2020

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08 Business Aktuell

08 Business Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Oracle baut fünf neue Cloud-Rechenzentren osc. Oracle hat die Eröffnung von Rechenzentren in fünf Ländern verkündet. Das Ziel des US-Unternehmens sei es, bis Ende 2020 Services an 36 Standorten anzubieten, berichtet «Reuters». So will Oracle den Cloud-Platzhirschen gefährlich werden. Neue Datenschutz-Bestimmungen bedeuteten, dass Unternehmen ihre Daten in dem Land aufbewahren müssten, in dem sie entstünden. Deshalb sei es wichtig, ihnen Cloud-Rechenzentren an möglichst vielen Orten anzubieten, schreibt Oracle. 5G-Krach: Swisscom will kein Baugesuch stellen osc. Auf dem Dach der Universität Luzern steht eine Mobilfunkantenne von Swisscom. Diese rüstete der Telko 2019 auf den neuen 5G-Standard auf. Da es sich dabei um eine bereits bestehende Anlage handelte, war keine Baubewilligung nötig. Die Stadt Luzern sieht das anders. Nach Beschwerden von Anwohnern forderte sie Swisscom dazu auf, ein nachträgliches Baugesuch einzureichen. Swisscom weigere sich nun aber, dieses Gesuch einzureichen, berichtet die «Luzerner Zeitung». Alphabet enttäuscht Investoren jor. Alphabet hat sein Geschäftsjahr mit Umsatzplus bilanziert und erstmals Zahlen zu Youtube und Google Cloud genannt. Beide Dienste wachsen stark. Den Löwenanteil setzt Alphabet nach wie vor mit Werbeeinnahmen um. Doch Googles Werbeeinnahmen haben die Erwartungen von Analysten gemäss «Reuters» enttäuscht. Die Alphabet-Aktie sei nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen um 4,5 Prozent gefallen. Unter Investoren machten sich Zweifel breit: Es sei fraglich, ob Google seine Dominanz aufrecht erhalten könne. Coronavirus killt den MWC Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch osc. Der Mobile World Congress 2020 findet nicht statt. Zunächst sah es noch danach aus, als ob die Veranstalterin GSMA trotz Absagen und Virus-Epidemie an der Branchenmesse festhalten werde. Am Abend des 12. Februar fiel aber dann die Entscheidung, den MWC in Barcelona abzusagen, wie «Golem.de» berichtet. Sie sei nach einer fast sechsstündigen Sitzung gefallen, an der Vertreter der wichtigsten Telkos der Welt teilgenommen hätten. In einem Statement von GSMA-CEO John Hoffman heisst es: «Die GSMA hat heute den MWC Barcelona 2020 abgesagt, weil die weltweite Besorgnis über den Coronavirus-Ausbruch, die Bedenken bezüglich der Reisetätigkeit und andere Umstände es der GSMA unmöglich machen, die Veranstaltung durchzuführen.» Man wolle sich nun auf die Vorbereitungen für den MWC 2021 konzentrieren. Laut «El Pais» haben vor allem die grossen europäischen Provider mit ihren Absagen in den vergangenen Tagen den kompletten Ausfall herbeigeführt. Da Spanien es abgelehnt hatte, den Gesundheitsnotstand zu verhängen, könnten auf osc. Die Geschäftsprüfungskommissionen der beiden Räte (GPK) und die Geschäftsprüfungsdelegation (GPDel) haben ihren Jahresbericht für 2019 vorgelegt. Er gibt Auskunft über die wichtigsten Kontrollen sowie über ihre Ergebnisse und die daraus zu ziehenden Lehren. Der Bericht erwähnt verschiedene IT-Projekte: ·· Das VBS plant im ehemaligen Munitionslager in Mitholz ein Rechenzentrum. Da in diesem noch Explosionsgefahr bestehe, wollte die GPK wissen, welche Massnahmen getroffen oder geplant sind, um das Risiko für die Bevölkerung um Mitholz zu senken. ·· Die GPK befasste sich in verschiedenen Fällen mit der Steuerung und Beaufsichtigung der bundesnahen Unternehmen. Dabei nahm sie auch den Cyberangriff auf die Ruag unter die Lupe. Trotzdem kommt sie zum Schluss, dass die bestehenden Strukturen der Beaufsichtigung zweckmässig seien und kein Änderungsbedarf bestehe. ·· Die GPDel thematisierte mehrfach das Eindringen in fremde Computersysteme, den Einsatz von IMSI-Catchern und GPS-Ortungsgeräten sowie den Einsatz von die GSMA nun Kosten zukommen, schreibt «Golem». Ohne Notstand bestehe nämlich kein Versicherungsschutz. Vor dem Aus des MWC 2020 hatten verschiedene Hersteller und Telkos ihre Teilnahmen abgesagt oder reduziert. Den Anfang machten LG, Ericsson, Nvidia und Intel. Später kamen unter anderen Facebook, AT&T, Nokia und die Deutsche Telekom hinzu. Parlament klopft Bund auf die Finger Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Überwachungsgeräten zwecks Ton- und Bildaufnahmen an nicht öffentlichen Orten durch den Nachrichtendienst des Bundes (NDB). ·· Neu hat die GPDel die Aufsicht über Cyberangriffe der Schweizer Armee. Zukünftig sei eine jährliche Berichterstattung in schriftlicher Form vorgesehen. Die GP- Del erfahre im Vorfeld von spezifischen Cyberaktionen der Armee. ·· Bei der Überwachung von politischen Parteien und sozialen Bewegungen durch den Nachrichtendienst hält die GPDel fest: Die Mehrheit der Zeitungsartikel und Meldungen von Nachrichtenagenturen sowie die Texte von Internetseiten hätten vom Dienst weder beschafft noch bearbeitet werden dürfen. Der NDB schenke den gesetzlichen Schranken seiner Tätigkeit zu wenig Beachtung, heisst es im Bericht. ·· Die Auswertung der vom NDB bearbeiteten Daten über Personen und Organisationen, die Auskunftsgesuche stellten, habe verschiedene Mängel in der Datenbearbeitung des Dienstes zum Vorschein gebracht. Die GPDel schlägt dem VBS deshalb insgesamt sechs Sofortmassnahmen vor, um rechtliche Probleme mit spezifischen Daten zu beheben. 03 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Aktuell 09 Sechs Comparex-Kaderleute wegen Wirtschaftskriminalität verurteilt rja. Im Fall des früheren IT-Dienstleisters Comparex spricht das Kantonsgericht Luzern sechs Kadermitglieder schuldig. Wie «Bluewin» schreibt, erhielt ein heute 62-jähriges Verwaltungsratsmitglied der einstigen Comparex die Höchststrafe. Wegen «qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung» erhielt er eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Nur 14 Monate erhielt der ehemalige Comparex- CEO – bei ihm lautet das Urteil auf «Gehilfenschaft zur ungetreuen Geschäftsführung». Die weiteren vier Beschuldigten wurden zu bedingten Geldstrafen von zwischen 25 000 und 40 500 Franken verurteilt. In allen Fällen zeigte sich das Kantonsgericht milder als das Luzerner Kriminalgericht, das den Fall zuvor behandelt hatte. Die jetzt ausgesprochenen Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Mitarbeiter zur Kündigung motiviert Die Strafen wurden aufgrund einer Geschichte aus dem Jahr 2010 ausgesprochen. Damals hatten die Kadermitglieder versucht, Comparex-Mitarbeiter dazu zu bewegen, zu Bison IT Services zu wechseln. Bison hielt damals einen 30-Prozent- Anteil an Comparex, während die Mehrheit des Unternehmens einem deutschen Unternehmen gehörte, schreibt die «Luzerner Zeitung». Um die Mitarbeiter zum Wechsel zu bewegen, sollen die Kaderleute Jobgarantien bei Bison ausgesprochen und vorgefertigte Kündigungsschreiben verteilt haben. Die meisten der 200 Comparex-Mitarbeiter kündigten in der Folge beim Surseer Unternehmen, schreibt die Zeitung weiter. Der Mutterkonzern Comparex Schweiz konnte den Verlust der Mitarbeiter nicht mehr kompensieren und musste die Niederlassung in Sursee schliessen. Die Kadermitglieder wurden beschuldigt, Comparex Schweiz akut in ihrer Existenz bedroht und eine finanzielle Schädigung in Millionenhöhe verursacht zu haben. Zuger Firma mitten in Spionage-Affäre sma. Der US-Geheimdienst CIA und der deutsche Bundesnachrichtendienst BND haben über die Zuger Firma Crypto AG jahrzehntelang Staaten abgehört. Zu diesem Schluss kommt eine Recherche von «SRF», «ZDF» und der «Washington Post». Laut dem Bericht der «Rundschau» wurde die Crypto AG, damalige Marktführerin für Chiffriergeräte, im Jahr 1970 von der CIA und vom BND gekauft. Die Firma entwickelte zwei Versionen ihrer Verschlüsselungsmaschine – eine sichere für Länder wie die Schweiz und eine unsichere für Länder wie Saudi-Arabien. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Firma bestätigte gegenüber der «Rundschau» die eingebaute Hintertür in den Geräten. Der Bericht stellt fest, dass über hundert Staaten von der CIA und dem BND ausspioniert wurden. Die USA kamen dadurch an eine Fülle von Informationen, die sie für ihre Aussenpolitik nutzten. Als Beispiele nennt der Bericht unter anderem die Geiselnahme von Teheran 1979 und den Falklandkrieg von 1982. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Auch der Schweizer Nachrichtendienst wusste von der Geheimdienst-Operation namens Rubikon, so Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch der BND-Codename für die Abhöraktion. Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) wollte sich nicht zu dem Thema äussern, wie der «Tagesanzeiger» schreibt. Zudem habe das Verteidigungsdepartement (VBS) bereits am 15. Januar 2020 einen ehemaligen Bundesrichter mit der Untersuchung der Angelegenheit beauftragt, heisst es weiter. Die Crypto AG wurde Anfang 2018 aufgespalten. Das Geschäft mit internationalen Kunden übernahm der schwedische Unternehmer Andreas Linde. Dieser verneinte gegenüber dem «Tagesanzeiger» jeden Kontakt zu amerikanischen und deutschen Geheimdiensten. Eine Chiffriermaschine der Crypto AG. (Bild: Cory Doctorow/Flickr.com/CCBY-SA2.0) WWW.NETZWOCHE.CH Bechtle macht Umsatzsprung rja. Bechtle kann für das Jahr 2019 ein Umsatzwachstum von mehr als einer Milliarde Euro verbuchen. Die Umsatzsteigerung beträgt 24 Prozent. Es ist die dritte zweistellige Umsatzsteigerung in drei Jahren. «Mit einem absoluten Wachstum von über 1 Milliarde Euro haben wir damit das in unserer Vision 2020 selbst gesteckte Ziel von 5 Milliarden Euro Umsatz ein Jahr früher erreicht», kommentiert Bechtle die Entwicklung. Auch bei der Anzahl Mitarbeiter verzeichnet das Unternehmen ein Wachstum. SAP verdient sein Geld jetzt in der Cloud sma. SAP hat die Jahreszahlen für 2019 präsentiert. Der ERP-Anbieter konnte seinen Umsatz steigern, doch das Betriebsergebnis liess nach. Die Zukunft sieht SAP in der Cloud. Verantwortlich für den Rückgang sei unter anderem die Übernahme des US-amerikanischen Unternehmens Qualtrics, heisst es im Bericht. Die Cloud-Erlöse steigerte der ERP-Anbieter im vergangenen Jahr um 39 Prozent. Mit fast 7 Milliarden Euro macht die Sparte 25 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Swisscom: weniger Umsatz, mehr Verdienst jor. Das Kerngeschäft macht der Swisscom zu schaffen. Im Geschäftsjahr 2019 schreibt das Unternehmen weniger Umsatz, dank Sondereffekten jedoch mehr Gewinn. Für die kommenden Jahre ist der Telko weiterhin auf Sparkurs. Die Begründung für das rückläufige Geschäft lautete im Vorjahr gleich wie heute: Preisdruck und Rückgang der Festnetztelefonie, so das Unternehmen. Vor allem das Grosskundengeschäft scheint darunter zu leiden: Hier schrumpfte der Umsatz mit Telekommunikationsdiensten gegenüber dem Vorjahr um 10,9 Prozent. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 03 / 2020

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