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Netzwoche 03/2020

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10 Business Event Wie

10 Business Event Wie sich das Dilemma der Digitalisierung aufheben lässt Die Fachhochschule HWZ hat an einem Event in Zürich gezeigt, wie sich die Digitalisierung kundenorientiert gestalten lässt. Process Mining nennt sich die Technik, die dabei helfen soll, Prozessoptimierung und Kundenorientierung unter einen Hut zu bekommen. Autor: Joël Orizet Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch « Der Zwiespalt zwischen Kostensenkungen und Kundenorientierung – das ist das grosse Dilemma der Digitalisierung. » Evangelos Xevelonakis, Head of Center für Data Science der HWZ Viele Firmen machen heute auf digital – aber in den meisten Fällen klappt es nicht so richtig. Mitarbeiter bleiben aussen vor, erhoffte Effizienzgewinne bleiben aus und vor allem: den Kunden fehlt der Nutzen. Dies, weil viel zu oft das Ziel nur darin besteht, Geld zu sparen. Und der Nutzer aus dem Blick gerät. «Der Zwiespalt zwischen Kostensenkungen und Kundenorientierung – das ist das grosse Dilemma der Digitalisierung», sagte Evangelos Xevelonakis, Head of Center für Data Science der HWZ, an einem Event der Fachhochschule in Zürich. Dieses Dilemma liesse sich nicht von einem Tag auf den anderen überwinden. Statt die nächste grosse Disruption zu suchen, schlug Xevelonakis einen iterativen Ansatz vor. Das heisst: Es braucht mehrere Anläufe. Kleine, etappenweise Verbesserungsschritte. Und eine «Hands-on- Mentalität». Nur so liesse sich das, was im Prozessmanagement heutzutage «Process Mining» genannt wird, erfolgreich umsetzen. Das war denn auch das Ziel der Veranstaltung an der HWZ: Process Mining als die neue Wunderwaffe gegen ineffiziente Geschäftsprozesse zu bewerben. Den Mitarbeiter mit einbeziehen Im Prinzip geht es darum, die Abläufe im Unternehmen zu rekonstruieren und sodann den Ist- mit einem Soll-Zustand zu vergleichen. In anderen Worten: «gelebte Prozesse mit Referenz-Prozessen abgleichen», sagte Xevelonakis. Der springende Punkt ist aber: Man will auf diese Weise nicht nur Ursachen für ineffiziente Prozesse ausfindig machen, sondern mittels maschinellem Lernen auch Handlungsempfehlungen und eines Tages auch verlässliche Vorhersagen treffen können. Doch derzeit geht es vor allem darum, «verborgene Zusammenhänge aufzudecken». Der erste Schritt im Process Mining ist einer der schwierigsten. Die Prozessdaten zusammenzuführen, sei eine grosse Herausforderung, zumal die Daten oftmals aus heterogenen Systemen stammen. Ferner müsse die Qualität der Daten laufend überwacht, agile Methoden gelebt und datenwissenschaftliches Know-how vermittelt werden. Das Wichtigste sei jedoch, die Mitarbeiter mit einzubeziehen und sie zu motivieren. «Wir sind überzeugt, dass erst das Zusammenspiel von Mensch, digitaler Technologie und agilen Organisationsstrukturen den Unterschied auf dem Weg zu Prozessoptimierungen ausmachen», sagte Xevelonakis. Die Warum-Frage am Anfang stellen Process Mining könnte überall dort zum Zug kommen, wo Daten über einzelne Abläufe in IT-Systemen gespeichert werden – beispielsweise in ERP- und Workflow-Management-Systemen. Ziel ist es, auf Basis dieser Daten die Prozesse zu visualisieren, Pfadabhängigkeiten aufzuzeigen und Verbesserungspotenzial zu erkennen. Typische Anwender sind etwa Grossunternehmen aus der industriellen Fertigung. Doch ein Tool für Process Mining liesse sich überall dort einsetzen, wo viele Daten anfallen, sagte Janina Nakladal, die den deutschen Anbieter von Process Mining Celonis vertrat. Besonders stark wachse derzeit die Nachfrage in der Pharma- und Finanzbranche. Bevor man aber damit anfängt, Daten zu Prozessoptimierungszwecken aufzubereiten, kommt ein wichtiger Schritt: «Zuerst muss man das Warum definieren – also klären: Warum automatisieren, und warum überhaupt mittels Process Mining? Oftmals ist das die grösste Challenge», sagte Nakladal. Und auch sie sagte, es sei unerlässlich, die Mitarbeiter von Anfang an mit einzubeziehen, «damit Process Mining mehr ist als ein blosses Monitoring-Tool.» 03 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business 20 Jahre Netzwoche 11 2002 oder: Mit dem Internet verdient man jetzt endlich Geld Katzenjammer und Aufbruchstimmung, Innovation und Stillstand: Das IT-Jahr 2002 ist ein Jahr der Widersprüche. Und es wird über Dinge gestritten, die auch 18 Jahre später nichts an Brisanz verloren haben. Autor: Oliver Schneider Es herrscht Streit um den Schweizer Mobilfunk. Die Telkos und Economiesuisse propagieren den raschen Ausbau des Handynetzes im Sinne der wirtschaftlichen Entwicklung des IT-Standorts. Eine Volksinitiative hält dagegen. Sie fordert ein Moratorium für Mobilfunk-Antennen. Es werden Schäden für die Gesundheit befürchtet. Und zwischen den Fronten: der Bund. Die Behörden versuchen, einen Mittelweg zwischen den Interessen der Unternehmen und dem gesetzlichen Schutzauftrag zu finden. All diese Sätze erinnern an die aktuelle Debatte um 5G. Doch sie entstammen nicht der Gegenwart. Sie erschienen in den Netzwoche- Ausgaben 9 und 11 des Jahres 2002. Der Zankapfel war damals UMTS beziehungsweise der Mobilfunk-Hoffnungsträger 3G. Und auch sonst ist die Netzwoche 2002 gespickt mit Themen und Ereignissen, die 18 Jahre später nichts an Aufmerksamkeit verloren haben. Alles wird anders, vieles bleibt gleich Die Geschichte scheint sich zu wiederholen: An E-Government-Symposien werde eifrig über die Digitalisierung der Verwaltung theoretisiert, schreibt Redaktor Michael Fritschi im April. Resultate seien indes noch rar, es fehle an IDC kürt 2002 zwar noch zum schwärzesten Jahr der IT-Geschichte – der E-Commerce-Boom kündigt den Aufschwung aber bereits an. Standards. Im Herbst heisst es dann: «Ein Fall für Dr. IT». E-Health soll laut Felicitas Graf die Kostenexplosion im Gesundheitswesen dämpfen. Mit dem elektronischen Patientendossier und der Vernetzung von Spitälern müsse hier Dampf gemacht werden. Ob mobiles Arbeiten, digitale Zahlungsmethoden, Datenschutz, Big Data, Open Source, Wearables oder elektronische Identität. Bei manchen Artikeln beschleicht den Leser heute das Gefühl, dass sich die Branche während zweier Jahrzehnte im Kreis drehte. Sogar die unsäglichen Micro Scooter beschäftigen die Netzwoche schon 2002. Allerdings noch nicht motorisiert. Aber natürlich hat die Netzwoche 2002 auch viel Neues zu bieten. Apple bringt zum Jahresbeginn «eine Neuauflage des Erfolgskistchens iMac auf den Markt». Google stellt wenig später eine Hardware-Suchmaschine für Unternehmen vor. Und Microsoft wagt sich gleich in mehrere Märkte: ERP (Navision), CMS (Content Management Server 2002), Finanzen (MSN Wallet) und Smartphones (Orange SPV). In der Schweiz geben derweil die neue Onlinegewerkschaft «//syndikat», die «glänzende Zukunft» des Multimedia Messaging Services MMS, Paid Internet Content der Schweizer Medien und eine neue Gattung Anwendungen für Mobiltelefone, die Instant Messenger, zu reden. Noch nicht überwunden ist 2002 das Platzen der Dotcom- Blase. Das zeigt sich etwa daran, dass ein Kampf der IT- Fachkräfte um die raren Stellen herrscht. Das Internet leidet derweil unter «Seitenschwund», die grossen Schweizer IT-Messen Internet Expo und Orbit/Comdex ziehen deutlich weniger Besucher an. Bei den Telkos stellt die Netzwoche im Herbst sogar eine globale Krise fundamentaler Natur fest. Doch es geht auch wieder aufwärts. Nirgends zeigt sich das stärker als im E-Commerce. Start-ups werden gegründet, die Umsätze im Onlinehandel wachsen, ebenso die Palette an Produkten, die man im Internet kaufen kann. Die Netzwoche berichtet unter anderem über Wein, Reisen, Tickets, Bücher, CDs, Lebensmittel, Socken und Fotos. IDC kürt 2002 zwar noch zum schwärzesten Jahr der IT- Geschichte – der E-Commerce-Boom kündigt den Aufschwung aber bereits an. Streit um Handy-Antennen: Déjà-vu im Jahr 2002. i RÜCKBLICK An dieser Stelle blickt die Redaktion auf 20 Jahre Netzwoche zurück. In jeder Ausgabe des Jahres finden Sie die Highlights, Kuriositäten und führenden Köpfe aus zwei Jahrzehnten Schweizer IT- Geschichte. Das Jubiläumsdossier finden Sie online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 03 / 2020

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