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Netzwoche 03/2021

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12 Business Aktuell

12 Business Aktuell Postfinance bringt neue App – blinde Menschen können sie nicht nutzen Die für Anfang März angekündigte neue E-Banking-App der Postfinance ist nicht barrierefrei. Das Unternehmen empfiehlt daher blinden Kunden, die App vorerst nicht zu aktualisieren. Doch die alte App wird rund einen Monat vor der angekündigten Behebung der Accessibility-Mängel nicht mehr funktionieren. Autor: René Jaun Bild: postfinance.ch sehen die Smartphone-Betriebssysteme nicht vor, wieder auf eine alte Version zu wechseln. Gemäss der Stellungnahme läuft die alte, barrierefreie Version der Postfinance-App noch bis Anfang Mai und steht danach nicht mehr zur Verfügung. Die Veröffentlichung einer neuen, barrierefreien Version sei jedoch erst für Ende Mai vorgesehen. Für blinde und sehbehinderte Kunden heisst dies, dass sie fast einen Monat lang nicht per App auf das E-Banking-System von Postfinance zugreifen können. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie während dieser Zeit gar keinen Zugang mehr zu den Diensten der Bank haben. In Sachen Accessibility besteht in der Schweiz Nachholbedarf. Den Artikel finden Sie auch online www.netzwoche.ch Die Postfinance aktualisiert ihre Smartphone-App. Ab dem 3. März 2021 werde die neue Version schrittweise eingeführt, schreibt das Unternehmen auf seiner Website. «Er ledigen Sie Ihr gesamtes Banking noch einfacher und bequemer, wo und wann immer Sie möchten», wirbt Postfinance. Empfehlung für Blinde: Nicht aktualisieren! Doch einige Menschen mit Behinderung sind von diesem vollmundigen Versprechen anfänglich ausgenommen. Denn die neue App ist vorerst nicht barrierefrei. Dies geht aus einer Mitteilung von Postfinance hervor, die der Schweizerische Blinden- und Sehbehindertenverband an seine Mitglieder weiterleitete. Welche Accessibility-Mängel das Update konkret aufweist, gibt Postfinance nicht bekannt. Sie dürften aber bedeuten, dass zum Beispiel blinde und sehbehinderte Menschen die neue App gar nicht oder nur eingeschränkt nutzen können. Diese Personen verwenden Screen-Reader wie etwa «Voiceover» oder «Talkback», um mit ihrem Smartphone zu arbeiten. Auf Anfrage schreibt die Postfinance, man empfehle diesen Kunden, vorerst nicht auf die Anfang März erscheinende Version zu aktualisieren. Fast einen Monat ohne App Insbesondere mahnt Postfinance, in den Smartphone-Einstellungen die Funktion zum automatischen Installieren von App-Updates zu deaktivieren. Wer das nicht rechtzeitig tut, hat Pech gehabt, denn ist ein Update einmal installiert, Immerhin: Login per App funktioniert schon «Bei der Neu- und Weiterentwicklung unserer Produkte beziehen wir unsere Kompetenzstelle Barrierefreiheit stets mit ein», schreibt Postfinance auf Anfrage. Bei der neuen App sei die Umsetzung der Barrierefreiheit aufwändig und zeitintensiv, und das Unternehmen wolle diesbezüglich keine Kompromisse eingehen. Deshalb habe man sich entschieden, die App in zwei Schritten zu lancieren. «Der Lancierungszeitpunkt ist im März 2021, das Update auf die barrierefreie App bieten wir voraussichtlich Ende Mai 2021 an.» Die Frage, warum der Lancierungszeitpunkt nicht auf das Verfügbarkeitsdatum einer komplett barrierefreien Version verlegt wurde, lässt das Unternehmen offen. Postfinance verweist auf die alternativen Zugänge per Browser und die Tatsache, dass die Übergangsphase maximal einen Monat dauern werde – «dadurch können wir die Einschränkungen für Kundinnen und Kunden, die auf eine barrierefreie App angewiesen sind, zumindest reduzieren. Wir sind uns jedoch bewusst, dass dies für die betroffenen Nutzerinnen und Nutzer trotzdem umständlich sein kann.» Immerhin: Eine Funktion sei von Tag eins an barrierefrei zugänglich, heisst es in der Mitteilung: Wer bisher für den Einstieg ins E-Banking das Login via App (mit Fingerprint oder Face ID) genutzt habe, könne dieses Verfahren auch weiterhin verwenden. «Dieses steht in der neuen App bereits barrierefrei zur Verfügung.» In Sachen Accessibility besteht in der Schweiz Nachholbedarf. Im letzten Herbst zeigte eine Studie, dass nur ein Viertel der hiesigen Onlineshops barrierefrei zugänglich sind. 03 / 2021 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Digital Economy Award 2021 13 « Faszinierend finde ich Projekte, die mit wenig viel bewegen » Der Digital Economy Award findet am 11. November im Zürcher Hallenstadion statt. Mit der dritten Durchführung startet auch eine neue Jurypräsidentin in der Kategorie Digital Excellence Government & NPO: Anna Breckwoldt ist Leiterin Sales & Marketing, Digital Banking bei der Credit Suisse. Interview: Marc Landis Warum engagieren Sie sich in der Jury des Digital Economy Awards? Anna Breckwoldt: Ich finde den interdisziplinären Austausch wichtig, den der Award als Plattform bietet. Dabei ist die Preisverleihung am Schluss ja eigentlich «nur» die Krönung des ganzen Prozesses, der im Vorfeld stattfindet – von den Einreichungen über den Austausch mit den Teilnehmenden und die Diskussionen in der Jury bis zur finalen Beurteilung – dieser ganze Weg ist das Spannende am Digital Economy Award. Gelungen finde ich auch, wie der Award in der Kategorie Digital Excellence strukturiert ist mit den drei Bereichen KMU, Grossunternehmen und Government & NPO und so eine grosse gesellschaftliche Breite abdeckt. Häufig wird Digitalisierung ja vor allem dem klassischen kommerziellen Unternehmertum zugeordnet, umso mehr freut es mich, dass wir in «meiner» Kategorie auch NPOs beurteilen können, die «Tech for Good» einsetzen. Ich freue mich sehr, diese Rolle als Jurypräsidentin wahrzunehmen und den Award so zu unterstützen. Was für Projekte haben in Ihrer Kategorie Chancen auf den Sieg? Ein wichtiger Faktor ist die Nachhaltigkeit der Projekte und dass diese einen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Es geht also nicht in erster Linie darum, wie effizient und kostenoptimiert einzelne Prozesse in dem Projekt digital ausgestaltet wurden, sondern vielmehr darum, welcher gesellschaftlicher Nutzen aufgrund der digitalen Prozessoptimierung oder Neugestaltung erreicht werden kann. Wichtig ist auch, dass wir in der Jury genau erkennen, welches die Herausforderung war, die mittels Digitalisierung gelöst werden konnte, und wie diese Innovation und Nutzerperspektive zusammenbringt. Dass also bei der Entwicklung der digitalen Lösung die User im Fokus standen. Wann löst ein digitales Projekt bei Ihnen einen Wow-Effekt aus? Mich freuen immer Projekte, die eine spannende Entstehungsgeschichte haben oder die aufgrund einer besonderen Motivation entstanden sind und die nicht vordergründig ein monetäres Ziel, sondern eine Mission haben, etwas zum Guten zu verändern. Faszinierend finde ich auch Projekte, die mit wenig viel bewegen. Gleichzeitig begeistern mich Projekte, die in die Zukunft schauen und nicht nur auf den aktuellen Digitalisierungsschritt achten, sondern mit Digitalisierung die Grundlage schaffen, Themen weiterzuentwickeln. Was haben Teilnehmende davon, wenn sie gewinnen? Einerseits ist der Gewinn in der Kategorie ein grosses Ereignis, das die Projektarbeit und das Resultat würdigt. Die Anerkennung und das Feedback der Jury zu bekommen ist natürlich ebenfalls wichtig. Aber der ganze Prozess von der Einreichung über die Jurierung bis zur Award-Night ist eine ideale Gelegenheit zur Reflexion für das gesamte Team. Zudem bietet der Abend-Anlass eine gute Gelegenheit, das Netzwerk zu erweitern und sich über Branchengrenzen hinaus miteinander auszutauschen. i DIGITAL ECONOMY AWARD: KATEGORIEN Grossunternehmen als Gesamtes (ab 250 Mitarbeitenden) Next Global Hot Thing Digital Exellence Award Digital Innovation Award Highest Digital Quality Award Projekte aus Grossunternehmen x x KMUs als Gesamtes (bis 250 Miarbeitende) Projekte aus KMUs x x Start-ups x x x x Non-Profit-Organisationen x x x Personen unter 25 Jahren x x « Ich freue mich, dass wir auch NPOs beurteilen können, die ‹Tech for Good› einsetzen » Anna Breckwoldt, Leiterin Sales & Marketing, Digital Banking, Credit Suisse Das vollständige Interview finden Sie online www.netzwoche.ch NextGen Hero x www.netzwoche.ch © netzmedien ag 03 / 2021

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