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Netzwoche 03/2021

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38 Web Focus « Mit der

38 Web Focus « Mit der Cloud wird es möglich, aus einem proprietären Angebot auszubrechen » Eine Cloud allein reicht vielen Unternehmn nicht mehr. Stattdessen stellen sie sich ihre Dienste nach Bedarf von verschiedenen Anbietern zusammen. Warum das so ist, erklärt Martin Andenmatten, Präsident von Eurocloud Swiss. Weiter verrät er, wie auch kleine Firmen eine Multi-Cloud-Strategie fahren können und beurteilt die europäische Cloud-Initiative Gaia-X. Interview: René Jaun Das vollständige Interview finden Sie online www.netzwoche.ch « Gaia-X steht nicht nur den Cloud-Anbietern aus der EU offen, sondern auch anderen Ländern wie der Schweiz. » Martin Andenmatten, Präsident von Eurocloud Swiss Die Multi-Cloud hat sich für viele Unternehmen zum bevorzugten IT-Delivery-Modell entwickelt. Warum ist das so? Martin Andenmatten: Dies ist vielfach weniger eine bewusste Strategie denn eine sich etablierende Realität. Grund dafür sind die zunehmenden Business-Demands nach Lösungen, die immer öfters nur noch in der Cloud zu finden sind. Diese können in der Regel nicht einfach beschafft und dann in einer «Haus-Cloud» implementiert werden. So ist es nicht verwunderlich, dass ein Unternehmen in kurzer Zeit 30, 40 oder gar 50 Lösungen aus der Cloud im Einsatz hat, die auf unterschiedlichen Plattformen betrieben werden. Dies vielfach auch ohne konkretes Wissen der Kunden, von wo und wie der Service bereitgestellt wird. Warum kann ein einzelner Cloud-Anbieter nicht mehr alle Bedürfnisse eines Unternehmens abdecken? Die Prinzipien der Cloud-Technologie basieren auf offenen Standards. Es ist bewusst so konzipiert, dass Portabilität, Interoperabilität und Interkonnektivität zwischen Cloud- Lösungen möglich sind. Das ermöglicht allen, sich einfach und schnell am Markt zu beteiligen und auch als kleines Start-up mit einer bahnbrechenden App mit etablierten Grossunternehmen zu konkurrieren oder diese gar zu verdrängen. Ein Unternehmen, das von sich behauptet, alles zu können, kann nichts wirklich gut. Kunden wollen beste Lösungen zu erschwinglichen Preisen. Mit der Cloud wird es nun möglich, aus einem proprietären Angebot auszubrechen hin zu einem offenen Markt. Das sind Riesenvorteile gegenüber früher, wo man sich bei der Wahl der Plattform bereits mit den damit verfügbaren Lösungen eingeschränkt hat. Die EU will mit dem Projekt Gaia-X bewusst europäische Cloud- Anbieter stärken. Wie beurteilen Sie die Entwicklung? Gaia-X ist nicht eine eigene physische Cloud, sondern ein Konzept von Prinzipien und Standards, um eine sichere, offene und souveräne Nutzung von Daten gemäss den europäischen Werten und Datenschutzvorschriften zu ermöglichen – ein eigentliches Cloud-Ökosystem. Das ist genau die Antwort, die auch wir in der Schweiz gegenüber der Macht der amerikanischen Hyperscaler oder auch Alibaba-Cloud haben sollten. Gaia-X steht nicht nur den Cloud-Anbietern aus der EU offen, sondern auch anderen Ländern wie der Schweiz. Interessanterweise sind mittlerweile auch die grossen Hyperscaler wie Microsoft, Google oder Amazon mit dabei. Aus der Schweiz ist meines Wissens nur Wemedoo dabei. Diesen Zug sollte man als Anbieter in der Schweiz nicht verpassen. Unlängst hat auch der Bund seine Pläne für eine Art Cloud-Label vorgestellt. Was sagen Sie dazu? In einer Studie von Interxion wurde einerseits der Frage nachgegangen, ob es eine «Schweizer Cloud-Infrastruktur» braucht. Das hat sich nicht bestätigen lassen. Wenn man sich genauer mit den Ergebnissen der Studie befasst, erkennt man, dass wir im Grunde die gleichen Werte und Bedürfnisse haben, wie sie im Projekt Gaia-X verbrieft sind. Wieso sich also als Schweiz nicht um einen Einsitz in das Governmental Advisory Board bemühen und Einfluss nehmen? Ich bin überzeugt, dass wir dort willkommen sind. Wie sollten kleine Unternehmen den Umstieg in die Multi-Cloud angehen? Einem kleinen Unternehmen ist nicht wirklich zu empfehlen, das Management der Multi-Cloud selbst zu machen. Dazu fehlt schlicht die Expertise und die notwendigen Ressourcen. Hier kann ein schweizerischer Serviceprovider, der die Serviceintegration von Multi-Cloud nachweislich beherrscht, eine echte Alternative sein. 03 / 2021 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

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