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Netzwoche 03/2021

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10 Business Fachbeitrag

10 Business Fachbeitrag Cloud-Verantwortung: vom Back-up zum Datenmanagement Business Continuity, die Einhaltung interner und externer Service-Level-Agreements sowie Datenschutz und -verfügbarkeit sind Top-Prioritäten der IT. Der Einsatz modernster Softwarelösungen ermöglicht dabei eine Datenmanagement-Strategie, die niedrige RPOs und RTOs ressourcenschonend unterstützt. DER AUTOR Douglas Chechele General Manager, Veeam Schweiz Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch 2020 war ein wegweisendes Jahr für viele IT-Organisationen. Die Beschleunigung der digitalen Transformation hat die Unternehmensdaten geografisch verstreut – sie werden nun an einer Vielzahl von Orten generiert, bearbeitet, modifiziert und verwaltet. Dennoch müssen die Daten stets in aktueller Form und jederzeit verfügbar sein – sonst kommt das operative Geschäft zum Erliegen. Unternehmen überdenken deshalb ihre Geschäftsprozesse und Informationsflüsse und ordnen ihre IT neu. Es entstehen hybride Multi-Cloud-Umgebungen mit Rechenzentren als Knotenpunkten von Weitverkehrsnetzen, in denen Daten unablässig fliessen und am Netzwerkrand, da wo die höchste Performance etwa für Roboter verlangt wird, verarbeitet werden. Die Digitalisierung bildet sogar Geschäftsmodelle, die nur noch aus Daten bestehen. Grosse Herausforderungen Anwendungsausfälle und Datenverlust haben ernsthafte Konsequenzen: finanzielle Einbussen, Imageschaden bei Kunden, Beschädigung der Markenintegrität und – im schlimmsten Fall – rechtliche Schritte. Die Konsequenzen, die sich hieraus ergeben, sind meist geschäftskritisch und verlangen ein vorausschauendes und kalkuliertes Risikomanagement. Denn Ausfallzeiten und Datenverluste passieren tagtäglich – von Hardwareversagen bis hin zu Ransomware-Angriffen auf Unternehmensdaten ist alles möglich und kein IT-Szenario ist vor diesen Gefahren sicher. Ausser mit den bekannten Herausforderungen sehen sich Schweizer Organisationen zudem vermehrt mit Schwierigkeiten bei der Einhaltung von Compliance-Vorgaben konfrontiert. Manche Branchen erwarten eine siebenjährige Aufbewahrung, und das in einem Umfang und in Verbindung mit Kosten, die das Unterfangen zu einer schier unüberwindbaren Aufgabe werden lassen. Und da wir gerade von Budgets sprechen: Es darf davon ausgegangen werden, dass die Budgets zukünftig gleich bleiben oder tendenziell sogar abnehmen. Bild: Rogotanie / iStock.com Verantwortung übernehmen Zeit ist Geld, das gilt in einer datengetriebenen Wirtschaft erst recht. Jeder Ausfall durch immer raffiniertere Ransomware-Attacken kostet je nach Business hunderttausende Franken, Millionen sogar. In einem Business Continuity Plan sind darum die Kennzahlen für RTO (Recovery Time Objective) und RPO (Recovery Point Objective) entscheidend. Sie legen die Zeit zur Wiederherstellung und die Verlusttoleranz an Daten fest und sollten so kurz wie möglich sein. Dazu braucht es moderne Lösungen, die für einen kontinuierlichen Datenschutz über einen zuverlässigen Ransomwareschutz, ein Cloud-Archiv mit beinahe so hoher Sicherheit wie eine Tape-Library sowie ein einfaches Remote Endpoint Management verfügen. Das Back-up ist darum noch lange nicht tot, lang lebe es: Datenmanagement ist eine IT-Disziplin, die man gerne verkennt, in einer Welt, in der sich Daten replizieren wie die Klone in «Star Wars». Sie ist in der sich abzeichnenden hybriden Welt, in der wir uns im physischen Raum ebenso sicher bewegen wie in der Cloud, ein Muss, denn am Router zum Rechenzentrum gibt die Organisation ihre Verantwortung für die Daten niemals ab. 03 / 2021 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Research 11 Die «Cloud» wird an Bedeutung verlieren Natürlich ist nicht die Cloud als Betriebsform gemeint, diese wird hinsichtlich ihrer Verbreitung in den einzelnen Segmenten und Branchen weiter zulegen. Die Cloud, der anfänglich noch mit viel Skepsis und Zurückhaltung begegnet wurde, hat heute innerhalb des ICT-Betriebes in den Unternehmen eine strategische Bedeutung erlangt. Auch wenn der Kern der Idee des Cloud Computings bereits in den 1960er- und 1970er-Jahren auftauchte und diskutiert wurde, verbreitet hat sich das Thema in den Medien und Präsentationen der Anbieter erst viele Jahrzehnte später. Ich erinnere mich an frühe Diskussionen darüber an den Informatik-Messe-Ausgaben der «Cebit» zu Beginn des neuen Jahrtausends. 2010: Cloud ist für 60 Prozent noch kein Thema Unsere Initial-Studienarbeit zum Thema Cloud Computing führten wir 2010 durch. Die Resultate der entsprechenden Befragung zeigten, dass die Cloud damals die ersten Kundensegmente erreicht hatte. Für knapp 60 Prozent stellte die Wolke zwar noch kein Thema dar. Sie hatte noch keinen Platz auf der Agenda der ICT-Chefs, wenn es um Diskussionen hinsichtlich der Ausgestaltung des künftigen Betriebs ging. Vier von zehn Unternehmen beschäftigten sich allerdings bereits vor mehr als zehn Jahren mit unterschiedlicher Priorität mit den Möglichkeiten des Cloud Computings. Wir gehen davon aus, dass die Begrifflichkeiten um die diversen Betriebsmodelle in den kommenden Jahren in den Hintergrund treten und deren Bedeutung verblassen wird. Heute: Die Multi-Cloud ist auf dem Vormarsch Heute hat sich die Cloud als eine der möglichen Betriebsformen der ICT weitgehend etabliert und sich hinsichtlich der Angebotsvielfalt und Möglichkeiten breit aufgefächert. Dem Kunden stehen heute unterschiedlichste Formen der Cloud zur Verfügung: die Private Cloud vom eigenen Team im Hause gemanagt – oder alternativ dazu von einem externen, spezialisierten Dienstleister. Die Private Cloud lässt sich aber auch extern im Datacenter eines Providers durch diesen exklusiv managen. Die Public Cloud andererseits bietet heute eine stetig wachsende Vielfalt an hochstandardisierten Lösungen und Services. Und wie unsere aktuellen Studienarbeiten zum Thema zeigen, setzt sich zunehmend der Mix aus den unterschiedlichsten Cloud-Diensten durch. Die Multi- Cloud, das heisst die Nutzung mehrerer Services von mehreren Providern, ist auf dem Vormarsch. Und diese wiederum eingebettet in die im eigenen Hause durch das eigene Team gemanagte ICT-Umgebung ergibt einen gemischten, also hybriden Betrieb, basierend auf mehreren Betriebsmodellen. Die Proliferation der unterschiedlichsten Betriebsmodelle nimmt weiter zu. Die «Cloud» wird an Bedeutung verlieren. Zugegeben, ein vielleicht provokativer Gedanke. Aber wir gehen davon aus, dass die Begrifflichkeiten um die diversen Betriebsmodelle in den kommenden Jahren in den Hintergrund treten und deren Bedeutung verblassen wird. In zunehmend komplexen und rasch wechselnden Marktgegebenheiten stehen die Anforderungen an das Betriebsmodell der ICT im Vordergrund und drängen die Begrifflichkeiten und deren Bedeutung in den Hintergrund. Denn heute dreht sich alles um Leistungskriterien wie Agilität, Flexibilität, Skalierbarkeit, Sicherheit und Hochverfügbarkeit. Zudem sollte eine wettbewerbsfähige ICT nicht ausschliesslich betriebsmodell-fokussiert sein, sondern Freiräume für Innovationen schaffen sowie durch den smarten Mix an Betriebsmodellen langfristig keine Gelder binden, sondern durch OPEX-basierte Finanzierungsmodelle Transparenz und Kalkulierbarkeit schaffen. DIE ERSTE CLOUD-STUDIE AUS DEM JAHR 2010 DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch Befragung 2010: Welche Priorität und Bedeutung hat heute das Thema Cloud Computing in Ihrem Unternehmen verglichen mit anderen ICT-Themen? (Angaben in Prozent) n=78 Ist derzeit das Topthema Wird in den kommenden zwei Jahren zum Topthema Gehört zu den wichtigeren Themen Hat zurzeit keine besondere Bedeutung Quelle: MSM Research 28 10 3 59 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 03 / 2021

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