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Netzwoche 04/2021

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34 Technology Aktuell

34 Technology Aktuell Das elektronische Patientendossier verspätet sich noch mehr Stammgemeinschaften aus den Kantonen Aargau und Graubünden haben den Start des EPDs erneut verschoben. Zu optimistische Zeitpläne, die Pandemie und stockende Zertifizierungsverfahren verzögern die Lancierung weiter. Autor: Kevin Fischer Bild: Bru-nO / Pixabay Eröffnung wird gemäss Bericht nicht möglich sein. Benötigt werden ausser der Anwesenheit vor Ort eine unterschriebene Einwilligungserklärung und ein persönlicher Ausweis. Auch die Stammgemeinschaft Südost hat die Zertifizierung durch die KPMG bereits hinter sich. Auch sie musste den optimistisch gesetzten Start verschieben, wie es weiter heisst. Statt dem zweiten Quartal 2021 wird es nun Herbst. Im Unterschied zu anderen Stammgemeinschaften soll das EPD im Kanton Graubünden nicht nur in Poststellen, sondern auch in den 25 Spitälern und Kliniken eröffnet werden. Richard Patt, Geschäftsführer von eSanita, habe aber eingeräumt, dass die Spitäler derzeit «aus bekannten Gründen» auch noch andere Prioritäten haben. « Nach der Zertifizierung durch KMPG war man zu optimistisch gewesen. Um nicht erneut falsche Hoffungen zu wecken, liegt der neue Startzeitpunkt für das EPD auf ‹bald›.» Nicolai Lütschg, Geschäftsführer, eHealth Aargau Das elektronische Patientendossier (EPD) lässt vielerorts weiter auf sich warten. Zu optimistische Zeitpläne, die Pandemie und Verzögerungen beim Zertifizierungsverfahren lassen den Start des EPD immer wieder nach hinten rücken. So haben auch die Stammgemeinschaften Aargau und Südost die Lancierung erneut nach hinten verschoben, wie «Medinside» berichtet. Aargau hat Zeitbedarf falsch eingeschätzt Die Stammgemeinschaft eHealth Aargau hat ihre Zertifizierung für das EPD Mitte November 2020 abgeschlossen. In der Folge eröffnete der Aargauer Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati das erste EPD der Schweiz. Die Aargauer Bevölkerung hätte ab Anfang 2021 die Möglichkeit erhalten sollen, das eigene EPD zu eröffnen. Dazu sollte es nicht kommen. Nicolai Lütschg, Geschäftsführer der Stammgemeinschaft eHealth Aargau, gibt gemäss «Medinside» zu, nach der Zertifizierung durch KPMG zu optimistisch gewesen zu sein. Um nicht erneut falsche Hoffnungen zu wecken, legt Lütschg den neuen Startzeitpunkt auf «bald». Zurzeit gehe es vor allem darum, die Eröffnungsstellen für das EPD auf ihre Aufgaben vorzubereiten. Für den Anfang sind es die Poststellen Aarau und Baden. Eine Online- Zertifizierungsverfahren kommt nur schleichend voran Für die entsprechenden Zertifizierungen sind die Gesellschaften KPMG und SQS verantwortlich. Gemäss Bericht nimmt es die KPMG sehr genau. Dies hänge vermutlich mit einem Postautoskandal zusammen, in den KPMG als Revisionsstelle involviert gewesen sei. Sie wolle sich nun keine weitere Blösse geben. Was die Schweizerische Vereinigung für Qualitäts- und Managementsysteme (SQS) betrifft, kann sie offiziell noch niemanden zertifizieren. Dazu müsste das Unternehmen erst von der Schweizerischen Akkreditierungsstelle SAS akkreditiert werden, einer Bundesbehörde des Seco. Doch die Akkreditierung kommt nicht. Zunächst hätte sie im November 2020 erfolgen sollen, dann im Januar 2021, nun werde es Ende März. Von der fehlenden Akkreditierung betroffen ist gemäss «Medinside» unter anderem die Stammgemeinschaft Xsana, bei der 14 Kantone angeschlossen sind, da runter Zürich und Bern. Xsana soll dafür sorgen, dass vor allem in Apotheken das Dossier eröffnet und die E-ID registriert werden könne. Eigentlich hat SQS das Zertifikat für Xsana schon bereit und wartet nur noch auf die Akkreditierung der SAS. Xsana-Geschäftsführer Samuel Eglin habe auf Anfrage von «Medinside» geantwortet: «Das Zertifikat ist gedruckt, befindet sich aber in der Schublade der SQS. Ich habe keine Ahnung, wann wir loslegen können.» Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch 04 / 2021 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Fachbeitrag 35 Automated Store: Ziele definieren das Konzept Kontaktlose Bezahlmöglichkeiten erfreuen sich nicht erst seit der Situation rund um Covid-19 wachsender Beliebtheit. Auf dem Weg zum Automated Store stellen sie jedoch nur einen Zwischenschritt dar. Das Konzept des Einkaufsladens blieb seit der Einführung von Supermärkten grundsätzlich für sehr lange Zeit unangetastet. In den letzten Jahren kam durch neue Ideen rund um das kontaktlose und automatisierte Einkaufen frischer Wind in die Retail-Branche. Die Coronakrise verstärkt nun diesen Trend in Richtung Automated Store. Wie diese Konzepte in der Realität umgesetzt werden, hängt stark von der jeweiligen Unternehmensstrategie ab. Wo soll ein solcher Laden entstehen und wie hoch soll der Grad der Automatisierung sein? Aus diesen und anderen Fragestellungen ergeben sich vier mögliche Szenarien rund um den Automated Store: Status quo, Wachstumsfokus, Effizienzfokus sowie Value-Fokus. Szenario 1: Status quo Der Status quo beschreibt Läden, wie wir sie seit Jahren kennen: Eintreten durch eine Schiebetür, Auswahl in den Regalen und – seit ein paar Jahren – auch bereits die Möglichkeit zur kontaktlosen Bezahlung an der Selbstbedienungskasse. Was allerdings mehrheitlich ausbleibt, ist ein Wow-Erlebnis für die Kunden. Viel eher tritt das Gegenteil ein, wenn angestanden werden muss oder das gewünschte Produkt nicht gefunden wird. Szenario 2: Wachstumsfokus Anbieter, die bisher nur in Zentrumslagen mit hoher Frequenz vertreten waren, können dank neuer Ansätze neue Standorte in der Peripherie eröffnen, wo bisher eine Präsenz nicht rentabel war. Beispielsweise mit Selbstbedienungs-Ministores mit Kleinstsortiment, ähnlich den etablierten Automaten, jedoch begehbar. Die aktuelle Corona-Realität könnte ein Blick in die Zukunft darstellen: Mehr flexibles Remote-Working, sprich weniger Frequenz an traditionell exponierten Orten wie Bahnhöfen oder Einkaufsstrassen der Innenstädte. Eintrittshürden der Automated Stores für die Kunden möglichst tief zu halten. Szenario 4: Value-Fokus Immer häufiger finden Elemente des Konzepts Automated Store im Premium-Segment ihre Anwendung. Hier soll mit dem Einsatz digitaler Technologien wie etwa datenbasiertes Marketing, Apps oder AR/VR das Kundenerlebnis auf eine nächste Stufe gebracht werden. Das Personal in diesen hybriden Läden kann sich dank der freigewordenen Zeit verstärkter den Kunden widmen und somit die Service- und Beratungsqualität steigern. Fazit Dieser Ansatz der vier Szenarien dient dem besseren Verständnis der verschiedenen Ebenen rund um das Konzept Automated Store. Selbstverständlich existieren daneben unterschiedliche Use Cases, Zwischentöne und Graubereiche. Für die Zukunft lässt sich die Prognose aufstellen, dass trotz Onlineshopping nach wie vor Einkaufsläden mit vier Wänden wohl bestehen bleiben. Durch den technologischen Fortschritt werden hybride Stores an Attraktivität gewinnen und so die menschliche Komponente beim Shoppingerlebnis erhalten bleiben. Gerade die vergangenen Pandemie-Monate haben gezeigt, wie sehr der Mensch (und somit auch die Konsumentinnen und Konsumenten) soziale Interaktionen wünschen und schätzen. Insbesondere auch beim Einkaufen. DIE AUTORIN Nadine Stoyanov Principal Business Consultant, Zühlke Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch Szenario 3: Effizienzfokus Automated Stores bieten eine Möglichkeit, den steigenden Wettbewerbs- und Kostendruck zu bewältigen. Dabei steht die Optimierung durch automatisierte Prozesse und tiefere Personalaufwände im Zentrum. Dabei darf jedoch das positives Kundenerlebnis nicht aus dem Fokus geraten. Es gilt – sowohl technologisch als auch psychologisch – die www.netzwoche.ch © netzmedien ag Bild: anna-shvets / pexels 04 / 2021

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