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Netzwoche 04/2021

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50 Management & Career

50 Management & Career Nachgefragt Warum Zoom und Co. sitzungsmüde machen Für viele sind Onlinemeetings seit einem Jahr Alltag. Aber Google Meet, Microsoft Teams und Zoom machen Nutzerinnen und Nutzer müde. Ein Kommunikationsprofessor der Stanford University hat vier Gründe identifiziert, weshalb das so ist und sagt, was man gegen die Zoom-Fatigue tun kann. Autorin: Leslie Haeny Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Allen, die bereits länger im Homeoffice arbeiten, dürfte es aufgefallen sein: Digitale Meetings sind anstrengender als bisher übliche Meetings. «Beliebte Videochat-Plattformen haben Designfehler, die den menschlichen Geist und Körper erschöpfen», bestätigt eine Studie der Stanford University. Kommunikationsprofessor Jeremy Bailenson untersuchte die Zoom-Fatigue, wie auf der Newsplattforn der Universität zu lesen ist. Auch wenn sich Bailenson bei seiner Untersuchung auf Zoom beschränkte, tritt das Phänomen auch bei anderen Videochat-Plattformen auf. Der Professor identifizierte vier Hauptgründe, weshalb Videokonferenzen ermüdend sind. 1. Übermässiger Augenkontakt Sowohl die Menge an Augenkontakten, die wir bei Videochats haben, als auch die Grösse der Gesichter auf dem Bildschirm ist unnatürlich. In einem normalen Meeting schauen die Teilnehmenden die sprechende Person an, machen sich Notizen oder blicken woanders hin. «Aber bei Zoom-Anrufen schaut jeder jeden an, die ganze Zeit», schreibt Bailenson. «Soziale Angst vor öffentlichem Sprechen ist eine der grössten Phobien, die es in unserer Bevölkerung gibt.» Eine weitere Stressquelle ist, dass Gesichter bei Videokonferenzen zu gross erscheinen können. «Wenn es sich um ein persönliches Gespräch mit Kollegen oder sogar Fremden handelt, sehen Sie das Gesicht in einer Grösse, die den persönlichen Raum simuliert, den Sie erleben, wenn Sie mit jemandem in einer Beziehung sind», so Bailenson. Der Kommunikationsexperte empfiehlt, die Grösse des Zoom-Fensters zu minimieren, um mehr Distanz zu anderen Meetingteilnehmenden zu schaffen. 2. Sich selbst ständig sehen Auf den meisten Videochat-Plattformen sieht man sich selbst auch. Das ist unnatürlich. «Wenn Sie in der realen Welt jemand ständig mit einem Spiegel verfolgen würde – sodass Sie sich selbst sehen, während Sie mit Leuten sprechen, Entscheidungen treffen, Feedback geben, Feedback bekommen – wäre das verrückt», lässt sich Bailenson zitieren. Laut dem Wissenschaftler ist es nicht nur anstrengend, sich ständig selbst zu sehen. Es habe auch negative emotionale Folgen. Er rät Zoom-Nutzerinnen und -Nutzern, die Schaltfläche «Selbstansicht ausblenden» zu verwenden. 3. Eingeschränkte Mobilität Bei persönlichen Gesprächen und Telefonaten kann man herumlaufen. Bei Videokonferenzen geht das nicht. Die Bewegungsfreiheit ist unnatürlich eingeschränkt. «Es gibt immer mehr Forschungsergebnisse, die besagen, dass Menschen, die sich bewegen, kognitiv besser abschneiden», sagt Bailenson. Die Lösung: den Konferenzraum und die Kameraposition verbessern und eine externe Tastatur anschaffen. Auch regelmässige Meetingpausen können laut Bailenson helfen, genügend Bewegung zu erhalten. 04 / 2021 Bild: Thought Catalog / Unsplash 4. Höhere kognitive Belastung In Videochats muss man sich viel mehr als bei einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht anstrengen, nonverbale Signale zu senden und zu empfangen, so Bailernson. «Wenn man jemandem zeigen will, dass man ihm zustimmt, muss man übertrieben nicken oder den Daumen nach oben strecken», wird er zitiert. «Das erhöht die kognitive Belastung, da man Kalorien verbraucht, um zu kommunizieren.» In Videomeetings macht man auch viele ungewollte Gesten. Eine Person könnte sich vom Bildschirm abwenden. Oder jemand ändert das Bildschirmlayout und wandert mit dem Blick hin und her. Man sollte sich daher auch «Nur- Audio»-Pausen gönnen, erklärt der Professor. www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Event 51 KI für alle an der Ostschweizer Fachhochschule Die Studierenden und Dozierenden der Ostschweizer Fachhochschule (OST) erhalten als Teil der IT-Offensive des Kantons St. Gallen ein Institut für künstliche Intelligenz. Im Rahmen einer Medienkonferenz stellten die Beteiligten das Projekt vor und zeigten Beispiele für die Anwendung von KI im Industrie- und Dienstleistungsbereich. Autor: Maximilian Schenner «Es soll keine Abgängerin und keinen Abgänger geben, die oder der nicht ein grundlegendes Verständnis von AI hat», sagte Guido Schuster, Direktor des neuen Interdisciplinary Center für AI (ICAI) an der Ostschweizer Fachhochschule (OST), im Rahmen einer Medienkonferenz unter dem Titel «Artificial Intelligence für alle». Schuster war einer von drei Rednern, die auf der digital abgehaltenen Konferenz sprachen. Sie informierten die anwesenden Medienschaffenden über das neue Institut für künstliche Intelligenz an der OST. Eva Tschudi, Leiterin Kommunikation an der Fachhochschule, moderierte die Veranstaltung. « In Bezug auf künstliche Intelligenz hat sich in der Gesellschaft eine Euphorie entwickelt. » Stefan Kölliker, Regierungsrat und Vorsteher des Bildungsdepartments St. Gallen «Meilenstein» des digitalen Wandels Das Projekt findet im Rahmen der IT-Bildungsoffensive des Kantons St. Gallen statt. Diese soll bis 2026 zur Förderung des digitalen Wandels im Kanton beitragen. Stefan Kölliker, Regierungsrat und Vorsteher des Bildungsdepartments St. Gallen, und aus der Ferne zugeschaltet, sprach von einem Meilenstein auf diesem Weg, der mit der Initiative der OST erzielt werde. In Bezug auf künstliche Intelligenz habe sich in der Gesellschaft eine Euphorie entwickelt. Und es hätten sich neue Möglichkeiten aufgetan. Die Bildungsoffensive wird mittels Sonderkredit in Höhe von 75 Millionen Franken finanziert. Ihr gehen unter anderem ein Kantonratsbeschluss sowie eine erfolgreiche Volksabstimmung aus dem Jahr 2019 voraus. KI als Teil der Allgemeinbildung Im Anschluss sprach der Rektor der OST, Daniel Seelhofer. Seiner Meinung nach sollte künstliche Intelligenz zur Allgemeinbildung der Studierenden gehören – «genauso wie zum Beispiel Englisch, betriebswissenschaftliches Grundwissen oder Rechtsgrundlagen.» Er fuhr fort: «Wir wollen neue Türen für AI-Anwendungen in der Ostschweizer Wirtschaft und Gesellschaft öffnen.» Damit wolle die OST auch der Fachkräfteabwanderung aus der Region entgegenwirken. Die vier grundsätzlichen Stossrichtungen der OST in den nächsten Jahren seien «Profilbildung, Wachstum, Optimierung der Mittelflüsse und die Steigerung der operativen Effizienz», sagte Seelhofer. Fahrrad für den Geist Guido Schuster verglich abschliessend die zukünftige Rolle von KI in der Gesellschaft mit der des elektrischen Stroms. Wenn in Zukunft die KI ausfiele, wäre dies dem Ausmass eines Stromausfalls gleichzusetzen, prognostizierte Schuster und sprach in Bezug auf künstliche Intelligenz von «Quantensprüngen» der Gesellschaft. Auch in weiterer Folge sparte er nicht mit Vergleichen. KI sei für den Geist etwa, was das Velo für den Körper ist: «Mit demselben Aufwand komme ich viel weiter.» Schuster ist Direktor des neuen interdisziplinären Kompetenzzentrums für AI (ICAI) an der OST. Dieses sei eine «niederschwellige Anlaufstelle für alle Interessierten aus der Bevölkerung, Wirtschaft und Industrie, die Lösungen durch AI suchen.» Wie auch Kölliker sprach Schuster davon, künstliche Intelligenz in den Unterricht sämtlicher Studienrichtungen zu integrieren. Um dies zu veranschaulichen, demonstrierte er gemeinsam mit einem wissenschaftlichen Mitarbeiter den potenziellen Einsatz von KI in der Physiotherapie. Die Maschine simulierte Bewegungsmuster und verglich sie mit denen des «Patienten», um darin etwaige Fehler zu erkennen. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 04 / 2021

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