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Netzwoche 05/2020

38 Management & Career

38 Management & Career Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Schweizer Bug-Hunter verdienen zehn Mal mehr ych/rja. Laut dem Jahresbericht von «Hacker-One» ist die Bug-Jagd ein zunehmend lukratives Geschäft. Die Bug- Bounty-Plattform zahlte 2019 ihren 600 000 Mitgliedern insgesamt 40 Millionen Dollar aus. Die guten Hacker kommen dabei aus der ganzen Welt. Schweizer und österreichische Hacker hätten ihre Prämien im Vergleich zu 2018 um mehr als 950 Prozent erhöht, schreibt «Hacker-One». Angesichts des prekären Fachkräftemangels an Cyber- Sicherheits-Spezialisten dürften Bug-Bounty-Programme für Unternehmen mehrere Vorteile bieten. ICT-Berufsbildung wählt neue Vorstandsmitglieder rja. An seiner Vereinsversammlung hat der Verband ICT-Berufsbildung Schweiz sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. In dieser Zeit habe sich die Anzahl an ICT-Lehrstellen um 30 Prozent erhöht, heisst es in einer Mitteilung. Umfangreiche Neuerungen gibt es im Vorstand, sieben der insgesamt 21 Mitglieder sitzen neu im Gremium. Als Neumitglied begrüsste der Verband den Kaufmännischen Verband Schweiz (KFMV). Für 2020 will der Verband diverse grundlegende Berufsbildungsprojekte starten. Wo die IT-Spezialisten am meisten fehlen rja. Der Fachkräftemangel beschäftigt die IT-Branche. Laut einer Umfrage des Marktforschers Robert Half gestaltet sich die Suche nach Profis für die IT-Sicherheit besonders schwierig: 35 Prozent der befragten CIOs nannten diesen Bereich. Mit 22 Prozent landen «IT-Management» sowie «Software- und Anwendungsentwicklung» dahinter. Es folgen die Funktionsbereiche «Daten- und Datenbankmanagement» mit 19 respektive «Business-Analyse» mit 18 Prozent. Besonders dringend (82 Prozent) suchen CIOs Fachkräfte für den Cloud-Bereich, schreibt Robert Half weiter. Datenbankverwaltung folgt mit 77 Prozent und «Business Intelligence und Reporting Services» stehen auf Platz drei mit 76 Prozent. Der Fachkräftemangel bremse die Unternehmensentwicklung und bedrohe das Wachstum, warnt Zerrin Azeri, Associate Director bei Robert Half, und nimmt Arbeitgeber in die Pflicht: «Ein attraktives Salär allein reicht bei dieser Arbeitsmarktsituation nicht aus, um Bewerber zu überzeugen. Ein professioneller Recruiting-Prozess und kontinuierliche Weiterbildungsangebote für Mitarbeiter sind das A und O, um für Bewerber interessant zu sein.» Firmen könnten aber auch mit zusätzlichen Angeboten wie einem Buddy-Programm, das neuen Mitarbeitern das Einleben erleichtert, punkten. IT-Profis biete der Fachkräftemangel die Chance, ihren persönlichen Marktwert durch gezielte Weiterbildungen in den gefragten Bereichen zu steigern. Tipps für Technologie-Investitionen rja. Investitionen in neue Technologien allein haben nicht unbedingt einen Mehrwert für ein Unternehmen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Beratungsunternehmens Accenture. Darin zeigen die Autoren auf, dass die gewählte Strategie zur Skalierung den Output von Technologie-Investitionen massgeblich beeinflusst. Befinde sich ein Unternehmen im Rückstand mit der Einführung, habe dies einen jährlich wachsenden Umsatzverlust zur Folge. Diesen berechnen die Autoren aus der Differenz zwischen dem potenziellen und dem tatsächlichen Mehrwert einer Technologie. In der Schweiz sei das Umsatzwachstum von Unternehmen, die bei der Technologie-Einführung eine Vorreiterrolle einnehmen, doppelt so hoch, wie das Wachstum von Unternehmen mit Technologierückstand. Letzteren entgehen im Zeitraum von 2015 bis 2023 gemäss Accenture 42 Prozent Umsatzsteigerung. Innovation ist kein Selbstzweck «Innovation ist kein Selbstzweck. Den tatsächlichen Wert einer neuen Technologie setzen aber nur jene Unternehmen frei, die über Teilprozesse hinausdenken», lässt sich Jürgen Pinkl, Leiter des Geschäftsbereichs Technology bei Accenture DACH, zitieren. «Innovation muss das gesamte Unternehmen durchdringen. Wenn sie das tut, wenn sie also wirklich skaliert, dann stimmt auch die Rendite.» Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Take-off für Überflieger Zeit- und ortsunabhängig studieren an der Fernfachhochschule Schweiz 20 % Präsenzzeit modernstes E-Learning 05 / 2020 enge fachliche Betreuung MAS Web for Business CAS Web Engineering CAS Web- und Informationsdesign CAS Datenanalyse ffhs.ch Anzeige CAS IT Security CAS Grundlagen Data Science DAS Data Science DAS Web Engineering www.netzwoche.ch © netzmedien ag Zürich | Basel | Bern | Brig

Management & Career Nachgefragt 39 Das Schweizer IT-Bootcamp drei Jahre nach seiner Feuertaufe Seit drei Jahren bietet die Propulsion Academy in Zürich ihre zwölfwöchigen Ausbildungen an. Die IT-Branche vertraue dem Angebot, sagt der Gründer. Fast 300 Studenten haben die Kurse mittlerweile abgeschlossen. Man erhalte nicht nur Wissen, sondern auch Zugang zu einer hilfreichen Community, sagt einer von ihnen. Autor: René Jaun Im Januar 2017 hat die Propulsion Academy in Zürich ihren ersten Kurs gestartet. Das Ziel: Innert zwölf Wochen sollten Studenten zu IT-Spezialisten ausgebildet werden. Inzwischen verzeichne man fast 300 Absolventen, sagt Gründer Laurent Meyer, und ergänzt: «Für uns war es super zu sehen, dass das Bildungskonzept funktioniert.» Ursprünglich komme das Konzept der Propulsion Academy aus den USA und anderen Ländern in Europa, sagt Meyer. Als er in der Schweiz anfing, habe es hierzulande nichts Vergleichbares gegeben. Anfangs sei es nicht nur darum gegangen, die Propulsion Academy bekannt zu machen, sondern auch das Misstrauen zu überwinden: «Einige Firmen glaubten nicht, dass unser Angebot funktioniert», erklärt er. Dank regelmässiger Partnerschaften sei das inzwischen anders. «Unsere Studenten absolvieren Praktika oder bekommen Festanstellungen bei diversen Firmen, oder arbeiten für ihre Abschlussprojekte mit ihnen zusammen.» Meyer möchte aber sein Angebot auch richtig verstanden wissen: «Wir machen keine Experten», stellt er klar, «sondern Juniors, also Einsteiger». Die Propulsion Academy sei ein erster Schritt in der Karriere zum IT-Experten. Mehr als Wissen Einer der ehemaligen Studenten der Propulsion Academy ist Flurin Conradin. Der heute 35-Jährige arbeitete früher unter anderem als Versicherungsanalyst. «Ich habe immer schon gerne nebenbei programmiert und Dinge automatisiert», erzählt er. Daraus sei der Wunsch entstanden, Softwareentwickler zu werden. Vor zweieinhalb Jahren habe er zum ersten Mal vom Konzept der Bootcamps gehört und sich dann nach passenden Angeboten erkundigt. Das Studium an der Propulsion Academy habe ihm Spass gemacht, sagt Conradin. «Es war aber auch anstrengend und brachte mich manchmal nahe an meine Grenzen.» Unterstützung erhielt er jeweils von den Teaching Assistants. Aufgrund seines Vorwissens musste Conradin nicht erst die Grundlagen des Programmierens lernen. Die Propulsion Academy habe ihm aber sehr viel über Frameworks beigebracht. Lobend erwähnt er zudem die Community der Studenten. Auch Ehemalige nehmen oft an den Das Team der Propulsion Academy um Gründer Laurent Meyer (3. v. r.). Meetups teil, tauschen sich aus und geben Tipps. Schon während des Kurses war er zuversichtlich, ein Anschlusspraktikum zu finden: «Alle paar Wochen kamen Firmen vorbei, die sich interessiert daran zeigten, Bootcamp-Abgänger einzustellen.» Tatsächlich erhielt er nach seinem Abschluss bei einem dieser Unternehmen ein Praktikum. Heute ist Conradin Software Engineer bei Liris Tech, einem Softwareanbieter für Augenärzte. Zwei Fachrichtungen, keine Teilzeit Das Kursangebot hat sich in den letzten drei Jahren nicht verändert. Zur Auswahl stehen «Full-Stack Web Development» oder «Data Science». Eine Klasse besteht aus 12 bis 16 Studenten. Für einen Kurs fallen Kosten von 11 000 bis 12 000 Franken an. Nicht alles, was sich die Institution vorgenommen hatte, konnte sie umsetzen. Staatlich anerkannt ist die Ausbildung zum Beispiel noch nicht. Derzeit arbeite die Academy daran, das «Eduqua»-Zertifikat des Schweizerischen Verbandes für Weiterbildung (SVEB) zu erlangen, sagt Julia Pizzolato, Head of Business Development. Auch Teilzeitkurse offeriert die Propulsion Academy nach wie vor keine: «Es gibt eine hohe Nachfrage und wir möchten sie gerne anbieten», sagt Meyer, «aber uns fehlt im Moment schlicht der Platz dafür.» Derzeit führt das Unternehmen Gespräche mit Investoren, deren Beitrag den Umzug an einen grösseren Ort ermöglichen könnten. «Für uns war es super zu sehen, dass das Bildungskonzept funktioniert.» Laurent Meyer, Gründer, Propulsion Academy Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 05 / 2020

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