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Netzwoche 05/2021

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36 Technology

36 Technology Nachgefragt « Wir müssen nun dringend das Thema Sicherheit in Angriff nehmen » Michael Teniz, Head of Cloud bei Also Schweiz, moderiert den virtuellen Event von Eurocloud Swiss zum Thema «Cloud: Wie viel Swissness ist notwendig?» Im Interview spricht er über die Auswirkungen der Pandemie auf den Cloud-Markt, die behördlichen Pläne eines Swisscloud-Labels und die europäische Initiative Gaia-X. Interview: René Jaun « Das Jahr 2020 hat uns fünf bis zehn Jahre nach vorne gebracht. Jetzt ist es an der Zeit, sich vorbehaltlos auf diesen Wandel einzulassen. » Michael Teniz, Beirat Swico/IG Eurocloud Swiss, Head of Cloud bei Also Schweiz Derweil kommt das europäische Gaia-X-Projekt in die Gänge. Warum findet man darin kaum Schweizer Unternehmen? Die Dichte und die Menge an Datacentern in der Schweiz sind beachtlich. Insofern wäre ein Projekt wie Gaia-X für die Anbieter ein weiterer Türöffner zu Europa. Aber die Awareness für das Projekt ist in der Schweiz nicht sehr gross. Ich hoffe, unser Event-Teilnehmer Andreas Weiss kann informieren und ein paar Fragen beantworten, insbesondere welchen Mehrwert unsere privatwirtschaftlichen Unternehmen in der Schweiz mit dem Gaia-X-Projekt erhalten könnten. Am kommenden Event von Eurocloud Swiss geht es um die «Swissness». Was bedeutet der Begriff in Bezug auf die Cloud für Sie? Qualität, Stabilität, Sicherheit, Innovation, Marktreife, businessfähige Lösungen. i VERANSTALTUNG Swico Eurocloud Swiss organisiert eine virtuelle Diskussion zum Thema «Cloud: Wie viel Swissness ist notwendig?» Mit Vertretern von Cloud-Anbietern, Rechenzentrumsbetreibern, Kunden und Juristen will Eurocloud Swiss dieser Frage auf den Grund gehen und die verschiedenen Argumente gemeinsam erläutern. Wann: Donnerstag, 22. April 16.00 – 18.00 Uhr Wo: Virtueller Event Anmeldung: www.eurocloudswiss.chi Das Interview finden Sie auch online www.netzwoche.ch Die Coronapandemie hat vielerorts der Digitalisierung zusätzlichen Schub verliehen. Was waren die Auswirkungen auf den Schweizer Cloud-Markt? Michael Teniz: Wir haben immer zwei Seiten der Medaille: Viele Firmen haben den berüchtigten Digitalisierungssprung von fünf bis acht Jahren mitgemacht und sich der Cloud geöffnet. Dies ist sehr erfreulich für ihre Zukunft. Die negativen Auswirkungen sind, wie fast in allen Ländern, besorgniserregend: Das Thema Sicherheit hat unter dem massiven Zeitdruck stark gelitten. Daher ist es aus meiner Sicht sehr erfreulich, dass wir die Digitalisierung angegangen sind, aber wir müssen nun dringend das Thema Sicherheit in Angriff nehmen. Zu viele Unternehmen wurden bereits Opfer von Hacks und massiven Sicherheitsproblemen. Unlängst hat sich der Bundesrat gegen eine «Swiss Cloud», dafür für eine Art Label ausgesprochen. Wie beurteilen Sie die Stossrichtung? Im Bereich Cloud-Services ist unsere Independent-Software-Vendor-Landschaft sehr gut unterwegs. Ein Label, das eine standardisierte, zertifizierte und sicherheitsorientierte Qualität an Cloud-Services bietet, ist gut für alle – Unternehmen wie Nutzer – und es liefert ein hohes internationales Ansehen. Daher halte ich ein auf Basis von Normen definiertes Label für vertrauensbildend und hilfreich. Was ist für Sie die grösste Stärke des Schweizer Cloud-Marktes? Wir haben hervorragende Universitäten und Institutionen, die weltweit ein anerkanntes Qualitätssiegel besitzen. Daraus generieren wir wirkliche Pioniere, die Lösungen für alle Industriezweige entwickeln. In der Schweiz entstehen Unternehmen, die selbst im Silicon Valley finanzielle Unterstützung erhalten. Dazu das Label Swissness, das für Sicherheit, Stabilität und Qualität steht – das ist eine der grössten Stärken, die wir gegenüber vielen anderen Ländern haben. Was geben Sie der Schweizer Cloud-Branche mit auf den Weg? Unsere Cloud-Anbieter, die ISVs, müssen ihre Lösungen bekannter machen, da haben wir sicherlich noch viel Potenzial. Sicher lassen sich viele Lösungen nicht einfach so vermarkten, aber es gibt nationale und internationale Unternehmen, die hier unterstützen können. Unseren IT-Dienstleistern möchte ich sagen: Das Jahr 2020, aber auch 2021, hat uns fünf bis zehn Jahre nach vorne gebracht. Jetzt ist es an der Zeit, sich vorbehaltlos auf diesen Wandel einzulassen, die damit verbundenen riesigen Chancen zu erkennen und beherzt anzugehen. Und an die Unternehmen gerichtet: Setzen Sie sich heute mit neuen Themen auseinander, die vielfach noch in einem visionären Stadium sind. Damit meine ich alle, vom Bäcker, Landschaftsgärtner, von Behörden bis hin zu unserer Pharmabranche. Wir alle müssen ab sofort mutiger sein, Neues anzuhören und zuzulassen. 05 / 2021 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Abraxas Informatik | Stadt Basel KUNDEN-CASE37 In der Stadt Basel parkiert es sich am einfachsten mit ParkSmart Mit der ParkSmart-App geht Basel einen anderen Weg als andere Städte. Statt die Parkuhren mit Stickern verschiedener Drittanbieter vollzukleben, parkieren und bezahlen Fahrzeuglenkerinnen und -lenker in Basel mit der stadteigenen Parkier-App. Abraxas Informatik hat sie entwickelt. Autor: Marc Landis Nach der Bussen-App hat Abraxas mit ParkSmart in der Stadt Basel ein weiteres Leuchtturmprojekt umgesetzt. Zusammen mit der Kantonspolizei Basel-Stadt und dem Amt für Mobilität entwickelte das Unternehmen eine App, die Lenkerinnen und Lenkern von Fahrzeugen den Parkiervorgang erleichtern soll. Es geht etwa darum, Parkgebühren digital via ParkSmart-App zu erheben und die Blaue Zone effizienter zu bewirtschaften. So können Autofahrende über die App etwa auch Besucherparkkarten für die Blaue Zone kaufen oder sich über Standorte von Behindertenparkplätzen oder Elektroladestationen informieren. Auf Basel zugeschnittene App Mit ihrer spezialisierten Parking-App geht die Stadt Basel einen anderen Weg als andere Städte, welche die Erhebung von Parkgebühren mit Apps von Drittanbietern aus dem In- und Ausland ermöglichen. Dimitrios Kambouris, der bei der Stadtpolizei Basel für die Entwicklung der ParkSmart als Projektleiter hauptverantwortlich war, freut sich über das gelungene App-Projekt: «Wir haben eine Lösung gebaut, um die Eigenheiten von Basel abzubilden, und wir haben grossen Wert auf einfache Handhabung gelegt.» Eine Herausforderung sei es aber gewesen, die Daten des Geoinformationssystems von Basel in der App nutzbar zu machen. So mussten die Parkflächen der Stadt in ParkSmart integriert werden, die im IT-System des Tiefbauamtes abgelegt waren. Dafür entwickelte Abraxas die entsprechenden Schnittstellen. Oskar Baumann, der als Projektleiter bei Abraxas die Entwicklung koordinierte, ist zufrieden, dass es gelang, «mit dem Kunden eine gute Lösung zu erarbeiten». Und auch das Benutzerfeedback sei bisher super – was die Viersternebewertung von ParkSmart etwa im Apple App-Store unterstreicht. «Es gibt nichts Vergleichbares auf dem Markt.» Abraxas will ParkSmart denn auch weiteren Gemeinden in der Agglomeration Basels zur Verfügung stellen. «Wir freuen uns, dass sich bereits die Gemeinde Riehen, die direkt an die Stadt Basel grenzt, für die Anbindung an ParkSmart interessiert», sagt Baumann. Auch will Abraxas dereinst die ParkSmart-App weiteren Städten in anderen Kantonen anbieten. Wie bei der ebenfalls von Abraxas entwickelten Bussen-App, legte man bei ParkSmart einen grossen Fokus auf Usability und User Experience. Vom Digital Native bis zum rüstigen Senior sollten alle ParkSmart gleichermassen nutzen können. Und natürlich sollte die App sowohl auf iOS und als auch auf Android laufen. Eine weitere Vorgabe war, dass Nutzer die App sofort nach dem Download nutzen können – ohne Benutzerkonto. Paymentlösung von Datatrans Sichere Wege gingen die ParkSmart-Macher im Payment-Bereich. Die entsprechende Lösung integrierte der Zahlungsdienstleister Datatrans. Eine wichtige Vorgabe dabei war die Datensparsamkeit, also dass möglichst wenige Daten für den Zahlungsprozess – und dies nur möglichst kurz – gespeichert werden sollten. «Wir gehen sehr weit mit dem Datenschutz», sagt Kambouris, «wir wollen so wenige Daten wie irgendwie möglich erheben.» Denn das sei zentral für die Akzeptanz einer App, die eine Polizeibehörde anbiete. PARKSMART ParkSmart ist die Parkier- App der Stadt Basel. Entwickelt von Abraxas bewirtschaftet die Stadt damit alle öffentlichen Parkierflächen der weissen und blauen Zonen. Zudem sind in der App Elektroladestationen und Behindertenparkplätze ersichtlich. Abraxas Informatik entwickelte die App auf Basis der Bussen-App. Abraxas Informatik ist der grösste Anbieter durchgängiger IT-Lösungen für die öffentliche Hand in der Schweiz. Das Unternehmen mit Hauptsitz in St. Gallen beschäftigt rund 860 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Sprachregionen. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 05 / 2021

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