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Netzwoche 05/2022

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Business Focus 15 und so

Business Focus 15 und so Millionen zu sparen. Das IoT verbindet Geräte, Fahrzeuge, Gebäude oder Infrastrukturen und vereinfacht den kontinuierlichen Zugang zu Daten und Prozessen. Das ermöglicht bessere Produkte, effizientere Prozesse sowie neue Geschäftsmodelle und macht unsere Welt lebenswerter. In welchen Branchen wird sich das IoT in den nächsten fünf Jahren etablieren? Die Technologie entwickelt sich so schnell, dass wir die Zukunft nicht mehr zuverlässig vorhersagen können, nicht einmal ein paar Jahre im Voraus. Die nächsten fünf bis zehn Jahre dürften für Industrie und Verbraucher spannend werden. Dann beginnen wir, zu erkennen, welchen Impact künstliche Intelligenz sowie der Einsatz von 5Gund 6G-Netzen in der Praxis haben. Ausserdem werden wir sehen, welche Auswirkungen die schnelle Einführung von IoT-Technologien während der Pandemie haben wird. Wie wird die zunehmende Etablierung des IoT die Branchen beeinflussen? Vernetzte Dinge erzeugen riesige Mengen an IoT-Daten. Die Anforderungen an die Verfügbarkeit und die Rolle dieser Daten werden die Industrie in einer Vielzahl von Bereichen – wie Fertigung, Transport und Smart City – dazu veranlassen, mehr intelligente IoT-Architekturen, Distributed-IoT-Computing-Technologien und IoT-spezifische Edge-Netzwerke zu entwickeln, einzuführen und bereitzustellen. Diese werden die Unternehmen, das Leben der Menschen und die Weltwirtschaft verändern und in diesem sowie in den kommenden Jahren das Wachstum und massive wirtschaftliche Veränderungen in unserem Markt vorantreiben. Welchen Technologien wird das IoT weiteren Auftrieb geben? IoT-Technologien verändern die Branche und sorgen dafür, dass immer mehr Rechen-, Speicher- und Analysekapazitäten an der Edge zur Verfügung stehen. Unternehmen können diese Technologien nutzen, um die Effizienz in allen Branchen zu steigern und das Kundenerlebnis zu verbessern. IoT wird oft auch als Sicherheitsrisiko dargestellt. Was ist da dran? Die Sicherheit stellt eine der grössten Herausforderungen bei der Verwirklichung des IoT dar. Sicherheit ist eine wesentliche Voraussetzung für das Vertrauen in die Technologie und für ihre Akzeptanz. Internetfähige IoT-Geräte wie Smartphones, Haushaltsgeräte, intelligente Stromzähler, persönliche Gesundheitsmonitore, Fahrzeuge und andere sind persönliche vernetzte Geräte, die eine Fülle von Daten speichern, auch wenn sie nicht verbunden sind. Die Daten müssen sowohl auf den Geräten als auch in der Cloud sicher gespeichert werden – Verschlüsselung der Daten im Ruhezustand. Auch die Datenübertragung muss gesichert werden – Verschlüsselung von Daten während der Übertragung. Schliesslich werden die Daten für alle Arten von analytischen Verarbeitungen verwendet und möglicherweise mit Informationen aus anderen Quellen zusammengeführt, um daraus verwertbare Erkenntnisse abzuleiten. Daher ist neben der Datensicherheit auch der Schutz der Privatsphäre heute zu einem wichtigen Anliegen geworden. Wie können Firmen die Sicherheit rund um das IoT erhöhen? IoT-Systeme müssen von Anfang an über Mechanismen zur Wahrung der Sicherheit und der Privatsphäre verfügen. Sie später hinzuzufügen, ist eine grosse Herausforderung. Darüber hinaus muss die Sicherheit durchgängig end-to-end angewendet werden. Das heisst, sie muss vom IoT-Gerät bis hin zur Edge und dann zum Cloud-Back-End und zur Analyse-Applikation reichen, die aus den Daten Erkenntnisse gewinnt. IoT-Geräte stellen aufgrund ihres begrenzten Energiebudgets und ihrer begrenzten Rechenleistung zusätzliche Herausforderungen für die zu verwendenden kryptografischen Primitive dar. « Unternehmen werden aufgrund der massiven Anzahl von IoT-Geräten im nächsten Jahrzehnt die Telekommunikation in den Weltraum verlagern müssen. » Angela Nicoara, Professorin an der HSLU im Department of Computer Science Welches wird die nächste grössere Entwicklung im Bereich IoT sein? Wenn es um die Konnektivität für das IoT-Ökosystem geht, werden die Unternehmen aufgrund der massiven Anzahl von IoT-Geräten im nächsten Jahrzehnt die Telekommunikation in den Weltraum verlagern müssen, auch wenn noch Netzwerk-Upgrades folgen werden. Obwohl mit dem Einsatz von Satelliten zu rechnen ist, werden Satellitenkonstellationen, die als Orbital Edge Computing bezeichnet werden, im nächsten Jahrzehnt möglicherweise noch nicht verfügbar sein. Mithilfe vieler Kleinsatelliten können Daten aber an praktisch jeden Punkt der Erde übertragen werden. Wie sieht die komplett vernetzte Stadt respektive Smart City aus? In einer zunehmend digitalisierten Welt werden in Zukunft intelligente Städte angestrebt, wo überall IoT-verbundene Geräte sowie Sensoren zum Einsatz kommen und autonom fliegende Drohnen sowie vernetzte Autos unterwegs sind, mit personalisierten Fahrpräferenzen und Diensten, die sich an die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer anpassen. Das Interview finden Sie auch online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 05 / 2022

16 Business Fachbeitrag IoT-fähige Produkte schneller entwickeln Im IoT werden die Dinge intelligent. Das klingt bestechend einfach. Doch müssen IT und Manufacturing eng zusammenspielen, damit die Produktentwicklung IoT-fähiger Dinge beschleunigt werden kann. Das geht nur, wenn Daten, Prozesse und Funktionalitäten digital und automatisiert integriert sind. DER AUTOR Thomas Friedlmayer Portfolio Head Digital Solutions & SAP, T-Systems Den Beitrag finden Sie auch online www.netzwoche.ch Der moderne Produktentwicklungsprozess involviert eine Vielzahl an internen und externen Ressourcen, die nahtlos integriert werden müssen. Verschiedene Unternehmenssysteme müssen zusammengeführt werden, damit die vollständigen, für die Entwicklung notwendigen Daten im richtigen Format am richtigen Ort und zur richtigen Zeit vorliegen. Durchgängig digitale Produktentwicklung Die Integration der Entwicklungsdaten aus verschiedenen IT-Systemen ist ein entscheidender Erfolgsfaktor in der digitalen Produktentwicklung. Denn die Qualität der Daten in puncto Konsistenz, Reproduzierbarkeit und Verfügbarkeit ist essenziell dafür, dass der Entwicklungsprozess reibungslos und weitestgehend automatisiert erfolgen kann. Es sind beispielsweise 3-D-Daten aus dem CAD- System mit Stücklistendaten zusammenzuführen und prozessorientierte Workflows systemübergreifend abzubilden. Hierzu ist es notwendig, eine nahtlose Verbindung zwischen den einzelnen Systemen zu schaffen. In erster Linie geht es um die beiden meist dominierenden IT-Domänen: Das Product Lifecycle Management gilt in der Regel als der «Engineering» Backbone, während im SAP die Produktionsplanung und -ausführung stattfinden. Beide Systeme rücken jedoch immer näher zusammen, und zwar sowohl bezüglich Daten als auch bezüglich Prozesse und Funktionalitäten. Nötig sind Werkzeuge, die (digitale) Durchgängigkeit im gesamten Produktentwicklungsprozess herstellen. Rasche Amortisation und vielfältige Anwendungsfälle Diese Werkzeuge amortisieren sich nach Installation und Parametrisierung erfahrungsgemäss sehr schnell. Schon allein die Zeitersparnis zählt, wenn Konstruktionsstücklisten (die im Product Lifecycle Management definiert und gepflegt werden) und Fertigungsstücklisten (über die das ERP die Hoheit hält) über eine Schnittstelle automatisiert Die Integration der Entwicklungsdaten aus verschiedenen IT-Systemen ist ein entscheidender Erfolgsfaktor in der digitalen Produktentwicklung. übergeben werden können. Neben dieser Synchronisation (in der Fachsprache E-BOM und M-BOM-Synchronisation für Engineering vs. Manufacturing Bill of Material) kann auch die Effizienz weiterer Anwendungsfälle gesteigert werden, wenn etwa Änderungsprozesse, Visualisierungen oder Produktkonfigurationen bidirektional synchronisiert werden. Applikations-Hubs für die Produktentwicklung steigern den Automatisierungsgrad Doch ausser Applikationen, die direkt einzelne Entwicklungsprozesse unterstützen, kommen auch solche zum Tragen, die indirekte Unterstützungsfunktion haben. Um vom bidirektionalen Austausch zu einer kompletten Kompatibilität in der Applikationslandschaft zu gelangen, empfiehlt sich eine serviceorientierte Architektur (SOA), die auf Adaptertechnologie beruht, sodass Konnektivität zwischen verschiedensten Tools quasi «out of the box» hergestellt werden kann. Indem eine Art Integrations-Hub geschaffen wird, in dem Daten konvertiert und Schnittstellen bereitgestellt werden, kann der Automatisierungsgrad insgesamt massiv erhöht werden. Zudem werden Redundanzen und mangelnde Qualität vermieden und Zeit wird gespart, wenn rasch Datenbanken neu hinzukommender Partner oder Hersteller über standardisierte Konnektoren integriert werden können. 05 / 2022 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

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