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Netzwoche 05/2022

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Technology Aktuell 35

Technology Aktuell 35 MFA: Forscherteam will Fingerabdruckscanner durch Herzschlagsensoren ersetzen cka. Als zweiter Faktor für eine Multifaktor-Authentifizierung kommt vieles infrage. Am geläufigsten sind wohl SMS oder Sicherheits-Apps auf dem Smartphone. Ein weiteres beliebtes Erkennungsmerkmal sind biometrische Daten wie etwa Fingerabdrücke oder Iris-Scans. Forschende der spanischen Universidad Carlos III de Madrid und der iranischen Shahid Rajaee Teacher Training University erkannten jedoch ein Problem: Für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen sind solche biometrischen Scanner teils ungeeignet. Die Forschenden wollen daher Personen anhand ihrer Herzfrequenz identifizieren, wie «Pressetext» schreibt. Um den Herzschlag zu messen, ist ein Elektrokardiogramm (EKG) nötig. Das Signal wird anschliessend von einer selbstlernenden Software ausgewertet. Diese achtet auf Rhythmus, Klangfarbe, Tonhöhe und Ton. Angeblich soll die Methode Personen mit einer Genauigkeit von 96,6 Prozent identifizieren können. Eine offene Frage bleibt «Der entscheidende Vorteil ist der kostengünstige und nichtinvasive Betrieb», sagt Mitforscher Pedro Peris-López. «Heutzutage gibt es Smartwatches, die das EKG aufzeichnen, sodass es ausreichen würde, eine App zu installieren, die unseren Identifikationsalgorithmus verwendet.» Eine kommerzielle Anwendung ist aktuell noch kein Thema. Dafür müssen die Forschenden zunächst noch eine offene Frage klären. Was ist, wenn sich die Testperson bewegt? Denn Körperhaltung, physische Anstrengung und auch Stress können sich auf die Herzfrequenz auswirken. Diese Faktoren müssen nun noch einberechnet werden. Forschungsprojekt soll Batterien und E-Mobilität nachhaltiger gestalten emp. Elektrofahrzeuge sind Den vollständigen Artikel finden Sie online freundlichere Mobilität. zentral für eine klima- www.netzwoche.ch Vor Kritik gefeit sind sie allerdings nicht, denn insbesondere die Antriebsbatterie bietet in Sachen Nachhaltigkeit grosses Verbesserungspotenzial. An dieser Stelle setzt «CircuBAT» an. Ziel des neu gestarteten Forschungsprojektes ist es, in den nächsten vier Jahren ein zirkuläres Geschäftsmodell für Lithium-Ionen-Batterien aus der Mobilität zu etablieren. «Das verbessert die Öko bilanz von Elektrofahrzeugen, stellt Speicher für die Energiewende zur Verfügung und spart Ressourcen», sagt Projektleiter Andrea Vezzini von der Berner Fachhochschule. Zusammenarbeit von Forschung und Wirtschaft Beteiligt sind die BFH als «Leading House» sowie sechs weitere Schweizer Forschungsinstitutionen und 24 Unternehmen. Dank dieser Zusammenarbeit von Wissenschaft Bild: Geralt / Pixabay.com Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch und Wirtschaft deckt das Projekt alle Lebensabschnitte einer Batterie ab und Erkenntnisse aus der Forschung können direkt in der Anwendung getestet werden. Das Projekt sucht in allen Lebensabschnitten von Lithium-Ionen-Batterien nach Lösungen für verbesserte Nachhaltigkeit. Dazu gehört, die Lebensdauer der Batterien in ihrer ersten Anwendung zu verlängern. Erreichen wollen die Forschenden dies durch die Entwicklung optimaler Lade- und Entladestrategien sowie durch neue Konzepte für den Bau von Batterien, die Reparaturen einfach möglich machen. Weiter sollen Batterien nach ihrer ersten Anwendung in der Mobilität als stationäre Energiespeicher zum Einsatz kommen. Im Projekt wird deshalb erforscht, wie sich diese am besten ins Stromnetz integrieren lassen und wie ein sicherer sowie effizienter Betrieb gewährleistet werden kann. Schliesslich suchen die Forschenden nach Lösungen für die Demontage und Materialrückgewinnung, sodass die Sekundärrohstoffe der Produktion von neuen Batterien zugefügt werden können. WWW.NETZWOCHE.CH HSLU lanciert Initiative für smarte Zentralschweiz pwo. Die Hochschule Luzern (HSLU) hat die Initiative «Smart Region Zentralschweiz» ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt steht das sogenannte Smart Region Lab in Rotkreuz (ZG). In diesem Labor wolle man mithilfe von interaktiven Datentischen die Innerschweiz in der digitalen Transformation voranbringen, teilt die HSLU mit. Geplant sind Pilotprojekte, um beispielsweise Tourismusströme zu lenken, Solarstrompotenziale zu realisieren und öffentliche Räume zu gestalten. Innosuisse lanciert «Swiss Accelerator» jor. Innosuisse führt ein Förderprogramm für Innovationsprojekte von Start-ups und KMUs ein. Der «Swiss Accelerator» soll einige Nachteile abfedern, die der Ausschluss der Schweiz aus dem EU-Forschungsprogramm «Horizon Europe» mit sich bringt. Das Programm biete Start-ups und KMUs mit weniger als 250 Vollzeitstellen direkte finanzielle Unterstützung für Innovationsprojekte, teilt Innosuisse mit. Ein Förderbudget von voraussichtlich 86 Millionen Franken steht zur Verfügung. KI soll Burn-out- Syndrome erkennen rko/pwo. Forschende der Berner Fachhochschule haben einen Algorithmus entwickelt, der anhand von Onlineposts erkennen soll, ob der Verfasser oder die Verfasserin an einem Burn-out-Syndrom leidet. Für das Projekt sammelten die Forschenden Texte, die auf der Plattform «Reddit» veröffentlicht wurden. Damit trainierten sie ein Machine-Learning-Modell, das bestimmen kann, ob ein unbekannter Text Hinweise auf ein Burn-out enthält oder nicht. Wie die BFH mitteilt, konnte das Modell 93 Prozent der untersuchten Burn-out- Fälle richtig erkennen. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 05 / 2022

36 Technology Aktuell Entwicklungshilfe durch künstliche Intelligenz besser steuern Ein Forschungsteam der ETH Zürich und der LMU München analysiert mithilfe von künstlicher Intelligenz 3,2 Millionen Entwicklungshilfeprojekte weltweit. Dadurch werden Trends und Finanzierungslücken sichtbar. Autoren: Sebastian Wagner-​Vierhaus, Christoph Elhardt, ETH Zürich nicht formal aufgebaut waren: Sie unterschieden sich zum Beispiel in der Sprache und der Textlänge. «Man kann sich den Prozess als Versuch vorstellen, eine ganze Bibliothek zu lesen und ähnliche Bücher in themenspezifische Regale einzusortieren», erklärt Toetzke, Erstautor und Doktorand am Lehrstuhl für Nachhaltigkeit und Technologie der ETH Zürich. «Unser Algorithmus berücksichtigt 200 verschiedene Dimensionen, um zu ermitteln, wie ähnlich diese 3,2 Millionen Projekte einander sind. Für einen Menschen wäre ein solcher Aufwand nicht zu bewältigen.» Bild: Claudio Carrozzo / Unsplash.com Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Mit Entwicklungshilfegeldern werden in ärmeren Ländern Schulen gebaut, Dörfer ans Stromnetz angeschlossen oder die Gesundheitsversorgung ausgebaut. Ein detaillierter und aktueller Überblick über Entwicklungshilfeprojekte wäre wichtig, um die damit verbundenen Gelder so effizient wie möglich einzusetzen. Bisher war dies aufgrund der hohen Anzahl an Projekten und Geberinstitutionen aber schwierig umzusetzen. Malte Toetzke und Nicolas Banholzer, Doktoranten am MTEC-Departement der ETH Zürich, sowie Professor Stefan Feuerriegel, der kürzlich von der ETH Zürich an die LMU München wechselte, sorgen nun mit einem neuen Analyseverfahren für mehr Durchblick in der globalen Entwicklungshilfe. Die Forscher nutzen künstliche Intelligenz (KI), um Geldflüsse in thematische Gruppen einzuteilen. Dadurch wird sichtbar, wie die Finanzierung auf Themen, Länder und Jahre verteilt ist und wo unter Umständen Handlungsbedarf besteht. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachjournal «Nature Sustainability» veröffentlicht. Wie der Algorithmus funktioniert Der Analyse liegen 3,2 Millionen Entwicklungshilfeprojekte zwischen 2000 und 2019 zugrunde, in deren Rahmen insgesamt 2,8 Billionen US-​Dollar investiert wurden. Basierend auf deren Projektbeschreibungen unterteilte der KI-​basierte Algorithmus die Projekte in 173 thematische Kategorien. Dabei musste berücksichtigen werden, dass diese Berichte Trends und Transparenz Die Analyse lässt auf thematische Trends in der Entwicklungshilfe schliessen, wie Toetzke sagt: «In den letzten Jahren flossen immer mehr Gelder in Projekte in den Bereichen Inklusion und Gleichberechtigung von benachteiligten Gruppen, Klimawandel und Nachhaltigkeit sowie Unterstützung der Privatwirtschaft.» Gleichzeitig gingen die Zahlungen für den gesamten Umweltsektor, der neben der Anpassung an den Klimawandel auch andere Themen wie die Reduktion von Treibhausgasemissionen, Energieeffizienz oder Biodiversität umfasst, seit 2015 leicht zurück. Auf Basis dieser Erkenntnisse kommen die Autoren zum Schluss, dass die Staatengemeinschaft ihrem in Paris gegebenen Versprechen – die Entwicklungshilfe für Projekte, die auch den Klimawandel adressieren, zu erhöhen – nur bedingt gerecht wurde. Bessere Koordination durch globalen Überblick Das Forschungsprojekt ermöglicht erstmals einen globalen Überblick über Geldflüsse in der Entwicklungshilfe. «Nur wenn wir wissen, welche Länder, Bereiche und Organisationen unterstützt werden, lassen sich Projekte sinnvoll auf globaler Ebene koordinieren», sagt Banholzer von der Professur für Wirtschaftsinformatik der ETH und einer der Autoren. Das KI-​gestützte Monitoring kann Organisationen im Bereich Entwicklungshilfe ausserdem dabei unterstützen, bessere, auf Daten beruhende Entscheidungen im Sinne der von den Vereinten Nationen beschlossenen Ziele einer nachhaltigen Entwicklung zu treffen. 05 / 2022 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

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