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Netzwoche 05/2022

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Management & Career

Management & Career Aktuell 43 Digitale Kompetenzen auf Schweizer Stellenmarkt besonders gefragt Der Schweizer Arbeitsmarkt erlebt ein weiteres Rekordquartal. Digitale Kompetenzen stehen bei Arbeitgebern besonders hoch im Kurs. In beinahe der Hälfte aller Stelleninserate der letzten sieben Jahre suchten Unternehmen nach mindestens einer digitalen Fähigkeit. Die Pandemie hat diesen Trend weiter vorangetrieben. Autor: Pascal Wojnarski Die Nachfrage auf dem Schweizer Stellenmarkt erreicht im ersten Quartal 2022 erneut einen Rekordwert. Zu diesem Schluss kommt die Universität Zürich in ihrem Stellenmarkt-Monitor Schweiz, den sie zusammen mit der Adecco Gruppe Schweiz erstellt. Gemäss Studie ist die Nachfrage nach Arbeitskräften im ersten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 47 Prozent gestiegen. Dies sei bereits der zweite Rekordwert in Folge. Zudem seien digitale Kompetenzen besonders gefragt. «Die steigende Nachfrage nach Fachkräften kann mit dem Post-Corona-Wirtschaftsboom erklärt werden», sagt Marcel Keller, Country Head Adecco Schweiz. «Auch in naher Zukunft erwarten viele Unternehmen eine weitere Zunahme der Nachfrage und sind deshalb dabei, ihre Produktions- und Leistungserbringungskapazitäten auszubauen.» Die Pandemie treibt die Nachfrage an Digitale Technologien sind bereits in fast allen Berufen Standard, wie es weiter heisst. Das Auftreten der Pandemie könnte den digitalen Wandel in den meisten Wirtschaftsbereichen nochmals beschleunigt haben. «Die wiederkehrenden Lockdowns zwangen Unternehmen und Arbeitnehmende dazu, im Eiltempo neue digitale Technologien anzuwenden, um die Geschäftstätigkeit aufrechtzuerhalten. Der Umgang mit diversen digitalen Kommunikationstechnologien, das Einkaufen über Onlinekanäle sowie das kontaktlose Bezahlen sind heutzutage kein Novum mehr. Aufgrund dieser seit Jahren fortschreitenden Transformation und Digitalisierung werden Kompetenzen im Umgang mit neuen digitalen Technologien auch in Zukunft immer häufiger von Arbeitnehmenden erwartet», sagt Keller. Die begehrtesten digitalen Kompetenzen Insgesamt wird aktuell in 99 Prozent der Hochschulberufe der Informatik mindestens eine digitale Kompetenz vorausgesetzt. Auch bei Fachkräften der Technik (66 Prozent) und bei Büro- und Verkaufsjobs (65 Prozent) ist die Nachfrage hoch. Bei Fachkräften für den Bau und Hilfskräften verlangen Arbeitgeber in lediglich 16 Prozent der Ausschreibungen digitale Kompetenzen. Die Studienautorinnen und -autoren schliessen da raus, dass sich der Erwerb von digitalen Kompetenzen somit in allen Berufsgruppen (von akademisch bis handwerklich) zu einer Grundvoraussetzung für die Berufsausübung entwickelt. Eine Analyse der letzten sieben Jahre zeige, dass Unternehmen bereits in knapp der Hälfte (49 Prozent) aller Inserate mindestens eine digitale Kompetenz verlangen. Oft seien aber mehrere unterschiedliche Kompetenzen gleichzeitig gefragt. Die Studie unterscheidet zwischen sechs unterschiedlichen Typen von digitalen Kompetenzen: digitale Grundkompetenzen, Content Management, Netzwerk-, System- und Datenmanagement, digitale Unternehmenssteuerung, Softwareentwicklung und branchenspezifische Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Generell zeige sich: Je allgemeiner die digitalen Kompetenzen sind, desto häufiger werden sie gesucht. Entsprechend sind die meistgefragten Kompetenzen digitale Grundkompetenzen. Sie werden in 31 Prozent der Jobinserate von den Arbeitgebern gefordert. Für Arbeitnehmende, die bisher kaum über digitale Kompetenzen verfügen, lohne sich also der Erwerb von Fähigkeiten im Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien. Mit 23 Prozent der gesuchten Fähigkeiten folgt auf die digitalen Grundkompetenzen das Content Management. Die gefragten Skills reichen von Webentwicklung über den Umgang mit Microsoft Office bis zu Social Media. An dritter Stelle folgt Netzwerk-, System- und Datenmanagement mit 19 Prozent. i ÜBER DEN STELLEN- MARKT-MONITOR Bild: rawpixel.com/freepik.com Die Studie entstand in Zusammenarbeit zwischen der Adecco Schweiz Gruppe und dem Stellenmarkt-Monitor Schweiz des soziologischen Instituts der Universität Zürich. Für die Studie wurden die aktuellen Job-Index-Publikationen untersucht. Dabei wurden die notwendigen respektive gewünschten Eigenschaften, Fähigkeiten und Kenntnisse zur Ausübung einer Stelle gezählt. Die Daten stammen aus den 12 grössten Schweizer Stellenbörsen sowie von Stellenausschreibungen aus knapp 1500 Unternehmenswebseiten von Firmen aus der ganzen Schweiz. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 05 / 2022

44 Management & Career Studie In diesen Berufen ersetzen Roboter die Menschen am ehesten Künstliche Intelligenz und Roboter automatisieren zunehmend mehr Tätigkeiten in verschiedenen Berufen. Eine Studie der EPFL geht der Frage nach, welche Jobs am ehesten davon betroffen sind. Auch wurde untersucht, in welche neuen Jobs die Arbeitnehmenden am besten wechseln sollten. Autor: Kevin Fischer Möglicherweise müssen sich Arbeitnehmende im Zuge der vierten industriellen Revolution innerhalb eines Lebens mehrmals um- und weiterbilden. Welche Jobs werden künftig durch Roboter und künstliche Intelligenz automatisiert? Dieser Frage ging ein Team um Dario Floreano und Rafael Lalive von der EPFL in einer Studie nach. Zudem wollten sie herausfinden, was Arbeitnehmende tun können, um in Berufe mit möglichst geringem Automatisierungsrisiko zu wechseln. Die Forschenden untersuchten 976 Berufe und bewerteten sie anhand ihres Automatisierungs-Risiko-Index (ARI). Ein ARI von 1 bedeutet, dass eine Maschine den Menschen künftig in allen erforderlichen Fähigkeiten übertrifft, während ein ARI von 0 bedeutet, dass Robotertechnologien nicht eine einzige erforderliche Fähigkeit des Menschen ersetzen können. Gemäss dem Bericht hat der Beruf des Physikers respektive der Physikerin die geringsten Automatisierungsrisiken, mit einem ARI von 0,44. Weitere Beispiele sind Robotik-Ingenieure auf Platz 122 mit einem ARI von 0,57 RANKING DER JOBGRUPPEN NACH AUTOMATISIERUNGSRISIKO Jede Jobgruppe enthält Berufe mit jeweils unterschiedlichen Automatisierungsrisiken. Das Ranking basiert auf dem Median des Automatisierungs-Risiko-Index (ARI) der jeweiligen Gruppen. Je höher die Rangzahl einer Berufsgruppe, desto höher das Risiko, dass ihre Arbeit durch Roboter ersetzt werden könnte. 1. Erziehung, Training und Bibliothek 12. Schutzdienst / Sicherheitsdienst 2. Gesellschafts- und Sozialdienste 13. Installation, Wartung und Reparatur 3. Management 14. Büro und administrative Unterstützung 4. Recht 15. Gesundheitspflege 5. Leben, körperliche und soziale Dienstleistungen 16. Personal Care und -Service 6. Computer und Mathematisches 17. Transport und Materialbewegung 7. Geschäfts- und Finanzprozesse 18. Produktion 8. Architektur und Ingenieurwesen 19. Landwirtschaft, Fischen und Försterei 9. Praktiker im Gesundheitswesen und Technisches 20. Bau und Gewinnung 10. Verkauf und damit Zusammenhängendes 21. Gebäude- sowie Bodenreinigung und -wartung 11. Kunst, Design, Unterhaltung, Sport und Medien 22. Lebensmittelzubereitung und -ausgabe Quelle: Science Robotics: «How to compete with robots by assessing job automation risks and resilient alternatives» / Dario Floreano und Rafael Lalive, EPFL und Elektrotechniker auf Platz 458 mit einem ARI von 0,61. Das grösste Automatisierungsrisiko tragen Schlachter und Fleischverarbeiter mit einem ARI von 0,78. Geht es um Job- Gruppen, finden sich «Computer und Mathematisches» sowie «Geschäfts- und finanzielle Prozesse» im Drittel der Gruppen mit den geringsten Automatisierungsrisiken. Empfehlungen für die Umorientierung Die Studienautorinnen und -autoren versuchten auch herauszufinden, welches die besten Optionen für einen Jobwechsel für den jeweiligen Berufsstand sind. Das Ziel war, einen Kompromiss zwischen dem geringsten Automatisierungsrisiko in der neuen Arbeit und dem geringsten Aufwand für eine Umschulung zu finden. Der entsprechende Wert heisst «Resilienz-Index» (RI), wobei ein tieferer Wert für geringeres Risiko und geringeren Aufwand beim Jobwechsel stehen. Als Beispiel ziehen die Forschenden die Elektrotechnik heran, die sich gemessen am Automatisierungsrisiko im Mittelfeld befindet. Den tiefsten RI hätten etwa Elektrotechniker im Falle eines Jobwechsels demnach als Qualitätssicherungsingenieure und -testerinnen für Software. Das bringt die Studie Im Bericht heisst es, dass die Automatisierung langfristig positive Auswirkungen auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum und die Produktivität haben könnte. Allerdings könnte der Übergang «schmerzhaft» sein. Im Gegensatz zu früheren industriellen Revolutionen könnte sich die vierte in einem so hohen Tempo vollziehen, dass sich Arbeitnehmende innerhalb eines Lebens mehrmals um- und weiterbilden müssen. Die Studie soll nun Regierungen helfen, das Arbeitslosigkeitsrisiko ihrer Bevölkerung besser einzuschätzen und die Bildungspolitik anzupassen. Robotikunternehmen können damit die Marktbedürfnisse besser verstehen, und die arbeitende Bevölkerung wiederum könnte die Studie verwenden, um zu erfahren, wie sie sich auf dem Arbeitsmarkt am einfachsten neu positionieren kann, wie es weiter heisst. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch 05 / 2022 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

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